So fährt die neue Mercedes E-Klasse

Mercedes E-Klasse Facelift 2020: Erster Test

Die Mercedes E-Klasse bekommt 2020 eine große Modellpflege. Die Assistenten werden besser, viele Motoren sparsamer. Erste Fahrt im E-Klasse-Facelift 2020.

  • Heiko Dilk
  • Veröffentlicht am 08/10/2020, 06:15 AM
  • Aktualisiert am 08/11/2020, 09:56 AM
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Quelle: Mercedes Der klassische Chrom-Kühlergrill der E-Klasse wird mit der Modellpflege weniger klassisch und trägt weniger Chrom

Bei der E-Klasse ist ein Facelift nie eine Kleinigkeit. Das Modell ist so etwas wie der Leitstern für die Marke Mercedes. Fast jeder sitzt mal drin in der oberen Mittelklasse. Sei es als Passagier im Taxi oder als selbstfahrender Handlungsreisender im Kombi T-Modell.

Seit 2016 rollt die fünfte Generation der E-Klasse auf den Straßen. 2020 folgt die große Modellpflege. Die erkennt man bei einigen Modellen besser als bei anderen: Die Limousine verändert sich stärker als T-Modell, Cabriolet und Coupé. Alle Varianten bekommen neue Lampen und einen neuen Kühlergrill, die Assistenten werden aktualisiert und der Innenraum digitaler. Was außerdem im 2020er Modell passiert und wie es fährt liest Du im ersten Test.

Mercedes E-Klasse 2020 – das Wichtigste in Kürze

  • Sieben Varianten mit Plug-in-Hybrid-Antrieb
  • Neue Vier- und Sechszylinder, alle Motoren mit Euro 6d
  • Alle Benziner elektrifiziert
  • Diesel mit 48-Volt-Mildhybrid und ISG
  • Feinschliff bei Assistenz, kein automatisiertes Fahren nach Level 3
  • Infotainment MBUX mit intelligenter Sprachsteuerung „Hey Mercedes“
  • Mercedes E-Klasse Facelift 2020 (Limousine, T-Modell) Preise: ab 47.937 Euro
  • Marktstart Mercedes E-Klasse Cabriolet und Coupé im Herbst 2020
  • Kleine Updates für Mercedes-AMG E 63 4Matic+ und E 63 S 4Matic+


Mercedes E-Klasse
Die Mercedes E-Klasse

Mit dem Facelift von 2013 verliert die E-Klasse ihre geteilten Scheinwerfer.


So fährt die Mercedes E-Klasse 2020: Motoren und Verbrauch

Die Benzin-Motoren in der E-Klasse

Mercedes elektrifiziert zum Facelift 2020 sämtliche Benziner der E-Klasse. Sie fahren entweder als Mildhybrid oder als an der Steckdose aufladbarer Plug-in-Hybrid. E 300 de und E 300 e gibt es schon, doch Mercedes ergänzt weitere Varianten mit Allradantrieb und beim T-Modell. Alle kommen rein elektrisch weiter als 50 Kilometer.

Die Benziner-Mildhybride fahren mit moderater elektrischer Unterstützung (14 PS bis 22 PS) für etwas Extraboost oder einen geringeren Verbrauch. Neu ist der E 350, der insgesamt 272 PS (200 kW) leistet. Hier hilft dem 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner ein Elektromotor in Form eines integrierter Startergenerators (ISG). Er leistet 20 PS und wird von einem 48-Volt-Bordnetz gespeist.

So fährt der E 350 Mildhybrid mit ISG

Der E 350 kommt erst etwas später, wir konnten ihn jedoch beim ersten Test bereits Probe fahren. Insbesondere im Antritt spürt man die elektrische Hilfe. Der ISG steuert 180 Newtonmeter bei, die Mercedes E-Klasse legt spontan los und bietet auch in höheren Drehzahlbereichen viel Druck. Der 2,0-Liter-Vierzylinder klingt sogar kernig, wenn man ihn ordentlich tritt.

Der Rest ist typisch E-Klasse W213 – jedenfalls im Comfort-Modus: Die Limousine federt souverän über Wellen und Kanten. Sie schwingt weich, aber weniger nach als bisher. Sie rollt angenehm ab und bietet einen ausgezeichneten Geräuschkomfort. Windgeräusche dringen kaum ins Innere, vom Fahrwerk hört man ebenfalls wenig. Vom Motor nur, wenn man ihm Druck macht.

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Quelle: Mercedes Der Benziner E 350 kommt später mit 2,0-Liter-Benziner und integriertem Startergenerator. Die Systemleistung liegt bei 272 PS

Den Sport-Modus haben wir weniger effektiv in Erinnerung. Er strafft Lenkung und Fahrwerk, die große Limousine wirkt angebunden, kontrolliert und fokussiert. Selbst enge Kurven lassen sich so schnell, neutral und präzise nehmen. Insgesamt eine feine Kombi, die allerdings preislich nah an die 60.000 Euro reichen dürfte. Vernünftiger sind ohnehin die kleineren Benziner.

Offizielle Verbrauchsdaten für den neuen E 350 gibt es noch nicht, rund 6,5 Liter sollten es laut Norm sein. Auf der Testfahrt verbrauchen wir 9,6 Liter – zwischenzeitlich steht die Anzeige sogar bei mehr als 11 Litern. Der Wert ist jedoch nicht repräsentativ. Es geht munter die schwäbische Alb hoch, ein bisschen Autobahn ist dabei, ebenso Stadtverkehr.

Mehr Leistung für die Diesel im E-Klasse-Facelift

Kern des Angebots bleiben die Diesel, vor allem der 2,0-Liter-Vierzylinder OM 654, der zum Marktstart jedoch ausschließlich als E 220 d kommt (194 PS). Der E 400 d mit 3,0-Liter-Reihensechszylinder bleibt im Prinzip gleich, Mercedes entwickelt jedoch die Abgasnachbehandlung weiter. Er leistet nun 330 PS statt 340 PS wie bisher.

Neu ist die stärkste Ausbaustufe des 2,0-Liter-Diesels E 300 d, die wie der Benziner E 350 mit einem 20 PS starken ISG kommt. Die Gesamtleistung liegt mit 265 PS (195 kW) um 20 PS höher als im Vorgänger-300-d.

So fährt der Mercedes E 300 d

Der E 300 d mit ISG ist noch nicht homologiert, Verbrauchsdaten gibt es folglich noch nicht. Für den ersten Test steht er jedoch bereits zur Verfügung. Er tritt sogar eine Spur vehementer an als der Benziner. Das satte Drehmoment von insgesamt 550 Newtonmetern schiebt den großen Wagen kräftig nach vorne. Vor allem auf den ersten Pedalzentimetern hilft der ISG mit seinen 200 Nm.

Im Vergleich zum Benziner geht dem Diesel die Luft etwas früher aus. So richtig kernig klingt er nicht. Obwohl Mercedes die meisten rauen Frequenzen wegdämmt, bleibt er stets präsenter als der Benziner. Dafür spart er effizienter. Nach der Testrunde stehen 6,7 Liter im Bordcomputer. Das geht angesichts der Fahrweise in Ordnung.


Fahrzeug-Werke LUEG AG
Mercedes E300 e

Im E300 e koppelt Mercedes einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner an einen E-Motor. Systemleistung: 320 PS.


Aktualisierte Assistenten in der E-Klasse 2020

Mindestens genauso wichtig in der E-Klasse wie die Motoren: die Fahrhilfen. Hier wird die E-Klasse mit dem Facelift moderner. Riesen-Schritte macht sie jedoch nicht. Der intelligente Abstandstempomat fährt vorausschauender. Er hält den Abstand zum Vordermann und nutzt Live-Traffic-Daten, um auf Staus zu reagieren, bevor der Fahrer sie bemerkt. Das System reduziert dann die Geschwindigkeit der E-Klasse auf 100 km/h. Auf der Testfahrt ließ sich das mangels Stau nicht ausprobieren.

Aus dem gleichen Grund erfahren wir nicht, ob der aktive Lenkassistent im Stau selbstständig eine Rettungsgasse bildet. Mercedes sagt: Er orientiert sich schwarmartig an den Autos der Umgebung und an Spurmarkierungen, um das Auto zur richtigen Seite zu steuern. Außerdem verspricht Mercedes, dass der Stauassistent bei Geschwindigkeiten bis 60 km/h öfter funktioniert.

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Quelle: Mercedes Am Heck des T-Modells ändern sich zum 2020er Facelift nur Details wie die Grafik der Leuchten

Die Hand des Fahrers muss weiter am Lenkrad bleiben. Aber das System erkennt bloße Berührungen, wo bislang ein Lenkmoment erforderlich war. Damit soll die E-Klasse den Fahrer seltener ermahnen, das Lenkrad zu übernehmen.

Dazu warnt die E-Klasse nach der Modellpflege beim Abbiegen vor Gegenverkehr und bremst gegebenenfalls ab, um einen Unfall zu vermeiden. Der Toter-Winkel-Warner funktioniert auch im Stand und warnt Insassen beim Aussteigen vor Fahrrädern, Autos oder Motorrädern. Bis zu drei Minuten lang wird von hinten herannahender Verkehr erkannt, der sich mit mehr als 7 km/h bewegt. Der Parkpilot passt besser auf die Flanken der E-Klasse auf und schützt vor Felgenkratzern, indem er den Kantstein im Blick behält.

Kein automatisierter Spurwechsel mehr

Einen kleinen Rückschritt gibt es ebenfalls. Mercedes hat den aktiven Spurwechsel-Assistenten abgestellt. Auf zweispurigen Fahrbahnen per Blinkertipp selbständig die Spur wechseln, funktioniert nicht mehr. Der Assistent arbeitete aus Daimlers Sicht in einer rechtlichen Grauzone. Nachdem die Voraussetzungen für derartige Fahrhilfen in einer UN-Richtlinie jedoch inzwischen definiert sind, könnte das System in der im September startenden neuen Mercedes S-Klasse zurück kommen.

E-Klasse W213 „Mopf“: Widescreen-Displays serienmäßig

Im Innenraum der E-Klasse blickt der Fahrer nun stets auf ein Widescreen-Display, bestehend aus zwei 10,25 Zoll großen Einzelbildschirmen unter einem Abdeckglas. Die zuvor serienmäßigen analogen Rundinstrumente entfallen. Wer mag, kann die Displays mit 12,3 Zoll ordern. Wie gehabt sind vier Anzeigestile wählbar. Sie heißen Modern Classic, Sport, Progressive und Dezent.

Das aktuelle Infotainmentsystem MBUX, das aus den jüngeren Mercedes-Modellen bekannt ist, kommt ebenfalls in die E-Klasse. Es wird mit dem Befehl „Hey Mercedes“ aktiviert, versteht weitgehend natürliche Sprache und erleichtert die Bedienung, indem es Bewegungen der Insassen interpretiert und passende Funktionen vorwählt. Wahlweise erfolgt die Bedienung über berührungsempfindliche Touchflächen auf dem neu gestalteten Lenkrad.

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Quelle: Mercedes Das serienmäßige Lenkrad der neuen E-Klasse vereint die neuen Bedienelemente in Hochglanz auf drei recht ausladenden Speichen

Die sogenannte Energizing-Komfortsteuerung findet ebenfalls in die E-Klasse. Sie bewegt den Sitz auf langen Fahrten, um das Wohlbefinden zu steigern. Je nach Situation werden unterschiedliche Programme empfohlen. Nutzt der Fahrer ein Wearable von Garmin, werden Stress, Schlafqualität und ähnliche Parameter einbezogen.

Wie schon in anderen Modellen wie A-Klasse, GLB und GLE erweitert Mercedes das große Navigationssystem mit der Modellpflege um ein reales Videobild der Umgebung und blendet Straßennamen, Hinweispfeile oder Hausnummern ein. In erster Reihe an der Ampel werden auch Lichtzeichen angezeigt.

Marktstart und Preise der neuen E-Klasse

Sowohl die Limousine als auch das T-Modell sind seit 3. Juni 2020 im Verkauf. Die Preise hebt Mercedes ein gutes Stück an. Dank der Mehrwertsteuersenkung macht sich das jedoch nicht stark bemerkbar. Für den beliebten E 220 d als Limousine verlangt Mercedes 49.857 Euro. Der kleinste Benziner E 200 liegt bei 48.140 Euro. Ähnlich sieht es beim E-Klasse T-Modell aus. Der Kombi startet als E 220 d bei 53.018 Euro, für den Mercedes E 200 T muss man mindestens 51.533 Euro ausgeben.

Für die Diesel-E-Klasse mit Stecker, den Plug-in-Hybrid E 300 de, der auf eine rein elektrische Reichweite von 59 Kilometern kommt, verlangt Mercedes im Juli 2020 mindestens 57.472 Euro. Als T-Modell kostet der E 300 de 60.285 Euro. Hier sind alle Preise des E-Klasse Facelifts 2020 im Überblick:

ModellLimousineT-Modell
E 300 de57.472 Euro60.285 Euro
E 300 de 4Matic60.140 Euro62.953 Euro
E 300 e55.790 Euro58.603
E 300 e 4Matic58.458 Euron. verf.
E 200 d47.937 Euro50.750 Euro
E 220 d49.857 Euro53.018 Euro
E 220 d 4Matic52.525 Euro55.686 Euro
E 400 d 4Matic64.763 Euro67.576 Euro
E 20048.140 Euro51.533 Euro
E 200 4Matic50.808 Euro54.201 Euro
E 30054.613 Euro57.426 Euro
E 450 4Matic63.875 Euro66.688 Euro
AMG E 53 4Matic+80.562 Euro83.375 Euro
AMG E 63 S 4Matic+122.160 Euro124.978 Euro

Serienmäßig rollen Limousine und T-Modell der E-Klasse neuerdings mit dem Avantgarde-Exterieur vom Hof. Damit ist der große Zentralstern gesetzt. Coupé und Cabriolet starten schon immer in dieser Ausführung. Wer einen trapezförmigen Grill will, wählt das AMG-Exterieur, das sich stärker von den anderen Varianten unterscheidet als bisher. Die AMG-Modelle schieben dafür mit dem Mercedes E-Klasse Facelift 2020 den Panamericana-Kühlergrill mit senkrechten Streben vor sich her.

Und was ist mit dem klassischen Chromgrill samt Stern auf der Haube? Der erfordert mit dem Facelift der E-Klasse das Exclusive Exterieur, kostet also Aufpreis. Es sind zwar nur 232 Euro, doch dazu muss mindestens das Avantgarde-Interieur für gut 1.500 Euro gewählt werden. Bisher war der Klassiker serienmäßig bei Vier- und Fünftürern. Diesen Leitstern wird man künftig vermutlich seltener sehen.


Mercedes AMG E 60
Der Mercedes E 60 AMG

• Motor: 6,0-Liter-V8
• Leistung: 381 PS
• 0-100 km/h: 5,4 s | Vmax: 250 km/h


Mercedes E-Klasse 2020: Motoren im Detail

Die Benzinmotoren der E-Klasse im Detail

Mit dem Facelift erfüllen alle Motoren der E-Klasse die aktuellste Abgasnorm Euro 6d. In vielen Fällen ändert sich dadurch jedoch kaum was an der Papierform. Die Basis bildet weiterhin der E 200, dessen 2,0-Liter-Benziner über 197 PS verfügt und als Mildhybrid von einem riemengetriebenem Startergenerator (RSG) mit 10 kW (14 PS) unterstützt wird. Wahlweise bietet Mercedes ihn als Allradmodell 4Matic an. Zweiter Benziner im Portfolio ist der E 300, der von einer 258 PS starken Version des 2,0-Liter-Ottomotors angetrieben wird. Auch hier hilft der RSG mit 14 PS aus.

Dazu kommt später der E 350 mit bis zu 20 PS Unterstützung durch den ISG (siehe Fahrbericht oben). Ihn bringt Mercedes jetzt im Getriebe unter, wodurch er sich schnell bei anderen Motoren ergänzen lässt. Mittelfristig dürften die Verbrenner mit RSG folglich auslaufen und alle Motoren durch den ISG unterstützt werden. Er kann höhere Kräfte übertragen und spart so mehr.

Einziger Sechszylinder diesseits des AMG E 53 4Matic+ ist der E 450 4Matic. Der 3,0-Liter-Reihensechser mit Mild-Hybrid leistet 367 PS, der ISG kommt auf bis zu 16 kW (22 PS). Der Motor ersetzt den alten 3,0-Liter-V6 (367 PS) und ist schon aus anderen Mercedes-Modellen bekannt.

Alle Motoren schalten mit der Neungang-Automatik 9G-Tronic, die für den E 300 überarbeitet wird. Die AMG-Version E 53 4Matic+ schaltet mit dem leicht angepassten AMG Speedshift (TCT 9G), der E 63 bekommt das AMG Speedshift MCT 9G genannte Automatikgetriebe mit nasser Anfahrkupplung. Alle Motoren erfüllen mit der Modellpflege die Abgasnorm Euro 6d.

Die Diesel-Motoren der E-Klasse im Detail

Die Diesel baut Mercedes noch nicht flächendeckend auf Mildhybrid mit 48-volt-Technik um. E 200 d und E 220 d fahren weiter mit dem Allzweck-Diesel OM 654, der E 200 d in der Variante mit 1,6 Litern Hubraum und 160 PS, der E 220 d mit dem 2,0-Liter-Motor und 194 PS. Letzteren kombiniert Daimler wahlweise mit Allradantrieb 4Matic. Vorerst gibt es oberhalb des E 220 d nur den E 400 d 4Matic. Ihn treibt der bekannte 3,0-Liter-Reihensechszylinder (OM 656) an, der nur noch 330 PS leistet statt 340 PS wie bisher.

Später folgt der Mercedes E 300 d (siehe Fahrbericht) mit der gleichen Mildhybrid-Technik wie der Benziner E 350. Mercedes erhöht zudem Kolbenhub und Einspritzdruck und setzt zwei Turbolader mit variabler Turbinengeometrie ein. Der Elektromotor ist auch hier Teil des Getriebes.

Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+ Facelift 2020

Mit den zivilen Modellen der E-Klasse liftet Mercedes auch die AMG-Varianten. Die kleinen AMGs E 53 4Matic+ bekommen wie die Topmodelle Mercedes-AMG E 63 4Matic+ und E 63 S 4Matic+ den trapezförmigen Kühlergrill mit senkrechten Streben, die flacheren Scheinwerfer und eine neue Grafik. Die angedeuteten Powerdomes bleiben, die abgerundete, eingelegte Motorhaube ebenfalls. Sie unterscheidet die E-63-Modelle auch von den E-53-Modellen, die mit Standard-Motorhaube kommen. Der Kühllufteinlass wird insgesamt größer, die Frontschürze neu gestaltet.

Ein silberner Mercedes E 63 S auf der Landstraße
Quelle: Mercedes-Benz Mercedes-AMG liftet den E 63 2020: Der Kühlergrill wird mit dem Facelift größer, die neue Frontschürze soll den Auftrieb an der Vorderachse verringern

Laut Mercedes-AMG hat die neue Frontschürze auch funktionale Vorteile: Die Kühlluft soll durch die äußeren Lufteinlässe noch besser zum Motor im Vorderwagen strömen, dazu verringert sie den Auftrieb an der Vorderachse. Ebenfalls gut für die Aerodynamik: Die neu gestaltete Heckschürze.


Diekau Trade GmbH
Der Mercedes E 63 AMG

Der E 63 treibt mit seinem Fahrwerk und seinem Allradantrieb wie gehabt alle vier Räder an.


Mercedes E 63: Leistung, Motor und Getriebe

Technisch ändert sich ansonsten wenig mit dem 2020er Facelift des Mercedes E 63. Der 4,0-Liter-V8 bleibt unverändert. Er leistet 571 PS im E 63 4Matic+ und stemmt 750 Newtonmeter Drehmoment in die Neungang-Automatik. Im E 63 S 4Matic+ leistet der Biturbo-Benziner 612 PS und kommt auf 850 Nm Drehmoment. Er sprintet in 3,4 Sekunden von 0-100 km/h, die Basis-Version benötigt 3,5 Sekunden. Das T-Modell ist jeweils eine Zehntelsekunde langsamer.

Die Kraftübertragung an alle vier Räder übernimmt die Neungang-Automatik AMG Speedshift MCT. Sie verfügt über eine Mehrscheibenanfahrkupplung statt des üblichen Drehmomentwandlers. Das soll das Ansprechverhalten verbessern und Gewicht sparen. AMG optimiert sie auf kurze Schaltzeiten, statt auf Komfort. Mehrfachrückschaltungen beim Anbremsen sind möglich, eine Zwischengasfunktion hilft, dass die AMG-E-Klasse dabei nicht aus der Balance gerät.

Mercedes E 63 und E 63 S: Technische Daten 

Modell E 63 Limousine E 63 S Limousine E 63 T-Modell E 63 S T-Modell 
Motor 4,0-l-V8-Biturbo 4,0-l-V8-Biturbo 4,0-l-V8-Biturbo 4,0-l-V8-Biturbo 
Leistung 420 kW (571 PS) 450 kW (612 PS) 420 kW (571 PS) 450 kW (612 PS) 
Drehmoment 750 Nm 850 Nm 750 Nm 850 Nm 
Antrieb Allradantrieb, 9-Gang-MCT Allradantrieb, 9-Gang-MCT Allradantrieb, 9-Gang-MCT Allradantrieb, 9-Gang-MCT 
0-100 km/h 3,5 s 3,4 s 3,6 s 3,5 s 
Geschwindigkeit 250 km/h 300 km/h 250 km/h 290 km/h 
Verbrauch 11,6 l/100km 11,6 l/100 km 11,8 l/100 km 11,9 l/100 km 
CO2-Ausstoß 265 g/km 267 g/km 270 g/km 273 g/km 
Preis n.a. 122.160 Euro n.a. 124.980 Euro 

Fahrwerk und Allrad im Mercedes E 63

Der E 63 treibt nach dem Facelift 2020 wie gehabt alle vier Räder an. Ein Sperrdifferenzial an der Hinterachse hilft der Traktion und der Dynamik. Drei Settings für den Schleuderschutz ESP erlauben mal weniger (ESP On), mal mehr (Sport Handling Mode) und mal völlige Freiheit (ESP Off). Bei ausgeschaltetem ESP lässt sich über die Schaltpaddel am Lenkrad der Drift-Modus aktivieren. Damit wird der E 63 S serienmäßig und der E 63 gegen Aufpreis zur reinen Heckschleuder. Die Vorderachse trägt dann nichts zum Vortrieb bei.

Mercedes E 63 S 4Matic+ Frontansicht
Quelle: Mercedes-Benz Anders als bei der gewöhnlichen E-Klasse wird die Motorhaube beim E 63 abgerundet und eingelegt

Voraussetzung dafür ist zudem der „Race“-Modus, der sich neben weiteren Fahrprogrammen (Glätte, Comfort, Sport, Sport+ und Individual) im Cockpit auswählen lässt. Je nach gewähltem Programm wirken drei verschiedene Grundeinstellungen in unterschiedlichen Kombinationen auf Lenkung, Getriebe, Ansprechverhalten des Motors, ESP-Einstellung und Fahrwerk. „Basic“ wird überwiegend Glätte und Comfort zugeordnet, „Advanced“ den Programmen Sport und Sport+, die am stärksten fokussierten Einstellungen liefert „Master/Pro“ für das Fahrprogramm Race.

Als Basis für das Fahrwerk in Mercedes E 63 und E 63 S dient die Mehrkammerluftfederung der zivilen E-Klasse. AMG überarbeitet es jedoch gründlich und passt es an die erhöhten Anforderungen an. Vorderachse und Hinterachse sind speziell konstruiert. Zum Facelift stimmt Mercedes-AMG das Fahrwerk neu ab, was für mehr Komfort sorgen soll, ohne die sportlichen Eigenschaften zu verwässern.

Die neue E-Klasse in Bildern

  • Mercedes_E-Klasse_2020_00
    Quelle: Mercedes Die Mercedes E-Klasse bekommt 2020 ein Facelift. Optisch fällt das bei der Variante mit AMG-Line Exterieur am meisten auf. Technisch ändert sich bei allen Modellen viel
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    Quelle: Mercedes Am Heck der Limousine fallen die neuen Rückleuchten ins Auge. Mit dem Facelift werden sie breiter und niedriger
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    Quelle: Mercedes Der klassische Chrom-Kühlergrill der E-Klasse wird mit der Modellpflege weniger klassisch und trägt weniger Chrom
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    Quelle: Mercedes Am Heck des T-Modells ändern sich zum 2020er Facelift nur Details wie die Grafik der Leuchten
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    Quelle: Mercedes Mit dem AMG Line Exterieur bekommt die Mercedes E-Klasse einen trapezförmigen Kühlergrill und große (gefälschte) Lufteinlässe in der Schürze
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    Quelle: Mercedes Das serienmäßige Lenkrad der neuen E-Klasse vereint die neuen Bedienelemente in Hochglanz auf drei recht ausladenden Speichen
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    Quelle: Mercedes Das Angebot an Plug-in-Hybriden baut Mercedes bei der E-Klasse aus. Das T-Modell bekommt eine Allradversion des Diesel-PHEVs 300 de
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    Quelle: Mercedes Der neue Kühlergrill mit aufgesetztem Stern kommt nur mit dem Exclusive Exterieur und weniger Chrom
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    Quelle: Mercedes Der Chromgrill der Exclusive-Version wirkt seit dem Facelift der E-Klasse etwas aufgesetzt
  • Mercedes_E-Klasse_2020_17
    Quelle: Mercedes Anders als die echten AMG-Modelle trägt die E-Klasse mit AMG-Line keinen Panamericana-Kühlergrill
  • Mercedes E 63 S Limousine und E 63 S T-Modell auf Asphalt
    Quelle: Mercedes-Benz Mercedes-AMG liftet kurz nach der zivilen E-Klasse die sportlichen Topversionen E 63 und E 63 S als Limousine und als T-Modell
  • Ein silberner Mercedes E 63 S auf der Landstraße
    Quelle: Mercedes-Benz Mercedes-AMG liftet den E 63 2020: Der Kühlergrill wird mit dem Facelift größer, die neue Frontschürze soll den Auftrieb an der Vorderachse verringern
  • Ein silberner Mercedes E 63 S auf der Landstraße von hinten
    Quelle: Mercedes-Benz Die Rückleuchten ziehen sich beim E 63 S jetzt weiter in die Fahrzeugmitte, genau wie bei der Standard-E-Klasse
  • Mercedes E 63 S 4Matic+ Frontansicht
    Quelle: Mercedes-Benz Anders als bei der gewöhnlichen E-Klasse wird die Motorhaube beim E 63 abgerundet und eingelegt
  • Mercedes E 63 S 4Matic+ im Profil
    Quelle: Mercedes-Benz Im Profil ändert sich mit der Modellpflege 2020 wenig am Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+
  • Mercedes E 63 S 4Matic+ Heckansicht
    Quelle: Mercedes-Benz Der Diffusoreinsatz am Heck des E 63 soll zusammen mit der geänderten Frontschürze die aerodynamische Balance des Autos verbessern
  • Mercedes E 63 S 4Matic+ Innenraum
    Quelle: Mercedes-Benz Neu zum Facelift 2020 des E 63: Das AMG-Lenkrad mit Zweispeichen-Optik und bündigen Bedientasten