So geht's den Krümmeln in den Polster-Ritzen an den Kragen

Sauberes Auto: 8 Tipps für die Innenraumreinigung

Krümel am Fußboden, Flecken auf den Sitzen und viel Gerümpel auf den Rücksitzen. Verschmutzte Autos machen wenig Spaß. Dabei kannst Du mit gezielter, regelmäßiger Autopflege Dein Fahrzeug ganz einfach sauber halten. Acht Tipps, wie Du Dein Auto mit überschaubarem Aufwand in Schuss hältst – vom Innenraum bis zur Reserveradmulde.

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  • Veröffentlicht am 06/05/2019, 2:00 AM
  • Aktualisiert am 10/24/2019, 12:06 PM
Lange, dünne Aufsätze des Staubsaugers kommen in die Ritzen der Autositze. Dort setzt sich Dreck besonders gern fest.
Quelle: Picture Alliance Lange, dünne Aufsätze des Staubsaugers kommen in die Ritzen der Autositze. Dort setzt sich Dreck besonders gern fest

Tipp 1: Erst aufräumen, dann reinigen

Der Innenraum des Autos ist eine ziemlich komplexe und verwinkelte Angelegenheit. Da lohnt es sich, dass Du bei der Reinigung mit etwas Strategie arbeitest. Zuerst solltest Du alle überflüssigen Gegenstände aus dem Innenraum des Fahrzeugs entfernen. Sie sind nur im Weg beim Putzen und Saugen. Das gilt für die kleinen Ablagen auf der Konsole und an den Türinnenseiten genauso wie für die Rückbank und den rückwärtigen Fußraum, die gerne als Depot genutzt werden.

Tipp 2: Polster und Teppiche im Fußraum saugen

Nun sieht es schon aufgeräumter aus. Für die grobe Reinigung kommt der Staubsauger zum Einsatz. Zuerst holst Du die Fußmatten heraus und legst sie zur späteren Bearbeitung zur Seite. Danach wird der Fußraum abgesaugt, anschließend die Sitzflächen und Lehnen. Ein dünner langer Aufsatz beim Staubsauger ist sinnvoll für die Ritzen an den Sitzen und die schmalen Türablagen, in denen sich gerne und unauffällig Schmutz sammelt. Dieser Aufsatz hilft auch, wenn Schmutz aus dem vordersten Armaturenbereich entfernt werden soll, wo sich Armaturen und Frontscheibe treffen. Dort solltest Du mit dem Staubsauger vorsichtig hantieren, um Kratzer auf der Oberfläche zu vermeiden.

Vor der Reinigung solltest Du den Innenraum Deines Autos saugen.
Quelle: Picture Alliance Vor der Reinigung solltest Du den Innenraum Deines Autos saugen

Tipp 3: Armaturen und Einstiegsleisten putzen

Das Interieur des Autos ist ein exzellenter Staubfänger. Durch die Lüftung, geöffnete Fenster und besonders bei Cabrios mit offenem Verdeck kommt viel ins Auto, was man nicht haben will. Da hilft gründliches Staubwischen auf den Armaturen, der Konsole, Oberflächen und den Türverkleidungen. Ein Bereich, der gerne übersehen wird, ist die vordere Partie der Armaturen, wo man wegen der stark geneigten Frontscheibe nur schwer hinkommt. Doch auf dem Kunststoff sammelt sich schnell eine Staubschicht. Besonders verschmutzt sind oft die Einstiegsleisten an den Türen. Um sie zu säubern, eignet sich ein feuchter Lappen. Wenn Du erst den groben Dreck entfernen willst, sind Papierwischtücher oft die bessere Alternative. Sie können nach der Reinigung einfach entsorgt werden.

Tipp 4: Praktische Detailarbeit – die kleinen Winkel und Ecken

Jetzt folgt die Feinarbeit. Wenn die groben Verschmutzungen beseitigt sind, kannst Du Dich den verborgenen Dingen im Fahrzeug widmen. Dazu gehören die Bereiche an den Seiten und unter den Sitzen. Dort sammelt sich im Lauf der Zeit allerhand Abfall: Die Verpackung des Schokoriegels, Brösel, Papierfetzen und zuweilen auch etwas Kleingeld. Vor allem der Bereich unter den Sitzen ist schwer erreichbar, weil dort oft Kabel von der Sitzheizung liegen. Am besten schaffst Du Dir Platz, indem Du den Sitz erst ganz nach vorne und dann ganz nach hinten schiebst und mit einem langen dünnen Staubsaugeraufsatz arbeitest. Oft kommst Du auch vom rückwärtigen Fußraum aus besser unter die Sitze. Etwas Feinmotorik braucht es auch für die Türablagen, auf deren Boden diverse Krümel liegen können. Auch die kleinen Ablagen auf der Mittelkonsole und der Bereich um den Schalthebel gehören zu einer umfassenden Autopflege dazu: Nicht vergessen: der Aschenbecher.



Tipp 5: Bessere Aussichten: Scheiben und Dachhimmel reinigen

Langsam arbeitest Du Dich im Auto von unten nach oben. Mit Glasreiniger, Fensterreiniger und Wischtüchern kannst Du die Scheiben der Seitenfenster reinigen. Bei der Frontscheibe des Fahrzeugs wird es etwas mühsamer. Aber auch hier lauert feiner Schmutz, ohne den die Aussicht gleich viel klarer ist. Du solltest darauf achten, dass der Glasreiniger möglichst wenig Kontakt mit den Fensterdichtungen hat, die er sonst beschädigen könnte. Wenn Du dann schon in Übung bist, solltest Du auch noch den Dachhimmel reinigen. Beim Putzen des Panoramadachs hilft ein Glasreiniger. Ansonsten genügen für die Pflege ein Innenreiniger und ein Wischtuch – am besten nimmst Du dafür ein Mikrofasertuch. Dabei kommt es auf eine sanfte Reinigung an, denn der Dachhimmel besteht oft aus dünnem, frei gespanntem Stoff, der nicht viel Druck verträgt. Ein geflickter Riss sieht nicht nur unschön aus. Auch der Austausch des Stoffes ist arbeitsaufwendig und teuer.

Mit Glasreiniger und Wischtüchern kannst Du den Schmutz an den Seitenfenstern angehen
Quelle: Picture Alliance Mit Glasreiniger und Wischtüchern kannst Du den Schmutz an den Seitenfenstern angehen

Tipp 6: Sitze und Polster saugen und säubern

Jetzt ist es an der Zeit, die Sitze zu reinigen. Zuerst wird mit dem Staubsauger grober Schmutz entfernt. Anschließend kümmerst Du dich um die Flecken auf den Sitzen. Leichte Verschmutzungen bearbeitest Du am besten mit einem feuchten Lappen oder Schwamm. Für hartnäckigere Flecken, die sich schon tiefer im Sitz festgesetzt haben, kannst Du auch Polsterreiniger verwenden. Am besten sind pH-neutrale Mittel, denn sie greifen die Polster deutlich weniger an, als es viele chemische Mittel tun. Für Stoff- und Ledersitze gibt es unterschiedliche Reiniger, mit denen Du die Verschmutzungen entsprechend der Gebrauchsanweisung bearbeiten kannst. Wichtig dabei: Du solltest auf den Polstern nicht zu stark reiben. Wenn Du den Reiniger aufgetragen hast, kannst du den gelösten Schmutz nach kurzer Einwirkzeit mit einem Nasssauger oder einem feuchten Tuch vom Sitz entfernen. Wichtig ist bei Stoffpolstern ebenso wie bei Ledersitzen, dass nach der Reinigung reichlich Zeit zum Austrocknen in warmer und trockener Umgebung ist.
Lederbezüge solltest Du zudem ein- bis zweimal pro Jahr je nach Fahrleistung mit einer speziellen Lederpflege bearbeiten. So wird das Leder wieder geschmeidig, atmungsaktiv und wasserabweisend.

Hausmittel für saubere Autositze

Auch das ein oder andere Hausmittel kann Dir bei der Reinigung der Autositze helfen. Wenn Du Dir das Geld für vergleichsweise teure Reinigungsmittel sparen möchtest, gibt es einen einfachen Trick: Du gibst Rasierschaum gleichmäßig und dünn auf die angefeuchteten Polster. Dann massierst Du den Schaum mit einer Bürste oder einem Schwamm mit kreisförmigen Bewegungen in das Polster ein. Zehn Minuten einwirken lassen, und anschließend Rasierschaum und Schmutz von den Sitzen saugen. Sollte ein Kaugummi im Sitzpolster kleben, kannst Du ihn mit Eisspray schnell entfernen: Den Kaugummi mit dem Spray ansprühen, ein paar Minuten warten und im Anschluss einfach abkratzen. Ein anderes Hausmittel gegen klebrige Kaugummis ist ein Fön. Den Kaugummi mit dem Fön erhitzen, anschließend ein Löschpapier darauflegen – und im Handumdrehen lässt er sich vom Sitz entfernen.

Tipp 7: Neuer Glanz für Armaturen und Konsole

Langsam nähert sich die Pflege des Innenraums dem Ende und Dein Auto wird wieder sauber. Nun kommen die Teile an die Reihe, die Du als Fahrer meist im Blick hast. Die Armaturen, die Konsole und die Oberseite der Lenksäule, ein besonders guter Staubfänger. Den Staub hast Du bereits von der Oberfläche weggewischt.

Ist der Staub weg, kannst Du das Cockpit noch mit Wasser oder speziellen Reinigern reinigen.
Quelle: Picture Alliance Ist der Staub weg, kannst Du das Cockpit noch mit Wasser oder speziellen Reinigern säubern

Eine zusätzliche Option ist es, den Kunststoff mit speziellen Cockpitreinigern bzw. Cockpitspray zu behandeln. Haushaltsreiniger sind mit Vorsicht zu genießen, denn sie können den Kunststoff angreifen. Ob Du Dir den relativ teuren Cockpitreiniger für die Pflege im Fahrzeug gönnst oder nur mit Wasser reinigst, ist eine Frage des Geschmacks und des Budgets.

Tipp 8: Nicht vergessen: Kofferraum und Reserveradmulde

Damit ist die Innenreinigung im Wesentlichen abgeschlossen. Bleiben nur noch die Fußmatten, die gereinigt, gesaugt und eventuell noch ausgeklopft werden sollten, bevor sie wieder an ihren Platz kommen. Die letzte Station der Autopflege ist der Kofferraum samt Reserveradmulde, beide können mit dem Staubsauger gereinigt werden. Da Kofferraumverkleidungen üblicherweise relativ robust sind, kannst Du hier bei groben Verschmutzungen auch mit einer Wurzelbürste und mit Fleckentferner arbeiten. Noch ein Trick zum Abschluss: Beim Ein- und Ausladen großer Gegenstände wird oft die Schwelle der Heckklappe verkratzt. Mit einer aufgeklebten Klarsichtfolie verhinderst Du Kratzer und teure Lackiererarbeiten.

Gründliches Wischen der Armaturen, Konsolen und Oberflächen bekämpft die Staubschicht.
Quelle: Picture Alliance Gründliches Wischen der Armaturen, Konsolen und Oberflächen bekämpft die Staubschicht

Was Du für die Innenreinigung Deines Autos brauchst

  • Papierwischtücher
  • feuchte Lappen
  • Mikrofasertuch
  • Schwamm
  • Wurzelbürste
  • Staubsauger mit langem, schmalen Aufsatz
  • Innenreiniger
  • Fensterreiniger
  • Polsterreiniger
  • evtl. Cockpitspray
  • evtl. Lederreiniger und Lederpflege