mobile.de: Günstige Luxusautos?

Luxusautos für wenig Geld?

Einmal ganz nach oben, bitte!

Für 10.000 bis 20.000 Euro kann man bei mobile.de den automobilen Hochadel finden. Ferraris, Maseratis und andere Luxusautos werden zu diesem Kurs angeboten. Kann das funktionieren?

11. April 2012

Niemand wird behaupten, die S-Klasse von Mercedes oder ein Porsche 911 seien schlechte Autos. Doch richtiger Luxus sieht anders aus, denn in der Oberklasse bieten diese Autos eines nicht: Exklusivität. Tatsächlich sieht man Porsche, Mercedes & Co. an jeder Ecke. Das betrübt eine Klientel, die neben hochwertigen Autos einfach etwas ganz Besonderes haben möchte.

Die Träume von gestern können sich heute auch Normalverdiener kaufen: Selbst 10.000 Euro reichen bei mobile.de für den Einstieg in die Oberklasse. Sogar einen Ferrari Mondial bekommt man für 20.000 Euro Einstandspreis, das entspricht dem Preis eines neuen VW Golf.

Kann das wirklich funktionieren?

Der Luxus von gestern, der heute so erschwinglich scheint, fällt meist mit hohen bis sehr hohen Unterhaltskosten auf. Das betrifft nicht nur den Benzinverbrauch, sondern auch die Wartung. Bleiben wir beim Beispiel Ferrari. So kann die große Inspektion mit Zahnriemenwechsel beim Ferrari Mondial locker bis zu 4.000 Euro kosten. Immerhin gibt es bei dieser Traditionsmarke viele Ersatzteile.

Dies ist nicht selbstverständlich: Bei Ferraris Tochterfirma Maserati beispielsweise gibt es für viele Modelle gar nichts mehr. Die günstigen Maserati Quattroporte der Generationen III und IV beispielsweise sind in Sachen Ersatzteile eine echte Herausforderung für den Besitzer: Blechteile beim handgefertigten Modell III gibt es gar nicht, beim jüngeren Quattroporte IV fehlen Frontscheiben und Stoßdämpfer.

Tipp: Erkundigen Sie sich vor dem Kauf bei einem Markenclub, mit welchen Folgekosten Sie rechnen müssen.

Gleicht der Wertzuwachs die Wartungskosten aus?

Tatsächlich wäre es eine Erleichterung, wenn das günstig gekaufte Luxusauto das in es gesteckte Geld mit einem kräftigen Wertzuwachs belohnen würde. Doch das bleibt in den allermeisten Fällen eine Illusion. Für den günstigen Eintritt in den Luxussektor erhält man meist nur die unbeliebteren Modelle der jeweiligen Marke.

Wenn Exoten einen wirklich starken Wertzuwachs erleben, sind das meistens die Cabrios oder Coupés. Diese gelten mittlerweile als Spekulationsobjekte weit außerhalb normaler Budgets. Bei den meisten anderen Autos ist der Preis in etwa gleich geblieben oder lediglich langsam gestiegen.

Tipp: Wer Wert auf die Wertsteigerung legt, der sollte nach diesen Kriterien wählen: Marke, Image und Sportlichkeit.

Ist ein exklusives Auto immer teuer und hat Ersatzteilprobleme?

Nicht unbedingt. Die Frage ist eher, wie man Exklusivität definiert. Der Range Rover beispielsweise ist hierzulande ein Luxusauto, in seiner Heimat nicht unbedingt. Er wurde in großen Stückzahlen hergestellt, was heute für ein umfangreiches Angebot auch an Gebrauchtteilen sorgt.

Ähnliches gilt für amerikanische Autos. Was in den USA an jeder Straßenecke steht, ist hierzulande selten, wie beispielsweise Cadillacs. Da lassen sich trotz großvolumigem V8-Motor echte Schnäppchen bekommen.

Tipp: Gerade in Großbritannien und den USA gibt es eine rege Szene für klassische Autos. Ersatzteile auch für 30 Jahre alte Wagen kann man oft über Nacht bestellen. Und das meist zu einem günstigen Kurs.

Wo soll ich kaufen, um am meisten Geld zu sparen?

Lohnt ein Import? Dass Autos aus dem Ausland billiger sind, ist meistens ein Trugschluss. Die Ersparnis für den selbstimportierten Jaguar XJS aus den USA ist für Privatpersonen meist minimal. Abgesehen davon, dass man ein paar Tage Urlaub allein für den Papierkram sowie die Zulassung einrechnen kann.

Da die Preise heute weltweit in Sekunden über das Internet verglichen werden können, sind professionelle Händler schneller und greifen die besten Stücke ab. Diese verfügen im Ausland über ein dicht geknüpftes Netzwerk.

Tipp: Abgesehen vom Preis gibt es weitere Gründe, auf einen Importwagen zu setzen. Der größte Feind des Jaguar XJS zum Beispiel ist der Rost – ein Import aus einem Sonnenstaat der USA kann die beste Alternative sein.

Sind Autos untergegangener Marken prinzipiell teurer im Unterhalt?

In den meisten Fällen ja, aber das muss keineswegs immer so sein. Die aufgelöste italienische Sportwagenschmiede DeTomaso baute auch eine Luxuslimousine namens Deauville, die neben ihrer weiblichen Bezeichnung eine weitere Besonderheit hat: Von ihr wurden nur 355 Stück produziert, und sie hat eine gute Ersatzteilversorgung. Sie ist sogar wesentlich besser als die des Maserati Quattroporte, obwohl dieser von einer heute noch existierenden Firma stammt.

Hilfreich ist, dass unter der eleganten Hülle der DeTomaso Deauville amerikanische Großserientechnik sitzt. Das Gleiche gilt für Firmen wie Jensen – die Kombination aus Serientechnik und einer regen Szene sorgt für günstige Preise bei den britischen Exoten.

Tipp: Legen Sie sich nicht auf ein spezielles Modell fest. Seien Sie offen für andere Marken, das spart am Ende viel Zeit, Geld und Nerven.

Kann ich auch moderne Luxusautos günstig bekommen?

Ja. Eine kurze Suche bei mobile.de fördert eine riesige Auswahl an Luxusautos für kleines Geld zutage. Am beliebtesten ist der Vergleich zwischen einem gebrauchten Volkswagen Phaeton sowie dem neuen VW Polo zum identischen Kurs. Ein VW Phaeton ist zwar nicht im eigentlichen Sinne exklusiv, aber auf jeden Fall ein gutes Luxusauto. Jedoch ist er wesentlich teurer im Unterhalt als ein gut ausgewählter Klassiker.

Moderne Autos haben durch ihre aufwendige Technik eine Vielzahl von möglichen Fehlerquellen, die im Luxusbereich entsprechende Folgekosten nach sich ziehen. Sensoren oder Elektromotoren in Eigenregie zu reparieren fällt durch das nötige Spezialwissen ebenfalls aus.

Tipp: Ob Gebrauchtwagen oder Klassiker – entscheidend für den Kauf sollte der Zustand und vor allem die möglichst lückenlose Servicehistorie sein.

Luxus bleibt Luxus

Bei den weitaus meisten Fahrzeugen dieser Klasse übersteigen die Unterhaltskosten den zu erwartenden Wertzuwachs – für die Besitzer gilt also ein neues Lebensmotto: „Lebenskunst ist nicht zuletzt die Fähigkeit, auf etwas Notwendiges zu verzichten, um sich etwas Überflüssiges zu leisten“, wie der italienische Schauspieler und Regisseur Vittorio De Sica sagte.

Text: SH