Mit und ohne Ausbau den Akku laden

Autobatterie laden: Anleitung, Tipps und Tricks

Die Batterie Deines Autos ist schlapp? Dann musst Du für eine längere Strecke auf die Autobahn oder der Akku muss an die Steckdose. Lies hier, wie das geht.

  • Fabian Hoberg
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  • Veröffentlicht am 01/29/2020, 5:16 PM
Ein Mechaniker überprüft die Spannung einer Autobatterie.
Quelle: dpa / Picture Alliance Bevor Du die Batterie lädst, solltest Du zunächst die Spannung messen

Wenn der Anlasser morgens müde orgelt, ist das kein gutes Zeichen. Spätestens wenn der Motor beim Starten langsamer dreht oder ein Motorstart nur mühsam möglich ist, benötigt die Autobatterie neue Energie. Meist ist die Starterbatterie zu schwach. Bevor Du jetzt gleich eine neue Batterie kaufst, kannst Du es erst einmal mit Aufladen versuchen. Das spart Geld und funktioniert recht einfach. Wir zeigen Dir Schritt für Schritt, wie Du die Autobatterie des Fahrzeugs aufladen kannst.



Worauf musst Du bei der Aufladung achten?

Beim Laden der Batterie musst Du nur wenige Dinge beachten. Ganz gleich, ob Du die Autobatterie mit oder ohne Ausbau aufladen möchtest. In erster Linie geht es vor dem Laden um folgende Dinge:

  • Prüfung der Batteriespannung
  • Kontrolle von Ablagerungen in den Zellen
  • Korrosion der Pole 
  • Ladeleistung des Ladegeräts
  • Ladegerät muss für Batterietyp (z. B. Blei-Säure-Batterien oder Gel-Batterien) geeignet sein

Wie lade ich eine Autobatterie richtig auf?

Die bequemste Art des Ladens der Autobatterie ist das Fahren über eine längere Autobahnstrecke. Wenn Energiefresser wie Heckscheibenheizung oder Lüftung ausgeschaltet sind, speist der Drehstromgenerator die Autobatterie – ganz ohne Ausbau. Nach gut einer Stunde haben die meisten Batterien wieder ausreichend Saft. Wenn Du mit dem Fahrzeug vorwiegend in der Stadt und auf kurzen Strecken unterwegs bist, solltest Du die Autobatterie lieber mit einem Ladegerät laden. Empfehlenswerte Geräte aus dem Autozubehörhandel kosten rund 100 Euro.

Ein rotes Ladekabel wird an den roten Pluspol einer Autobatterie geklemmt.
Quelle: dpa / Picture Alliance Bevor Du eine neue Batterie kaufst, kannst Du es erst einmal mit Aufladen versuchen

1. Batteriespannung überprüfen

Den Zustand der Batterie prüfst Du mit Hilfe eines Spannungsprüfers – und zwar ohne den Motor zu starten. Auch die Zündung bleibt während der Kontrolle und dem späteren Ladevorgang ausgeschaltet. Die roten Plus- und die schwarzen Minus-Klemmen des Spannungsprüfers werden an den jeweiligen Polen angelegt. Dabei stellst Du den Multimeter auf V für Volt. Im Display des Prüfers erscheint die Batteriespannung. Eine normal geladene Batterie hat etwas mehr als 12 Volt (meist 12,7 V), bei laufendem Motor und erhöhter Drehzahl etwas mehr als 14 Volt. Wenn Deine Batterie weniger als 11 Volt anzeigt, ist sie leer oder defekt – und zu schwach für einen Start.


Ein Citroen C3 steht vor einer Wand mit Graffiti.
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2. Batterieladegerät anschließen

Das Ladegerät schließt Du genau wie den Spannungsprüfer an die Batterie an. Dafür musst Du die Batterie nicht unbedingt ausbauen, wenn das Fahrzeug in einer Garage mit Stromversorgung steht. Du solltest aber vor dem Laden das Handbuch des Fahrtzeugs lesen. Wenn nicht anders beschrieben, legst Du die rote Klemme an den Pluspol, die schwarze an den Minuspol. Erst dann steckst Du das Netzteil des Ladegeräts an die Steckdose.

Es gibt Systeme, bei denen zuerst das Ladegerät mit Strom versorgt wird und dann die Anschlüsse der Batterie belegt werden. Hinweise dazu findest Du in der Anleitung des Batterieladegeräts. Für Autos mit hohem Kriechstrom/Verluststrom wie etwa Oldtimer, bei denen schon nach ein paar Wochen im Stand die Batterie leer ist, empfiehlt sich eine permanente Ladeklemme. Dann muss das Ladegerät nur kurz eingestöpselt werden.

Jemand baut die Batterie seines Autos aus.
Quelle: dpa / Picture Alliance Zum Aufladen benötigst Du entweder einen Stellplatz mit Steckdose, oder Du musst die Batterie für das Aufladen ausbauen

3. Autobatterie aufladen mit Ladegerät 

Zum Aufladen benötigst Du entweder einen Stellplatz mit Steckdose, oder Du musst die Batterie für das Aufladen ausbauen. Für eine schonende Ladung reichen 5 Ampere, manche Schnelllader stellen mehr Strom zur Verfügung. Dann geht das Laden zwar schneller, belastet die Batterie aber auch stärker. Manche Ladegeräte stellen die Stromstärke automatisch ein, bei manchen lässt sie sich zwischen Schnellladen (hohe Ampere-Zahl) und Normalladen (zwischen 3 und 5 Ampere) einstellen.



Je nach Größe (Kapazität) der Batterie, dem Ladegerät sowie der Ladestromstärke beträgt die Dauer fürs Laden der Autobatterie ein paar Stunden, meist acht bis zwölf Stunden. Wenn Du die Batterie über Nacht lädst, müsste sie am nächsten Morgen wieder voll sein. Moderne und intelligente Ladegeräte schalten sich nach erfolgter Voll-Aufladung automatisch ab und begrenzen den Stromzufluss selbstständig.

4. Erneut Spannung messen 

Nach dem Aufladen entfernst Du das Ladegerät – und zwar in umgekehrter Reihenfolge zum Anschließen - und prüfst mit dem Spannungsmesser die Spannung. Die sollte nach stundenlanger Ladung bei mehr als 12 Volt liegen. Ist das nicht der Fall, ist meist eine Zelle defekt. Dann benötigst Du auf jeden Fall eine neue Starterbatterie für das Fahrzeug.

5. Pole mit Polfett bestreichen

Polfett schützt die Kontakte vor Korrosion und dadurch vor Spannungsverlust der Batterie. Benetze deshalb die Polkappen und die Anschlüsse mit dem Fett. So kommst Du mit voller Energie durch Herbst und Winter.

Muss eine Autobatterie zum Laden immer abgeklemmt werden?   

Wenn Du eine Möglichkeit hast, die Autobatterie in einer Garage oder in einem geschützten Abstellplatz zu laden, dann brauchst Du die Batterie für den Ladevorgang nicht auszubauen. Hast Du keinen solchen Platz, muss die Batterie raus.    

Dafür klemmst Du zuerst das schwarze Kabel (Minuspol) und dann das rote Kabel (Plus) ab. Meist benötigst Du dafür einen 10er-Schraubenschlüssel. Die Kabel legst Du dann zur Seite, um die Batterie aus der Vorrichtung herauszuheben. Meist sichert eine Klemme am Fuß die Batterie. Diese musst Du vorher mit einer Ratsche und Verlängerung lösen. Nicht wundern: Die Batterie ist schwer. Wenn Du die Batterie ausgebaut hast, kannst Du sie an einem kühlen, trockenen und gut belüfteten Raum laden.


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Sicherheitshinweise

Blei-Säure-Akkumulatoren mit flüssigem Elektrolyt können bei unsachgemäßer Handhabung auslaufen, was zur Knallgasbildung führen kann. Besonders bei älteren, nicht-wartungsfreien Batterien kann das passieren. Deshalb solltest Du hier besonders vorsichtig sein. Für die Arbeit trägst Du besser Schutzhandschuhe und Schutzbrille, ein großes Tuch als Kotflügelschutz verhindert Verätzungen und Kratzer am Blech.

Bei Ladevorgang der Autobatterie ist außerdem auf eine gute Belüftung zu achten, da sie sich während des Vorgangs erwärmt. Auch eine regelmäßige Kontrolle der Batterie während des Ladens ist ratsam. Erwärmt sie sich zu stark oder verformt sich, ist sie defekt und Du musst den Ladevorgang sofort abbrechen. Dann hilft nur noch eine neue Batterie. 

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