Batterie, Motor, platter Reifen

Die Hitliste der Autopannen

Im Film qualmt es unter der Haube. Im echten Leben streikt meist sehr unspektakulär die Batterie. Lies hier, was die häufigsten Ursachen für Autopannen sind.

  • Sabine Stahl
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  • Veröffentlicht am 01/27/2020, 3:15 PM
Eine Frau steht gekleidet mit einer Warnweste vor dem geöffneten Motorraum ihres Autos.
Quelle: dpa / Picture Alliance Dein Auto will nicht anspringen? Die häufigste Pannenursache liegt in der Batterie

Gelbe Engel verkünden in der Regel keine frohe Botschaft. Aber die Straßenwacht des ADAC oder andere Pannendienste helfen, wenn Du mit einer Autopanne am Straßenrand stehst. Schuld daran ist statistisch gesehen in den meisten Fällen die Starter-Batterie. Seit Jahren steht sie auf Platz eins der ADAC-Pannenstatistik, zuletzt mit mehr als 40 Prozent.

Bereits im Jahr 1998 gehörte die Elektrik im Allgemeinen zu den häufigsten Ursachen für eine Fahrzeugpanne. Damals lagen Probleme mit der Elektrik mit 31 Prozent auf dem zweiten Platz der ADAC-Hitliste. 20 Jahre später, im Jahr 2018, summierten sich die Pannenfälle aufgrund einer defekten Batterie sowie anderer Elektrik-Defekte auf 52,10 Prozent. Das Motormanagement, heute mit 19 Prozent auf Platz zwei, belegte im Jahr 1998 den ersten Platz der Rangliste mit 32 Prozent.


BMW 1602 in der Ansicht von vorne-links, stehend
Oldtimer von BMW

1929 rollt das erste Serienautomobil mit dem Namen "DA 2" bei den Bayerischen Motorenwerken vom Band.


Pannenursache Nummer eins: Die Batterie

Die Batterie. Immer wieder die Batterie. Seit Jahren rangiert sie in Deutschland auf dem ersten Platz unter den Pannenursachen – und das nicht nur im Winter. Nach Angaben des Autoclubs hat dies vor allem mit dem Durchschnittsalter der in Deutschland zugelassenen Fahrzeuge zu tun, das erneut gestiegen ist – und zwar auf 9,5 Jahre.

Ein weiterer Grund ist die zunehmende Elektrifizierung der Autos, die mehr Stromfresser an Bord haben. Auch das Einbauen billiger Akkus, mangelhafte Batteriemanagementsysteme sowie das seltenere Wechseln des Akkus lasse die Zahl der Batterie-bedingten Pannen steigen. Bei einer Forsa-Umfrage unter 2.000 Deutschen gaben zehn Prozent aller Befragten an, bereits einmal wegen einer leeren Batterie eine Panne gehabt zu haben. Experten raten dazu, eine Starterbatterie ab einem Alter von fünf Jahren auszutauschen.

Ein ADAC-Mitarbeiter trägt eine neue Autobatterie vor seinem Einsatzfahrzeug her.
Quelle: dpa / Picture Alliance Ein Ausfall der Autobatterie gilt als die häufigste Ursache für ein Liegenbleiben mit dem Auto

Pannenursache Nummer zwei: Das Motormanagement

Den zweiten Rang sowohl bei der ADAC-Statistik als auch bei der Forsa-Umfrage belegte das Motormanagement. Die Straßenwacht des ADAC musste im Jahr 2018 in 19 Prozent der Fälle ausrücken, um Defekte am Motor etwa aufgrund von Schwierigkeiten mit der Einspritzung, der Zündung oder bei der Sensorik zu beheben.

Zwei statische Speicher, wie sie in der Automobiltechnik zur Motorsteuerung verwendet werden.
Quelle: dpa / Picture Alliance Die zweithäufigste Ursache für Autopannen sind ausgefallene Motorsteuergeräte

Innerhalb der vergangenen 20 Jahren hat die Zahl der Pannen aufgrund eines Motorschadens deutlich abgenommen. Der ADAC führt dies darauf zurück, dass sich die Technik in diesem Bereich enorm verbessert hat. Auch von Mardern verursachte Schäden haben abgenommen, da moderne Autos mit digitalen Zündanlagen keine Hochvolt-Zündkabel mehr besitzen. Mehr geworden sind nach Angaben des Autoclubs hingegen Probleme mit Turboladern. Klar. Im Gegensatz zu früher steckt heutzutage in fast jedem Auto ein solches Bauteil. Ähnliches gilt für Probleme mit der Abgasrückführung im Allgemeinen, weil die Abgasanlagen mit der Abgasnachbehandlung komplexer geworden sind im Vergleich zu Fahrzeugen mit einem ungeregelten Kat.



Pannenursache Nummer drei: Die Reifen

Kaum Verbesserung brachten die vergangenen 20 Jahre beim Thema Reifen. Damals wie heute sind sie in rund 7 Prozent der Fälle der Grund für das Liegenbleiben eines Autos. Laut der Umfrage von Forsa ist bereits fast jeder vierte Deutsche aufgrund eines platten Reifens mit dem Auto liegen geblieben.

Wer sich vor einem platten Reifen schützen möchte, sollte regelmäßig nach der Restprofiltiefe, nach möglichen Schäden am Reifen und nach dem Luftdruck schauen. Der Gesetzgeber schreibt eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vor. Experten raten jedoch zu drei bis vier Millimetern Restprofil bei Sommerreifen. Darüber hinaus sollten Reifen nicht älter als sechs Jahre sein. Wann Deine Pneus produziert wurden, kannst Du an der vierstelligen DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen. 1816 etwa steht für die 18. Kalenderwoche im Jahr 2016. All das gilt auch für das Reserverad. Dieses hilft im Fall der Fälle nur, wenn es sich in einwandfreiem Zustand befindet und ordentlich aufgepumpt ist.

Ein graues Auto wird durch einen platten Reifen an der Weiterfahrt gehindert.
Quelle: dpa / Picture Alliance Ein platter Reifen hindert viele Autofahrer an der Weiterfahrt. Ein Ersatzrad, die Runflat-Funktion oder ein Pannenkit bringen Dich bis zur nächsten Werkstatt

Pannenursache Nummer vier: Die Kraftstoffanlage

Im Jahr 2018 war die Kraftstoffanlage mit defekten Kraftstoffpumpen und undichten Leitungen für 4 Prozent aller Pannen verantwortlich. 20 Jahre zuvor gab es häufiger Probleme (6,6 Prozent). Der Grund für die Verbesserung liegt nach Expertenmeinung an ausgereifteren Systemen. 



Pannenursache Nummer fünf: Kühlung und Heizung

Innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte hat die Zahl der Pannen aufgrund einer defekten Kühlung oder Heizung deutlich abgenommen. Ende der Neunzigerjahre waren die Bauteile der dritthäufigste Grund für eine Autopanne mit 8,4 Prozent. Heute belegen sie den fünften Rang mit 2,4 Prozent. Überlastete Kühler mit qualmendem Motor kennen die meisten nur noch aus Filmen. Das liegt vor allem am technischen Fortschritt und den leistungsstärkeren Anlagen.

Dennoch sollten Autofahrer vor allem vor einer längeren Fahrt den Füllstand des Kühlwasserbehälters kontrollieren. Laut Forsa-Umfrage hatten vier Prozent aller deutschen Autofahrer bereits eine Panne aufgrund eines leeren Behälters. Im Winter muss zudem Frostschutz ins Kühlwasser. Das erledigt in der Regel die Werkstatt bei der Inspektion. Wer diese jedoch schon länger nicht mehr besucht hat, sollte die Konzentration des Frostschutzes selbst messen.

Pannenursache Nummer sechs: Der Auspuff

Es gab Zeiten, in denen rostete ein Auspuff schneller als die TÜV-Intervalle anstanden. Moderne Auspuffanlagen halten hingegen mit etwas Glück solange wie das Auto selbst, dank rostfreier Materialien. Ein häufiger Pannengrund waren der Auspuff jedoch auch vor 20 Jahren nicht. Laut ADAC-Statistik sank die Zahl von 1998 bis 2018 von 2,2 auf 1,7 Prozent.  In der Forsa-Umfrage taucht der Auspuff gar nicht auf.

Unter einem Auto ragt der rostende Auspuff hervor.
Quelle: dpa / Picture Alliance Dank rostfreier Materialien treten Pannen aufgrund der Abgasanlage selten vor.

Pannen bei Elektroautos

Insgesamt rückte der ADAC im Jahr 2018 fast vier Millionen Mal aus, um Autofahrern in Not zu helfen. Lediglich 400 Mal war ein Elektroauto der Grund für den Einsatz. Damit entfallen 0,01 Prozent der Einsätze auf Elektroautos, die etwa 0,18 Prozent des deutschen Fahrzeugbestandes ausmachen. 


Ein BMWi3 steht auf einem Waldweg.
Leise und ohne Abgase

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Forsa-Umfrage zum Thema Autopannen

PlatzPannenursacheHäufigkeit
1Platter Reifen24 %
2Motorschaden23 %
3Batterie leer10 %
4Defekte Lichtmaschine7 %
5Zündungsanlage7 %
6Keilriemen5 %
7Defekte Elektronik5 %
8Leerer Tank5 %
9Leerer Kühlwasserbehälter4 %
10Beschädigte Kabel4 %


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