Das Elektro-SUV wird der günstigste Mustang

Ford Mustang Mach-E: Preise, Daten, Bilder, Marktstart

Fords erstes echtes Elektroauto leiht sich den Namen vom V8-Klassiker. Im Grunde jedoch zielt der Mustang Mach-E auf das Tesla-Publikum. Bilder, Preise, Daten.

  • Björn Tolksdorf
  • Veröffentlicht am 11.12.2020, 18:45
  • Aktualisiert am 14.12.2020, 16:06
Der Ford Mustang in Frontansicht
Quelle: Ford An einer Gleichstrom-Säule lässt sich der Akku des Mach-E in 38 oder 45 Minuten wieder zu 80 Prozent füllen

Schon jetzt weiß Ford: Echte Mustang-Fans werden ihnen dieses Auto so schnell nicht verzeihen. Ein elektrisch angetriebenes SUV, das Namen und Pony-Logo der Ford-Sportwagenikone trägt. Der neue Ford Mustang Mach-E ist ein Sakrileg, das Ford bewusst begeht. Emotion verkauft Autos. Vor allem Elektroautos, wie Tesla zuerst verstanden hat. Und „Mustang“, das ist nun einmal Fords emotional stärkster Schriftzug. Würde der Mach-E als „E-Mondeo“ ähnlich viel Interesse ziehen? Niemals. Da müssen die Fans jetzt durch.

Natürlich betont Ford, diesen Weg nicht leichtfertig zu gehen. Der Mustang Mach-E trägt die lange Haube und den grimmigen Grill des Mustang und soll eines der fahraktivsten, dynamischsten Elektroautos auf dem Markt sein. Zwischen 269 und 487 PS, die Topversion Mustang Mach-E GT wird Tempo 100 nach 3,7 Sekunden erreichen. Hinzu kommt ein praktisches Argument: Ein Mittelklasse-SUV mit bis zu 610 Kilometern Reichweite bei Preisen ab 46.900 Euro – da kommt kein deutscher Hersteller mit. Tesla auch nicht.

Ford Mustang Mach-E in Kürze:

  • Sportliches Elektro-SUV der Mittelklasse
  • Motoren: 269 bis 487 PS
  • Reichweite: 440 bis 610 km
  • Preise ab 46.900 Euro
  • Auslieferungen starten Anfang 2021

Ford Mustang Mach-E: Reichweite, Abmessungen

Die Preisliste gestaltet Ford übersichtlich. Es gibt den Mustang Mach-E mit „Standard-Reichweite“ (400/440 km) oder erweiterter Reichweite (540/610 km) sowie mit Heck- oder Allradantrieb. Hinzu kommen zwei Optionspakete, fertig. Die Basisversion leistet 198 kW (269 PS), alternativ stehen zum Marktstart Anfang 2021 216 kW (290 PS) oder 258kW (346 PS) zur Verfügung. Das Leergewicht beträgt rund zwei Tonnen, je nach Ausführung. Trotzdem bewältigt schon die Basisversion den Sprint auf 100 km/h in 6,1 Sekunden und fährt abgeregelte 180 km/h schnell. Den Stromverbrauch gibt Ford mit je nach Ausführung 16,5 bis 18,5 kWh/100 km an. Der kleine Akku fasst üppige 75,7 kWh, der große noch üppigere 98,7 kWh.


Ford Mustang Mach-E

Der Ford Mustang Mach-E kommt 2021 mit bis zu 610 km Reichweite auf den Markt.


Das Format des Ford Mustang Mach-E liegt mitten im Segment amerikanischer Kompakt-SUVs, fällt in Deutschland aber etwas zwischen die Stühle: Mit 4,71 Metern Länge platziert Ford den Mustang Mach-E knapp unterhalb einer Mittelklasselimousine, aber oberhalb von Mittelklasse-SUVs wie dem Audi Q5 (4,66 m). Die Höhe von 1,62 Metern bezeichnet ein etwas flacheres SUV – passend zur angestrebten, Mustang-dynamischen Linie. 402 Liter Kofferraum nach VDA-Norm liegen allerdings knapp über Kleinwagen-Niveau. Selbst ein Nissan Juke bietet 422 Liter. Der Grund: die Antriebstechnik im Heck sowie der zerklüftete Zuschnitt des Gepäckabteils.

Ford Mustang Mach-EAbmessungen
Länge4.713 mm
Breite (inkl. Außenspiegel)2.097 mm
Höhe1.624 mm
Radstand2.984 mm
Kofferraumvolumen402-1.420 l
Wendekreis11.600 mm
Anhängelast750 kg
Zuladung472-562 kg

So digital wird der Ford Mustang Mach-E

Im Vordergrund steht also, der Name verpflichtet, ein sportlicher Charakter und nicht die Kofferraumgröße. Deshalb soll der Mustang Mach-E trotz seiner zwei Tonnen Gewicht und der hoch aufragenden Karosse beinahe so flott fahren wie ein Mustang. Ford hebt die mittels der Traktionsbatterie zusätzlich versteifte Karosserie hervor, ebenso die drei Fahrmodi: „Whisper“, „Active“ und „Untamed“ (dt.: „Flüstern“, „Aktiv“ und „Ungezähmt“). Sie beeinflussen die Ansprache der Lenkung, die Gaspedalkennlinie sowie die Leistungsabgabe des Motors. Im „ungezähmten“ Modus erklingt im Innenraum ein künstlich erzeugter „Motor“-Sound.

Der Ford Mustang Mach-E aus der Seitenperspektive
Quelle: Ford Mit einer Höhe von 1,62 Metern zählt der Ford Mustang Mach-E zu einem der flacheren SUVs

Wichtig in einem Elektroauto: die Routenplanung – auch, wenn ihre Bedeutung mit wachsender Reichweite sinkt. Ford setzt auf Garmin-Technologie sowie auf TomTom-Echtzeit-Verkehrsdaten. Das Navi berechnet die aktuelle Reichweite unter Einbeziehung von Faktoren wie der Außentemperatur und der Verkehrsbedingungen. Auch sonst gibt sich der Mustang Mach-E betont digital: Das Handy fungiert als Autoschlüssel, das Elektroauto entriegelt sich, sobald sich ein autorisiertes Smartphone nähert. Hat man es einmal nicht dabei, lässt sich das Auto über eine Codeeingabe an der B-Säule öffnen und über eine weitere PIN starten. Die Route lässt sich zudem bequem auf dem Sofa am Handy programmieren und dann per App an das Sync-4-System übertragen, das im Ford Mustang Mach-E debütiert.

Das Elektroauto kann jedoch noch mehr: Bei Tesla von Anfang an verfügbar, führt nun auch Ford mit diesem Modell Over-the-Air-Updates ein. Sie betreffen nicht nur das Infotainmentsystem, sondern auch Fahrzeugparameter. Solange die verbaute Hardware wie Motor und Akku es abbilden kann, sind im Prinzip permanente Verbesserungen der Abstimmung sowie neue Ausstattungen installierbar. Wie Ford dies genau nutzen will, bleibt zunächst offen. 


Ford Mustang Bullit
Ford Mustang Bullitt

Unter der Haube des Bullitt sitzt ein 5,0-Liter-V8-Motor mit 460 PS.


Ausstattung und Laden im Ford Mustang Mach-E

Ein Elektroauto funktioniert im Alltag nur so gut wie seine Lademöglichkeiten. Positiv: Ford steckt in jeden Mustang Mach-E serienmäßig alle verfügbaren Optionen und die erforderlichen Kabel. Das Elektro-SUV lädt seine großen Akkus an der Haushaltssteckdose (2,8 kW), dreiphasig an der Wallbox (bis zu 10,5 kW) oder mit bis zu 150 kW an der Gleichstrom-Schnellladesäule. Mit dem Kauf erwirbt der Kunde über die FordPass App eine Abrechnungsmöglichkeit an aktuell europaweit rund 50.000 Ladepunkten. Im Preis enthalten ist auch die Nutzung des Ionity-Netzwerks mit 2.400 Ladepunkten. Der Tarif dafür beträgt im ersten Jahr 31 Cent pro kWh. Das ist deutlich günstiger als die 79 Cent, die ohne Mitgliedschaft anfallen.  

Nahaufnahme des Türgriffs vom Ford Mustang Mach-E
Quelle: Ford Das Handy fungiert als Autoschlüssel für den Mustang Mach-E. Das Elektroauto entriegelt sich, sobald ein autorisiertes Smartphone sich nähert. Hat man es einmal nicht dabei, lässt sich das Auto über eine Codeeingabe an der B-Säule öffnen

Mit den großen Akkus des Ford fällt die Schuko-Steckdose als sinnvolle Ladeoption weitgehend aus. Von 10 bis 80 Prozent Ladung benötigt das SUV hier bis zu 29 Stunden. An der Wallbox lädt der Mustang Mach-E über Nacht in 5,7 oder 7,2 Stunden, je nach Akkugröße. An der Gleichstrom-Säule lässt sich der Akku in 38 oder 45 Minuten wieder zu 80 Prozent füllen.

Serienmäßig stecken im Mustang Mach-E auch Assistenzsysteme wie adaptiver Tempomat, Stau- und Fernlicht-Assistent, ebenso LED-Scheinwerfer, Müdigkeitswarner und Online-Dienste wie TomTom Live Traffic. Vollautomatisches Ein- und Ausparken, Verkehrsschild-Erkennung und 360-Grad-Kamera kosten Aufpreis. Eine stromsparende Wärmepumpe fehlt dem Ford-Elektroauto allerdings. Schade, denn so wird die Langstreckentauglichkeit des Mach-E im Winter deutlich sinken. Im normalen Alltag dürften die großen Akkus genug Reserven bereithalten.


Ford Mustang
Ford Mustang 2.3 Ecoboost

Mit dem 2,3-Liter-Vierzylinder erreicht der Ford Mustang die Tempo-100-Marke in unter sechs Sekunden. 317 PS leistet das Aggregat.


Direkter Konkurrent für Tesla Model Y

Ganz schön Tesla: Im Cockpit dominiert den Mustang Mach-E ein großer, horizontaler Touchscreen – bis auf ein originelles Detail. Im unteren Drittel des Screens prangt mitten im Glas ein Metall-Rändelrad für die Lautstärke-Regelung. Der Bildschirm ist nicht das einzige Tesla-Zitat am Mustang Mach-E. Genau angesehen hat sich Ford vor allem das in den USA bereits verfügbare SUV Model Y. Die Größe, die Proportionen, selbst die wählbaren Optionen und das Preisgefüge: Ford positioniert den Mustang Mach-E recht offensichtlich als direkten Konkurrenten zum Tesla Model Y. Hier wie dort wählen Kunden aus zwei Reichweiten, Allrad- oder Heckantrieb sowie in Zukunft einer Performance-Version aus. Sogar deren Sprintwerte (0-100 km/h in 3,7 Sekunden) gleichen sich exakt.

Der Ford Mustang Mach-E mit Sicht auf das Display
Quelle: Ford Im „ungezähmten“ Modus erklingt im Innenraum des Mach-E ein künstlich erzeugter „Motor“-Sound

Bei der Reichweite zieht Ford vorbei: Schon die „Standard Range“ des Mach-E bietet mehr Akkukapazität als die „Long Range“-Variante von Tesla. Mit großem Akku steht es voraussichtlich 610 zu 540 Kilometer für Ford. Zudem wird Ford darauf achten, Teslas Preise stets um einen kleinen vierstelligen Betrag zu unterbieten. Ein Model Y mit Allrad und großer Reichweite (505 km) sowie Assistenzpaket kostet laut aktueller Preisliste gut 67.000 Euro. Der Ford Mustang Mach-E ruft mit größerer Reichweite (540 km), Allrad und Assistenzpaket 65.000 Euro auf.

Wann das Model Y in Deutschland auf den Markt kommt, hängt davon ab, wie schnell die neue Tesla-Fabrik bei Berlin fertiggestellt sein wird. Der Ford Mustang Mach-E lässt sich bei einigen Ford-Händlern bereits besichtigen und bestellen, die Auslieferungen sollen kurz nach dem Jahreswechsel starten. Corona hat diesen Termin verzögert – vorerst läuft das Modell in Mexiko vom Band. Dort haben die Auslieferungen bereits begonnen. Die Performance-Version Mustang Mach-E GT soll Ende 2021 folgen. Hier nennt Ford bisher keinen Preis.

Nicht mehr bestellbar ist dagegen der klassische Ford Mustang mit Vierzylinder-Turbomotor. Dass das elektrische Mustang-SUV damit der günstigste Mustang ist, wird die beinharten Mustang-Fans allerdings nur am Rande interessieren – schließlich ist es alles, aber kein richtiger Mustang.


PB Tesla Model S P85 in der Ansicht von vorne links, stehend in einer Tiefgarage
Tesla Model S P85

Der E-Motor im Model S leistet 422 PS. Bis Tempo 100 vergehen 4,4 Sekunden.


Ford Mustang Mach-E: Motoren und Preise

ModellLeistung kW (PS)Drehmoment NmAntriebVerbrauch kWh/100 km0-100 km/h sec.Höchstgeschwindigkeit km/hLeer-gewicht kgAkku kWhReichweite kmPreis EUR
Standard Range198 (269)430Heck17,26,11801.99375,744046.900
Extended Range216 (290)430Heck16,56,21802.11198,761054.475
Dual Standard Range198 (269)580Allrad19,55,61802.08675,740054.000
Dual Extended Range258 (346)580Allrad18,75,11802.21898,754062.900
Mach-E GT (ab Ende 2021)358 (487)860Allradn. n.3,7200n. n.n. n.n. n.n. n.


Der Ford Mustang Mach-E (2021) | Galerie

  • Der Ford Mustang Mach-E aus der Vogelperspektive
    Quelle: Ford Der Ford Mustang Mach-E ist zu Preisen ab 46.900 Euro bestellbar
  • Der Ford Mustang Mach-E in an einer Ladesäule
    Quelle: Ford Der Ford Mustang Mach-E schafft laut Hersteller eine Reichweite von 440 bis 610 km
  • Der Ford Mustang in Frontansicht fahrend
    Quelle: Ford Der Ford Mustang Mach-E verfügt über drei Fahrmodi: „Whisper“, „Active“ und „Untamed"
  • Der Ford Mustang Mach-E aus der Heckperspektive fahrend
    Quelle: Ford Die Basisversion des Mach-E leistet 198 kW (269 PS)
  • Der Innenraum des Ford Mustang Mach-E mit Sicht auf das Lenkrad
    Quelle: Ford Das Basismodel des Mustang Mach-E sprintet in 6,1 Sekunden auf 100 km/h
  • Nahaufnahme des Türgriffs vom Ford Mustang Mach-E
    Quelle: Ford Das Handy fungiert als Autoschlüssel für den Mustang Mach-E. Das Elektroauto entriegelt sich, sobald ein autorisiertes Smartphone sich nähert. Hat man es einmal nicht dabei, lässt sich das Auto über eine Codeeingabe an der B-Säule öffnen
  • Der Innenraum des Ford Mustang Mach-E mit Sicht auf die Mittelkonsole
    Quelle: Ford Vollautomatisches Ein- und Ausparken, eine Verkehrsschild-Erkennung und eine 360-Grad-Kamera kosten Aufpreis im Ford Mustang Mach-E
  • Der Innenraum des Ford Mustang Mach-E
    Quelle: Ford Serienmäßig verfügt der Mustang Mach-E unter anderem über Assistenzsysteme wie adaptiver Tempomat, Stau- und Fernlicht-Assistent und Müdigkeitswarner
  • Der Ford Mustang in Frontansicht
    Quelle: Ford An einer Gleichstrom-Säule lässt sich der Akku des Mach-E in 38 oder 45 Minuten wieder zu 80 Prozent füllen
  • Die Frontansicht des Ford Mustang Mach-E
    Quelle: Ford Der Mustang Mach-E soll trotz seiner zwei Tonnen Gewicht und der hochtragenden Karosserie so flott fahren wie ein Mustang, sagt Ford
  • Der Ford Mustang Mach-E aus der Seitenperspektive
    Quelle: Ford Mit einer Höhe von 1,62 Metern zählt der Ford Mustang Mach-E zu einem der flacheren SUVs
  • Der Ford Mustang Mach-E in Heckansicht
    Quelle: Ford Das Navi des Ford Mustang Mach-E berechnet die aktuelle Reichweite, unter Einbeziehung von Faktoren wie der Außentemperatur und der Verkehrsbedingungen
  • Der Ford Mustang Mach-E mit Sicht auf das Display
    Quelle: Ford Im „ungezähmten“ Modus erklingt im Innenraum des Mach-E ein künstlich erzeugter „Motor“-Sound
  • Die Rücksitzbank des Ford Mustang Mach-E
    Quelle: Ford Die Rücksitzbank sowie die vorderen Sitze des Mustang Mach-E sind mit schwarzem Kunstleder bezogen
  • Der Kofferraum des Ford Mustang Mach-E
    Quelle: Ford Der Kofferraum des Ford Mustang Mach-E lädt 402-1.420 Liter
  • Das Elektrogehäuse des Ford Mustang Mach-E
    Quelle: Ford Der Verbrauch des Mach-E liegt je nach Variante bei 16,5 bis 18,5 kWh/100 km