Ohne sie darfst Du Dein Auto nicht im Verkehr bewegen

TÜV-Kosten – Das kostet die Kfz-Hauptuntersuchung (HU)

Es ist schon wieder so weit – die nächste Hauptuntersuchung steht an. Dein Auto muss also zum TÜV! Bei Pkw ist das mit Ausnahme von Neuwagen alle zwei Jahre der Fall. Die Kfz-Hauptuntersuchung, wie es eigentlich richtig heißt, kostet durchschnittlich rund 110 Euro. Doch es kann auch teurer werden. Etwa, wenn Du die Frist verstreichen lässt, Dich nicht richtig vorbereitet hast oder eine Nachuntersuchung fällig wird.

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
In der Regel müssen Pkw alle zwei Jahre zur HU. Davon ausgenommen sind Neuwagen.
Quelle: picture alliance/dpa In der Regel müssen Pkw alle zwei Jahre zur HU. Davon ausgenommen sind Neuwagen

Eine Kfz-Hauptuntersuchung (HU) darf nicht nur ein sogenannter Technischer Überwachungsverein – umgangssprachlich der TÜV – durchführen, sondern auch die anderen großen Prüforganisationen DEKRA, KÜS und GTÜ sind dazu berechtigt. Dass alle Welt nur vom „TÜV“ redet, liegt daran, dass „der TÜV“ früher ein Monopol besaß, Fahrzeuge amtlich auf ihre Verkehrssicherheit hin zu überprüfen und die begehrte Plakette zu vergeben.

Wann muss das Fahrzeug zum TÜV?

Neuwagen müssen zunächst 36 Monate nach Erstzulassung vorgeführt werden, danach wird der Pflichtcheck alle 24 Monate fällig. Das Gleiche gilt für Wohnmobile bis 3,5 Tonnen und Anhänger bis 750 Kilo. Ist der Anhänger schwerer, musst Du wie im Falle von Motorrädern grundsätzlich alle 24 Monate zur Hauptuntersuchung.

Wann der Termin fällig ist, liest Du an der Prüfplakette ab, die der Prüfingenieur auf das hintere Kennzeichen geklebt hat. In der Mitte der Plakette ist in Ziffern das Fälligkeitsjahr vermerkt, zudem trägt sie mit jedem neuen Kalenderjahr eine andere Farbe, was Verkehrskontrollen erleichtert. Den Fälligkeitsmonat markiert die obere Zahl im äußeren Ring der Plakette – „1“ steht für Januar, „12“ für Dezember.   

An der Prüfplakette kannst Du ablesen, wann Du zur nächsten HU musst.
Quelle: picture alliance/dpa An der Prüfplakette kannst Du ablesen, wann Du zur nächsten HU musst. Hier ist es Dezember 2021

Kfz-Hauptuntersuchung – die HU-Kosten

Während die Prüfer bei der Hauptuntersuchung nach strengen Vorgaben vorgehen, variieren die Preise. Allerdings nur leicht, da sie sich in einem vorgegebenen Rahmen bewegen müssen. Aktuell musst Du als Halter eines Pkw für die Hauptuntersuchung und die Abgasuntersuchung (AU), die in der Regel mit durchgeführt wird, zwischen 105 und 115 Euro zahlen. Die Gebühren für Motorräder und Anhänger entnimmst Du zusätzlich der folgenden Tabelle (Preise variieren nach Region, Richtwerte).

Mit diesen Gebühren musst Du rechnen

OrganisationHU + AU für PkwHU + AU für KraftradAnhänger bis 750 kg (ohne Bremse)
TÜV Nord110 Euro74 Euro30,20 bis 36,40 Euro
TÜV Süd110 Euro67 Euro29,50 bis 35 Euro
GTÜ105 bis 112 Euro67 Euro bis 72 Euro33 bis 36 Euro
DEKRA106 bis 113 Euro67 bis 76 Eurocirca 35 Euro
KÜS110 bis 115 Euro69 Eurocirca 33 Euro

Zuletzt sind die Preise für die HU etwas teurer geworden, da bei der Abgasuntersuchung seit 2019 eine Endrohrmessung durchgeführt werden muss. Fahrzeuge ab Baujahr 2006 mussten zuvor zwar auch eine AU durchlaufen, doch wurde diese lediglich mittels Software über das On-Board-Diagnosesystem durchgeführt. Jetzt werden die Abgase direkt im Endrohr der Auspuffanlage per Sonde analysiert. Defekte und Manipulationen sollen sich so besser aufspüren lassen.

Du hast den HU-Termin überzogen – die Kosten

Viele Halter vergessen den Termin und überziehen den TÜV. Das ist grundsätzlich zwar nicht gestattet, aber zunächst kein Problem. Die Hauptuntersuchung muss aber innerhalb des Monats durchgeführt werden, der auf der Plakette vermerkt ist. Und selbst, wenn diese Frist um bis zu zwei Monate überschritten ist, droht noch keine Sanktion in Form einer Geldbuße.

Erst danach kann es sein, dass Dir in einer Verkehrskontrolle ein Verwarnungsgeld aufgebrummt wird, das zunächst 15 Euro beträgt. Lässt Du den Termin vier bis acht Monate schleifen, werden 25 Euro fällig, danach 60 Euro Bußgeld und einen Punkt in Flensburg gibt’s dann auch.

Ab Überziehung um zwei Monate wird auch die Hauptuntersuchung selbst um ein Fünftel teurer, denn dann sind die Prüforganisationen zu einer erweiterten Hauptuntersuchung verpflichtet, bei der genauer hingeschaut wird. Die Plakette ist dann für zwei Jahre ab dem tatsächlichen Prüftermin gültig und wird nicht auf den ursprünglichen Termin rückdatiert – so wurde noch bis 2011 verfahren.

Auch bei der Kfz-Versicherung musst Du aufpassen: Hat ein Unfallgegner berechtigt Ansprüche, zahlt die Haftpflicht immer. Doch führen Mängel zum Unfall, die beanstandet worden wären, kann es richtig teuer werden, wenn die Versicherung Dich dann in Regress nimmt.  

Die Abgasuntersuchung (AU) wird meist mit durchgeführt.
Quelle: picture alliance/dpa Die Abgasuntersuchung (AU) wird meist mit durchgeführt. Die Kosten für HU und AU liegen zwischen 105 und 115 Euro (Stand: 2019)

Mängel am Auto und Du musst nachbessern lassen? Die Kosten

Dass Fahrzeuge durch die Prüfung des TÜV fliegen, passiert gar nicht so selten – die Quote lag nach TÜV-Angaben 2018 bei rund einem Viertel. Woran das auch liegt: Vor allem bei erheblichen Mängeln muss nachgebessert werden, erst dann gibt es eine neue Plakette. Innerhalb von einem Monat nach dem ersten Termin kannst Du Dein instand gesetztes Auto erneut zur Prüfung des TÜV bringen. Die Gebühren für die Nachuntersuchung belaufen sich in der Regel auf 15 bis 20 Euro.

Weit teurer wird es, wenn Du diese Frist verstreichen lässt. Dann muss eine neue Hauptuntersuchung durchgeführt werden – mit allen Kosten und Gebühren, die damit verbunden sind. Und es droht ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 Euro. Besteht Dein Auto die Nachuntersuchung nicht, kann Dir der Prüfer eine erneute Frist von vier Wochen einräumen.

Kosten senken mit der richtigen Vorbereitung

Es gibt aber auch die Möglichkeit, bei der Hauptuntersuchung Geld zu sparen. Dazu gehört, dass Du Dir das günstigste Angebot in Deiner Region heraussuchst. Um es einzuholen, kannst Du Dich an die Prüforganisationen direkt wenden, aber auch bei akkreditierten Werkstätten anfragen, die sich Prüfer ins Haus holen.

Werden in der Werkstatt kleinere Schäden festgestellt, bevor der Prüfingenieur loslegt, können diese ohne großen Umstand vor Ort noch behoben werden. Fährst Du direkt zu TÜV, DEKRA und Co. sind die Kosten bei Nichterteilung der Plakette unter Umständen höher, ganz zu schweigen vom gesteigerten Zeitaufwand.

Und: Eine gute Vorbereitung kann die Kosten senken, denn viele kleinere Dinge, die manchmal das Zeug zum erheblichen Mangel haben, kannst Du selbst überprüfen und sogar beheben. Hat zum Beispiel die Frontscheibe einen Steinschlag, muss das nicht erst der Prüfer entdecken, Du kannst den Schaden vorab über die Teilkasko meist kostenfrei abwickeln.

Auch wenn die Gummilippe des Scheibenwischers locker sitzt, ist das bei der Hauptuntersuchung ein sicherheitsrelevanter Mangel – den Du vorab beheben kannst. Stimmt das Mindest-Reifenprofil von gesetzlich vorgegebenen 1,6 Millimetern noch? Ist das Wischwasser aufgefüllt, der Verbandskasten noch nicht abgelaufen und das Warndreieck an Bord? Alles Dinge, mit denen sich nicht erst der Prüfingenieur auseinandersetzen muss.



Wann Änderungs- und Einzelabnahmen notwendig werden

Baust Du Dein Auto um, musst Du für jede Änderung, die über vom Hersteller angebotene Extras hinaus geht, eine Genehmigung besitzen – egal, ob extrabreite Felgen, Heckspoiler, Sportauspuff oder tiefer gelegtes Fahrwerk. Grundsätzlich gilt: Schon beim Kauf entsprechender Teile solltest Du darauf achten, dass je ein Prüfzeugnis vorliegt – also ein Teilegutachten, eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) oder eine EG-Typgenehmigung.

Mit dem Dokument musst Du zur Prüforganisation, die Dir für rund 30 bis 50 Euro eine Abnahmebescheinigung ausstellt, mit der Du die Änderung bei der Zulassungsstelle in die Fahrzeugpapiere eintragen lassen kannst. Allerdings nicht alle Umbauten müssen eingetragen werden – ohne die grundsätzliche technische Abnahme erlischt aber die Betriebserlaubnis und Du darfst mit Deinem Auto nicht mehr auf die Straße.

Immer dann, wenn kein Prüfzeugnis vorliegt, ist die Einzelabnahme vonnöten. Diese Begutachtung nach Paragraf 21 der Straßenverkehrsordnung ist immer dann möglich, wenn für Teile kein gültiges Prüfzeugnis vorliegt. Durchführen dürfen sie nicht mehr nur TÜV und DEKRA, sondern seit Ende März 2019 auch amtlich anerkannte Sachverständige von KÜS und GTÜ. Das erstellte Gutachten wird wiederum bei der Zulassungsstelle vorgelegt, die die Betriebserlaubnis für das umgebaute Fahrzeug erteilt.

Für das ganze Prozedere werden aber nicht selten mehrere Hundert Euro fällig. Du solltest Dir also Deiner Sache sicher sein und vorab mit der Prüforganisation abklären, ob eine Einzelabnahme – oft auch Sonderabnahme oder Vollabnahme genannt – für Deine Pläne überhaupt möglich ist.

So kommst Du günstig durch die HU

  • gut vorbereiten und kleine Mängel selbst beheben
  • Preise für Hauptuntersuchung und Abgasuntersuchung in Deiner Region vergleichen
  • termintreu sein – ein regelmäßiger Blick auf die Prüfplakette hilft
  • muss am Auto nachgebessert werden, Kostenvoranschläge verschiedener Werkstätten miteinander vergleichen
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