Nissans großes SUV mit Diesel und Allrad

Nissan X-Trail: Test

Wem der Qashqai zu klein ist, der findet im Nissan-Programm eine Alternative. Der X-Trail bietet ähnliche Stärken, aber rundherum mehr Auto. Test.

  • Veröffentlicht am 02/25/2021, 06:30 AM
Nissan X-Trail Dreiviertel-Heckansicht
Quelle: Nissan Der Nissan X-Trail ist die geräumige Alternative zum Qashqai

Die meisten Autohersteller haben ihr Van-Angebot inzwischen durch SUV ersetzt. Die Kundschaft ist zum guten Teil die gleiche: Sie kauft ein SUV oft vor allem wegen des guten Platzangebots. In der Kompaktklasse kann es da schnell eng werden. Eine Klasse höher sieht das anders aus: Modelle wie der Nissan X-Trail bieten viel Platz fürs Gepäck und nehmen zur Not sogar sechs Beifahrer auf.


Nissan X-Trail Dreiviertel-Frontansicht
Nissan X-Trail

Hier kommt ein kurzer Teaser-Text rein. Der steht dann rechts neben dem Foto. Achja, Foto natürlich nicht vergessen! Das kommt hier unten bei "Bilder und andere Medien" rein.


Karosserie: Viel Platz für alle

Während frühere Nissan-X-Trail-Generationen noch kernige Geländewagen waren, ist die seit 2014 gebaute, aktuelle Auflage ein modernes Crossover-SUV. Optisch trennt sie nicht viel vom kompakten Qashqai. Dem Erfolgsmodell von Nissan gleicht der größere X-Trail jedoch nicht nur äußerlich stark, sondern auch technisch. Er basiert auf der gleichen Plattform, streckt sich aber 30 Zentimeter weiter auf 4,69 Meter Länge. Rund 10 Zentimeter des Zuwachses entfallen auf den verlängerten Radstand, was sich vor allem in sehr viel Platz auf der Rückbank niederschlägt. Dort sitzt es sich dank verschiebbarer Bank selbst zu dritt noch luftig und bequem. Sehr großgewachsene Passagiere könnten allerdings mit dem Kopf an das niedrig liegende Dach stoßen. Sollen zwei weitere Passagiere in der dritten Reihe mitfahren, lassen sich zwei optionale Klappsitze aus dem Kofferraumboden falten. Dort hat man es jedoch selbst mit kurzen Beinen nur auf kurzen Strecken einigermaßen bequem. Die dritte Reihe ist für kleinere Kinder gedacht.

Nissan X-Trail Cockpit
Quelle: Nissan Das Cockpit ist ergonomisch und logisch eingerichtet

Wer die zusätzlichen Sitzmöglichkeiten nicht benötigt, dem steht stattdessen ein sehr großer Kofferraum zur Verfügung. In der Grundkonfiguration passen 405 Liter Gepäck hinein, Bei umgeklappter Rückbank sind es sehr üppige 1.996 Liter. Das Gepäckabteil ist aber nicht nur geräumig, sondern auch praktisch geschnitten. Unter der geöffneten Heckklappe stehen auch Großgewachsene aufrecht. Eine Durchladeluke vereinfacht das Laden langer Gegenstände, der variable Ladeboden erleichtert das Verstauen von Kleinkram und sorgt für einen bündigen Abschluss zur Stoßstange. Auch positiv: Bei umgeklappter Fondlehne entsteht keine störende Stufe. Das einzige Zugeständnis, dass beim Beladen akzeptiert werden muss, ist die hohe Kofferraumkante. Dies liegt an der erhöhten Bodenfreiheit des 1,70 Meter hohen Nissan X-Trail.


Nissan Qashqai DREIVIERTEL-FRONTANSICHT
Nissan Qashqai

Der Qashqai erreichte das beste Ergebnis in über zehn Jahren EuroNCAP-Crashtest-Geschichte.


Innenraum: Hohe Sitzposition

Hinter dem Fahrerabteil kann der Nissan X-Trail also glänzen. In der ersten Reihe überzeugt er uns ebenfalls: Auch wenn das Cockpit in Sachen Design und Infotainment nicht mehr den neuesten Stand bei Nissan repräsentiert, gibt sich der große Nissan bei der Ergonomie und der Bedienbarkeit keine Blöße. Die Materialauswahl überzeugt nicht durchgehend, insgesamt wirkt der X-Trail aber dennoch eine Klasse hochwertiger als der Qashqai – ist er ja auch.

Die recht hoch montierten Sitze müssen zwar erst einmal erklommen werden, was aufgrund der hohen Schweller nicht jedem leichtfallen mag. Wer erst einmal darin sitzt, findet jedoch durchaus Freude an der von vielen SUV-Fahrern gewünschten, hohen Sitzposition. Sie ändert leider nichts daran, dass die ausladende Karosserie des Nissan nicht eben übersichtlich gestaltet ist. Ein Nachteil, der durch die etwas betagte und grobkörnige Technik der Rückfahrkamera nicht wirklich ausgeglichen wird.

Nissan X-Trail Dreiviertel-Heckansicht
Quelle: Nissan Das Mittelklasse-SUV ist seit 2014 auf dem Markt, ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern

Motor und Fahreigenschaften

Ein besonders handliches Auto ist der große Nissan X-Trail mit seinem ausladenden Wendekreis von rund 12 Metern sowieso nicht. Dafür ein bequemes. Das Fahrwerk absorbiert die Härten der Straße zuverlässig, ohne dabei zu weich oder zu unverbindlich zu wirken. Die Karosseriebewegungen halten sich, gemessen am Segment der Mittelklasse-SUV, stets in Grenzen. Die Lenkung stimmt Nissan leichtgängig und präzise ab, die Bremse ist gut dosierbar. Alles in allem passt diese Abstimmung gut zu einem alltagstauglichen Mittelklasse-SUV, das auf der Pendelstrecke nicht nerven und auf der großen Urlaubsfahrt stundenlang Komfort bieten soll.

Der wirksam gedämmte 1,7-Liter-Diesel passt sich da gut ein. Der Motor tut seinen Dienst unaufgeregt und bewegt das SUV trotz der nominell nicht gerade üppigen 150 PS und des Zusatzgewichts durch den Allradantrieb im Testwagen ausreichend souverän. Wer dem Vierzylinder nicht zu viel Temperamentsausbrüche abverlangt, fährt auch mit dem optionalen CVT-Getriebe gut. Es kostet 2.200 Euro Aufpreis. Der ungeliebte Gummibandeffekt hält sich in Grenzen, so dass der Komfortgewinn des stufenlosen Automatikgetriebes im X-Trail überwiegt. Der Verbrauch fällt mit knapp 7 Litern zudem akzeptabel aus.


Juke1
Nissan Juke II

Mit der zweiten Generation wird der Nissan Juke optisch konventioneller.


Für die getestete Variante werden mindestens 37.530 Euro fällig. Die Ausstattung („Acenta“) ist dann bereits ordentlich. Allerdings fehlen moderne Assistenzsysteme, die sich auch gegen Aufpreis nicht in den Nissan hineinkonfigurieren lassen. Wer Wert auf Totwinkelwarner und Co. will, muss die Ausstattungsvariante „N-Connecta“ wählen, deren Preise bei 35.420 Euro starten. Mit Diesel, Automatik und Allrad kostet sie 40.270 Euro. Zusätzlich werden mindestens 1.000 weitere Euro für Optionen fällig. Die gleiche, wenig kundenfreundliche Preislistenstruktur findet sich auch bei den schwächeren Motoren und den kleineren Ausstattungsvarianten, so dass der Basispreis der Baureihe von 29.135 Euro („Visia“) eher ein Lockangebot ist.

Wir würden einen N-Connecta wählen, mit Diesel, Automatik und Frontantrieb. Die Listenpreise dieses Modells starten bei 38.070 Euro. Vorführwagen in dieser Konfiguration gibt es auf mobile.de bereits ab 26.000 Euro (Stand: Februar 2021). Zum gleichen Preis inserieren Händler Tageszulassungen mit Acenta-Ausstattung. Uns überzeugt der Nissan X-Trail als geräumige Alternative zum klassischen Kompakt-SUV, auch wenn die beiden Zusatzsitzplätze nur für Nachwuchs und Notfälle taugen. Fahrkomfort, und Bedienung sind angenehm, das Preisniveau für ein SUV mit diesen Qualitäten sehr vernünftig.

Nissan X-Trail 1.7 dCi Technische Daten
Länge 4,69 Meter
Breite 1,82 Meter
Höhe 1,70 Meter
Radstand 2,71 Meter
Kofferraum 135–1.996 Liter
Motor 1,7-Liter-Vierzylinder-Diesel
Leistung 110 kW/150 PS
Antrieb Allradantrieb (optional)
Drehmoment 340 Nm bei 1.750 U/min
Getriebe stufenlose Automatik (optional)
0-100 km/h 12,7 s
Vmax 190 km/h
Normverbrauch 5,5 Liter/100 km
CO2 160 g/km
Preis Nissan X-Trail  29.135 Euro
Preis Testwagen 42.000 Euro

Der Nissan X-Trail in Bildern

  • Nissan X-Trail Frontansicht
    Quelle: Nissan Allradantrieb ist nur für den Diesel verfügbar
  • Nissan X-Trail Dreiviertel-Heckansicht
    Quelle: Nissan Der Nissan X-Trail ist die geräumige Alternative zum Qashqai
  • Nissan X-Trail Dreiviertel-Heckansicht
    Quelle: Nissan Das Mittelklasse-SUV ist seit 2014 auf dem Markt, ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern
  • Nissan X-Trail Cockpit
    Quelle: Nissan Das Cockpit ist ergonomisch und logisch eingerichtet
  • Nissan X-Trail Kofferraum
    Quelle: Nissan Der Kofferraum des Nissan X-Trail ist groß und gut geschnitten