Silvretta Classic 2013

Silvretta Classic 2013

Mit Klassikern über Traum-Straßen

Die Silvretta Classic ist ein Pflichttermin für alle Oldtimer-Fans. Die Ausfahrt durch das malerische Montafon ist atemberaubend. Als Kontrastprogramm gibt es moderne Elektroautos.

15. Juli 2013

Die Silvretta Classic ist ein Muss für jeden, der nur einen Tropfen Benzin im Blut hat. Deswegen griffen auch ehemalige Volant-Profis in das Lenkrad. Angefangen vom Ex-Formel-1-Piloten Karl Wendlinger bis hin zur Rallye-Legende Rauno Aaltonen.

Die dreitägige, 674 Kilometer lange Fahrt durch das Montafon, die Schweiz und Lichtenstein zieht jeden in ihren Bann. Und das völlig zurecht.

Wer sich einmal die pittoresken Kehren des Flüelapass in einem Oldtimer hinaufgeschraubt hat, nur um am Ende das atemberaubende Panorama von Schwarzhorn und dem Flüela Wisshorn zu genießen, weiß, was puristisches Autofahren bedeutet.

 

 
 

Das gewisse Etwas

Beim Namen "Silvretta-Hochalpenstraße" bekommen echte Automobilisten feuchte Augen. Die immer wiederkehrende Sequenz aus aus Anbremsen, Einlenken und Beschleunigen kann süchtig machen.

In einem Oldtimer ist das Vergnügen umso größer: In fast allen Kehren stehen begeisterte Zuschauer, die winken, Fotos machen oder einfach klatschen. Die Begeisterung der Zuschauer gibt der die Silvretta Classic das gewisse Etwas.

Wie beim Auto-Quartett

In den Städten stehen die Leute Spalier und jeder Zwischenstopp der AC Ace Bristols, Corvettes und Ferrari sorgt für Menschenaufläufe.

Da wird gefachsimpelt, was das Zeug hält. Daten fliegen hin und her wie bei einem Auto-Quartett. "Der hat doch 150 PS und einen Achtzylinder-Motor", stellt ein junger Mann mit dem Blick auf einen BMW 507 fachmännisch fest.

Ein paar Meter weiter steht ein mintfarbener Volkswagen Samba Bus, der seit 1963 auf Deutschlands Straßen unterwegs ist.

Schöne Natur, schöne Ortschaften

Insgesamt sechs Pässe stehen an drei Tagen auf dem Programm. Neben den beeindruckenden Steinriesen, den Kühen, Schafen und Dammwild, das interessiert auf die Kolonne der schicken Automobile herunterschaut, säumen auch traumhaft schöne Häuser, die mit Schindelholz verkleidet sind, den Weg.

Doch der Tanz auf dem Asphaltgeschlängel durch die schweizer Alpen ist nur ein Intermezzo in dem pointenreichen Landschafts- und Automobil-Marathon. Mondäne Orte wie Davos oder Klosters sind ebenfalls Wegpunkte der Symphonie des automobilen Spaßfahrens.

Taktieren und Planen

Doch nur drauflos heizen ist nicht. Ein Roadbook zeigt den Weg zu den traumhaften Kurven und den Sonderprüfungen. Ganz akribische Naturen bereiten sich schon am Abend vor dem Start vor, berechnen Durchschnittsgeschwindigkeiten der Sonderprüfungen und legen Taktiken fest, um eine Etappe zu gewinnen.

Schließlich gilt es, eine bestimmte Strecke in einer festgelegten Zeit zu absolvieren. Wer zu schnell oder zu langsam ist, bekommt Strafpunkte aufgebrummt.

Bei dem wunderbaren Sommerwetter geht es im Cockpit oft hoch her, und die eine oder andere Ehe wird kurzzeitigauf Eis gelegt.

Schmuckstücke auf Achse

Die Startliste der 16. Auflage der Silvretta Classic ist gespickt mit Heiligtümern, die die Garagen ihrer Besitzer nur zu ganz besonderen Anlässen verlassen: Das Gros des rund 179 Autos starken Teilnehmerfeldes bilden jedoch Klassiker, die in der Nachkriegszeit entstanden sind.

Unter anderem sind ein Mercedes-Benz 300 SLS O'shea aus dem Jahr 1957, ein Jaguar XK 140 OTS von 1955, ein 63iger Porsche 356 oder ein wunderschöner BMW 507 dabei.

Aber auch seltene Vorkriegs-Preziosen sind zu sehen: Zum Beispiel ein Mercedes Benz 720 SSK aus dem Jahr 1928 oder ein Alfa Romeo 2300 Monza, der ein Jahr später das Licht der Welt erblickte.

E-Autos mit eigener Strecke

Aber auch die Zukunft stellt sich der Alpen-Tour. Insgesamt 21 E-Fahrzeuge waren am Start. Da darf die Volkswagen-Flunder XL 1 nicht fehlen. Auch der quirlige BMW Active E und der Tyrannosaurus Rex unter den Stromern, der Mercedes-Benz SLS AMG E-Cell sind dabei.

Die Zeit der Samthandschuhe für die Elektrofahrzeuge ist endgültig vorbei: Auch wenn die Gesamtstrecke mit 335 Kilometern deutlich kürzer als die der Klassik-Fraktion ist, ist die Silvretta E-Auto, so der Name, eine echte Herausforderung.

Die Kletterei auf das Furkajoch und Faschinajoch müssen die Fahrzeuge bewältigen.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Gudrun Muschalla