Der Space Star ist sparsam und günstig

Der Mitsubishi Space Star (2020) im Test

Kleines Auto, sehr kleiner Preis und einige Stärken: Der Mitsubishi Space Star konzentriert sich auf alles Wichtige. Wir haben ihn getestet.

  • Constantin Bergander
  • Veröffentlicht am 09/01/2020, 07:30 AM
Frontansicht vom Space Star
Quelle: TeamOn GmbH Mitsubishi-Nase: Das neue Gesicht trägt der Space Star seit dem Facelift im Jahr 2019

Der Mitsubishi Space Star gehört zu den Kleinsten und Günstigsten seiner Klasse. Und zu den Beliebtesten: 2019 schafft es der 3,85-Meter-Knirps erstmals in die Top Ten der neu zugelassenen Kleinwagen. Seine Käufer stehen auf Sparsamkeit – beim Verbrauch (4,7 Liter Normverbrauch) wie beim Anschaffungspreis (ab 7.490 Euro Basispreis im Konfigurator).

Zu unserem Test rollt der Space Star mit gehobener Ausstattung. Als „Intro Edition+“ wird der Kleine fast luxuriös. Wir klären, was er kann, was ihm fehlt und wie gut der Deal beim Mitsubishi-Händler wirklich ist.

Der Mitsubishi Space Star in Kürze

  • Kleiner Fünftürer mit fünf Sitzplätzen
  • Ordentliche Platzverhältnisse
  • Gute Ausstattung, aber Kleinstwagen-Gefühl
  • Extrem sparsamer Benzinmotor
  • Unruhiges Fahrwerk

Mitsubishi Space Star (2020): Kofferraumvolumen, Platzangebot, Abmessungen

Bei seiner Premiere 2012 misst der Mitsubishi Space Star noch zierliche 3,71 Meter. Mittlerweile streckt er sich auf 3,85 Meter, ohne dadurch nützlicher geworden zu sein. An seiner Struktur ändert sich nichts. Der Grund für das Wachstum: Der Fußgängerschutz erfordert neue Schürzen und Mechaniken, die Passanten im Ernstfall besser vor Verletzungen bewahren. Das ist ein wichtiges Kriterium für ein Stadtauto – aber auch ein platzintensives.


Spacestar 2222
Mitsubishi SpaceStar

• robust
• günstig
• klein und wendig


Klein ist der Space Star trotzdem. Die meisten anderen Kleinwagen sind mehr als vier Meter lang. Mit rund 20 Zentimetern Vorteil und einer guten Übersicht passt der Japaner in winzige Parklücken. Mitsubishi presst die Bleche geschickt. Der Innenraum ist, gemessen an der Außenlänge, groß.

Die Sitzfläche des Fahrersitzes lässt sich in der Neigung verstellen und ist lang genug, um bequem zu sitzen. Allerdings hätten wir uns eine Tiefenverstellung des Lenkrads gewünscht. Hinten halten es Erwachsene gut aus, große Türen erleichtern den Einstieg. Beim Kofferraum knausert Mitsubishi: 235 Liter Volumen sind überschaubar, lassen sich aber gut nutzen.

Hintersitze im Mitsubishi Space Star
Quelle: TeamOn GmbH Hinten gibt es im Mitsubishi Space Star erstaunlich viel Platz – gemessen an seiner Größe

Innenraum, Verarbeitung, Materialien im Mitsubishi Space Star

Im Innenraum des Space Star geht Funktionalität vor Schönheit: Mitsubishi formt das Cockpit aus hartem Kunststoff. Zurückhaltend sieht das aus, fast bescheiden. Nur ein paar Einlagen im Carbon-Design lockern den Innenraum rund um die Fensterheber-Schalter auf. Dort, wo früher Klavierlack war. Viele andere Kleinwagen fassen sich schöner an.

Doch die B-Note interessiert den Space Star nicht. Sein Anspruch ist Praktikabilität: ein übersichtliches Armaturenbrett mit sinnvoll sortierten Schaltern, bequeme Sitze mit guten Bezügen und ordentliche Materialien im unmittelbaren Griffbereich. Das Lederlenkrad in unserem Testwagen fasst sich gut an, der Schalthebel ebenfalls. Nur die Türverkleidung dürfte im Bereich der Ellenbogenablage gepolstert sein.

Den Sparkurs kann man sehen und fühlen, aber nicht hören. Der Kunststoff ist fest verschraubt. Nichts reibt, rappelt oder klappert, alles wirkt solide.

Mitsubishi Space Star: Infotainment, Radio, Bedienung

In der Basisausstattung lenkt beim Mitsubishi Space Star nichts vom Fahren ab. Statt eines Radios gibt es nur eine schwarze Blende vor einer Radio-Vorbereitung. In der getesteten Version („Intro Edition+“) gehört ein Navigationssystem mit 6,5-Zoll-Display zur Serienausstattung. Es koppelt Smartphones per Bluetooth oder über die Standards Android Auto und Apple CarPlay.

Sicht auf Lenkrad sowie Bildschirm
Quelle: TeamOn GmbH Keine Missverständnisse: Der Mitsubishi Space Star lässt sich gut bedienen. Nur die Steuerung für den Bordcomputer versteckt der Hersteller

Das System wirkt – üblich bei Mitsubishi – wie eine Nachrüstlösung. Nicht schlimm, denn in dieser Preisklasse ist ein Navi nicht selbstverständlich. Zumal sich das Gerät gut bedienen lässt und alle wichtigen Funktionen beherrscht. Nur die Zieleingabe funktioniert auf dem Smartphone besser. Es lohnt sich also, das passende USB-Kabel im Auto zu lassen.

Schade: Der Bordcomputer des Space Star bewegt sich auf 1980er-Jahre-Niveau. Man bedient ihn nicht am Lenkrad, sondern direkt am Instrument – ähnlich wie die Digitaluhren in Autos, die mittlerweile Oldtimer sind. Das ist umständlich und unnötig.

Assistenzsysteme und Sicherheit im Mitsubishi Space Star

Bei der Sicherheit differenziert Mitsubishi wenig zwischen den Ausstattungsvarianten. Das meiste steckt schon in der Basis. Fortgeschrittene Systeme gibt es allerdings nur in der teuersten Ausstattung: „Top“ umfasst einen Auffahrwarner mit Fußgängererkennung und Notbremsassistenten sowie einen Spurhalteassistenten. Gleiches gilt für Fernlichtassistenten und LED-Scheinwerfer.


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Eine Ausstattung tiefer gehören immerhin Tempomat und höhenverstellbare Gurte für die vorderen Sitze dazu. Einen Regensensor gibt es in allen Varianten. Eine Optionsliste hingegen nicht: Extras sind fest an die Ausstattungslinien im Space Star geknüpft, einzelne Funktionen lassen sich nicht hinzufügen. Andere Hersteller lösen das schöner und umfangreicher. Die sind aber auch teurer.

Mitsubishi Space Star: Antrieb, Motor, Getriebe, Fahrleistungen


Frontansicht vom Space Star
Quelle: TeamOn GmbH Mitsubishi-Nase: Das neue Gesicht trägt der Space Star seit dem Facelift im Jahr 2019

Vorab: Der Space Star will nicht sportlich sein. Er ist ein kleiner Stadtflitzer, seine Maxime ist Sparsamkeit. Mitsubishi bietet ihn mit zwei Dreizylinder-Saugbenzinern an. Sie leisten 71 bzw. 80 PS – genug für den Autozwerg. Im Testwagen arbeitet der große Motor mit 1,2 Litern Hubraum und immerhin 106 Newtonmetern Drehmoment. 180 km/h will der Mitsubishi damit schaffen. Die Luft geht ihm schon etwas vorher aus.

Die Autobahn ist ohnehin nicht seine Welt. Durchzug und Geräuschkulisse vermiesen schnelle Etappen. Dafür glänzt der Motor in der Stadt: Er hat keine Mühe mit dem leichten Auto, arbeitet spontan und knausert mit dem Sprit. Beim Pendeln ins Berliner Umland misst der Bordcomputer 4,2 Liter pro 100 Kilometer. In der Stadt kommt er unter günstigen Bedingungen auf einen Schnitt von 4,6 l/100 km. Damit unterbietet er im Alltag seinen Normverbrauch locker (4,7 bis 4,9 Liter).

Nicht einmal auf der Autobahn und im Stau steigt der Verbrauch zu stark. Mehr als 7,5 Liter stehen während unseres Tests nie auf dem Display. Das serienmäßige Fünfgang-Schaltgetriebe fühlt sich stimmig an. Wer viel in der Stadt unterwegs ist, kann den großen Motor optional mit einer guten CVT-Automatik ausrüsten. Uns fehlt sie im Testwagen nicht.


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Fahrwerk, Lenkung, Fahrverhalten des Mitsubishi Space Star

Alles am Space Star ist für den Stadtverkehr gemacht. Bis in den Speckgürtel hinein fühlt er sich wohl. Er fängt die meisten Schläge und Stöße ein und kann damit alles, was im urbanen Raum wichtig ist. Nur zackige Manöver mag er nicht. Reißt man zu sehr am Lenkrad, wird er unruhig. In scharfen Kurven neigt er sich weit nach außen.

Es ist wie beim Motor: Den Sport mag der Space Star nicht. Aber seine Hauptaufgabe erledigt er super. Nicht unbedingt mit fein definierter Rückmeldung. Dafür aber dank niedriger Widerstände in Pedalen und Lenkung mit wenig Kraft. Und auf kleinem Raum: Der Wendekreis des kleinen Mitsubishi liegt bei 9,2 Metern. Das ist kein Smart-Niveau, aber auch nicht weit davon entfernt.

Ausstattung, Preise, Kosten, Fazit zum Mitsubishi Space Star

Der Mitsubishi Space Star passt sowohl in die Klasse der City-Minis als auch in die der klassischen Kleinwagen. Er ist ein besonders kompakter Kleinwagen mit gutem Platzangebot, toller Übersicht, mäßigen Materialien und großartigem Preis. Er gefällt uns, weil er sich auf alles Wichtige konzentriert und dennoch etwas mehr bietet. Sein Saugbenziner ist bemerkenswert sparsam und kräftig genug. Bemängeln können wir nur Kleinigkeiten.

Seine Basisversion mit 71-PS-Motor und überschaubarer Ausstattung kostet laut Preisliste 10.225,55 Euro. Diese Zahl ist aber bedeutungslos: Schon der Konfigurator zieht einen ordentlichen Rabatt ab. Auf der Mitsubishi-Homepage liegt der Aktionspreis bei 7.490 Euro.

Mitsubishi Space Star von der Seite
Quelle: TeamOn GmbH Die 15-Zoll-Alus sind beim Mitsubishi Space Star Teil der Ausstattungslinie Intro Edition+ Hohe Ladekante, schmale Klappe: Der Space Star ist kein Lademeister

Mitsubishi bietet den Space Star in den drei Ausstattungsvarianten Basis, Plus und Top an. Zwischen diesen Linien platzieren die Japaner Sondereditionen mit wechselnden Namen, aber stets ähnlichem Umfang. Vor dem Facelift nennt sie der Hersteller noch „Diamant Edition“ oder „Edition 100+“. Aktuell heißen sie „Intro Edition“ und „Intro Edition+“. Sie lohnen sich in der Regel, wenn die Ausstattung zum Kaufwunsch passt. Aktuell ist die besser ausgestattete „Intro Edition+“ sogar günstiger als die reguläre Plus-Ausstattung.

Die getestete Variante mit 80 PS und guter Ausstattung steht mit knapp 15.200 Euro in der Liste, zuzüglich 540 Euro für den blauen Lack. Daraus werden online 12.711,26 Euro. Noch günstiger geht es auf mobile.de: Vergleichbare Neuwagen sind ab ungefähr 11.600 Euro inseriert. So mancher Kleinstwagen ohne Extras ist laut Liste teurer.

Mitsubishi Space Star: Technische Daten

ModellMitsubishi Space Star 1.2 Intro Edition+ (2020)
Motor1,2-Liter-Dreizylinder-Saugbenziner
Leistung80 PS (59 kW) b. 6.000 U/min 
Drehmoment106 Nm b. 4.000 U/min 
AntriebFünfgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb
0-100 km/h12,6 s 
Geschwindigkeit180 km/h
Verbrauch4,7 l/100 km 
CO2-Ausstoß108 g/km 
Testverbrauch4,2 l/100 km 
Länge3.845 mm 
Breite1.665 mm (mit Spiegeln: 1.966 mm)
Höhe1.505 mm 
Radstand2.450 mm 
Leergewicht961 kg 
Kofferraumvolumen235-912 l 
Basispreis Mitsubishi Space Star10.225 Euro (Liste), 7.490 Euro (Konfigurator)
Preis des Testwagens12.711 Euro 


Der Mitsubishi Space Star (2020) im Test

  • Mitsubishi Space Star von der Seite
    Quelle: TeamOn GmbH Die 15-Zoll-Alus sind beim Mitsubishi Space Star Teil der Ausstattungslinie Intro Edition+ Hohe Ladekante, schmale Klappe: Der Space Star ist kein Lademeister
  • Frontansicht vom Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Mitsubishi-Nase: Das neue Gesicht trägt der Space Star seit dem Facelift im Jahr 2019
  • Frontansicht vom Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Mitsubishi-Nase: Das neue Gesicht trägt der Space Star seit dem Facelift im Jahr 2019
  • Queransicht des Mitsubishi Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Der Space Star passt in fast jede Lücke: An dieser Stelle fotografieren wir Autos eigentlich nur längs, nicht quer
  • Nahaufnahme von Rückleuchte des Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH LED-Rückleuchten sind Teil der gehobenen Ausstattungen im Mitsubishi Space Star.
  • Mitsubishi Space Star von der Seite
    Quelle: TeamOn GmbH 3,85 Meter lang, 1,67 Meter schmal: Der Space Star balanciert auf der Grenze zwischen Kleinst- und Kleinwagen
  • Vorderradfelge vom Mitsubishi Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Der Space Star fährt in der Basis mit Stahlfelgen. Wer Alus möchte, muss eine bessere Ausstattung bestellen
  • Rückansicht des Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Wir testen den Mitsubishi Space Star mit gehobener Ausstattung „Intro Edition+“
  • Kofferraumfläche vom Mitsubishi Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Klein aber gut nutzbar: Der Kofferraum des Mitsubishi Space Star lädt 235 Liter Gepäck ein
  • Kofferraumfläche mit heruntergeklappten Hintersitzen
    Quelle: TeamOn GmbH Mit umgelegten Lehnen wird der Kofferraum größer, aber nicht groß
  • Sicht auf Cockpit mit Fokus auf Lenkrad
    Quelle: TeamOn GmbH TEASER Ein kluger Kleinwagen ohne Schnickschnack, aber mit guter Ausstattung: Der Mitsubishi Space Star im Test
  • Seitenansicht der Vordersitze inklusive Lenkrad
    Quelle: TeamOn GmbH Mit Sitzflächenverstellung (ab Intro Edition+) findet sich schnell eine gute Sitzposition. Leider fehlt eine Tiefenverstellung für das Lenkrad
  • Sicht auf Cockpit im Mitsubishi Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Lieber Praktisch als schön: Das Cockpit des Mitsubishi Space Star
  • Sicht auf Lenkrad sowie Bildschirm
    Quelle: TeamOn GmbH Keine Missverständnisse: Der Mitsubishi Space Star lässt sich gut bedienen. Nur die Steuerung für den Bordcomputer versteckt der Hersteller
  • Hintersitze im Mitsubishi Space Star
    Quelle: TeamOn GmbH Hinten gibt es im Mitsubishi Space Star erstaunlich viel Platz – gemessen an seiner Größe