30 Jahre Renault Espace

30 Jahre Renault Espace

Trauriger Geburtstag

Seit drei Jahrzehnten sorgt der Renault Espace für glückliche Familien. Sein Raumangebot und die Sitzoptionen waren aber nicht von Anfang an beliebt.

4. Februar 2014

Neun Bestellungen im ersten Verkaufsmonat. Neun. Wie sich die Händler und vor allem die Hauptverantwortlichen des neuen Modells Renault Espace vor 30 Jahren gefühlt haben müssen, ist nur zu leicht zu verstehen.

Doch der geräumige Franzose sorgte zum Glück nur in diesem einen Anfangsmonat für Sorgenfalten. Insgesamt wurden bis Enden vergangenen Jahres 1.262.542 Einheiten verkauft.

 

 
 

Die Idee ist bereits 36 Jahre alt

Die Idee zu dem ursprünglich wie ein Kasten auf vier Rädern wirkenden Espace kam dem damaligen technischen Leiter des Autoherstellers und Technologiekonzerns Talbot-Matra, Philippe Guedon, im Jahr 1978. Allerdings nicht in Frankreich, sondern in den USA, wo bekanntermaßen auch heute noch viele Vans herumfahren.

Hässlich aber praktisch

Da der Mutterkonzern PSA Peugeot-Citroën den Van nicht bauen wollte, wandte man sich bei Talbot-Matra an Renault.

Nach den ersten Prototyp-Fehlschlägen hat es das Objekt P18 dann geschafft, dem damaligen Renault-Chef Bernard Hanon einen zwar gemeinen, aber immerhin grünes Licht versprechenden Kommentar abzuringen: "Zu diesem Auto kommt man von selbst, wenn man alle automobilen Eitelkeiten beiseitelässt". Mit anderen Worten: Er ist hässlich, aber praktisch.

Unter dem Projektcode P23 begann die Serienentwicklung. Erwähnenswert war dabei nicht nur das Raumkonzept mit dreh- und herausnehmbaren Sitzen, sondern auch die Verwenung von Verbundwerkstoffen für die auf einem Stahlrahmen aufsitzende Karosserie. Das machte das Fahrzeug im Verhältnis sehr leicht.

810 PS mit Formel-1-Motor

Unter dem Namen Espace, französisch für Raum, feierte der damals noch als Großraumlimousine bezeichnete Van im März 1984 seine Markeinführung - mit dem erwähnt zähen Verkaufsstart.

Im ersten Jahr rollten immerhin noch 5.923 Exemplare im Talbot-Matra-Werk vom Band. Bis zum Generationswechsel im Jahr 1991 sind es genau 191.647 Renault Espace, die von Frankreich aus durch Europa fahren.

Zum zehnten Geburtstag jagte ein Einzelstück, der Espace F1, mit 810 PS innerhalb von 6,3 Sekunden bis Tempo 200. Das wahnwitzige Einzelstück war mit einem Renault-V10-Motor aus der Formel 1 ausgestattet.

Zwei Karosserievarianten

Im Juli 1996 verließ das 500.000ste Espace-Exemplar das Werk in Romorantin. Von der zweiten Generation, die bis zum Jahr 1997 produziert wurde, entstanden insgesamt 317.225 Einheiten.

Was in der dritten Generation folgte, ist eine Aufsplittung in zwei Karosserievarianten. Neben dem Espace gab es nun auch den um 27 Zentimeter längeren Grand Espace. Bis Ende Juni 2002 wurden 357.120 der dritten Espace-Generation gefertigt.

Erster Van mit V6

Die vierte Generation rollte im Herbst 2002 auf den Automarkt. Ihr besonderes Merkmal lag dieses Mal nicht im Design oder im Raumangebot, auch die Kunstoffkarosserie wich einer selbsttragenden Stahlkonstruktion. Der Espace der vierten Generation war der erste Van, für den zwei V6-Motoren im Angebot waren. Diese sind inzwischen leider aus dem Programm verschwunden.

Insgesamt 396.550 Exemplare der vierten Generation sind produziert worden - doch eine weitere wird es nicht geben. Ein potenzieller Nachfolger wurde mit dem Prototypen Initiale Paris bereits angedeutet.

Dennoch: Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Text: Press-Inform / Marcel Sommer | Bildmaterial: press-inform