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Winter-Tipps für Motorradfahrer

Wohin mit dem Bock?

Sind Sie hartgesotten und fahren auch im Winter Motorrad, oder bringen Sie das Schätzchen vor Schnee und Salz in Sicherheit? Wir haben Tipps, die den Winter angenehmer machen - für Fahrer und Pausierer.

 
 

Hardcore-Bikern kribbelt in diesem (bislang) verhältnismäßig warmen Winter erfahrungsgemäß bereits die Gashand. Mehr noch als im Frühjahr und Sommer gilt aber: Wer jetzt aufs Motorrad steigt, sollte das nicht ohne schützende – und vor allem wetterfeste, wärmende – Kleidung tun.

Auf zwei Rädern steigt das Unfallrisiko bei widrigen Temperaturen und Straßenverhältnissen erheblich. Auch die Versicherungsfrage kann knifflig werden: Wer keine M+S-Reifen aufgezogen hat, den trifft im Falle eines Unfalls wie bei Autos eventuell eine Mitschuld.

Das Problem: Geeignete Bereifung gibt es meist nur für Enduros oder Modelle mit schmalen Rädern (Reifen bis 140/60). „Grobe Profilierung und weiche Gummimischung vertragen sich nicht mit hubraumstarken, schweren Motorrädern und den damit verbundenen Belastungen“, erklärt Thomas Schönherr, Sprecher der Reifenwerke Heidenau.

Runderneuerte Sonderanfertigungen

Heidenau gehört mit Pneus wie „K 60“ und „K 66“ zu den klassischen Lieferanten von Winterreifen für Motorräder. Herstellern von extrem schnellen Straßen-Maschinen ist damit nicht geholfen. Für Ducati zum Beispiel gibt es keine M+S-Reifen.

Eine mögliche Lösung: „Wer keine passenden Reifen im Handel bekommt, kann sich runderneuerte Reifen mit einem speziellen Winterprofil anfertigen lassen“, weiß Thomas Alber, Leiter der ADAC Motorradkoordination. Günstig ist diese Lösung aber nicht: „Für einen wintertauglichen Hinterreifen werden bis zu 600 Euro fällig“, schätzt Motorradexperte Alber.

Rollerfahrer haben es da leichter: Hinter dem Beinschild sitzen sie spritzwassergeschützt, und für Grip sorgen klassische Winterreifen wie Heidenau „K 58“ oder „K 66 LT“ sowie Metzelers Feelfree Wintec. Die gibt es in gängigen Größen.

Hersteller setzen zunehmend auf Sicherheit

„Moped“-Fahrer, die in der dunklen und kalten Jahreszeit konsequent durchfahren, müssen mehr noch als im Sommer auf die Technik ihrer Maschine achten. In erster Linie gilt das natürlich für die Beleuchtung.

LED-Technik für Blinker und Rückleuchten setzen mittlerweile alle namhaften Hersteller ein. KTM zum Beispiel spendiert selbst seiner „kleinen“ 125 Duke die deutlich hellere und effizientere Lichttechnik. Ducati bestückt die Diavel sogar mit LED-Tagfahrlicht.

Tipps fürs Einmotten über den Winter

Wer sich entschließt, seine Maschine über den Winter einzumotten, der sollte den Luftdruck erhöhen und/oder das Motorrad aufbocken, damit sich die Räder nicht „unrund“ stehen. Dafür gibt es zum einen spezielle Ständer (z.B. BMW Paddock Stand), zur Not tut es aber auch die gute alte Getränkekiste unterm Motorblock.

Blechtanks sollten bei aufgebocktem Motorrad bis zum oberen Rand befüllt werden. Kunststofftanks hingegen sollten leer sein, sonst könnten Kraftstoffbestandteile durch die Tankwand diffundieren, warnt der ADAC.

Nicht vergessen vor dem Winterschlaf: Motoröl aus dem noch warmen Viertaktmotor ablassen, Ölfilter wechseln und Motor mit frischem Öl befüllen. Anschließend sollte man den Motor mit dem Anlasser bzw. Kickstarter mehrmals durchdrehen, aber nicht laufen lassen. Nicht vergessen: das alte Öl fachgerecht entsorgen – etwa bei der örtlichen Tankstelle oder am Bauhof.

Wenn es trocken ist: lüften!

Ist die Batterie ausgebaut und an einem frostsicheren Ort trocken und kühl gelagert, bleibt eigentlich nur noch das finale Mäntelchen. Wer eine Garage oder einen großzügigen Keller hat, ist hierbei klar im Vorteil, da steht die Maschine trocken und meistens relativ warm.

Noch ein Tipp vom ADAC: Wird das Motorrad überdacht untergestellt, sollte es mit einer Decke oder Stoffbahn abdeckt werden. Unter Plastikplanen kann sich Schwitzwasser sammeln.

Überwintert das Bike draußen, sollte man an trockenen Tagen einfach mal den Wetterschutz abnehmen – und die Maschine gut auslüften lassen.

Text: Ralf Bielefeldt