Sport-Golf mit Sperre und Automatik ab 2021

VW Golf 8 GTI Clubsport (2021): Bilder, Daten, Preise

VW ergänzt den schnellen Golf GTI um den schnelleren Golf GTI Clubsport: Mit 300 PS und spezieller Abstimmung hängt er den Basis-GTI ab. Erste Infos und Preise.

  • Constantin Bergander
  • Veröffentlicht am 10/15/2020, 06:07 PM
  • Aktualisiert am 10/20/2020, 05:38 PM
Der VW Golf 8 GTI Clubsport in seitlicher Frontansicht
Quelle: Volkswagen An der Vorderachse des GTI Clubsport installiert VW eine größere Bremsanlage als im Golf GTI und verspricht kurze Bremswege und ein gutes Gefühl im Bremspedal

Sondermodelle sind für den Golf GTI der Bass in seiner Auspuffmelodie. Sie verleihen dem gewöhnlichen Flitzer interessante Spitzen und meistens mehr Tempo. 2021 startet der erste scharfe Golf 8 GTI: Zum 45. Modell-Geburtstag bringt VW einen neuen Golf GTI Clubsport mit 300 PS und Rennstreckenmodus.

Er bekommt mehr Kraft, Verbesserungen in den Achsen und einen flotten Look. Der Golf GTI Clubsport soll sich robuster und lebendiger anfühlen als die Modelle aus den regulären Preislisten. Auf der Rennstrecke nimmt er ihnen einige Sekunden ab, sammelt dort aber keine Rekorde ein.

Der VW Golf GTI Clubsport (2021) in Kürze

  • Golf GTI Clubsport mit 300 PS und Frontantrieb
  • Vorderachs-Quersperre (VAQ) serienmäßig
  • Kein Handschalter verfügbar
  • Spezielle Schürzen und Spoiler
  • Größere Bremsanlage
  • Fahrprofil für den Nürburgring
  • Preis Golf GTI Clubsport: ca. 40.000 Euro

Motor: 300 PS im Golf GTI Clubsport

Kleine GTI-Kunde: Viele Jahre lang feiert VW die GTI-Jubiläen mit Aufklebern, Sitzbezügen oder ein paar Extra-PS. Seit 1996 kommt alle fünf Jahre eine Party-Edition. Die Modelle heißen 20 Jahre GTI, 25 Jahre GTI und so fort. 2016 passen die Laufzeiten nicht mehr zum Geburtstag, da heißt das Ding plötzlich GTI Clubsport. Später findet VW den Tourenwagen-Cup wichtig und nennt den heißen Golf GTI TCR. Ohne Startplatz bei der Meisterschaft wird daraus ab 2021 wieder GTI Clubsport. Fürs Erste, schätzen wir.

Der VW Golf 8 GTI Clubsport in Heckansicht
Quelle: Volkswagen Serienmäßig baut der Hersteller 18-Zoll-Räder an den Clubsport, optional 19-Zöller

Der Gedanke bleibt: Zwischen Golf GTI und Golf R (kommt später) platziert VW einen besonderen Flitzer. Dafür erfinden sie kein neues Auto, sondern verbessern den Golf GTI in Details. Vor allem der Motor des GTI Clubsport unterscheidet sich vom Serienantrieb: Sein 2,0-Liter-Vierzylinder leistet 300 PS und 400 Newtonmeter Drehmoment (GTI: 245 PS, 370 Nm). Damit wird der neue Clubsport exakt so stark wie der ausgelaufene VW Golf 7 R.

Im Clubsport steckt aber nicht der alte R-Antrieb, sondern ein neues Aggregat. Das wird nicht stärker oder spontaner, sondern nur sauberer, um die Abgasnorm Euro 6d zu erreichen. Dafür bringt die neue Generation des Turbobenziners „EA888“ neue Turbolader von Continental, einen erhöhten Einspritzdruck und größere Katalysatoren mit. Sie bekommt den Beinamen „Evo 3“ und treibt auch den normalen Golf 8 GTI an. Für den Clubsport vergrößert VW noch Turbo sowie Ladeluftkühler und stimmt das Auto auf Super Plus ab. So kommt er auf zusätzliche 55 PS.

Die Kraft gelangt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe („DQ381“) an die Vorderräder. Allradantrieb passt nicht zum GTI, findet VW, dafür gibt es ja den Golf R. Stattdessen baut der Hersteller wie im normalen Golf GTI eine mechanische Quersperre in das Getriebe. Eine Lamellenkupplung sorgt dafür, dass nicht zu viel Power an einem Rad ankommt und den Reifen auf dem Asphalt zerreibt. Sie verteilt die Kraft auf beide Räder.

VW gibt an, dass der GTI Clubsport in 5,6 Sekunden auf Tempo 100 sprintet. Damit fehlt ihm eine knappe Sekunde zu einem vergleichbaren Allradmodell, aber er rennt gut eine halbe Sekunde schneller als der normale GTI. Bei 250 km/h bremst VW den Vortrieb.


VW Golf 7 R
Der VW Golf VII R

2017 bekam der Golf R in der siebten Generation noch einmal mehr Kraft. Auf 310 PS pumpt VW den sportlichen Golf auf.


Fahrleistungen des Golf GTI Clubsport

Neben dem Antrieb bearbeitet VW das GTI-Fahrwerk. Das Team um Fahrwerkschef Karsten Schebsdat erhöht im GTI Clubsport die Federrate (vorn 10 Prozent, hinten 15 Prozent) und den Sturz vorn. Neue Querlenkerlager und ein anderer Radträger an der Hinterachse versteifen das Chassis. Das optionale adaptive Fahrwerk („DCC“) bekommt eine spezielle Clubsport-Abstimmung. Die Lenkung übernimmt der Clubsport vom GTI.

Der VW Golf 8 GTI Clubsport in Seitenansicht
Quelle: Volkswagen Die Antriebskraft des Clubsport gelangt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe („DQ381“) an die Vorderräder

An der Vorderachse installiert VW eine größere Bremsanlage als im Golf GTI. Zweikolbensättel pressen die Beläge an Bremsscheiben mit 357 Millimetern Durchmesser und einer Stärke von 34 Millimetern. Ein Bremstopf aus Aluminium senkt das Gewicht um 600 Gramm. VW verspricht kurze Bremswege und ein gutes Gefühl im Bremspedal.

Ein zentrales Steuergerät stimmt die Fahrdynamik-Extras aufeinander ab. In Verbindung mit dem Adaptivfahrwerk soll der GTI Clubsport agiler und dynamischer fahren als der Golf GTI. Es gibt sogar einen speziell auf den Nürburgring abgestimmten Fahrmodus. Mit VW-Werksfahrer Benjamin Leuchter am Lenkrad und optionalen Michelin-Semislicks auf den 19-Zoll-Felgen umrundet der GTI Clubsport die Nordschleife in 7:54 Minuten. 13 Sekunden schneller als das Serienmodell. Zum GTI-Rekord (Golf GTI Clubsport S, 2016, 7:49 Minuten) fehlen ihm fünf Sekunden.


VW Golf 7 GTI-TCR
Der Golf VII GTI TCR

• Motor: 2,0-Liter-Turbobenziner
• Leistung: 290 PS
• 0-100: 5,6 s | Vmax: 250 km/h


Golf GTI Clubsport (2021): Preise und Marktstart

VW schraubt spezielle Schürzen sowie einen großen Heckflügel an den neuen GTI Clubsport und legt die Karosserie eineinhalb Zentimeter tiefer. Die andere Luftführung verringert den Auftrieb an Vorder- und Hinterachse. So soll sich das Auto bei hohem Tempo stabiler verhalten. Serienmäßig baut der Hersteller 18-Zoll-Räder an den Clubsport, optional 19-Zöller. Innen erhält das Sondermodell eigenständige Sitzbezüge, einen digitalen Tacho und ein Navi serienmäßig. Langfristig will VW optional eine Sportauspuffanlage von Akrapovic anbieten.

Der neue Golf GTI Clubsport kostet 40.224,71 Euro. Das bedeutet einen Aufpreis von rund 2.500 Euro gegenüber einem Golf GTI mit Automatik für 55 zusätzliche PS, ein modifiziertes Fahrwerk und einige Ausstattungsdetails. Erste Autos liefert VW noch 2020 aus.


Der VW Golf 8 GTI Clubsport (2021) Galerie

  • Der VW Golf 8 GTI Clubsport in Frontansicht
    Quelle: Volkswagen Im neuen Zustand kostet der Clubsport 40.224,71 Euro
  • Der VW Golf 8 GTI Clubsport in Seitenansicht
    Quelle: Volkswagen Die Antriebskraft des Clubsport gelangt über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe („DQ381“) an die Vorderräder
  • Der VW Golf 8 GTI Clubsport in seitlicher Frontansicht
    Quelle: Volkswagen An der Vorderachse des GTI Clubsport installiert VW eine größere Bremsanlage als im Golf GTI und verspricht kurze Bremswege und ein gutes Gefühl im Bremspedal
  • Der VW Golf 8 GTI Clubsport in Nahaufnahme auf den Scheinwerfer
    Quelle: Volkswagen Der GTI Clubsport kommt mit 300 PS und Frontantrieb
  • Der VW Golf 8 GTI Clubsport in Heckansicht
    Quelle: Volkswagen Der GTI Clubsport sprintet in 5,6 Sekunden auf Tempo 100
  • Der VW Golf 8 GTI Clubsport in Heckansicht
    Quelle: Volkswagen Serienmäßig baut der Hersteller 18-Zoll-Räder an den Clubsport, optional 19-Zöller
  • Der Innenraum des VW Golf 8 GTI Clubsport mit Sicht auf das Lenkrad
    Quelle: Volkswagen VW stimmt das Fahrwerk des GTI Clubsport neu ab: Steifere Lager und mehr Radsturz vorn sollen ihn in Kurven agiler machen
  • Der Innenraum des VW Golf GTI 8 Clubsport mit Sicht auf die Vordersitze
    Quelle: Volkswagen Serienmäßig verfügt der GTI Clubsport über eine Vorderachs-Quersperre (VAQ)