Fahrbericht: Mini Cabrio (F56)

3. Generation des offenen Lifestyle-Autos

Eitel Sonnenschein

Der offene Mini in 3. Generation ist ein echtes Cabrio: Über den Köpfen von Fahrer und Beifaher stört kein Scheibenrahmen, da ist wirklich nur der Himmel. Und selbst bei Regen macht dieses Auto großen Spaß!

 
 
23. Februar 2016

„Es dauert 18 Sekunden, bis sich das vollelektrische Dach öffnet oder schließt“, leitet Axel Braune, Projektmanager des Mini Cabrio ein, „das geschieht bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h oder mit der Fernbedienung.“

Und wie das klappt, und wie viel Spaß es macht! Wer in einem Gartencafé sitzt, könnte versucht sein, das Dach-auf-Dach-zu-Spiel mit dem Schlüssel heimlich unterm Tisch unentwegt weiterzuspielen – bis der Kellner kommt oder die Batterie leer ist.

Die stramme Mütze des offenen Mini sieht schon von weitem gut aus. Einmal abgesehen davon, dass sie sich im geöffneten Zustand vielleicht etwas zu hoch hinter den hinteren Kopfstützen in den heute wolkenlosen Himmel reckt.

Unionjack im Dachhimmel

Besonders schmuck präsentiert sich die automobile Kopfbedeckung in der exklusiven Yours-Ausführung, denn dann ist in die dunkle Dachaußenhaut in Fischgrätmuster ein Unionjack eingewebt. So bestärkt jeder Blick zum (Dach-) Himmel den autofahrenden Britannien-Fan in seiner Zuneigung. Und tröstet über schlechtes Wetter hinweg.

Wie schon bei den Vorgängermodellen behält das Mini Cabrio seine praktische Schiebedachfunktion. Bei höheren Tempi würde sich jedoch ein Windweiser am Windschutzscheibenrahmen gut machen, denn es weht etwas zu laut in den Innenraum hinein.

Aus dem Stand in 7,2 Sekunden auf 100

Offen wie geschlossen verbreitet das 3,82 Meter lange Mini Cabrio gute Laune - perfekt befeuert von der Cooper-S-Variante, die dem knapp 1,3 Tonnen schweren Fronttriebler mit seinen 141 kW / 192 PS mächtig Beine macht.

Aus dem Stand spurtet der Brite in 7,2 Sekunden auf Tempo 100, zerrt dabei aber nach unserem Geschmack etwas zu nervös an der Vorderachse. 280 Nm maximales Drehmoment, die gleichmäßig zwischen 1.250 und 4.000 U/min anliegen, haben eben auch ihre Schattenseiten.

Früher gab es in einem Gute-Laune-Mobil wie dem Mini Cabrio keine Frage, wie man unterwegs sein wollte: mit der knackigen Sechsgang-Handschaltung. Muss aber nicht zwingend so sein. Denn wer sich regelmäßig in vollgestopften Innenstädten durch die Stauverkehre pressen muss, lernt die Vorteile der optionalen Sechsgang-Automatik schnell zu schätzen.

Automatik spart fast einen halben Liter

Und wer sich mit dem allzu grobschlächtig in den Innenraum ragenden Automatikwählhebel arrangiert hat, vermisst die Sechsgang-Handschaltung auch anderweitig nimmermehr. Im Cooper S Cabrio arbeitet zwar dieselbe Sechsgang-Automatik, während => der größere Clubman eine modernere Achtgang-Variante erhielt, cruist es sich mit der kleineren Automatik ideal. Und wer partout in die Schaltvorgänge eingreifen will, kann ja ein wenig mit den Schaltwippen spielen.

Laut Auskunft des Bordcomputers sorgt die Sportautomatik für einen leicht geringeren Normverbrauch von 5,6 gegenüber sechs Litern beim Handschalter. Das ist beachtlich, wenn auch beim Realverbrauch noch jeweils mindestens 1 Liter hinzukommen dürfte. Die Höchstgeschwindigkeit des sportlichen Pseudo-Viersitzers liegt bei 230 km/h.

Wer mit weniger Dampf zufrieden ist: Das Mini Cabrio gibt es auch als 102 PS starken One oder 136 PS starken Cooper – jeweils von einem Dreizylinder-Turbo mit 1,2 bzw. 1,5 Litern Hubraum befeuert, dessen Motorengeräusch entfernt nach einem Schnattern klingt. Sparsam und stark: das 170 PS starke Mini Cooper SD Cabrio, das trotz 170 PS und 218 km/h Höchstgeschwindigkeit nur 4,3 Liter Diesel verbraucht.

Fahrprogramm mit bunten Bildchen

Wer so richtig Laune haben will, sollte sich den Cooper S gönnen. Nicht nur wegen der besseren Ausstattung; sondern auch, weil das stramm abgestimmte Sportfahrwerk den Fahrer offen wie geschlossen zu sportlicher Fahrweise animiert.

„Für die Steifigkeit der Karosserie wurden vorne und hinten zusätzliche Torsionsstreben in die Karosserie eingearbeitet“, erklärt Axel Braune am Fahrzeug, „optional bieten wir nicht nur ein Sportfahrwerk, sondern wie beim Mini Hatch auf die dynamische Dämpferkontrolle.“ Das Cabrio solle sich schließlich „wie ein echter Mini“ fahren.

Heißt, dass über den Fahrprogrammschalter in Form des Rings um den Getriebewählhebel nicht nur Lenkung und Motorelektronik, sondern eben auch die Fahrwerksabstimmung verstellt werden kann. Munter untermalt von bunten Bildchen, die über den 8,8 Zoll großen Multifunktionsbildschirm flimmern.

Schminke für den Selbstdarsteller

Der offene Mini Cooper S ist keiner, der im fliegenden Verkehr einfach mit rollt. Nein, er muss einfach auffallen: Wenn schon ein Lifestyle-Cabrio an sich noch nicht zieht, dann mit Sicherheit die kunterbunten Lackierungen, die Mini angemischt hat.

Von einem begabten Texter wurden dafür nicht minder schillernde Titel ausgeheckt: „Electric Blue“, „Caribbean Acqua“ oder „Volcanic Orange“ sind angemessene Schminke für den kleinen Selbstdarsteller. Insgesamt stehen 15 Lackierungen zur Auswahl.

Bei den Dächern sieht es eintöniger aus, denn neben der Standard-Stoffmütze in schlichtem schwarz gibt es allein die Yours-Variante mit eingewebten Union Jack. Kontrastdächer in rot, grau oder braun sind nicht mehr zu bekommen.

Besser nur zu zweit reisen

Der Innenraum zeigt sich im bekannten Mini-Look. Die einst allzu billig anmutenden Oberflächen sind weitgehend verschwunden und man sitzt gerade in den Sportsitzen überaus bequem und mit vorbildlichem Seitenhalt.

Vorausgesetzt, man ist zu zweit unterwegs, gibt es auch genügend Platz, denn die beiden Sitzgelegenheiten im Fond sind eher für Bonsai-Haustiere oder leichtes Gepäck geeignet. Schon sinnvoll, weil der Laderaum mit 160 (mit offenem Dach) bis 215 Liter (geschlossen) nur einen überschaubaren Transportrahmen bietet. Wenn auch dank Ablagehilfe auf der Kofferrklappe praktisch gestaltet.

Der Basispreis für das schlapp ausgestattete Basismodell Mini One Cabrio mit seinem 102 PS starken Dreizylinder liegt bei 21.900 Euro. Kauftipp ist der 192 PS starke Cooper S, der mindestens 27.950 Euro kostet. Mit sinnvollen Komfort- und Sicherheitsdetails wie LED-Scheinwerfern, Navigationssystem, beheizten Ledersitzen und weiteren Dreigaben sind schnell mehr als 35.000 Euro fällig. Da kommt die Frisur dann auch bei geschlossenem Dach in Wallung.

Weitere Informationen über den neuen Mini Cabrio in der Bildergalerie.

Jetzt Mini Cabrio suchen

Nach zwölf Jahren kommt die 3. Generation des offenen Mini auf die Straße. Offiziell wird das kultige Cabrio ab Anfang März an die Händler ausgeliefert.

Wobei: Auch die Vorgänger haben ihren Reiz. Vergleichen Sie mal: Derzeit werden mehr als 2.300 Mini-Cabrios, neu oder gebraucht, bei mobile.de angeboten.

Clubman bei mobile.de

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff