Auto verkaufen – Tipps zur Vorbereitung und Pflege

Stell Dir vor: Dein Gebrauchter ist technisch noch ziemlich gut in Schuss aber rein optisch macht er nicht mehr so viel her. Ein paar Kratzer im Lack, verschmutzte Felgen, ein Scheibenwischer, der nicht mehr tut, was er soll und die letzte Innenreinigung liegt auch schon länger zurück – ergo macht der Wagen einen schlechteren Eindruck als er eigentlich müsste. Mit einer gründlichen Reinigung oder einer professionellen Aufbereitung lässt sich das allerdings schnell ändern. Mit einem sauberen Erscheinungsbild und einem frisch geputzten Innenraum kannst Du bei potenziellen Käufern richtig punkten. So bekommt Dein alter Gebrauchtwagen nicht nur eine Wellnesskur, auch auf den Verkaufspreis kann sich ein gutes Pflegeprogramm positiv auswirken.

Wir zeigen Dir, was Du von einer professionellen Reinigung erwarten kannst und auch, wie Du selbst Hand anlegst und ein gutes Ergebnis erzielen kannst. So können sowohl Du als auch Dein Gebrauchtwagen beim Autoverkauf richtig glänzen.

Gebrauchtwagen-Check und Restwertermittlung

Bevor man viel Geld in eine gründliche Aufbereitung steckt, sollte man abklären, mit welchem Restwert man für das alte Auto rechnen kann. Schließlich lohnt es sich wenig, vorab viel Geld in eine Reinigung zu investieren, wenn der Verkaufsbetrag kaum höher liegt. Dies ist ein erster wichtiger Schritt zur Vorbereitung auf den Gebrauchtwagenverkauf. Viele Online-Gebrauchtwagenportale bieten dazu eine kostenlose Werteinschätzung an. Hierbei kannst Du die Daten Deines Fahrzeugs in die vorgegebene Suchmaske eintragen, um innerhalb weniger Minuten zu erfahren, wie hoch der Verkaufswert Deines Automodells im Durchschnitt liegt. Wenn Du einmal auf einer solchen Seite bist, lohnt es sich zudem, auch einen Blick in die Verkaufssektion zu werfen. Schau Dir an, wie ähnliche Fahrzeuge präsentiert werden und welcher Preis vom Verkäufer festgelegt wurde. Alternativ kannst Du Deinen Wagen bei einer professionellen Autobewertung einschätzen lassen. Hier bekommst Du nicht nur Auskunft über den Restwert, sondern auch darüber, in welchem technischen und funktionellen Zustand sich das Auto derzeit befindet.

Autoverkauf: Die Reinigung bringt Pluspunkte

Wenn das Auto fast täglich im Einsatz ist, liegt es auf der Hand, dass sich Verschmutzungen innen und außen am Fahrzeug absetzen. Blütenpollenstaub im Sommer und Streusalzablagerungen im Winter gehen nicht spurlos an einem Auto vorbei. Selbst nach einer Fahrt durch die Waschstraße können Rückstände am Fahrzeug bleiben, was im schlimmsten Fall zu Langzeitschäden der Materialien führen kann. Mit einer professionellen Reinigung im Jahr oder durch wiederkehrende gründliche Handwäschen kann man allerdings vorbeugen und zum Werterhalt des Autos beitragen. Und das zahlt sich schließlich auch beim Autoverkauf aus. Ein gepflegter Gebrauchtwagen, der optisch einem Neuwagen nahekommt, wird einen höheren Verkaufspreis erzielen als ein ungepflegtes Auto. Wir zeigen Dir daher, wie Du Dein Auto vorbereiten kannst, um sowohl bei privaten Käufern als auch beim Händler einen guten Eindruck zu hinterlassen.

Auto waschen lassen vom Profi

Eine professionelle Reinigung bzw. Aufbereitung eines Fahrzeugs lohnt sich in vielerlei Hinsicht: Zum einen wird der Gebrauchtwagen auf Herz und Nieren geprüft und Kratzer, Flecken sowie kleinere Schäden direkt behandelt und ausgebessert. Zum anderen spart man sich selbst enorm viel Arbeit, Zeit und Geld, da man schließlich für die gründliche Reinigung auch die richtigen Materialien und das nötige Wissen zur Pflege braucht. Insbesondere die Politur eines Autos kann beim Verkauf großen Eindruck hinterlassen, ist aber von Hand keine wirklich dankbare Aufgabe. Welche Services neben der Politur vom Profi übernommen werden können, haben wir Dir hier einmal zusammengestellt.

Professionelle Autoaufbereitung: Was gehört dazu?

  • Außenreinigung
  • Lackpolitur und -Versiegelung
  • Spiegel- und Scheibenreinigung
  • Reparatur von Kratzern und Steinschlägen
  • Motorwäsche
  • Unterbodenwäsche
  • Dachversiegelung bei Cabriolets
  • Radwechsel und Felgenreinigung
  • Reinigung des Innenraums
  • Fleckentfernung auf Polster- und Ledersitzen
  • Teppichreinigung
  • Ozonbehandlung zur Desinfektion und Geruchsneutralisierung
  • Reinigung der Lüftung und Klimaanlage
Wer sich für eine professionelle Aufbereitung in einer Werkstatt oder einem Autoreinigungscenter entscheidet muss natürlich die Kosten dafür abwägen. Je nach Zustand und Pflegeverhalten des Besitzers fallen diese individuell aus. Eine einfache Innen- und Außenreinigung erhält man je nach Größe des Autos meist schon für knapp 100€ - 150€. Hierbei werden allerdings keine Lackschäden oder hartnäckige Flecken beseitigt. Wer sich für eine gründliche Reinigung interessiert sollte mit einer Preisspanne von 200€ - 300€ rechnen, wobei die Grenze nach oben hin offen ist.

Auto selbst waschen – So gehst Du vor

Sind die Kosten für die professionelle Reinigung einfach zu hoch oder lohnt sich die Investition in Anbetracht des Gebrauchtwagens nicht mehr, so lassen sich auch von Hand gute Ergebnisse erzielen. Hierbei sollte man am besten von innen nach außen vorgehen und die nötigen Materialien parat haben. Ein Besuch der örtlichen Tankstelle bietet sich dafür bestens an, denn hier findest Du in der Regel sowohl den Hochdruckreiniger als auch einen Sauger.

Autoreinigung in 10 Schritten

  1. Auto aufräumen und ausleeren
    Bevor Du mit der richtigen Reinigung beginnen kannst, muss das Auto frei zugänglich sein. Das heißt der Innen- sowie der Kofferraum müssen komplett entleert werden und angesammelter Müll entfernt werden.
  2. Innenraum saugen
    Schmutz von den Schuhsohlen, Essensreste und Co. können mit einem gründlichen Staubsauger-Durchgang im gesamten Innenraum entfernt werden. Der schmale Düsenkopf ist optimal für enge Zwischenräume und Ritzen geeignet und holt auch Krümel, Haare usw. aus und zwischen den Sitzflächen hervor.
  3. Armaturen putzen
    Diese lassen sich am besten mit einem Microfasertuch in Kombination mit warmem Wasser sowie mit einem speziellen Auto-Reiniger säubern. Wechsle das Putzwasser mehrfach, um gründlich zu arbeiten, und wische mit einem trockenen Handtuch nach, um Wasserflecken zu vermeiden. Nimm Dir ausreichend Zeit, um auch in schwer erreichbaren Ritzen und Öffnungen den abgelagerten Staub zu entfernen.
  4. Fußmatten und Polster reinigen
    Die Fußmatten solltest Du ebenfalls gründlich ausklopfen und mit dem Sauger bearbeiten. Bei den Sitzflächen kommt es ganz auf das Material und den Grad der Verschmutzung an. Auffällige Flecken solltest Du so gut es geht durch eine gründliche Polsterreinigung oder mithilfe von passender Lederpflege entfernen, damit diese beim Verkauf nicht negativ hervorstechen.
  5. Leisten und Türgummis aufbereiten
    Durch den ständigen Gebrauch können sich Staub und Dreck an den Gummidichtungen absetzen und den Schutz vor Wind und Wasser beeinträchtigen. Daher solltest Du diese einmal komplett nass abwischen und gut trocknen lassen. Danach gehst Du mit einer speziellen Gummipflege noch einmal drüber. Das hält die Türgummis geschmeidig und erhält die Elastizität. Die Kunststoffleisten werden ebenfalls gründlich gereinigt. Sind diese mit der Zeit durch Sonne, Wind und Wetter ausgeblichen, kannst Du das mit etwas Kunststoffpflege wieder in den Griff bekommen.
  6. Außenreinigung
    Hier kommt der Hochdruckreiniger zum Einsatz. Dieser sollte in sicherer Entfernung von etwa 30 cm gehalten werden, um keine Dellen zu verursachen. Danach musst Du viel Zeit in die Handwäsche investieren, um auch gründlich jeden Winkel zu erwischen. Mit Autoshampoo, einem großen Wassereimer, einem Schwamm sowie Handtuch ausgerüstet, arbeitest Du Dich am besten von vorn nach hinten vor.
  7. Scheiben und Spiegel putzen
    Diverse Ablagerungen auf den Scheiben lassen sich meist mit einem handelsüblichen Scheibenreiniger entfernen. Für hartnäckigen Schmutz greifst Du am besten zum Spezialreiniger. Die Scheiben müssen sowohl von außen als auch von innen gewischt werden und achte darauf, auch den oberen Teil der Scheiben zu säubern, der erst durch das Herunterlassen der Fenster zum Vorschein kommt. Zudem solltest Du nicht vergessen, die Seiten- und Innenspiegel wieder korrekt auszurichten, nachdem Du sie geputzt hast.
  8. Lackpflege und Politur
    Mit der richtigen Pflege des Autolacks kann man so manchen Schäden gezielt vorbeugen und den alten Glanz wiederherstellen. Dazu brauchst Du ein sauberes Microfasertuch, Politurflüssigkeit, Klebeband, um Kunststoffleisten abzukleben, und vor allem eines: viel Geduld. Arbeite Dich hierbei am besten in kleinen Schritten und Fläche für Fläche vor. Trage etwas Politur mit dem Tuch auf und reibe mit leichtem Druck über den Autolack, bis keine Rückstände mehr zu sehen sind. Eine anschließende Behandlung mit etwas Autowachs versiegelt die Politur für einen längeren Zeitraum.

Felgen reinigen nicht vergessen!

Auch die Felgen tragen zu einem gepflegten Gesamteindruck bei und sollten daher nicht vernachlässigt werden. Um den groben Schmutz zu entfernen wird hier ebenfalls erst mit dem Hochdruckreiniger vorgearbeitet, um anschließend hartnäckige Rückstände mit einem Schwamm, Allzweckreiniger und warmem Wasser zu beseitigen. Insbesondere Bremsstaub sowie Teerablagerungen setzen sich häufig an den Felgen fest und lassen sich ohne chemische Reiniger kaum entfernen. Hier solltest Du stets nach Anleitung vorgehen und die Felgen abschließend mit klarem Wasser abspülen.

Wie viel ist Dein Auto wert?

Alufelgen polieren und pflegen

Glänzende Alufelgen erwecken einmal mehr den Eindruck eines neuen und gepflegten Autos. Im Vergleich zu den robusten Stahlfelgen benötigen sie allerdings auch eine besonders schonende Pflegebehandlung. Um starke Verschmutzungen zu lösen solltest Du ausschließlich einen speziellen Felgenreiniger verwenden, der die Aluoberfläche nicht angreift. Kleinere Ritzen und schwer erreichbare Stellen können dabei mit einer Zahnbürste bearbeitet werden. Ist der Dreck erst einmal komplett entfernt, kann man die Felgen mit einem Tuch polieren und abschließend eine Versiegelung auftragen.

Lackkratzer entfernen – Effiziente und schnelle Hilfen

Kratzer im Autolack sind schließlich nicht nur ärgerlich, sondern können auch negativ beim Verkaufsgespräch auffallen. Je nachdem wie tief der Lackkratzer ist, hast Du mehrere Möglichkeiten, diesen zu behandeln. Teste also zuerst mit dem Finger, ob Du an der betroffenen Stelle einen Widerstand spürst und sich sogar eine andere Farbe als die eigentliche Lackfarbe zeigt.

  • Ist das nicht der Fall, handelt es sich lediglich um eine leichte Beschädigung des Lacks, die Du durch Reinigung und Anwendung einer Politur verschwinden lassen kannst. In kreisenden Bewegungen reibst Du die Masse über die betroffene Stelle und lässt sie anschließend gut trocknen. Danach hilft ein Politurtuch, mit dem Du vorsichtig und in schnellen Bewegungen darüberwischst.
  • Bei tieferen Kratzern kannst Du mit einem Lackstift in der passenden Farbe arbeiten. Dazu brauchst Du zunächst den genauen Farbcode Deines Autos, den Du auf der Herstellerseite recherchieren kannst. Beim Auftragen solltest Du Dir Zeit nehmen und eine ruhige Hand bewahren, um wirklich nur den sichtbaren Kratzer zu behandeln und möglichst sauber zu arbeiten.


Weitere Tipps zur Reparatur von Lackschäden haben wir Dir in diesem Artikel zusammengestellt: 'Lackschäden reparieren: So bringst Du Dein Auto wieder auf Hochglanz'.

Beim Autoverkauf gibt es schließlich viele Dinge, die Du vorab beachten solltest. Nicht nur die richtige Pflege und das Erscheinungsbild spielen dabei eine Rolle, auch der Überblick über wichtige Dokumente und wie man sicher im Verkaufsgespräch auftreten kann, sind wichtige Aspekte für einen erfolgreichen Autoverkauf. Näheres dazu haben wir Dir als Checkliste zusammengetragen: ' Autoverkauf Checkliste – Tipps und Hinweise zum sicheren Verkauf'