Alpine A390 im Test: Sportlichkeit trifft Alltagstauglichkeit
Die Alpine A390 kombiniert 295 kW Systemleistung mit überraschend hohem Fahrkomfort – und stellt damit klar, dass Sportwagen-DNA und Alltagstauglichkeit kein Widerspruch sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Systemleistung: 295 kW/400 PS (GT) bzw. 345 kW/470 PS (GTS)
- Drei Elektromotoren mit Alpine Active Torque Vectoring an der Hinterachse
- WLTP-Reichweite: bis zu 551 km (GT), Batteriekapazität: 89 kWh (netto)
- Kofferraumvolumen: 532 Liter, erweiterbar auf 1.643 Liter
- Grundpreis: ab 67.500 Euro (GT) bzw. 78.000 Euro (GTS)
Die Alpine A390 ist das neue elektrische Sport-Fastback von Alpine – mit drei Motoren, Allradantrieb und bis zu 551 km WLTP-Reichweite.
Einordnung: Was ist die Alpine A390?
Die A390 ist das bislang größte und leistungsstärkste Serienmodell der Marke Alpine – also der Marke, die seit Jahrzehnten für kompromisslose Fahrfreude steht.
Die Markengeschichte reicht zurück bis in die 1960er-Jahre – mit Modellen wie der A110 Berlinette, welche 1971 die Rallye Monte Carlo gewann, und der A442 B, die sich 1978 bei den 24 Stunden von Le Mans den Sieg sicherte.
Die moderne Alpine-Ära begann mit der Wiederbelebung der A110 als Verbrenner-Sportwagen, gefolgt von der A290 als elektrischer Kompaktsportler auf Basis des Renault R5.
Die A390 ist nun der nächste Schritt: ein fünfsitziges Sport-Fastback mit Elektroantrieb und Allradtechnologie, gefertigt in der Manufaktur Jean Rédélé in Dieppe – dort, wo auch die A110 gebaut wird.
Die A390 startete im Januar 2026 in zwei Ausstattungsvarianten: GT und GTS.
Der Cupra Tavascan ist ein sportliches Elektro-Coupé aus Spanien – mit bis zu 250 kW, markantem Design und einem günstigeren Einstiegspreis als die Alpine A390.
Die Alpine A390 im Fahrbericht
Der ADAC hat die A390 GT bereits auf der Straße bewegt und kommt zu einem klaren Urteil: Das Auto fährt sich deutlich agiler, als sein Leergewicht von über 2.100 Kilogramm vermuten lässt.
Die Federung schluckt Unebenheiten souverän weg, ohne dabei das Kurvenverhalten zu beeinträchtigen. Dieser Spagat gelingt durch zwei Schlüsseltechnologien:
- hydraulische Anschlagpuffer, die harte Stöße abfedern
- das Alpine Active Torque Vectoring an der Hinterachse
Die A390 GT beschleunigt in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h – die GTS-Version schafft das sogar in 3,9 Sekunden. Zum Vergleich: Die legendäre Alpine A310 der 1970er-Jahre brauchte für denselben Sprint rund 8 Sekunden.
Das Torque Vectoring verteilt das Drehmoment zwischen dem rechten und linken Hinterrad in Millisekunden – spürbar vor allem beim Herausbeschleunigen aus Kurven.
Das System reagiert schneller als jede mechanische Sperre und erhöht dabei die Fahrsicherheit. Die Gewichtsverteilung von 49 Prozent vorn und 51 Prozent hinten tut ihr Übriges.
Weniger überzeugend ist der Fond: Erwachsene sitzen dort tief und eng, die Knie ragen weit nach oben. Der Mittelsitz hinten ist für eine dritte Person zu schmal.
Der Kofferraum bietet laut Hersteller 532 Liter. Mit umgeklappten Sitzen sind es 1.643 Liter.
Der Kia EV6 GT liefert mit bis zu 430 kW Systemleistung beeindruckende Fahrleistungen und überzeugt zusätzlich mit mehr Alltagskomfort im Fond.
Vergleichbare Modelle:
- Cupra Tavascan
Sportliches Elektro-Coupé mit bis zu 250 kW Leistung und emotionalem Design. Günstigerer Einstiegspreis als die A390, aber weniger Fahrdynamik und kein Torque Vectoring an der Hinterachse. - Kia EV6 GT
Elektrisches Sport-Fastback mit bis zu 430 kW Systemleistung und ähnlichen Fahrleistungen. Bietet mehr Platz im Fond und ein breiteres Servicenetz in Deutschland. - Polestar 3
Elektrisches Sport-SUV mit bis zu 360 kW, etwas mehr Kopffreiheit im Fond und einem ähnlichen Preisniveau. Weniger sportlich abgestimmt, dafür alltagstauglicher.
Der Polestar 3 ist das elektrische Sport-SUV aus Schweden – mit bis zu 360 kW, skandinavischem Design und einem ähnlichen Preisniveau wie die Alpine A390.
Die Motoren der Alpine A390
Die A390 setzt auf drei Elektromotoren: einen an der Vorderachse und zwei an der Hinterachse. Die beiden Heckmotoren ermöglichen das Torque Vectoring.
| Merkmal | Alpine A390 GT | Alpine A390 GTS |
|---|---|---|
| Systemleistung | 295 kW/400 PS | 345 kW/470 PS |
| Systemdrehmoment | 661 Nm | 824 Nm |
| Antrieb | Allrad | Allrad |
| 0–100 km/h | 4,8 s | 3,9 s |
| Höchstgeschwindigkeit | 200 km/h | 220 km/h |
| Batteriekapazität (netto) | 89,0 kWh | 89,0 kWh |
| WLTP-Reichweite | 497–551 km | 497–551 km |
| WLTP-Verbrauch | 18,7–20,4 kWh/100 km | 18,7–20,4 kWh/100 km |
| DC-Ladegeschwindigkeit | max. 150 kW | max. 190 kW |
| AC-Laden | 11 kW (22 kW optional) | 11 kW (22 kW optional) |
| Grundpreis | 67.500 Euro | 78.000 Euro |
Empfehlung: Wer die A390 als Alltagsauto nutzt und keine Fahrten auf der Rennstrecke plant, ist mit dem GT gut bedient. Die 551 km WLTP-Reichweite und 150-kW-Ladeleistung reichen für die meisten Fahrprofile.
Die GTS lohnt sich vor allem für Fahrfreude-Enthusiasten, die auch die Launch Control und den Track-Modus regelmäßig nutzen wollen.
Karosserie-Varianten und Abmessungen
Die A390 ist ausschließlich als fünfsitziges Sport-Fastback erhältlich. Weitere Karosserie-Varianten sind nicht geplant.
- Länge: 4.615 mm
- Breite: 1.885 mm
- Höhe: 1.525 mm
- Radstand: 2.708 mm
- Kofferraumvolumen: 532 Liter (normal)/1.643 Liter (Rücksitzbank umgeklappt)
- Leergewicht: 2.124 kg (GT)/2.121 kg (GTS)
- Zuladung: 481 kg (GT)/484 kg (GTS)
- Anhängelast gebremst: 1.350 kg
Ausstattungs-Varianten und empfehlenswerte Extras
Die A390 ist in zwei Linien erhältlich: GT und GTS. Beide teilen sich die Grundstruktur, unterscheiden sich aber in Leistung, Serienausstattung und Optionen.
Serienausstattung (Auswahl)
- 20-Zoll-Räder „Cristal“ (diamantgeschliffen, schwarzglänzend)
- Sabelt-Sportsitze mit Nappaleder (GTS serienmäßig, GT optional)
- Devialet-Hi-Fi-Audiosystem mit 13 Lautsprechern und 5 Soundprofilen
- Alpine Telemetrics Expert (Telemetrie-Coach per App)
- 32 Fahrassistenzsysteme, darunter Matrix-LED-Scheinwerfer, 360-Grad-Kamera und Ausstiegsassistent
- Apple CarPlay und Android Auto (kabellos)
Empfehlenswerte Extras
- 22-kW-AC-Lader: sinnvoll für alle, die regelmäßig an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen laden
- 21-Zoll-Räder „Snowflake“ (geschmiedet): optisch markant, leichter als Stahlräder – gut für die Fahrdynamik
- Atelier-Lackierungen (z. B. Gris Tonnerre Matt): für alle, die sich von der Masse abheben wollen
- Abnehmbare Anhängerkupplung: nützlich für Fahrradträger oder leichte Anhänger bis 1.350 kg
Das Devialet-Audiosystem der A390 bietet einen speziellen „Space-Modus“, der den Innenraum klanglich in einen Konzertsaal verwandeln soll – entwickelt von einem der renommiertesten Audiotechnik-Unternehmen Frankreichs.
Bekannte Probleme und Rückrufe
Die Alpine A390 ist seit Januar 2026 auf dem deutschen Markt erhältlich. Zum Redaktionsschluss (Mai 2026) lagen beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) keine öffentlich dokumentierten Rückrufe für die A390 vor.
Da das Modell noch sehr jung ist, gibt es bislang auch keine Langzeiterfahrungen oder TÜV-Berichte zu möglichen Schwachstellen.
Folgende Punkte sollten beim Kauf im Blick behalten werden:
- Fondraum: enger Einstieg und geringe Kopffreiheit für große Personen – vor dem Kauf unbedingt Probe sitzen.
- Kofferraum-Unterfach: sehr klein dimensioniert, kaum mehr als das Ladekabel findet dort Platz.
- Sportsitze: können für fülligere Personen zu eng sein. Auch hier gilt: vor dem Kauf testen.
Vor- und Nachteile
Pro
- Beeindruckende Fahrdynamik trotz hohen Gewichts
- Hoher Federungskomfort durch hydraulische Anschlagpuffer
- Torque Vectoring erhöht Agilität und Fahrsicherheit
- Bis zu 551 km WLTP-Reichweite (GT)
- Overtake-Taste und Launch Control serienmäßig
- 32 Fahrassistenzsysteme inklusive
Con
- Leergewicht über 2.100 kg
- Enger Fond für Erwachsene
- Kofferraum-Unterfach sehr klein
- Sportsitze können zu eng sein
- Hoher Einstiegspreis ab 67.500 Euro
- Kein Frunk (vorderes Gepäckfach)
Fazit: Für wen lohnt sich die Alpine A390?
Die A390 ist kein Auto für jeden. Wer ein geräumiges Familien-SUV sucht, wird im Fond und beim Kofferraum-Unterfach enttäuscht sein.
Wer hingegen ein elektrisches Sportauto mit echtem Fahrgefühl, solider Reichweite und einer klaren Markenidentität sucht, findet in der A390 ein überzeugendes Angebot.
Die GT-Version für 67.500 Euro ist die sinnvollere Wahl für den Alltag: ausreichend Leistung, die höhere Reichweite und die günstigere Ladegeschwindigkeit reichen für die meisten Fahrprofile.
Die GTS lohnt sich nur, wenn du die zusätzliche Leistung und die schnellere Ladezeit wirklich ausschöpfst – und bereit bist, auf die Homologation (also die endgültige Zulassung/Marktfreigabe) zu warten.
Als Imageträger für die Renault-Gruppe ist die A390 in jedem Fall ein Erfolg: Sie zeigt, dass elektrische Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit kein Widerspruch sein müssen.
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