E-Autos als Cabrio und warum es so wenige gibt
Sonne im Gesicht, Wind in den Haaren – und das alles emissionsfrei? Klingt verlockend, ist aber leider noch die Ausnahme. Elektro-Cabrios sind auf dem Markt rar gesät, und das hat handfeste Gründe.
Das Wichtigste im Überblick
- Elektro-Cabrios sind selten, weil Cabrios generell eine Nische sind und sich die Entwicklungskosten für Hersteller kaum lohnen.
- Aktuell gibt es drei verfügbare Modelle: Fiat 500 Elektro Cabrio, MG Cyberster und Maserati GranCabrio Folgore.
- Weitere Elektro-Cabrios sind angekündigt, ein konkreter Marktstart ist aber bei keinem Modell gesichert.
Fiat 500 Elektro Cabrio Pop
Der Fiat 500 Elektro Cabrio ist das zugänglichste Elektroauto mit offenem Dach auf dem Markt: Der charmante Stadtflitzer kommt mit einem elektrischen Softtop-Verdeck, das sich per Knopfdruck öffnet.
In der Pop-Variante bietet der Wagen mit der kleinen 23,8-kWh-Batterie eine WLTP-Reichweite von bis zu 190 km – ausreichend für den Alltag in der City.
Optisch bleibt er seiner ikonischen Retro-Linie treu, während das Interieur mit 7"-TFT-Instrumentendisplay, Smartphone-Halterung und manueller Klimaanlage solide, wenn auch schlicht ausgestattet ist.
Geeignet für
- Stadtpendler, Fahranfänger, Lifestyle-orientierte Käufer, Menschen mit kurzem Arbeitsweg, Zweitwagensucher
Nicht geeignet für
- Vielfahrer, Familien mit mehr als zwei Personen, Langstreckenfahrer
Mit dem optionalen Sherpa-Modus lässt sich die Reichweite des Fiat 500 Elektro innerorts auf bis zu 460 km steigern – allerdings bei gedrosselter Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
Vorteile
- Günstigster Einstiegspreis unter den drei Modellen
- Kompakte Maße und kleiner Wendekreis
- Elektrisches Verdeck für echtes Cabrio-Feeling
Nachteile
- Reichweite von 190 km (kleine Batterie) für längere Strecken zu begrenzt
- Holme bleiben stehen – kein vollwertiges Cabrio-Erlebnis
- Basisausstattung Pop ohne Leichtmetallfelgen und nur mit Halogenscheinwerfern
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MG Cyberster Xpower Dual Motor
Der MG Cyberster ist der einzige echte Elektro-Sportwagen im Cabrio-Format, der für ein breites Publikum erschwinglich bleibt.
Als GT-Variante mit Dual-Motor-Antrieb leistet er 375 kW (510 PS) bei einem maximalen Drehmoment von 725 Nm. Damit sprintet er in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 443 km.
Äußerlich setzt er mit aerodynamischen Linien, durchgehenden LED-Rückleuchten und den elektrischen Scherenüren klare Akzente.
Geeignet für
- Sportfahrer, Technikbegeisterte, Paare ohne Kinder, Käufer mit Sinn für Design
Nicht geeignet für
- Familien, Alltagspendler mit wenig Ladeinfrastruktur, Käufer mit kleinem Budget
Der MG Cyberster wurde von einem Team aus über 50 Spezialisten entwickelt und ist weltweit das erste Fahrzeug, das Scherenüren mit einem Soft-Top-Cabrio kombiniert.
Vorteile
- Gute Fahrleistungen für einen Sportwagen in dieser Preisklasse
- Reichweite von bis zu 507 km (Trophy-Variante) bzw. 443 km (GT) nach WLTP
- 7 Jahre Herstellergarantie (bis 150.000 km)
Nachteile
- Nur als Zweisitzer verfügbar – kein Platz für Mitfahrer auf der Rückbank
- Vergleichsweise hoher Listenpreis ab rund 59.640 Euro (Trophy) bzw. 67.990 Euro (GT)
- Markenbekanntheit von MG in Deutschland noch begrenzt
Roadster, Cabrio und Sportwagen: Der MG Cyberster ist das erste Auto weltweit mit Scherentüren und Soft-Top-Verdeck.
Maserati GranCabrio Folgore
Der Maserati GranCabrio Folgore ist das erste vollelektrische Cabrio der italienischen Traditionsmarke – und gleichzeitig eines der exklusivsten Elektroautos überhaupt.
Mit einer elektrischen Reichweite von 419 bis 449 km (WLTP) und einem Stromverbrauch von 22,3 bis 23,7 kWh/100 km verbindet er Grand-Touring-Anspruch mit emissionsfreiem Antrieb.
Dabei sorgen das versenkbare Softtop, perforierte Vollledersitze und ein 12,3-Zoll-Zentraldisplay mit Android Auto für ein Luxuserlebnis der Extraklasse.
Geeignet für
- Vermögende Käufer, Luxus-Liebhaber, Sammler, Grand-Touring-Enthusiasten
Nicht geeignet für
- Budgetbewusste Käufer, Stadtfahrer, alle, die ein alltagstaugliches Zweitauto suchen
Der GranCabrio Folgore bietet vier Fahrmodi – GT, Sport, Corsa und einen Alltagsmodus. Damit lässt er sich auf jede Fahrsituation individuell abstimmen.
Vorteile
- Luxus-Cabrio-Erlebnis mit vier vollwertigen Sitzplätzen
- Reichweite von bis zu 449 km (WLTP)
- Interieur mit italienischer Handwerkskunst und Sonus-faber-Soundsystem (optional)
Nachteile
- Preis weit jenseits von 200.000 Euro
- Sehr hoher Stromverbrauch von bis zu 23,7 kWh/100 km
- Gebrauchtwagenmarkt für dieses Modell noch sehr dünn
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Warum gibt es so wenige Elektro-Cabrios?
Die Antwort liegt vor allem in der Wirtschaftlichkeit. Cabrios sind generell eine Nische: Ihr Marktanteil ist im Vergleich zu Limousinen oder SUVs verschwindend gering. Für E-Cabrios ist kaum ein Markt vorhanden.
Für Hersteller lohnt sich die Entwicklung eines Cabrios nur dann, wenn die Stückzahlen stimmen. Und die stimmen selten.
Beim Elektroantrieb kommt erschwerend hinzu, dass die schwere Batterie tief im Fahrzeugboden verbaut ist. Das macht die Karosserie steifer – eigentlich gut für ein Cabrio. Aber: Die Batterie beansprucht Platz und Gewicht, was die Konstruktion eines offenen Fahrzeugs komplizierter und teurer macht.
Dazu kommt, dass Käufer, die sich ein E-Cabrio leisten können und wollen, oft noch den Verbrennungsmotor bevorzugen – besonders im Luxussegment.
Das macht es für Volumenhersteller schwer, ein bezahlbares Elektro-Cabrio profitabel anzubieten. Nur Nischenanbieter oder Luxusmarken können sich dieses Wagnis leisten.
Welche Elektro-Cabrios kann ich heute kaufen?
Aktuell gibt es drei verfügbare Elektro-Cabrios auf dem Markt. Und die könnten unterschiedlicher kaum sein.
- Der Fiat 500 Elektro Cabrio ist das einzige wirklich massentaugliche Modell. Er ist erschwinglich, alltagstauglich und macht in der Stadt eine gute Figur.
Allerdings: Das Verdeck ersetzt nur das Blechdach, die seitlichen Holme bleiben stehen. Ein vollwertiges Cabrio-Erlebnis ist das streng genommen nicht. - Der MG Cyberster ist der einzige echte Elektro-Roadster für ein breiteres Publikum. Mit bis zu 510 PS, Scherentüren und einer Reichweite von über 500 km (Trophy) ist er sportlich und technisch beeindruckend.
- Der Maserati GranCabrio Folgore schließlich spielt in einer ganz anderen Liga – preislich wie qualitativ. Wer ihn sich leisten kann, bekommt das wohl exklusivste Elektro-Cabrio der Welt.
Kommen bald mehr Elektro-Cabrios auf den Markt?
Die Hoffnung ist da, aber die Unsicherheit auch. Mehrere Hersteller haben Elektro-Cabrios angekündigt oder zumindest angedeutet.
Der Polestar 6 ist ein vielversprechendes Konzept, das möglicherweise 2029 auf den Markt kommt. Ein konkretes Datum gibt es jedoch noch nicht.
Der Tesla Roadster lässt seit Jahren auf sich warten. Vorbestellungen sind möglich, ein offizieller Marktstart steht aber weiterhin aus.
Auch Porsche hat die Entscheidung über den Nachfolger des 718 mehrfach verschoben – ob und wann ein elektrisches Cabrio kommt, bleibt offen.
Fazit: Die Zeichen stehen auf Wachstum, aber langsam. Wer jetzt ein Elektro-Cabrio möchte, muss mit der aktuell überschaubaren Auswahl leben.
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