Karosserie und Raumangebot
Der 2020 eingeführte Kia Sorento (MQ4) tritt als rund 4.810 mm langes SUV mit klaren Kanten auf und wirkt deutlich kantiger als der weich gezeichnete Vorgänger. Der lange Radstand schafft großzügige Platzverhältnisse, besonders in der zweiten Reihe. Die hintere Sitzbank lässt sich längs verschieben und geteilt umklappen.
So wächst das Kofferraumvolumen von 705 auf über 2.000 Liter und ermöglicht viel Gepäck oder sperrige Gegenstände. Optional steht eine dritte Sitzreihe bereit, die den Sorento zum Siebensitzer macht, jedoch vor allem Kindern und kürzeren Strecken entgegenkommt.
Innenraum und Bedienung
Der Innenraum zeigt sich aufgeräumt und modern. Ein großes Zentraldisplay ergänzt das Instrumentendisplay und bündelt viele Funktionen. Separate Tasten für zentrale Klimafunktionen erleichtern die Bedienung während der Fahrt.
Die Materialqualität liegt über dem Niveau des Vorgängers, Hartplastikbereiche fallen weniger ins Auge und wirken unauffälliger. In höherwertigen Ausstattungen kommen Lederpolsterung und elektrisch einstellbare Sitze hinzu, die auf langen Etappen angenehm unterstützen. Smartphone-Integration und Navigation arbeiten im Alltag zuverlässig. Die Menüstruktur bleibt weitgehend logisch, die Vielzahl an Funktionen erfordert jedoch etwas Eingewöhnung.
Motor und Fahreindruck
Der 2,2-Liter-Diesel liefert mit 148 kW (202 PS) und hohem Drehmoment einen souveränen Vortrieb, der besonders beim Ziehen von Anhängern überzeugt. Das 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet meist unauffällig und wechselt die Gänge weich, bei niedrigen Geschwindigkeiten reagiert es gelegentlich etwas zögerlich. Das Fahrwerk wirkt eher komfortorientiert abgestimmt.
Auf langen Wellen liegt der Sorento stabil, kurze Kanten geben sich mit den großen Rädern etwas straffer. Ein realer Verbrauch von etwa 7 Liter Diesel pro 100 Kilometer fällt für Größe und Allradantrieb akzeptabel aus, bleibt im Vergleich zu manchen Hybridkonkurrenten aber spürbar höher. Für überwiegend städtische Einsätze eignen sich die verfügbaren Hybridvarianten deshalb meist besser.
Sicherheit und Assistenz
Bei der Sicherheits- und Assistenztechnik erreicht der Kia Sorento (MQ4) ein in dieser Klasse übliches Niveau. Notbremsfunktion mit Fußgängererkennung, adaptiver Tempomat mit Stauassistent sowie Spurhalte- und Spurwechselassistent unterstützen im Alltag und erhöhen die Sicherheit. Die Anhängerstabilisierung erleichtert Fahrten mit Gespann und beruhigt das Fahrzeug bei Schlingerbewegungen.
Head-up-Display und LED-Licht verbessern die Übersicht, besonders bei Nacht. Ein spezieller Einparkassistent kann das Fahrzeug per Funkschlüssel in enge Lücken rangieren und bietet so ein auffälliges Komfortdetail. Gegenüber der früheren Modellgeneration wuchs der Umfang der elektronischen Helfer deutlich.
Fazit
Der Kia Sorento (MQ4) tritt als großes Familien-SUV mit viel Raumangebot, hoher Anhängelast und moderner Sicherheits- sowie Komforttechnik auf. Schwächen zeigt das Modell beim Verbrauch des Diesels und bei einem Preisniveau, das sich an etablierten Marken orientiert. Für lange Strecken mit Familie oder Anhänger liefert der Sorento dennoch ein stimmiges Gesamtpaket mit hoher Alltagstauglichkeit und der bekannten siebenjährigen Herstellergarantie.