Tipps für die sichere Verwendung von Anhängerkupplungen

Stützlast bei der Anhängerkupplung

Etwa ein Viertel der Pkw ist mit einer Anhängevorrichtung versehen. Wie ermittelt man die maximale Stützlast? Was gibt es sonst noch zu beachten?

  • Christoph Bauer
  • Veröffentlicht am 21.03.2022, 20:10
Ein schwarzer Land Rover mit einem schwarzen Wohnwagen fährt eine Landstraße entlang
Quelle: UnsplashDie maximale Stützlast einer Pkw-Anhängerkupplung liegt bei 70 bis 90 Kilogramm. Eine Überschreitung kann auf Kosten der Spurstabilität gehen

Was bedeutet „Stützlast für Anhängerkupplung“?

Mit der Stützlast wird das Maximalgewicht bezeichnet, das auf eine Anhängerkupplung von oben einwirken darf. Dieser Wert ist entscheidend, wenn man zum Beispiel einen Wohnwagen an den Pkw montieren möchte. Aber auch bei Fahrten mit anderen Anhängern wie Pferdeanhängern oder Motorrad-Transportern muss man die Stützlast kennen. Laut § 44 Abs. 3 StVZO muss man neben der maximalen Stützlast auch die minimale Stützlast in Betracht ziehen. Die minimale Stützlast macht mindestens vier Prozent des Anhängergesamtgewichtes aus. Wird dieser Wert nicht erreicht, kann man zusätzliche Gewichte nutzen, um die Stützlast zu steigern.

Stützlast: So viel hält die Anhängerkupplung aus

Etwa jeder vierte Pkw auf Deutschlands Straßen verfügt über eine Anhängevorrichtung. Neben klassischen Transportanhängern und Wohnwagen montieren viele Fahrzeugbesitzer auch Fahrradträger oder Motorradtransporter auf der Anhängerkupplung. In der Regel beträgt die maximale Stützlast einer Pkw-Anhängerkupplung zwischen 70 und 90 Kilogramm.

Bei SUVs kann dieser Wert auch darüber liegen. Damit der Fahrer seine Kombination aus Pkw und Anhänger immer sicher und spurstabil bewegen  kann, sollte stets die maximal zulässige Stützlast erreicht werden. Dadurch verringert man das Risiko, dass das Gespann auf der Straße die Stabilität verliert und ins Schleudern gerät. Bei maximaler Stützlast senkt man die Pendelanfälligkeit deutlich  – und erhöht die Fahrsicherheit entsprechend.

Wie wird die maximale Stützlast festgestellt?

Es gibt drei Werte für die maximale Stützlast.

1. Pkw:

Die maximale Stützlast des Autos ist vom Hersteller des Pkws definiert. Manche Autos ziehen zum Beispiel bis zu 3,5 Tonnen. Die maximale Stützlast steht in der neuen Zulassungsbescheinigung, im Teil 1 unter der Ziffer 13 auf der rechten Seite. Bei älteren Modellen ist die Angabe direkt im oder am Auto angebracht, zum Beispiel an der Heckklappe.

2. Anhängerkupplung:

Die maximale Stützlast der Anhängerkupplung ist auf dem Typenschild zu erkennen. Bei einer abnehmbaren Anhängerkupplung ist die maximale Stützlast direkt auf der Vorrichtung angegeben.

3. Anhänger:

Dem Anhänger, der an die Anhängerkupplung befestigt, wird auch eine eigene Stützlast zugeordnet. Diese befindet sich auf dem Typenschild.

Was tun bei verschiedenen Werten?

Wenn Pkw, Anhängerkupplung und Anhänger unterschiedliche Stützlasten anzeigen, wird immer der niedrigste Wert herangezogen. Beträgt die Stützlast des Anhängers 85 Kilogramm, die Stützlast des Fahrzeugs 90 Kilogramm und die Stützlast der Anhängerkupplung nur 75 Kilogramm, dann orientiert man sich in dem Fall an dem kleinsten Wert von 75 Kilogramm. Bei zu hoher Last kann es zu einer Überbelastung und zu mechanischen Schäden kommen. Außerdem wird die Fahrsicherheit durch eine Überschreitung der Stützlast erheblich eingeschränkt.

Detail eines weißen Pkw-Anhängers mit schwarzem Ersatzrad
Anhängelast

Wie viel darf Dein Auto ziehen und welche Faktoren beeinflussen die Anhängelast? Informiere Dich hier.

 Was passiert, wenn man die maximale Stützlast überschreitet?

  • Beim Zugfahrzeug besteht die Gefahr, dass die Hinterachse bricht.
  • Beim Anhänger besteht die Gefahr, dass die Deichsel bricht.
  • Die Halterung von Kupplungen kann sich durch extreme Beanspruchung lösen.
  • Die Vorderachse wird zu stark entlastet – das vermindert die Spurstabilität des Pkws und damit des gesamten Gespanns inklusive Anhänger.

Wie wird die minimale Stützlast festgestellt?

Die minimale Stützlast lässt sich ganz einfach selbst berechnen. Die Formel dafür lautet: tatsächliches Gesamtgewicht des Anhängers in Kilogramm x 0,04 = minimale Stützlast. Beispiel: Bei einem Anhänger, der 2.000 Kilogramm schwer ist, ist ein Zugfahrzeug geeignet, dessen Anhängerkupplung eine Mindeststützlast von 80 Kilogramm aufweist. Wird die Mindeststützlast unterschritten, besteht die Gefahr, dass die Hinterachse zu stark entlastet wird. Die Folge: Zu viel Belastung auf der Vorderachse und verminderte Spurstabilität des Fahrzeugs.

Tipps zum sicheren Fahren mit Anhänger:

  • Ein Gespann lässt sich stabiler fahren, wenn das Zugfahrzeug mehr Gewicht hat als die Anhängelast. Bestimmte Elektroautos haben zum Beispiel eine Anhängelast von mindestens 1,5 Tonnen.
  • Die Ausnutzung der zulässigen maximalen Stützlast verringert die Gefahr, dass Auto und Anhänger ins Schlingern geraten.
  • Geschwindigkeitsbegrenzungen beachten: Gespanne dürfen in Deutschland auf der Bundesstraße nur 80 km/h fahren.
  • Außerhalb Deutschlands gelten länderspezifische Geschwindigkeitsbegrenzungen für Gespanne.
  • Das Gesamtgewicht des Gespanns kann auch auf speziellen Waagen gemessen werden, die sich zum Beispiel bei Prüfdiensten oder Speditionen befinden.