Ford Tourneo Connect: der Hochdachkombi mit VW-Genen im Test
Viel Platz, zwei Antriebe, ein bekanntes Gesicht: Der Ford Tourneo Connect ist im Grunde ein VW Caddy – und das ist kein Nachteil.
- Das Wichtigste in Kürze
- Der Ford Tourneo Connect im Testbericht
- Welche Karosserie-Varianten gibt es?
- Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
- Einordnung des Modells: Generationen und Updates
- Welche bekannten Probleme gibt es beim Ford Tourneo Connect?
- Fazit: Für wen lohnt sich der Ford Tourneo Connect?
Das Wichtigste in Kürze
- Den Ford Tourneo Connect gibt es in zwei Radstandsvarianten mit bis zu sieben Sitzen.
- Serienmäßige Schiebetüren, ein 10-Zoll-Touchscreen und eine digitale Instrumententafel gehören zum Standard.
- Die Preise sind hoch: Der Einstieg liegt bei 31.900 Euro, der Plug-in-Hybrid kostet mindestens 43.000 Euro.
Der Ford Tourneo Connect ist seit 2022 auf dem Markt und hat einen ungewöhnlichen Ursprung: Er basiert auf dem VW Caddy.
Was das im Alltag bedeutet, zeigt ein Test mit dem 115-PS-Benziner und dem Plug-in-Hybrid.
Der Ford Tourneo Connect überzeugt mit viel Platz, Schiebetüren und einem starken Plug-in-Hybrid-Antrieb.
Der Ford Tourneo Connect im Testbericht
Der ADAC hat den Tourneo Connect in zwei Varianten getestet: den 1.5 EcoBoost mit 115 PS (Testdatum: 2023) und den Plug-in-Hybrid mit 150 PS Systemleistung (Testdatum: Januar 2026).
Das Ergebnis ist eindeutig: Der Hochdachkombi fährt sich solide und sicher, ohne sportliche Ambitionen zu wecken.
Im ADAC-Ausweichtest zeigt der Tourneo ein sicheres, untersteuerndes Verhalten. Die Lenkung ist präzise, das ESP arbeitet unauffällig. Wer einen entspannten Familienvan sucht, wird hier gut bedient. Wer Fahrspaß erwartet, schaut besser woanders.
Der Ford Tourneo Connect entstand aus einer 2019 beschlossenen Kooperation zwischen Ford und VW. Während Ford beim Amarok auf dem Ranger aufbaut, liefert VW beim Tourneo Connect die Basis: den Caddy der fünften Generation.
Der Benziner mit 115 PS ist akustisch zurückhaltend und vibrationsarm. Er reicht für den Alltag, ist aber kein Sprinter: 0 auf 100 km/h in 11,9 Sekunden, Spitze 181 km/h. Der Plug-in-Hybrid ist spürbar flotter: 0 auf 100 km/h in 10,1 Sekunden, beim Anfahren kommen die Vorderräder sogar an ihre Haftungsgrenze.
Vergleichbare Modelle
- VW Caddy: das Original, technisch nahezu identisch, aber mit etwas anderer Ausstattungsstruktur
- Mercedes T-Klasse: basiert auf dem Renault Kangoo, etwas kompakter, höherer Markenwert
- Renault Kangoo: günstigere Alternative mit ähnlichem Raumkonzept und guter Alltagstauglichkeit
Der VW Caddy ist der technische Zwillingsbruder des Tourneo Connect – mit eigenem Gesicht, aber gleicher Substanz.
Die Motoren des Ford Tourneo Connect
| Motor | Leistung | Getriebe | Antrieb | Preis ab |
|---|---|---|---|---|
| 1.5l EcoBoost Benzin | 85 kW/115 PS | 6-Gang-Schaltgetriebe | Vorderrad | 31.900 Euro |
| 1.5l EcoBoost Benzin | 85 kW/115 PS | 7-Gang-Automatikgetriebe | Vorderrad | 37.250 Euro |
| 2.0l EcoBlue Diesel | 75 kW/102 PS | 6-Gang-Schaltgetriebe | Vorderrad | 33.500 Euro |
| 2.0l EcoBlue Diesel | 90 kW/122 PS | 7-Gang-Automatikgetriebe | Vorderrad | 39.850 Euro |
| 2.0l EcoBlue Diesel | 90 kW/122 PS | 6-Gang-Schaltgetriebe | Allrad | 43.150 Euro |
| 1.5l EcoBoost PHEV | 110 kW/150 PS | 6-Gang-Automatikgetriebe | Vorderrad | 43.000 Euro |
Empfehlung: Wer hauptsächlich in der Stadt und auf mittleren Strecken unterwegs ist, sollte den Plug-in-Hybrid in Betracht ziehen. Die elektrische Reichweite von über 100 Kilometern macht ihn im Alltag zum echten Sparwunder – vorausgesetzt, die Batterie wird regelmäßig geladen.
Für Vielfahrer auf der Autobahn ist der 2.0l EcoBlue Diesel mit 122 PS die wirtschaftlichere Wahl.
Der Basisbenziner mit 115 PS reicht für entspannte Familienausflüge, ist aber bei höherem Verbrauch (7,6 Liter/100 km im ADAC-Ecotest) nicht die sparsamste Option.
Der Plug-in-Hybrid des Tourneo Connect lädt an einer Schnellladestation mit bis zu 50 kW die Batterie in rund 40 Minuten auf.
Der Renault Kangoo ist die günstigere Alternative im Hochdachkombi-Segment mit bewährtem Raumkonzept.
Welche Karosserie-Varianten gibt es?
Ford bietet den Tourneo Connect in zwei Radstandversionen an. Beide sind als Fünf- oder Siebensitzer bestellbar.
Tourneo Connect (kurzer Radstand)
- Länge: 4.500 mm (Active: 4.515 mm)
- Breite: 1.855 mm
- Höhe: 1.833 mm
- Radstand: 2.755 mm
- Kofferraumvolumen: 465 Liter (normal)/815 Liter (teilgeklappt)/2.556 Liter (dachhoch)
- Ladebreite zwischen Radkästen: 1.185 mm
- Ladekantenhöhe: 562 mm
- Schiebetür-Öffnungsbreite: 703 mm
Grand Tourneo Connect (langer Radstand)
- Länge: 4.853 mm (Active: 4.868 mm)
- Breite: 1.855 mm
- Höhe: 1.835 mm
- Radstand: 2.970 mm
- Kofferraumvolumen: 635 Liter (normal)/985 Liter (teilgeklappt)/3.100 Liter (dachhoch)
- Ladebreite zwischen Radkästen: 1.185 mm
- Ladekantenhöhe: 563 mm
- Schiebetür-Öffnungsbreite: 846 mm
Dank einer umlegbaren Beifahrerlehne lassen sich Gegenstände bis zu drei Meter Länge einladen. Praktisch: Die Schiebetüren für den Fond sind in allen Varianten serienmäßig.
Welche Ausstattungs-Varianten und Extras sind empfehlenswert?
Ford bietet den Tourneo Connect in drei Ausstattungslinien an: Trend, Titanium und Active.
Trend ab 31.900 Euro
- Manuelle Klimaanlage
- 16-Zoll-Leichtmetallräder
- Elektrisch einstellbare und beheizbare Außenspiegel
- Schiebetüren beidseitig
- Dachreling (silberfarben)
Titanium ab 37.250 Euro
- 2-Zonen-Klimaautomatik
- 17-Zoll-Leichtmetallräder
- Elektrisch anklappbare Außenspiegel
- Wärmeschutzverglasung (ab B-Säule)
- Diebstahl-Alarmanlage mit Innenraumüberwachung
Active ab 42.100 Euro
- Panoramadach
- LED-Scheinwerfer und LED-Rückleuchten
- Crossover-Body-Kit mit Unterfahrschutz
- 17-Zoll-Räder in Premiumlackierung
- Fahrerassistenz-Paket 3 serienmäßig (inkl. Totwinkelassistent, Rückfahrkamera, adaptiver Tempomat)
Empfehlenswerte Extras:
- Fahrerassistenz-Paket 3 (für Trend und Titanium): Totwinkelassistent, Rückfahrkamera und adaptiver Tempomat mit Stop & Go
- Fahrerassistenz-Paket 5 Plus: teilautomatisiertes Fahren auf Level 2 und automatischer Fahrspurwechselassistent
- Anhängevorrichtung, fest: sinnvoll für alle, die einen Anhänger oder Fahrradträger nutzen möchten
- LED-Scheinwerfer: deutlich bessere Ausleuchtung als Halogen, lohnt sich besonders für Vielfahrer
Vor- und Nachteile
Pro
- Sehr viel Platz für Passagiere und Gepäck
- Zwei Radstandversionen, auch als Siebensitzer
- Serienmäßige Schiebetüren beidseitig
- Plug-in-Hybrid mit über 100 km elektrischer Reichweite
- Gute Sicherheitsbewertung (ADAC: 1,8/1,6)
- Solides, sicheres Fahrverhalten
- Schnellladen mit bis zu 50 kW beim PHEV
Contra
- Hohe Preise für die Fahrzeugklasse
- Kniefreiheit im Fond bei großen Personen eingeschränkt
- Sensorfläche für Temperatur/Lautstärke unbeleuchtet und schwer bedienbar
- Kleiner Tank beim PHEV (32,5 Liter)
- Benziner mit recht hohem Verbrauch (7,6 l/100 km)
- Benziner ab 3.000 U/min hörbar und mit Vibrationen
- Einfache Materialien trotz hoher Preise
Die Mercedes T-Klasse bietet Hochdachkombi-Qualitäten mit Stern und basiert auf dem Renault Kangoo.
Einordnung des Modells: Generationen und Updates
Der Name Tourneo Connect hat eine lange Geschichte bei Ford. Die aktuelle Generation ist seit 2022 auf dem Markt und basiert erstmals auf einer Fremdplattform: dem VW Caddy der fünften Generation.
Das ist das Ergebnis der 2019 beschlossenen Kooperation zwischen Ford und Volkswagen.
Wichtige Meilensteine:
- 2022: Markteinführung der aktuellen Generation (Basis: VW Caddy Mk5)
- 2024 (ab August): Plug-in-Hybrid-Variante verfügbar
- 2025 (ab Juni): Aktualisierte Titanium-Variante mit Automatikgetriebe
- 2026 (Februar): Aktuelle Preisliste gültig ab 13.02.2026
Äußerlich unterscheidet sich der Tourneo Connect vom Caddy durch eine eigenständige Frontgestaltung mit großer zentraler Kühlergrillöffnung und eigens designten Scheinwerfern.
Die Heckklappe und Rückleuchten wurden ebenfalls angepasst. Von der Seite und von hinten ist die Verwandtschaft jedoch deutlich erkennbar.
Welche bekannten Probleme gibt es beim Ford Tourneo Connect?
Zum Zeitpunkt der Recherche (Juni 2026) liegen für den Ford Tourneo Connect der aktuellen Generation keine öffentlich bekannten, abgeschlossenen Rückrufe des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vor, die speziell diese Baureihe betreffen.
Da das Fahrzeug auf der VW-Caddy-Plattform basiert, sollten Käufer auch Rückrufe für den VW Caddy Mk5 im Blick behalten, da technische Überschneidungen möglich sind.
Bekannte Schwachstellen:
- Die unbeleuchtete Sensorfläche für Temperatur- und Lautstärkeregelung unterhalb des Touchscreens ist bei Dunkelheit kaum bedienbar.
- Im Fond ist die Kniefreiheit für Personen ab 1,75 Meter Körpergröße eingeschränkt, wenn der Vordersitz auf eine 1,85 Meter große Person eingestellt ist.
- Der Benziner zeigt ab rund 3.000 Umdrehungen hörbare Geräusche und leichte Vibrationen im Innenraum.
- Der PHEV hat mit 32,5 Litern einen vergleichsweise kleinen Tank, was die Reichweite bei leerer Batterie auf rund 480 Kilometer begrenzt.
Fazit: Für wen lohnt sich der Ford Tourneo Connect?
Der Ford Tourneo Connect ist ein solider, geräumiger Hochdachkombi für Familien, die viel Platz brauchen und dabei nicht auf moderne Assistenzsysteme verzichten möchten.
Die enge Verwandtschaft zum VW Caddy ist kein Makel – im Gegenteil: Sie bürgt für ausgereifte Technik und eine breite Ersatzteilversorgung.
Konkrete Empfehlung
- Familien mit Kindern und regelmäßigen Kurzstreckenfahrten: Plug-in-Hybrid in der Titanium-Ausstattung mit Fahrerassistenz-Paket 3. Der PHEV spart im Alltag Sprit, die Assistenzsysteme erhöhen die Sicherheit.
- Vielfahrer und Pendler auf langen Strecken: 2.0l EcoBlue Diesel mit 122 PS und Automatikgetriebe – effizienter und reichweitenstärker als der Benziner.
- Preisbewusste Käufer: Benziner mit 115 PS in der Trend-Ausstattung – günstiger Einstieg, aber auf das Fahrerassistenz-Paket sollte nicht verzichtet werden.
Der Grand Tourneo Connect lohnt sich, wenn regelmäßig sieben Personen oder sehr viel Gepäck transportiert werden sollen. Der Aufpreis gegenüber der kurzen Version ist überschaubar.
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