Kein Stern mehr auf der Haube

Mercedes C-Klasse 2021: Fahrt im Prototyp

Die neue Mercedes C-Klasse (2021) soll sportlicher werden und trotzdem sparsamer. Erste Mitfahrt im Prototyp.

  • Veröffentlicht am 02/19/2021, 11:07 AM
Mercedes C-Klasse
Quelle: Daimler AG Die neue Mercedes C-Klasse steht in den Startlöchern

Prestige ist wichtig für die Marke Mercedes. Dafür ist vor allem die S-Klasse zuständig. Für die Stückzahlen hingegen muss man weiter unten gucken. Auf die A-Klasse, von der 2020 mehr als 43.000 Autos verkauft wurden, zum Beispiel. Oder ins Mittelklasse-Segment. Die C-Klasse gehört noch immer zu den Absatzbringern im Mercedes-Portfolio. 2020 wurden fast 41.700 Exemplare von Limousine und T-Modell verkauft. Dabei gehört sie schon fast zum alten Eisen bei Mercedes.

Nach gut sieben Jahren Bauzeit und weltweit 2,5 Millionen verkauften Exemplaren, ist es Zeit für den Generationswechsel. In wenigen Wochen geht die Baureihe 205 in den Ruhestand, der Nachfolger fährt sich schon warm. Noch leicht getarnt zwar, doch Überraschungen wird es beim Design ohnehin nicht geben. Mercedes räumt die Flanken etwas auf und reduziert die Falten im Blech. Kennen wir von der E-Klasse. Genau wie die spitz zulaufenden Rücklichter, die mit dem Facelift ans Heck der E-Klasse fanden. Die C-Klasse übernimmt das Konzept.


Mercedes C300 Hybrid
Hybrid-C-Klasse

Diesel- und Elektromotor beschleunigenn den Mercedes C300 de in 5,6 Sekunden auf 100 km/h.


Hinterachslenkung für die C-Klasse

Sagen wir es so: Laien dürften es mit dem Modellwechsel schwerer haben, C-Klasse und E-Klasse voneinander zu unterschieden. Es sei denn, sie erspähen einen aufrecht auf der Motorhaube sitzenden Stern. Das ist das klare Zeichen, dass es sich nicht um eine C-Klasse handeln kann. Mit der Baureihe 206 gibt es die C-Klasse ausschließlich mit großem Zentralstern im Kühlergrill. Ein kleiner Paradigmenwechsel.

Ansonsten verspricht Mercedes, was Hersteller immer versprechen, wenn eine neue Generation an den Start geht: Die C-Klasse soll sportlicher fahren als bisher, dabei zugleich sparsamer werden. Für den Sport bietet Daimler erstmals ein Fahrwerk mit Hinterachslenkung für die C-Klasse an. Bislang gibt es das nur ganz oben bei Mercedes. Nicht mal die E-Klasse verfügt über Allradlenkung. Vom AMG-Modell E 63 S abgesehen.

Mercedes C-Klasse
Quelle: Daimler AG Als Diesel sind der C220d mit 200 PS und der C300d mit 265 PS erhältlich

Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometern Reichweite

Für mehr Sparsamkeit ist das zuständig, was unter der Haube steckt. Mercedes traut sich, nur noch Vierzylinder einzubauen. Die Sechszylinder fliegen aus dem Programm. Dafür werden sämtliche Motoren mild hybridisiert. Sie bekommen elektrische Unterstützung per 48-Volt-Startergenerator. Basismodell wird der 170 PS starke C180, darüber rangiert der dem C200 mit 204 PS, gefolgt vom C300 mit 258 PS. Neben den Benzinern gibt es zunächst zwei Diesel: der C220d leistet 200 PS, der C300d kommt auf 265 PS. Serienmäßig wird die Hinterachse angetrieben, gegen Aufpreis gibt es zumindest bei den stärkeren Motoren Allradantrieb.

Und klar, ohne Plug-in-Hybride geht es nicht mehr. Mercedes bringt wie schon in E-Klasse und Mercedes GLE nicht nur einen PHEV-Benziner, sondern als einziger Hersteller auch einen Diesel-Plug-in. Außerdem findet man nirgendwo einen größeren Akku: 25 kWh Kapazität bringt Mercedes in der neuen C-Klasse unter, das soll für mehr als 100 Kilometer rein elektrische Reichweite genügen.


Fahrzeug-Werke LUEG AG
Mercedes E300 e

Im E300 e koppelt Mercedes einen 2,0-Liter-Vierzylinder-Benziner an einen E-Motor. Systemleistung: 320 PS.


Mehr Platz und mehr Länge

Im Innenraum erinnert die C-Klasse nun stark an die kürzlich vorgestellte S-Klasse. Hinter dem Lenkrad sitzt ein freistehender Bildschirm für die Instrumentenanzeige, weiter unten in der Mittelkonsole findet ein großer Touchscreen Platz. Das Infotainment operiert mit dem jüngsten MBUX-System mit erweiterter Sprachsteuerung und Gestenbedienung. Die Energizing-Komfort-Steuerung findet ebenfalls ins Auto, außerdem der neue Airbag zwischen Fahrer und Beifahrer.

Mercedes C-Klasse
Quelle: Daimler AG Los geht es mit einem 170 PS starken C180, dem C200 mit 204 PS oder dem C300 (258 PS) bei den Benzinern

Auf den Rücksitzen geht es großzügiger zu als bislang. Was bei einer Außenlänge von 4,75 Metern und einem um 2,5 Zentimeter verlängerten Radstand auch kein Wunder ist. Die Innenbreite legt ebenfalls zu, das Dach fällt etwas später ab, so dass die Kopffreiheit ebenfalls großzügig ausfällt.

Direkt zum Marktstart bietet Mercedes zudem das T-Modell an. Für Menschen mit mehr Platzbedarf. Dazu folgt später eine Allterrain-Version mit Plastikbeplankung und leicht höher gelegter Karosserie, analog zur E-Klasse Allterrain.


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Mercedes S-Klasse 560 e

Die teilelektrische S-Klasse ermöglicht eine elektrische Reichweite von circa 50 Kilometern.