Start-Stopp-Automatik

Ein Tritt - und es geht wieder los

So funktioniert Start-Stopp

Audi bieten den Kleinwagen A1 ebenfalls mit Start-Stopp-Automatik an

Simpel ist nicht nur das Prinzip, sondern auch die Bedienung: Die meiste Arbeit übernimmt die Technik ganz selbstständig, der Fahrer muss nur einige Punkte beachten.

Das Prinzip der Start-Stopp-Automatik ist einfach: Wenn der Motor nicht läuft, kann er auch keinen Kraftstoff verbrauchen. Die Automatik schaltet den Motor daher ab, sobald er nicht gebraucht wird. Die Funktionsweise der Systeme ist dabei fast immer identisch, gleichgültig ob man in einem Mini, VW, Fiat, Audi, BMW, Toyota oder Ford sitzt. Im Stau oder vor einer roten Ampel muss man lediglich in den Leerlauf schalten und den Fuß von der Kupplung nehmen. Eine Anzeige im Info-Display zeigt, dass die Funktion aktiv ist. Zur anschließenden Weiterfahrt braucht man nur den Gang einzulegen. Der Motor startet unmittelbar nach dem Tritt auf das Kupplungspedal und die Fahrt kann ohne nennenswerte Verzögerung fortgesetzt werden.

Nicht zu kalt und nicht zu heiß

Allerdings gibt es auch Situationen und äußere Einflüsse, bei der die Start-Stopp-Automatik nicht aktiv wird. So wird die Funktion bei den meisten Herstellern nicht ausgeführt, wenn der Motor noch nicht die optimale Betriebstemperatur erreicht hat, wenn die Klimaanlage die Innenraumtemperatur noch nicht auf den gewünschten Wert gebracht hat, die Batterieladung nicht ausreichend ist oder der Fahrer die Lenkung betätigt. Auch die Außentemperaturen beeinflussen die Arbeitsweise: Unterhalb von null Grad Celsius und ebenso bei sehr heißem Wetter läuft der Motor an der Ampel meist weiter. Und das letzte Wort hat sowieso immer der Fahrer. Denn mit einem Tastendruck kann er die Funktion auf Wunsch jederzeit deaktivieren.

Porsche arbeitet mit Doppelkupplungsgetriebe

Inzwischen kombinieren einige Hersteller die Start-Stopp-Funktion auch mit automatisierten Getrieben. Porsche setzt sie erstmals im neuen Panamera in Verbindung mit dem blitzschnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe PDK ein. Da ein Kupplungspedal nicht vorhanden ist, erhält das System die Information über das Bremspedal. Muss man etwa an einer roten Ampel warten und hat den Fuß dabei auf der Bremse, schaltet das System automatisch den Motor ab. Sobald die Bremse gelöst wird, startet der Wagen wieder. Die Kraftstoffersparnis beziffert Porsche innerstädtisch auf bis zu zehn Prozent, insgesamt immer noch auf mindestens fünf Prozent.

Die Kombination aus vollautomatischem Getriebe und "Auto Start Stop"-Funktion hat hingegen BMW angekündigt. Debütieren wird sie noch 2010 im luxuriösen 760i, der mit Zwölfzylinder und der speziellen Achtgang-Automatik dann fünf Prozent weniger Sprit als bisher verbrauchen soll.

Mazda setzt auf maximalen Komfort

Bislang setzten die Hersteller in der Regel auf einen stärkeren und schnelleren Anlasser, der den Motor nach dem Stopp schnell wieder auf Touren bringt. Aber es gibt durchaus Kunden, denen das nicht schnell und vor allem komfortabel genug geschieht. Mazda hat aus diesem Grund ein System entwickelt, das es unter dem Namen i-Stop vorerst nur im kompakten Mazda3 mit Zwei-Liter-Benziner mit Direkteinspritzung und 151 PS gibt.
Zwar nutzt Mazda auch noch den Anlasser, doch der eigentliche Impuls zum Neustart erfolgt direkt im Zylinder. Schon während das System den Motor abschaltet, werden Kolben und Kurbelwelle so justiert, dass ein Zylinder immer im Arbeitstakt ist. Soll es wieder losgehen, reichen eine Kraftstoffinjektion, ein Zündfunke und ein kurzer Drehimpuls an der Kurbelwelle, um den Vierzylinder wieder zum Laufen zu bringen. Der Motor soll mit diesem System doppelt so schnell starten wie herkömmliche Start-Stopp-Systeme und besonders sanft anlaufen. Die Technik funktioniert allerdings nur mit einem Direkteinspritzer.

Übrigens ist die Start-Stopp-Automatik nicht nur Neuwagen vorbehalten. Auch Gebrauchtwagen lassen sich nachträglich mit dieser Technik ausrüsten.

 

Text: Roland Wildberg