Er gehört zu jedem Ölwechsel und ist schnell getauscht

Ölfilter selber wechseln: Tipps und Schritt-für-Schritt-Anleitung

Öl und Ölfilter müssen immer zusammen gewechselt werden. In die Werkstatt musst Du dazu nicht unbedingt, denn die notwendigen Arbeitsschritte für den Filterwechsel gehören zu denen, die Du am Auto noch selber erledigen kannst. Dabei gibt es allerdings ein paar Dinge zu beachten. Wir zeigen Dir in einer Anleitung Schritt für Schritt, wie es geht.

  • Veröffentlicht am 24.10.2019, 11:06
Bevor der neue Filter eingebaut wird, kannst Du seinen Dichtungsring mit etwas Öl einreiben.

Der Ölfilter im Auto hat eine wichtige Funktion: Er reinigt den Schmierstoff, der die Lebensversicherung für den Motor ist. Denn reißt der Schmierfilm ab, droht der berüchtigte Kolbenfresser – meist ein kapitaler Motorschaden. Ist der Filter verstopft, ist das noch kein Drama, denn es gibt ein sogenanntes Bypass- oder Schutzventil, über das das ungefilterte Öl in den Motor geleitet wird. Der wird also weiterhin geschmiert. Weil sich im ungefilterten Öl dann jedoch Verbrennungsrückstände, Metallabrieb oder Staubpartikel befinden, gelangt der ganze Schmutz zu den Schmierstellen – wo er nach einiger Zeit Schäden verursachen kann. Der Wechsel des Ölfilters ist also ratsam.

Wann Du den Ölfilter wechseln solltest

Wie oft Du den Ölfilter wechseln solltest, geben die Wechselintervalle für das Motoröl an. Denn Öl und Filter sollten immer gemeinsam ausgetauscht werden. Wie oft das empfohlen ist, gibt der Hersteller vor. Die Intervalle solltest Du nicht nur zum Schutz des Motors einhalten, sondern auch, weil der Hersteller sie in der Regel an Garantieleistungen knüpft – sollte sich Dein Fahrzeug noch in der Frist einer Neuwagen- oder Anschlussgarantie befinden.
Informationen zum Wechselintervall und dem für Dein Fahrzeug vorgegebenen Motoröl findest Du in der Betriebsanleitung. Grundsätzlich empfiehlt sich der Öl- samt Filterwechsel alle zwölf bis 18 Monate beziehungsweise alle 15.000 bis 18.000 Kilometer. Manche Diesel schaffen aber auch 50.000 Kilometer oder mehr. Auch der Einsatz sogenannter Longlife-Öle dehnt die Intervalle deutlich aus.

So wird der Ölfilter gewechselt

Der Wechsel des Ölfilters ist kein Hexenwerk, auch wenn viele davor zurückschrecken. Mit etwas Know-how kannst Du ihn auch selbst durchführen. Das ist auch günstiger als in der Werkstatt; allerdings solltest Du genügend Zeit einplanen. Hast Du den Ölfilter noch nie gewechselt, nimm Dir am besten einen halben Tag Zeit dafür und denke daran, dass Du später das Altöl fachgerecht entsorgen musst. Die Profis in den Werkstätten sind dafür besser gerüstet und natürlich schneller.

Schritt 1: Auto auf Betriebstemperatur bringen

Als Erstes musst Du Dein Auto auf Betriebstemperatur bringen. Lass dafür den Motor einige Minuten laufen, damit der Ölkreislauf in Schwung kommt. So kann das Öl Schmutzpartikel, die sich im Stand abgelagert haben, wieder aufnehmen. Diese werden beim Ölwechsel dann gleich mit entsorgt.

Schritt 2: Auto anheben

Jetzt schaltest Du den Motor wieder aus, öffnest die Motorhaube und schraubst den Deckel des Öleinfüllstutzens auf. Wo dieser sich befindet, zeigt Dir das Handbuch. Wenn Du keine Rampe oder Hebebühne zur Verfügung hast, bockst Du anschließend Deinen Wagen mit einem stabilen Wagenheber an den dafür vorgesehenen Stellen auf und sicherst das Auto mit für Kraftfahrzeuge zugelassenen Unterstellböcken.

Schritt 3: Öl ablassen

Jetzt geht es an die schmutzige Arbeit – für den Ölwechsel muss zuerst das Altöl aus dem System. Stell Dir einen Auffangbehälter bereit und suche unter dem Fahrzeug nach der Ablassschraube der Ölwanne. Wenn Du die Schraube nicht findest, blättere kurz im Handbuch nach. Um sie zu lösen, ist bei manchen Fahrzeugtypen Spezialwerkzeug notwendig, meist tun es aber auch Schraubendreher oder Maulschlüssel. Ist die Schraube gelöst, lass das alte Motoröl so lange aus dem Fahrzeug in die Schüssel laufen, bis es nicht mehr tropft. Danach die Ablassschraube wieder zudrehen, damit keine Reste auslaufen. Behälter beiseite stellen und das Auto wieder runterlassen.

Schritt 4: Alten Ölfilter entfernen

Jetzt kannst Du den Ölfilter entfernen. Achtung, da sich im Filter noch Öl befindet, ist auch hier ein Gefäß zum Auffangen der schmierigen Reste ratsam. Da es verschiedene Filtertypen gibt – Anschraubfilter und Filtereinsätze – variiert das notwendige Vorgehen. Filtereinsätze mit Festgehäuse benötigen zum Beispiel oft einen speziellen Ölfilterschlüssel.
Mit dem entsprechenden Werkzeug drehst Du den Ölfilter in den meisten Fällen langsam gegen den Uhrzeigersinn, bis er sich löst. Jetzt kannst Du ihn samt dem Dichtungsring, der ebenfalls ersetzt wird, herausnehmen. Damit dabei kein Öl austropft, stülpst Du am besten eine Plastiktüte über den Filter.
Jetzt ist ein bisschen Saubermachen angesagt. Wische die Gewindebohrung mit einem Lappen oder Poliertuch trocken. Ölreste und Verschmutzungen müssen vor allem auch dort, wo der neue Dichtungsring eingesetzt wird, entfernt werden. Erst wenn die Auflagefläche blank und glatt ist, kann die Dichtung richtig anliegen.   

Wenn Du in der Werkstatt den regelmäßigen Ölwechsel durchführen lässt, solltest Du dabei auch den Ölfilter wechseln lassen.

Schritt 5: Neuen Filter einsetzen

Damit ist die Hälfte geschafft – der neue Filter kann rein! Perfekte Arbeit leistest Du bei diesem Schritt, wenn Du noch die Kontaktflächen am Motorblock sowie den neuen Dichtungsring mit etwas Öl einreibst. Trage dabei am besten geeignete Gummihandschuhe. Alternativ kannst Du auch einen Pinsel verwenden. Wichtig ist: Der Dichtring und alles um ihn herum muss sauber sein!
Jetzt wird ein wenig Öl in den Filter gegossen, den Du anschließend montierst. Dabei genügt es, wenn das Neuteil handfest angezogen wird. Das sollte leicht gehen. Spürst Du einen wachsenden Widerstand, verkantet der Filter wahrscheinlich. Dann solltest Du ihn noch mal herausdrehen und neu einschrauben. Du kannst zum Einsetzen gegebenenfalls auch den Filterschlüssel verwenden.

Schritt 6: Neues Öl einfüllen

Um den anschließenden Ölwechsel durchführen zu können, musst Du Dein Auto nochmal aufbocken. Du löst die alte Ablassschraube, reinigst das Ablassloch mit dem Lappen und schraubst die neue Ölablassschraube samt Dichtring ein. Wichtig ist auch hier, dass alles richtig sitzt, um undichte Stellen zu vermeiden. Die Schraube solltest Du ebenfalls nicht zu fest ziehen: einmal handfest anziehen und gegebenenfalls noch einmal den speziellen Ablassschraubenschlüssel ansetzen –dann sollte alles passen.
Zu guter Letzt wird das Auto wieder abgelassen und Du kannst für Dein Fahrzeug geeignetes frisches Öl einfüllen. Gieße so viel in den Öleinfüllstutzen, bis die obere Markierung des Ölmessstabs erreicht ist. Dann den Deckel wieder aufdrehen und Du bist fertig – zumindest fast.

Nach dem Wechsel

Gute Arbeit muss überprüft werden und alles muss dicht sein. Starte den Motor und lasse ihn erneut ein paar Minuten laufen. Wenn Du den Filter ordnungsgemäß montiert hast, wird daran kein Öl austreten, wenn doch, musst Du ein weiteres Mal ran. Schließlich überprüfst Du noch einmal den Ölstand und gießt, falls nötig, vom neuen Schmierstoff nach. Um sicherzugehen, dass alles in Ordnung ist, solltest Du bei den ersten Fahrten auf Warnmeldungen in der Cockpit-Anzeige achten!



Die Kosten

Der Ölfilter selbst belastet Dein Budget kaum. Das Ersatzteil kostet wenige Euro. Da Du mit ihm auch das Öl wechselst, macht der frische Schmierstoff den Großteil der Kosten aus. Je nachdem, welches Auto Du fährst, benötigst Du rund drei bis sechs Liter Öl. Lässt Du die Arbeit doch in der Werkstatt erledigen, musst Du je Arbeitsstunde zusätzlich zehn bis 20 Euro bezahlen.

Ist der Ölfilter ausgebaut, entfernst Du Ölreste und Verschmutzungen vom Filter und von seinem Dichtungsring.

Kosten für den Ölfilterwechsel inkl. Öl: Beispiele für Preise

Seat Leon (5F1), FRab 35 Euro
Smart fortwo coupéab 45 Euro
VW Golf 6 (5K1)ab 45 Euro
BMW 1er (E81/E87), 118dab 35 Euro
Audi A4 Avant (AK5)ab 55 Euro
Ford Fiesta (CBK)ab 35 Euro
Renault Twingo I 1.2 (C06)ab 25 Euro

Altöl entsorgen

Da Altöl ein Gefahrgut ist, muss es fachgerecht entsorgt werden, also nicht im Hausmüll oder im Gully. Du kannst es zu einer Altölsammelstelle oder zum Wertstoffhof bringen. Auch der Händler ist zur Annahme verpflichtet, wenn Du bei ihm das neue Öl gekauft hast. Dazu musst Du den Kassenbon vorlegen und kannst ihm so viel Altöl hinterlassen, wie Du zuvor erworben hast. Übrigens: Auch Teile, die mit dem Öl in Berührung gekommen sind, zählen als Sondermüll – also auch der alte Ölfilter. Wer diesen unsachgemäß entsorgt, riskiert ein Bußgeld.

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