Einsatz und Zweck von Frostschutz im Kühlwasser

Frostschutzmittel im Auto richtig verwenden

Im Verbrennungsmotor eines Autos sorgt Kühlflüssigkeit für die richtige Temperatur. Damit sie selbst nicht friert, muss Frostschutzmittel rein.

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  • Veröffentlicht am 01/13/2020, 3:05 PM
Ein mann taut den Kühler seines Autos auf.
Quelle: dpa / Picture Alliance Weil er kein Frostschutzmittel in den Kühler seines Autos gefüllt hat, versucht dieser Mann den Kühler mit heißem Wasser aufzutauen

Die wichtigste Aufgabe von Frostschutz sagt der Name: Er soll das Einfrieren der Kühlflüssigkeit verhindern. Das ist immens wichtig. Denn das könnte den Motor zerstören. Doch der Frostschutz hat noch weitere Aufgaben: Das Mittel schmiert Bauteile des Kühlkreislaufes wie Kühler, Wasserpumpe sowie Kühlkanäle und verhindert Korrosionen. Und es stabilisiert die elektrische Leitfähigkeit der Flüssigkeit und verhindert frühzeitiges Sieden.

Darüber hinaus vermeidet Glykol im Frostschutz mineralische Ablagerungen, so dass die Kühlkanäle des Autos noch nach Jahren frei bleiben. Deshalb sollten Kühlflüssigkeit und Frostschutz regelmäßig kontrolliert werden.

Das richtige Mischverhältnis von Frostschutzmittel und Kühlflüssigkeit ist wichtig

Damit das Frostschutzmittel im Kühlwasser wirkt, muss das Mischungsverhältnis zwischen Frostschutz-Konzentrat und Wasser stimmen. Das ist vor allem im Winter wichtig, damit die Flüssigkeit nicht gefriert. Bei fehlendem Kühlerfrostschutzmittel solltest Du also nicht einfach nur Kühlwasser nachfüllen, sondern auch Frostschutz. Auch im Sommer hat der Zusatz eine wichtige Bedeutung: Er verhindert, dass das Wasser nicht bei 100 Grad Celsius siedet, sondern deutlich später.


BMW 1602 in der Ansicht von vorne-links, stehend
Oldtimer von BMW

1929 rollt das erste Serienautomobil mit dem Namen "DA 2" bei den Bayerischen Motorenwerken vom Band.


Nicht jeder Frostschutz benötigt eine zusätzliche Wasserbeimischung. Manche Mittel sind bereits vorgemischt. Achte deshalb auf die Beschreibung und die Zusammensetzung auf dem Behälter.


Jemand füllt Frostschutzmittel in den Kühler eines Autos.
Quelle: dpa / Picture Alliance Frostschutz in der Kühlflüssigkeit verhindert das Einfrieren

Wie überprüft man den Stand des Frostschutzmittels im Auto?

In der Regel zählt die Überprüfung des Frostschutzes zum Wartungsumfang bei der Inspektion in der Werkstatt. Eine regelmäßige Überprüfung zuhause ist aber genauso sinnvoll wie das Messen des Ölstandes.

Du kannst den Frostschutz im Kühlwasser einfach selbst kontrollieren, aber immer bei kaltem und abgestelltem Motor. Der Füllstand des Kühlwassers lässt sich leicht am Ausgleichsbehälter ablesen, der Stand muss zwischen Minimum und Maximum liegen. Steht er unter Minimum, musst Du Kühlwasser nachfüllen. Vorsicht aber beim Öffnen des Behälters bei noch warmem Motor: Die unter Druck stehende, sehr heiße Flüssigkeit kann herausspritzen und Dich verbrühen.



Das Mischungsverhältnis des Frostschutzmittels lässt sich mit Hilfe einer Prüfspindel feststellen, die es für wenige Euro im Autofachhandel oder in Baumärkten zu kaufen gibt. Oft kannst Du sie auch in Werkstätten oder Tankstellen ausleihen. Die Prüfspindel hältst Du einfach ins Kühlwasser des Ausgleichsbehälters, anschließend zeigt sie die Temperatur an. Diese muss auf jeden Fall unter -20 Grad Celsius liegen. Liegt die Temperatur darüber, musst Du Frostschutzmittel nachfüllen.

Dabei solltest Du nicht irgendein Mittel nachfüllen, was Dir gerade in die Hand fällt, sondern das von dem Autohersteller vorgeschriebene. Die genaue Spezifikation findest Du im Wartungshandbuch oder auf einem Manila-Kärtchen am Ausgleichsbehälter.

Generell gibt es zwei Arten von Frostschutzmitteln: Monoethylen auf Glykolbasis und Monopropylen auf Glykolbasis. Das korrekte Produkt ist deshalb entscheidend, weil das falsche Mittel die kleinen Kühlkanäle verstopfen und die Wasserpumpe schädigen kann. Wenn Du das korrekte Mittel nicht zur Hand hast, fülle besser nur mit Wasser nach und mixe später das korrekte Mischungsverhältnis mit dem richtigen Frostschutzmittel nach.

Wie oft sollte das Mittel gewechselt werden?

Frostschutzmittel musst Du nicht regelmäßig wechseln lassen, wenn, dann aber immer mit der Kühlflüssigkeit. Viele Hersteller sehen ein Wechselintervall der gesamten Flüssigkeit alle 50.000 Kilometer vor. Genaue Angaben findest Du im Wartungsheft des Autos.

Manche Werkstätten wechseln unabhängig von der Laufleistung und früher, alle drei bis vier Jahre. Damit wollen sie mögliche Schwebeteilchen ausspülen, die die Kühlkanäle verstopfen können.

Weitere Tipps und Tricks

Ganz gleich, ob Du die Kühlflüssigkeit oder das Frostschutzmittel überprüfst. In der Regel ist Glykol enthalten, das bei Einnahme zur Vergiftung führt. Wenn etwas von der Flüssigkeit auf Fahrzeugteile wie den Lack tropft, reinige diese Stelle sofort.

Bei Kontakt mit Schleimhäuten spüle die Stellen mit sehr viel Wasser ab und kontaktiere einen Arzt. Für den Fall, dass jemand Gefrierschutzmittel getrunken hat, informiere sofort einen Notarzt.  


Ein Schild mit Umweltplaketten. Dahinter fährt ein Auto vorbei.
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Wohin mit der alten Kühlflüssigkeit?

Frostschutzmittel ist Sondermüll und muss entsprechend entsorgt werden. Auf keinen Fall darfst Du die alte Kühlflüssigkeit mit dem Glykol ins Abwasser kippen. Wenn Du die Flüssigkeit selbst wechselst, fülle sie in einen wiederverschließbaren Behälter und entsorge sie bei einer Kfz-Werkstatt oder einer örtlichen Annahmestelle. Scheibenfrostschutz für das Wischwasser ist demgegenüber unbedenklicher.