Back to the Blues Brothers

Berühmte Film-Autos: Von Mustang Bullitt bis Opel Manta

Autos beschleunigen Hollywood – ob bei der Verfolgungsjagd oder als Zeitmaschine. Hier sind fünf automobile Filmstars und ihre Historie.

  • Veröffentlicht am 14.02.2021, 08:30
Zu sehen ist der Ford Mustang Bullitt aus dem gleichnamigen Film "Bullitt"
Quelle: Picture-Alliance/dpa Für den Film „Bullitt“ wurden gleich zwei Ford Mustang GT 390 eingesetzt. Ein Auto war für die Sprungszenen zuständig (das „Jumper Car“), eines für die Nahaufnahmen mit McQueen am Steuer (das „Hero Car“). Das „Hero Car“ wurde Anfang 2020 in Florida versteigert

Action-Filme ohne Autos sind wie Pommes ohne Ketchup. Geht auch, aber spannender wird es dadurch nicht. Schon zu Stummfilmzeiten, als das Automobil kaum im Alltag angekommen war, fuhren sie ersten Modelle auf der Leinwand. Seither hat es einen unaufhaltsamen Siegeszug hingelegt. Ganz Filmreihen drehen sich inzwischen nur um das Eine.

In der Geschichte des Kinos gab es zudem immer wieder Filme, in denen ganz bestimmte Autos tragende Rollen spielten und so den menschlichen Stars beinahe den Rang abliefen. Doch auch für Autos können Filme Vehikel sein, die ihnen zum Durchbruch verhelfen. Oder zumindest einen Mythos um sie entstehen lassen. Das treibt den Marktwert klassischer Modelle. Während Original-Filmautos – falls sie noch existieren – auf Auktionen für Millionen-Summen versteigert werden. 

Hier sind fünf Filmstars mit vier Rädern und ihre käuflichen Verwandten. 


Opel Manta dreiviertel-frontansicht
Manta, Manta

Der Opel Manta wurde in den 80er-Jahren zum Kultobjekt für Tuningfreunden


Opel Manta GT/E aus „Manta, Manta“ 

Wie wurde eigentlich der zeitweise meistverkaufte Sportwagen Deutschlands zum meistverspotteten Automodell? Eine ganze Witzkategorie entstand um den Opel Manta und dessen Fahrer. Ihren Höhepunkt dürfte sie Anfang der 90er erreicht haben, als der Film „Manta, Manta“ in die Kinos kam. 1991 schlachtete der deutsche Spielfilm das stark angegriffene Image des Manta aus. Til Schweiger gab darin die Rolle des leicht dümmlichen – und natürlich prolligen – Berni mit den unverzichtbaren Cowboystiefeln. Dem ehemaligen Playmate Tina Ruland verhalf die Rolle der Blondine Uschi zum Durchbruch.  

Star des Films war jedoch ein besonders krass getunter Opel Manta B in zeitgemäßer gelb-türkis-pinker Mehrfarblackierung. Der im Film bis zu 270 PS starke Wagen wurde zum Kult. 

Zu sehen ist der Opel Manta aus dem Film "Manta Manta"
Quelle: Picture-Alliance/dpa Der Opel Manta B in gelb-türkis-pinker Mehrfarblackierung stand im Mittelpunkt des deutschen Spielfilms "Manta, Manta". Der getunte Kultwagen leistete bis zu 270 PS

Das Serienmodell, auf dem er basierte, war nicht ganz so schnell. Der Manta GT/E kam laut Opel nur auf 110 PS. Später wurde er zum GSi, ein Kürzel, dass Opel noch heute einsetzt. Das Aus für den Manta kam bereits 1988. Nach 18 Jahren Bauzeit stellte Opel das Modell ein, 1989 kam der Opel Calibra als Nachfolger. 

Gut erhaltene Manta B sind heutzutage selten. Lange Zeit wurde er als Gebrauchtwagen wenig nachgefragt. Viele Fahrzeuge kamen in die Presse, andere wurden gemäß ihrem Image schon früh verbastelt. Serienmäßige Mantas sind mittlerweile keine Schnäppchen mehr. Zumindest der zwischen 1984 und 1988 gebaute Manta GSi kostet in gutem Zustand fünfstellige Beträge. Laut Classic Data liegt der Marktwert im Zustand 2 bei rund 12.400 Euro.  

Dodge Monaco aus „Blues Brothers“ 

Es ist eines der bekanntesten Polizeiautos der Filmgeschichte: Der Dodge Monaco aus dem Streifen „Blues Brothers“ von 1980. Im Film handelt es sich um ein ausrangiertes Fahrzeug aus dem Chicagoer Vorort Mount Prospect. Doch tatsächlich kaufte die Produktion der Highway-Polizei in Kalifornien rund ein Dutzend Autos ab, die im Film zum Einsatz kamen. 

Das Serienmodell wurde von Dodge mit Anspielung auf das gleichnamige Fürstentum beworben: „1974 is a beautiful time for Monaco“ stand auf Werbeplakaten („1974 ist eine wunderschöne Zeit für Monaco“). Im Film ist davon jedoch nichts zu sehen, dafür eine Reihe spektakulärer Stunts. So springt das „Bluesmobil“ in Chicago über eine offene Zugbrücke. Dass ausgerechnet der Dodge Monaco es in den Film schaffte, soll Drehbuchautor und Hauptdarsteller Dan Aykroyd zu verdanken sein. Für ihn war das bis zu 5,75 Meter lange Modell das „schärfstes Auto“ der US-Polizei in den 70er-Jahren. 

Zu sehen ist der Dodge Monaco aus dem Film "Blue's Brothers"
Quelle: Picture-Alliance/dpa Der Dodge Monaco aus dem Streifen „Blues Brothers“ ist eines der bekanntesten Polizeiautos der Filmgesichte. Das 5,75 Meter lange „Bluesmobil“ mit V8-Zylindermotor leistete bis zu 241 PS

Potent war der Monaco auf jeden Fall. In den Exemplaren der Highway-Polizei arbeiteten V8-Zylindermotoren mit 7,2 Litern Hubraum. Im Serientrimm leisteten sie bis zu 241 PS (177 kW). Fahrzeuge des Modelljahres 1974 haben laut Classic Data einen Marktwert von rund 14.000 Euro im Zustand 2.  

Von den Filmautos überlebten nur wenige die Dreharbeiten. Ein erhaltenes Original-Fahrzeug mit großem Lautsprecher auf dem Dach soll noch existieren. Eine Event-Firma aus Chicago ist nach eigenen Angaben Eigentümer. Ein Nachbau steht im „House of Blues“ in Dallas, im US-Bundesstaat Texas.  


Ford Mustang Bullit
Ford Mustang Bullitt

Unter der Haube des Bullitt sitzt ein 5,0-Liter-V8-Motor mit 460 PS.


Continental Mark III aus „Der Teufel auf Rädern“ 

Mit der Berühmtheit des „Bluesmobil“ kann es ein weiterer US-amerikanischer Straßenkreuzer nicht ganz aufnehmen: Dafür ist der Continental Mark III aus „Der Teufel auf Rädern“ besonders gefährlich. In dem 1977 erschienenen B-Movie mit dem Original-Title „The Car“ treibt das Auto in einem Wüstenkaff in Utah sein Unwesen. Die schwarze Limousine überfährt dort wahllos Menschen und führt offenbar ein mysteriöses Eigenleben. Auch der Dorf-Sheriff muss dran glauben, bevor der Continental bei einer Explosion in Flammen aufgeht. 

Zu sehen ist der Lincoln Continental Mark 3 aus dem Film "Der Teufel auf Rädern"
Quelle: Lincoln Motor Company Im Film „The Car- Der Teufel auf Rädern“ treibt ein Lincoln Continental Mark III im Zion National Park, Utah sein Unwesen: Die Limousine mit mysteriösem Eigenleben überfährt wahllos Menschen. Das 5,48 Meter lange Luxus-Coupé mit 7,5 Liter Ottomotor wurde nur drei Jahre produziert

Bei der Kritik kam der Streifen nicht gut an. Das Magazin „Cinema“ etwa empfiehlt, sich lieber Steven Spielbergs „Duell“ von 1971 mit verwandtem Plot anzuschauen. Wer sich für das Auto interessiert, kommt in „The Car“ ohnehin nicht voll auf seine Kosten. Der Continental trägt darin ausladende Karosserieverkleidungen. In dem Film-Klassiker „The French Connection“ von 1971 mit Gene Hackman ist ein unverbautes Exemplar zu sehen. 

Im wahren Leben konkurrierte der Mark III mit Oberklasse-Fahrzeugen wie dem Cadillac Eldorado. Beide sind als gebrauchte Exemplare nicht leicht in Deutschland zu finden. Und sie liegen auf ähnlichem Preisniveau. Ein Continental Mark III Coupé (268 kW/365 PS), gebaut zwischen 1969 und 1971 hat im guten Zustand (Note 2) einen Marktwert von etwa 18.600 Euro, so Classic Data. 

Ford Mustang GT 390 aus „Bullitt“ 

Obwohl der Ford Mustang in „Bullitt“ nur eine Nebenrolle spielt, gehört er zu den Ikonen der Filmgeschichte. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass der „King of Cool“ Steve McQueen am Steuer sitzt. Und daran, dass die rund zehn Minuten lange Sequenz, in der Frank Bullitt Gangster in einem Dodge Charger jagt, eine der spektakulärsten Verfolgungsjagden der Filmgeschichte ist. McQueen jagt den Charger in einem Highland-Green lackierten Ford Mustang GT 390 Fastback kreuz und quer durch die Straßen von San Francisco. Der Mustang überlebt, der Dodge rast letztlich in eine Tankstelle und explodiert. 

Laut Ford wurden während der Dreharbeiten zwei identische Ford Mustang eingesetzt. Ein Auto war für die Sprungszenen zuständig (das „Jumper Car“), eines für die Nahaufnahmen mit McQueen am Steuer (das „Hero Car“). Das „Jumper Car“ litt schwer unter den Dreharbeiten und wurde von der Produktionsfirma Warner Bros stark beschädigt an einen Aufbereiter verkauft. Anfang 2017 soll es an der mexikanischen Baja California wieder aufgetaucht sein, heißt es bei Ford. 

Zu sehen ist der Ford Mustang Bullitt aus dem gleichnamigen Film "Bullitt"
Quelle: Picture-Alliance/dpa Für den Film „Bullitt“ wurden gleich zwei Ford Mustang GT 390 eingesetzt. Ein Auto war für die Sprungszenen zuständig (das „Jumper Car“), eines für die Nahaufnahmen mit McQueen am Steuer (das „Hero Car“). Das „Hero Car“ wurde Anfang 2020 in Florida versteigert

Das „Hero Car“ war mehr als 40 Jahre in Privatbesitz. Doch lange Zeit galt es als verschollen. Der Sammler Bob Kiernan hatte es 1974 gekauft und später an seinen Sohn vererbt. Bei der Premiere des Ford Mustang Bullitt der aktuellen Generation zeigte Ford das Auto auf der Automesse NAIAS in Detroit im Jahr 2018. Anfang 2020 wurde es in Florida bei einer Auktion versteigert. Es wechselte für 3,74 Millionen US-Dollar den Besitzer und gilt als teuerster Mustang der Welt. 

Autos, die nie Filmstars waren, sind nicht ganz so teuer. Classic Data taxiert in den Jahren 1967 und 1968 gebaute Mustang GT Fastback S-Code (235 kW/320 PS) auf rund 50.700 Euro, wenn sie in gutem Zustand sind (Note 2). 


CCC Classic Car Centrum Berlin GmbH
Der DeLorean DMC-12

Die Kinotrilogie “Zurück in die Zukunft” (ab 1985) macht den DeLorean DMC-12 weltberühmt.


DeLorean DMC-12 aus „Zurück in die Zukunft“ 

Im Film ein Star, im wahren Leben ein Flop: Der DeLorean DMC-12 gehört zu den berühmtesten Filmautos. Als rollende (und später: fliegende) Zeitmaschine spielt er in allen drei Teilen von „Zurück in die Zukunft“ mit. Dank „Fluxkompensator“ bringt es Marty McFly und Doc Brown sicher von 1985 nach 1955, wieder zurück, später ins Jahr 2015 und letztlich sogar nach 1885. 

Zu sehen ist der DeLorean DMC aus dem Film "Zurück in die Zukunft"
Quelle: Picture-Alliance/dpa Der DeLorean DMC-12 steht als rollende und später fliegende Zeitmaschine für den Film „Zurück in die Zukunft“ vor der Kamera. Der vom ehemaligen General-Motors-Manager John DeLorean entwickelte Sportwagen wurde von einem nur 132 PS starken V6-Benziner

Doch das Serienmodell ohne „Fluxkompensator“ verkaufte sich während seiner Bauzeit schlecht. Dabei sind die Außenhaut aus unlackiertem Edelstahl und die Flügeltüren durchaus spektakulär. Der Motor im Rücken von Fahrer und Beifahrer weniger. Der vom ehemaligen General-Motors-Manager John DeLorean entwickelte Sportwagen wurde von einem nur 132 PS starken V6-Benziner angetrieben. Außerdem litt der Ruf des eigentlich unter Nachhaltigkeits-Gesichtspunkten entwickelten Autos unter Qualitätsproblemen.  

Inzwischen genießt der DeLorean Kultstatus. Das von Giorgetto Giugiaro entworfene Design gilt als meisterhaft, heute ist das Coupé ein gesuchtes Sammlerstück. Das Angebot ist entsprechend überschaubar. In Zustand 2 liegt der Wert des von 1981 bis 1982 gebauten DeLorean DMC-12 laut Classic Data bei 40.200 Euro.