Pflege und Vorsorge im Winter

So schützt Du Dein Auto gegen Streusalz

Lack, Unterboden: Streusalz auf den Straßen setzt Autos an verschiedenen Stellen zu. Dieser Ratgeber klärt, wie Du unbeschadet durch den Winter kommst.

  • Fabian Hoberg
  • Veröffentlicht am 14.01.2021, 18:39
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Quelle: picture alliance/dpa Lack, Unterboden: Streusalz auf den Straßen setzt Autos zu. So kommst Du unbeschadet durch den Winter

Im Winter verteilen Gemeinden und Kommunen feuchtes Wintersalz auf ihren Straßen. Dank einer chemischen Reaktion tauen Eis und Schnee ab und die Reifen haften besser. Das steigert die Sicherheit der Autofahrer, schadet aber den Fahrzeugen. Wir sagen, wie Du Dein Auto am besten gegen das Streusalz schützt und was bei der Reinigung zu beachten ist.

Streusalz vom Auto entfernen in Kürze:

  • Kommunen setzen Natriumchlorid ein, um Straßen von Eis und Schnee zu befreien.
  • Die Kristalle können Kunststoffe, Lacke und Metalle eines Autos angreifen.
  • Neben den Oberflächen sind vor allem Achsen, Lager und Bremsleitungen gefährdet.
  • Regelmäßige Fahrzeugwäsche hilft nur, wenn auch der Unterboden gereinigt wird.
  • Fette und Wachse können im Winter sinnvolle Ergänzungen bei der Autopflege sein.

Das Streusalz besteht aus überwiegend ungiftigem Natriumchlorid (NaCl), also Kochsalz. Werden die Salzkristalle feucht, entwickeln sie eine ätzende Eigenschaft, die neben Umwelt und Tieren auch Autos zusetzen kann.


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So schützt Du den Lack gegen Streusalz

Das mit dem Schneematsch verbundene Salzgemisch kann Kunststoffe ebenso angreifen wie Lacke und Metall. Auf lackierten Oberflächen können die Kristalle wirken wie Schleifpapier und hässliche Spuren hinterlassen. Schlimmstenfalls können sie dem Lack sogar kleine Risse zufügen. Das gilt besonders, wenn nicht Salz, sondern kleine Steine gestreut werden. Der sogenannte Splitt kann bei hohen Geschwindigkeiten aufgewirbelt werden.

Moderne Lacke sind zwar gut versiegelt und dadurch relativ resistent gegen Salzlauge. Doch es gibt Grenzen: Fahrzeuge ohne guten Rostschutz sind anfällig. Es kann schon reichen, wenn wegen eines Steinschlags ein bisschen Lack von der Motorhaube geplatzt ist. Dann gelangen die Salze ans nackte Blech und reagieren mit dem Metall. Rost entsteht.

Hier erfährst Du, wie du Rost am Auto entfernst.

Um die Alterung des Autos im harten Wintereinsatz zu verlangsamen, solltest Du es während der kalten Jahreszeit regelmäßig pflegen. Dazu zählt ein regelmäßiger Fahrzeugcheck inklusive gründlicher Wäsche, am besten mindestens einmal im Monat. Hochdruckreiniger in einer Waschbox oder vor einer Waschstraße spülen groben Schmutz wie Sand und Salz zuverlässig vom Lack.

Bildet sich am Auto schon Flugrost oder Rost, solltest Du schnell reagieren. Während sich Flugrost noch leicht abwischen lässt, muss der Rost behandelt werden. Je nach Größe und Stelle klappt das einfach mit einem Rostumwandler und anschließender Versiegelung der nackten Metallfläche. Bei hartnäckigem Rost helfen nur Schmirgelpapier oder Drahtbürste. Danach muss die Stelle geschliffen und eventuell gespachtelt werden. Anschließend kannst Du sie neu lackieren.

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Quelle: picture alliance/dpa Bei Schnee und Streusalz ist Vorsicht geboten: Tiere lecken das Salz auf und stehen dabei auf der Fahrbahn

So schützt Du den Unterboden Deines Autos im Winter

Wer im Winter durch Schneematsch fährt, mutet dem Unterboden seines Autos viel zu. Die aggressive Mischung aus Streusalz und Wasser begünstigt die Rostbildung an den Achsen und Lagern. Bremsleitungen können porös werden. Zwar teilt der ADAC dazu mit: “Dank werkseitiger Hohlraumversiegelungen, verbessertem Unterbodenschutz und dem Einsatz verzinkter Bleche, ist das eher ein Problem der Vergangenheit.” Dennoch gilt auch hier: Ältere Autos sind besonders gefährdet. Regelmäßige Kontrolle und vor allem gründliche Reinigung sind geboten.

Wenn das nicht mit der Hochdrucklanze funktioniert, fährst Du am besten nach dem groben Vorreinigen in eine Waschstraße, die Unterbodenwäsche anbietet. Besonders akkurat reinigen Programme mit Vor- und Unterbodenwäsche die Autos. Achtung: Bei Minusgraden können Wasserreste in Ritzen und Kanten des Autos gefrieren und das Fahrzeug beschädigen. Wähle den Termin für den Besuch in der Waschstraße daher sorgfältig.

Wenn das Auto sauber ist, solltest Du Windschutzscheibe, Motorhaube, Front, Scheinwerfer und Radläufe kontrollieren. Hier können aufgewirbelte Steine kleine Schäden verursacht haben. In den Radhäusern entfernt eine alte Spülbürste effektiv Schmutz, Schlamm und Salz aus den Ecken. Zu einer intensiven Fahrzeugwäsche zählt auch das Entfernen von Blättern aus der Ablaufrinne, weil sie die Abläufe verstopfen können.


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Tesla Model 3

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Sinnvolle Hilfsmittel im Winter

Wer sein Auto häufig auf gesalzenen Fahrbahnen bewegt, sollte über einen besonderen Rostschutz nachdenken. Dazu zählen spezielle Fette und Wachse, die sich in den Hohlräumen und am Unterboden verteilen. Wachse haben den Vorteil, dass sie bei Wärme elastisch werden und anschließend aushärten. So lassen sich kleine Schäden versiegeln. Ein klassischer Unterbodenschutz etwa aus Bitumen härtet dagegen mit der Zeit aus. Risse können entstehen.

Türscharniere und Schlösser sollten im Winter hin und wieder mit Fett oder Kriech-Öl gereinigt werden. Scheibengummis bleiben mit Hausmitteln wie Hirschtalg oder Vaseline elastisch. Auch der Innenraum leidet im Winter bei Eis, Schnee und Salz. Darum sollten Autofahrer regelmäßig das Wasser von den Gummimatten entfernen und prüfen, ob sich unter ihnen Feuchtigkeit gesammelt hat. Zeitungspapier unter den Fußmatten saugt die Nässe auf. Bedenke: Das hilft nur, wenn Du das Papier regelmäßig austauschst.


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Der Schutz beginnt schon vor dem Winter

Im Idealfall haben Autofahrer ihr Fahrzeug schon vor dem Winter konserviert, damit Schmutzpartikel und Salz nicht am Blech nagen können. Je nach Fahrweise solltest Du die Wachsschicht auf Deinem Auto im Winter noch einmal erneuern. Ein gutes Indiz ist der Perleffekt: Wenn das Wasser an der Oberfläche nicht mehr perlt, sondern fließt, solltest Du nachbessern. Je nach Witterung und Fahrweise hält Wachs bis zu zehn Wochen, ein synthetischer Schutz unter Umständen länger.

Steinschläge und Risse in der Scheibe solltest Du möglichst direkt ausbessern lassen – unabhängig von der Jahreszeit. Kleine Lackschäden lassen sich meist mit Lackstift korrigieren. Wer sich das nicht zutraut, lässt die Arbeit von einem Smart-Repair-Unternehmen erledigen. Bei Flecken und Unebenheiten solltest Du das Blech polieren. Anschließend wird es gewachst oder versiegelt, am besten in einer trockenen Garage. Wachse oder synthetische Mittel schützen den Lack, spezielle Pflegemittel Kunststoffstoßstangen und Anbauteile. Dann kann der nächste Wintereinbruch Deinem Auto nichts anhaben.


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