Start-Stopp-Automatik

Motor aus ab sofort auch für Altfahrzeuge

Start-Stopp-Automatik Nachrüsten

Beim Halte an der roten Ampel lohnt es sich fast immer, den Motor abzuschalten.

Wer keine Start-Stopp-Automatik hat, kann trotzdem sparen: Ein Dreh am Zündschlüssel, und der Motor ist aus. Mehr Komfort versprechen allerdings Systeme zum Nachrüsten.

Der Anbieter GIOW Ltd. (www.stopundgo.info) bietet eine Mikroprozessor gesteuerte "Stop und Go Automatik" zum Nachrüsten an, die für Benzin- und Dieselmotoren und dabei sowohl für Schalt- als auch für Automatikgetriebe geeignet sein soll. Die Kosten für den Bausatz liegen je nach Fahrzeugtyp zwischen rund 120 und 130 Euro. Das System schaltet wie bei serienmäßig verbauten Anlagen den Motor im Stand an einer roten Ampel oder im Stau automatisch ab und startet ihn bei Bedarf auch wieder.

Dazu werden alle relevanten Daten des Autos mit Hilfe von fünf Sensoren überwacht, die zusätzlich zum eigentlichen Modul etwa am Gas- und Kupplungspedal sowie einem Kühlschlauch montiert werden müssen. Bei einer Kühlwassertemperatur von weniger als 75 Grad oder einer zu schwachen Batterie wird der Motor an der Ampel nicht abgeschaltet.

Die Lüftung läuft weiter

Das eigentliche Steuergerät der "Stop und Go Automatik" wird im Innenraum unter der Armaturenkonsole oder im Motorraum an einer geeigneten Stelle befestigt. Zusätzlich muss am Armaturenbrett noch ein Schalter angebracht werden, mit dem die Funktion manuell ein- und ausgeschaltet werden kann.

Erst wenn alle Parameter (Motor auf Betriebstemperatur; Batteriespannung okay; Fahrzeug steht; Gaspedal in Ruhestellung) im Sollzustand sind, wird der Motor beim Betätigen der Kupplung ausgeschaltet oder wieder gestartet. Elektrische Funktionen wie Licht, Radio oder Lüftung bleiben während der Standphasen erhalten. Laut Hersteller ist der Einbau des Systems in Eigenregie möglich, wer allerdings sein Auto lieber in einer Fachwerkstatt umrüsten lassen möchte, sollte mit Kosten zwischen 70 und 110 Euro rechnen.

Startronic für alle Pkw

Eine weitere Lösung zum Nachrüsten ist die Startronic des Ingenieurbüros Peter Krause (www.spritsparen-city.de). Grundsätzlich ist die Startronic laut Hersteller in jeden Pkw mit Benzin- oder Dieselmotor sowohl mit Schalt- als auch Automatikgetriebe nachrüstbar und kostet zwischen 150 und 160 Euro. Auch die Startronic überwacht Daten wie etwa die Motortemperatur und die Geschwindigkeit und schaltet den Motor bei Stillstand durch Auskuppeln und Einlegen des Leerlaufs ab.

Soll es weitergehen, genügt ein Tritt auf die Kupplung, und der Motor springt wieder an. Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe wird das Signal nicht durch den Tritt auf die Kupplung, sondern auf das Bremspedal erzeugt. Auch die Startronic ist über einen am Armaturenbrett zu montierenden Schalter manuell zu aktivieren oder auch abzuschalten. Zur eigenhändigen Montage der Anlage sollten allerdings grundlegende Kenntnisse der Autoelektrik vorhanden sein, da einige Kabel verlegt werden müssen. Ist dies nicht der Fall, empfiehlt sich auch hier der Weg in die Werkstatt des Vertrauens.

Kaum erhöhter Verschleiß

Die Hersteller der Nachrüstsysteme versichern im Übrigen, dass Kunden kaum mit einem erhöhten Verschleiß an Anlasser oder Batterie rechnen müssen. Einerseits seien diese Teile robust genug konstruiert, andererseits verhindern Schutzschaltungen ein langes „Orgeln“, falls das Auto tatsächlich mal Startprobleme haben sollte. Zudem werden Kaltstarts durch die Überwachung der Motortemperatur verhindert. Gerade bei älteren Autos seien so Einsparungen von bis zu 15 Prozent möglich. Wann sich ein Nachrüstsystem rechnet, muss allerdings jeder für sich selbst kalkulieren. Denn das variiert nach Modell, jährlicher Fahrleistung und Anteil des Stadtverkehrs an der Gesamtfahrleistung.

Aber auch ganz ohne Hilfsmittel lässt sich sparen – ein paar einfache Tricks sollten Sie kennen.

Text: Roland Wildberg