Start-Stopp-Automatik

Weniger (Verbrauch) ist mehr (Ersparnis)

Tipps zum Spritsparen

Toyota rüstet seinen modernen 1,33-Liter-Benziner (wird auch im Auris verbaut) mit Start-Stopp-Automatik aus

Das Abschalten des Motors beim Halten ist nur eine der Möglichkeiten, den Verbrauch zu senken. Doch es gibt noch viele andere – und die meisten sind sogar kostenlos.

Wer häufig mit dem Auto unterwegs ist und den Wagen fast schon als Zweitwohnsitz nutzt, kennt das Problem wahrscheinlich: Mit der Zeit sammelt sich im Wagen so allerlei an, was eigentlich auch entsorgt oder zumindest im Keller oder in der Garage gelagert werden könnte. Ob die Schneeketten oder die Werkzeugkiste im Kofferraum, die Inline-Skates hinter dem Fahrersitz oder der große ADAC-Reiseatlas von 1994 auf der Rückbank – das alles ist unnötiger Ballast, der für Mehrverbrauch sorgt.

Nach der Faustformel steigt der Kraftstoffverbrauch bei 100 Kilo Mehrgewicht um einen ganzen Liter. Wer deshalb häufiger das Auto auf- oder besser ausräumt, kann mit wenig Aufwand erstaunlich viel erreichen. Auch nicht benötigte Anbauten wie Dachgepäckträger oder Fahrradträger am Heck sind wahre Spritfresser. Nach Angaben des ADAC schlägt ein leerer Dachträger für Fahrräder bei 100 km/h schon mit rund zehn Prozent Mehrverbrauch zu Buche – wenn auch noch drei Fahrräder montiert sind, ergeben sich bereits bis zu 40 Prozent. Ähnlich Werte gelten auch für Heckträger zum Fahrradtransport.

Wichtig ist der richtige Luftdruck

Häufig unbeachtet bleiben auch die Reifen. Fahren mit zu wenig Luftdruck führt aber nicht nur zu einem schwammigen Fahrverhalten und einem höheren Reifenverschleiß, sondern erhöht auch den Rollwiderstand. So hat der ADAC für eine Unterschreitung des Solldruckes um nur 0,2 bar einen Mehrverbrauch von rund einem Prozent festgestellt. Besser für den Verbrauch sind leicht erhöhte Werte des Reifenluftdruckes von etwa 0,2 bar, die Sollwerte für die Maximalbeladung des Fahrzeugs sollten aber nicht überschritten werden. Wer zudem vor dem nächsten Reifenkauf die aktuellen Tests studiert und auf ein Modell mit besonders niedrigem Rollwiderstand greift, kann nochmals beim Verbrauch sparen.

Auch Strom im Auto kostet Geld

Energie ist teuer – auch der im Auto erzeugte Strom kostet Kraftstoff. Vor allem die komfortsteigernden Zusatzaggregate: Die Sitzheizung erhöht den Verbrauch um bis zu einem Viertelliter auf 100 Kilometer, eine Klimaanlage kommt im Extremfall auf bis zu zwei Liter. Deshalb ist die richtige Bedienung wichtig. Stand das Auto längere Zeit in der prallen Sonne, sollte es vor dem Losfahren gut durchlüftet werden. Auf den ersten Fahrt-Kilometern dann die Klimaanlage in der Funktion „Umluft“ mit höchster Kühlleistung betreiben, anschließend die Temperaturregelung am besten auf nicht weniger als 22 Grad einstellen. Das ist übrigens auch gesünder.

Motor nicht im Stand warmlaufen lassen

Man sieht es auch heute noch morgens an kalten Tagen: Während der Fahrer den Wagen belädt, läuft bereits munter der Motor. Dabei ist das Warmlaufenlassen des Motors vor dem Losfahren nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für den Motor selbst. Denn im Leerlauf braucht er viel länger, um auf Betriebstemperatur zu kommen – und das erhöht den Verschleiß. Starten Sie die Maschine deshalb immer erst direkt vor dem Losfahren, weil der Motor unter Last am schnellsten warm wird und so auch am schnellsten die verbrauchs- und schadstoffintensive Kaltstartphase hinter sich lässt.

Defensive Fahrweise schont Konto und Nerven

Wer vorausschauend fährt und etwa vor einer roten Ampel frühzeitig vom Gas geht, kann besonders in der Stadt viel sparen. Wichtig ist es dabei, nicht auszukuppeln, sondern im hohen Gang möglichst lange zu rollen. Denn dann greift in modernen Autos die sogenannte Schubabschaltung, die den Verbrauch tatsächlich auf 0,0 Liter senkt. Beim Auskuppeln läuft der Motor im Leerlauf hingegen weiter und verbraucht je nach Fahrzeugmodell etwa zwischen 0,8 und 1,5 Litern. Das Hochschalten in den nächsten Gang empfiehlt sich bei höchstens 2000 Umdrehungen. Zurückschalten ist erst erforderlich, wenn der Motor beim Gasgeben ruckelt. Das richtige, also sparsame Fahren können Sie auch erlernen: Die Automobilclubs bieten dazu spezielle Spritspartrainings an, die meist um die vier Stunden dauern. Laut den Experten kann man allein durch eine angepasste Fahrweise bis zu 25 Prozent Kraftstoff einsparen – ohne dabei wesentlich langsamer ans Ziel zu kommen.

 

Text: Roland Wildberg