Modelle von Knaus, Pössl, Carthago, Dethleffs, Bürstner . . .

Die Top 7 der Wohnmobile auf Fiat-Ducato-Basis

Der Fiat Ducato ist das beliebteste Basisfahrzeug für Wohnmobile. Wir zeigen sieben typische Aufbauten von fünf bis mehr als neun Metern Länge

  • Markus Schönfeld
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  • Veröffentlicht am 02/12/2020, 2:00 PM
Fiat Ducato
Quelle: Fiat Als Basis für einen Wohnmobil-Aufbau eignet sich der Fiat Ducato besonders gut

Aus Zulassungszahlen kann man viel ablesen. Beispielsweise, dass SUVs im Jahr 2019 mit mehr als einer Million Neuzulassungen Deutschlands beliebteste Fahrzeuggattung sind. Dass es bei Elektroautos prozentual die höchsten Zuwächse gibt. Ein weiteres Fahrzeugsegment ist ebenfalls extrem gewachsen: das der Reisemobile und Caravans. Allein im Jahr 2019 sind es in Deutschland rund 54.000 Neuzugänge. Wohnanhänger und Caravans nicht mitgerechnet.

Noch etwas ergibt sich aus den Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes: Das beliebteste Basisfahrzeug für Wohnmobile ist der Fiat Ducato. Egal, ob als unauffällig ausgebauter Kastenwagen mit Schiebetür für den Hobby-Camper, als Alkoven-Hochbau für die Familie oder als integrierter Luxus-Liner mit drei Achsen – der italienische Transporter ist stets die erste Wahl. Und damit häufiger vertreten als Modelle von VW, Mercedes, Ford und Peugeot zusammen. Hier ist eine kleine, aber bunte Übersicht typischer Aufbauten von beliebten Herstellern.

Der Günstige: Knaus Boxstar 540

Im herkömmlichen Kastenwagenformat des Ducato bringen die niederbayerischen Spezialisten von Knaus neben den vier Sitzplätzen so einiges unter. Der 5,41 Meter lange Boxstar bietet eine vollwertige Küche samt 70-Liter-Kühlschrank, einen Toiletten-Raum mit Duschkabine sowie ein 1,40 Meter breites Doppelbett hinten quer im Auto. Damit bietet er sich in erster Linie für Paare an. Oder für eine Kleinfamilie: Ein Notbett für ein Kind wäre noch an Bord.


BoxStar
Alles unter einem Dach

Kompakt, wendig, flexibel: Allrounder wie der Knaus Boxstar 540 erfreuen sich großer Beliebtheit.


Das zulässige Gesamtgewicht liegt bei 3,3 Tonnen, sodass auch die Führerscheinklasse B locker ausreicht. Trotzdem können 650 Kilogramm zugeladen werden. In Sachen Wendigkeit bleibt der Boxstar ein echter Ducato, was ihn nebenbei voll alltagstauglich macht. Und Weiß ist für die Außenlackierung nicht einmal ein Muss. Knaus bietet zehn weitere Farbtöne an. Basis-Neupreis für den Boxstar 540 mit seinem 120 PS starken Multijet-Diesel: 42.990 Euro.

Der Unauffällige: Pössl Summit Prime 640

Wie auch das Knaus-Modell vertrauen die oberbayerischen Entwickler von Pössl beim Summit auf das Kastenwagenformat von Fiat. Mit der Standardbreite (2,05 Meter) und einer Außenlänge von 6,36 Metern kann man den Pössl Summit Prime 640 gerade noch bequem durch die Großstadt steuern. Der längere Innenraum wird vor allem für die beiden Liegeflächen in Längsrichtung genutzt. So können auch groß Gewachsene bequem schlafen. Das Notbett wird dagegen quer auf den Vordersitzen aufgebaut. Trotz des zulässigen Gesamtgewichts von 3,5 Tonnen darf der Summit nur 490 Kilogramm zuladen.

Pössl Summit Prime in der Seitenansicht, stehend
Quelle: Pössl Lackierungen, Felgen, Sicherheitsausstattung – alles lässt sich bei Pössl konfigurieren

Unter die Motorhaube wandert bei Pössl der 140 PS starke Fiat-Diesel mit 2,3 Litern Hubraum. Optional gibt es 160 PS oder gar 178 PS. Übrigens lassen sich bei Pössl nicht nur Motorleistung und Außenfarbe konfigurieren. Auch Felgendesign, Sicherheitsassistenten oder Innendekore können aus einer langen Liste gewählt werden. Der Basis-Neupreis für den Pössl Summit Prime 640 liegt bei 43.999 Euro.



Der Clevere: Carthago c-tourer T Lightweight

Die Klasse der sogenannten teilintegrierten Aufbauten erinnert im Gegensatz zum Kastenwagen schon eher an ein klassisches Wohnmobil. Trotzdem bleiben Abmessungen (Breite: 2,27 Meter), Gewicht und Handlichkeit noch alltagsfreundlich. Erst recht, wenn ein Hersteller so bewusst auf Leichtbau setzt wie die schwäbische Firma Carthago. Im c-tourer T kommt trotz des zulässigen Gesamtgewichts von 3,5 Tonnen jedenfalls eine vier- bis fünfköpfige Familie unter. Carthago bietet zahlreiche Grundrisse und Längen an. Je nach Konfiguration mit zwei Einzelbetten hinten, einem Doppelbett in Quer- oder Längsrichtung und meist einer großen Schlaffläche vorne.

Carthago c-tourer T Lightweight in der Frontansicht, fahrend
Quelle: Carthago Teilintegrierte Aufbauten wie der Carthago c-tourer T sind handlich und gerade beim Fiat Ducato beliebt

Wer beim Fahrzeuggewicht nicht auf das letzte Gramm achten muss, kann das Limit auch auf 4,25 Tonnen und somit die Zuladung deutlich erhöhen. Und selbst bei einer Gesamtlänge von 7,47 Metern kommt man mit 3,5 Tonnen sowie der Führerscheinklasse B zurecht. Günstigstes Modell ist der 6,80 Meter lange T142 mit zwei Doppelbetten auf dem Ducato-Gestell mit 140 PS für mindestens 72.190 Euro.



Der Familien-Held: Dethleffs Trend A (Alkoven)

Wohnmobile mit Alkoven – also einem extra Schlafabteil über der Fahrerkabine – sind der Traum vieler Familien. Der hohe Fahrzeugaufbau macht das Fahrverhalten zwar etwas sperriger, das Raumangebot ist jedoch unschlagbar. Der Trend-Aufbau von Dethleffs aus dem Allgäu bietet beispielsweise sechs Sitz- und Schlafplätze, eine Innenhöhe von gut zwei Metern sowie eine geräumige Heckgarage. Und für Kinder verwandelt sich die große Schlafhöhle, die man über eine Leiter entert, in ein pures Abenteuerland.

Auch Dethleffs schafft es, den Ducato mit Alkoven unterhalb der 3,5-Tonnen-Grenze zu halten – zumindest bis zu einer Länge von 7,06 Metern. Die 8,60 Meter lange Dreiachs-Version ist für fünf Tonnen zugelassen. Führerscheinbesitzer der alten Klasse 3 (bis 1998) dürfen sich freuen. Das günstigste Alkoven-Modell von Dethleffs misst 6,50 Meter, ist 3,19 Meter hoch, bietet ein Doppelbett vorne, ein Doppelstockbett hinten und kostet 49.299 Euro.



Der Luxuriöse: Niesman + Bischoff Arto

Wer hohe Ansprüche an Individualität und Qualität hat, ist traditionell bei Niesmann + Bischoff in der Eifel gut aufgehoben. Hier werden auch Ducato-Modelle zu sogenannten integrierten Aufbauten oder Linern umgebaut. Vom Führerhaus des Fiat ist nach dem Umbau nichts mehr zu erkennen. Vorteil: Der Gesamtauftritt des Wohnmobils ähnelt eher dem eines edlen Reisebusses. Und in die angepasste riesige Windschutzscheibe passt ein komplettes Alpenpanorama.

Außenansicht des Arto
Quelle: Niesman & Bischoff Bei integrierten Aufbauten wie dem luxuriösen Arto von Niesman + Bischoff erkennt man das Fahrgestell nicht mehr

Im Inneren sind den eigenen Fantasien keine Grenzen gesetzt. Und bei einer Länge von bis zu 8,80 Metern finden fünf Leute bequem ihren Platz. Das Einstiegsmodell ist 7,24 Meter lang, 2,32 Meter breit und für 4,5 Tonnen zugelassen. Bei der Motorenwahl steht das gesamte Leistungsspektrum des 2,3-Liter-Turbodiesels von 118 bis 180 PS zur Verfügung. Der Mindestpreis für einen solchen Luxusliner liegt bei 99.720 Euro.



Der Riesige: Bürstner Elegance I 910 G

Auch das gut neun Meter lange, ehemalige Flaggschiff der Bürstner-Flotte setzt auf das Fahrgestell des Fiat Ducato. Allerdings benötigt der Riese aus der oberrheinischen Tiefebene drei Achsen für sein stattliches Gewicht von bis zu fünf Tonnen. Platz gibt es dafür so üppig wie in einer geräumigen Dreizimmerwohnung. Auch der beeindruckend große Schlafbereich im Heck, das Badezimmer und die Küche lassen einen schnell vergessen, dass es sich um ein mobiles Heim handelt.

Ansicht eines Schlafraums im Elegance I 910 G
Quelle: Bürstner Individuelle Wünsche bei der Innenraumgestaltung können die Preise schnell in die Höhe treiben

Dabei kommt selbst dieser rollende Palast mit dem Standardantrieb des Fiat-Ducato zurecht. Der Multijet-Diesel (Euro 6) mit 2,3 Litern Hubraum leistet hier 177 PS. Das Automatikgetriebe ist serienmäßig. Im Neupreis von knapp 120.000 Euro sind viele Ausstattungsfeatures schon enthalten – bei der Innenraumgestaltung können Kunden mit individuellen Wünschen den Preis aber schnell nach oben treiben.



Der Offroader: Sunlight Cliff 4x4 Adventure Van

Unabhängigkeit und Abenteuerlust treiben viele Camper an. Die Tüftler der Firma Sunlight haben deshalb den Ducato zum Offroad-Showcar Cliff 4x4 Adventure Van umgebaut. Auf dem Caravan-Salon 2019 in Düsseldorf stand das Einzelstück. Mit grauem Camouflage-Look, grobstolligen Reifen und Seilwinde auf dem Dach soll der 6,36 Meter lange Kastenwagen voll pistentauglich sein. Weil es derzeit von Fiat wegen der Abgasumstellung auf Euro 6d keinen Allradantrieb gibt, greifen die Allgäuer auf den bewährten Dangel-4x4-Antrieb aus Frankreich zurück.

07-sunlight-cliff-4x4-adventure-van
Quelle: Sunlight Da Fiat wegen der Abgasumstellung auf Euro 6d aktuellen keinen Allradantrieb anbietet, greift Sunlight für seinen Umbau auf den bewährten Dangel-4x4-Antrieb aus Frankreich zurück

Ein Bad oder ein festes Bett gibt es nicht. Eine umbaubare Längsbank hinter dem Fahrersitz, Staunetze unter der Decke und eine kleine Küchenzelle müssen genügen. Dafür liegt die Stehhöhe wegen des hohen Dachs bei 2,17 Metern. Und zwei Schiebetüren erweitern die Variabilität des 3,5-Tonners. Noch handelt es sich beim Sunlight Cliff 4x4 Adventure Van um ein Einzelstück. Doch von Unabhängigkeit und Abenteuer darf man schon jetzt träumen – oder sich einen Ducato nach diesem Vorbild und eigenen Wünschen umbauen.


VW T6 California
Freiheit auf Rädern

Im VW T6 California werden Küche, Bett und Wohnzimmer einfach mitgenommen.


Unsere Top 7 in Bildern

  • Fiat
    Quelle: Fiat In den vergangenen Jahren erlebte das Segment der Reisemobile und Caravans einen Boom
  • Knaus BoxStar in der Frontansicht, stehend
    Quelle: Knaus Für den BoxStar bietet Knaus zehn verschiedene Lackierungen an
  • Knaus BoxStar in der Frontansicht, fahrend
    Quelle: Knaus Ausgebaute Kastenwagen wie der Boxstar 540 von Knaus sind von außen kaum als Wohnmobil zu erkennen
  • Pössl Summit 540 in der Seitenansicht, stehend
    Quelle: Pössl Maximal dürfen im Summit 490 Kilogramm zugeladen werden
  • Pössl Summit Prime in der Seitenansicht, stehend
    Quelle: Pössl Lackierungen, Felgen, Sicherheitsausstattung – alles lässt sich bei Pössl konfigurieren
  • Carthago c-tourer T Lightweight in der Frontansicht, fahrend
    Quelle: Carthago Teilintegrierte Aufbauten wie der Carthago c-tourer T sind handlich und gerade beim Fiat Ducato beliebt
  • Dethleffs Trend A  in der Seitenansicht, stehend
    Quelle: Dethleffs Selbst fünfköpfige Familien haben in Alkovenmobilen wie dem Dethleffs Trend A viel Platz
  • Arto in der Frontansicht, stehend
    Quelle: Niesman & Bischoff Bis zu fünf Personen reisen in dem knapp 8,8 Meter langem Arto von Niesman und Bischoff komfortabel
  • Außenansicht des Arto
    Quelle: Niesman & Bischoff Bei integrierten Aufbauten wie dem luxuriösen Arto von Niesman + Bischoff erkennt man das Fahrgestell nicht mehr
  • Außenansicht des Bürstner Elegance I 910 G
    Quelle: Bürstner Mit drei Achsen und fünf Tonnen zulässiger Gesamtmasse zeigt der Bürstner Elegance, wie groß ein Fiat Ducato sein kann
  • Ansicht eines Schlafraums im Elegance I 910 G
    Quelle: Bürstner Individuelle Wünsche bei der Innenraumgestaltung können die Preise schnell in die Höhe treiben
  • 07-sunlight-cliff-4x4-adventure-van
    Quelle: Sunlight Da Fiat wegen der Abgasumstellung auf Euro 6d aktuellen keinen Allradantrieb anbietet, greift Sunlight für seinen Umbau auf den bewährten Dangel-4x4-Antrieb aus Frankreich zurück
  • 07-sunlight-cliff-4x4-adventure-van (1)
    Quelle: Sunlight Allrad-Modelle in Abenteueroptik wie das von Sunlight werden oft zu Show-Zwecken gebaut – doch das Interesse an bewohnbaren Offroadern wächst
  • Fiat Ducato
    Quelle: Fiat Als Basis für einen Wohnmobil-Aufbau eignet sich der Fiat Ducato besonders gut