Audi TT (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

In den Jahren vor der Einführung des TT stand die Marke Audi vor allem für brave Limousinen und praktische Kombis. Längst verblasst war die Erinnerung an sportliche Coupés wie den Ur-Quattro von 1980. Als der bayerische Hersteller 1995 jedoch die erste Studie eines kleinen Sportwagens auf der Frankfurter IAA vorstellte, sollte sich das dramatisch ändern. Denn mit dem Coupé, das dem Namen nach an den legendären NSU TT erinnert und sich stilistisch an der strengen Formensprache der Bauhaus-Schule orientiert, hat sich die VW-Tochter nicht nur einen sportlichen und leidenschaftlichen Anstrich gegeben. Auch Audis Ruf als Designer-Marke liegt im TT begründet. Mittlerweile läuft er in der dritten Generation vom Band und genau wie das Showcar aus den 1990ern gibt es ihn nicht nur als Coupé, sondern auch als Roadster. Damit steht der Audi TT vor allem in Konkurrenz zum BMW Z4, Porsches 718 Boxster und Cayman sowie dem Mercedes SLC.

Daten

Daten

In der Grundversion bietet Audi Coupé und Roadster des TT ausschließlich mit Vierzylindermotoren an. Es gibt eine 1,8-Liter-Version mit 180 PS, eine 2,0-Liter-Version mit 230 PS sowie, in der dritten Generation, einen 2,0-Liter-TDI mit 184 PS. Der stärkere Benziner und der Diesel können auch als Quattro bestellt werden. Darüber rangiert der immer über alle viere angetriebene TTS, dessen 2,0 Liter großer TFSI-Benziner schon 310 PS leistet. Die Spitze markiert seit Anfang 2017 der TT RS mit 400 PS, der seine Sonderstellung nicht zuletzt seinem unkonventionellen Motor verdankt. Denn als einziger Hersteller setzt Audi bei seinen kompakten RS-Modellen noch auf einen Fünfzylinder. Mit dieser Palette kommt der sparsamste TT auf einen Verbrauch von 4,6 Litern, das schnellste Modell schafft mit optionaler Anhebung der Höchstgeschwindigkeit 280 km/h.

  • breit gefächerte Motorenpalette
  • einzigartiger Fünfzylinder im TT RS
  • viele Versionen mit quattro-Antrieb
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Test

Test

Zwar sind die Tester mit dem TT im Großen und Ganzen zufrieden und loben technische Neuerungen wie den Leichtbau oder das Virtual Cockpit. Zu Höchstwertungen hat es trotzdem selten gereicht. Für die Sicherheit gab es im Euro-NCAP-Crashtest beispielsweise nur vier von fünf Sternen, das Design ist vielen Kritikern zu evolutionär und beim Fahrerlebnis mangelt es ihnen an Lust und Leidenschaft: Der TT der dritten Generation ist bei Antrieb, Ausstattung und Ambiente derart perfektioniert, dass er vielen schon wieder als unterkühlt und deshalb zu steril gilt. Anders als die allererste Auflage des Sportwagens ist er allerdings kinderleicht zu beherrschen und selbst als RS-Modell mit 400 PS bis in den Grenzbereich ein gutmütiges Auto.

  • evolutionäres Design
  • viele neue Technologien
  • nüchternes Fahrerlebnis
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Preise

Preise

Die Preise für den TT beginnen bei 32.950 Euro für das Coupé mit 180-PS-Benziner und 37.150 Euro für den TDI mit 184 PS. Der Roadster ist jeweils 2400 Euro teurer. Für den TT S verlangt Audi mindestens 50.350 Euro und erhebt einen Frischluftzuschlag von 2800 Euro. Und wer den einzigartigen Klang des 400 PS starken Fünfzylinders im TT RS genießen will, der muss mit mindestens 66.400 Euro für das Coupé und 69.200 Euro für den Roadster kalkulieren. Zwar kann man die Preise des TT mit ein paar Extras deutlich weiter in die Höhe treiben, doch seinen bodenständigen Basis-Motorisierungen sei Dank ist er deutlich günstiger als die Konkurrenzmodelle von BMW, Mercedes und Porsche.

  • weit gefächerte Preisspanne
  • attraktive Einstiegspreise im Konkurrenzumfeld
  • Aufschlag für Roadster bei 2400 bis 2800 Euro
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Die Reaktionen bei Presse und Publikum auf die unter der Leitung von Peter Schreyer in einem kalifornischen Designstudio entworfene Studie waren derart positiv, dass Audi schnell grünes Licht für das Projekt gab und im Herbst 1998 das kaum veränderte Serienmodell vorstellte – erst als Coupé mit vier Sitzen und ein Jahr später, analog zum Zyklus der Designstudien, als zweisitzigen Roadster.


Vorderansicht - schräg
Der TT begründete Audis Ruf als Designer-Marke
Seitenansicht

Serienpremiere im Jahr 1998

Konstruiert aus dem gleichen Baukasten wie der VW Golf und der Audi A3, hatte der Sportwagen einen schweren Start: Weil er in schnell gefahrenen Kurven sehr plötzlich ins Übersteuern kam und sich daraufhin einige schwere Unfälle ereigneten, musste er in einer aufsehenerregenden Rückrufaktion mit einem ausfahrbaren Heckspoiler und dem damals noch exotischen ESP nachgerüstet werden.

Seinem Ruf schadete das aber kaum. Im Gegenteil: Obwohl der TT eigentlich nur ein Nischenmodell war, pflegte Audi die Baureihe liebevoll und erweiterte sie kontinuierlich. Hatte es anfangs nur Vierzylinder mit Front- oder Quattro-Antrieb von 150 PS aufwärts gegeben, bauten die Bayern später auch den Reihensechszylinder aus dem VW Golf R32 ein und steigerten die Leistung so bis auf 250 PS. Wohl nie stand es außer Frage, dass der TT einen Nachfolger bekommen würde.

Zweite Generation ab 2006

Die Folgegeneration gab ihren Einstand im Herbst 2006 und folgte der gleichen Dramaturgie: Erst kam das Coupé und im Frühjahr darauf der Roadster. Das Design war wieder vom Bauhaus inspiriert und streng geometrisch, die Karosserie allerdings folgte einem neuen Konstruktionsprinzip: Audi Space Frame nannten die Ingolstädter die Mischbauweise aus Stahl und Aluminium, mit der die Stabilität erhöht und das Gewicht gesenkt wurden. Zu den weiteren Besonderheiten der zweiten Generation zählte auch der erste Einsatz der adaptiven Dämpfer unter der Bezeichnung Magnetic Ride.

Auch bei den Motoren des nach wie vor mit Front- und quattro-Antrieb lieferbaren TT verfolgte Audi einen neuen Kurs: Nach dem Start mit Vierzylindern und dem VR6-Triebwerk kam 2008 der erste TT mit Diesel-Motor. Später spreizten die Bayern die Palette noch weiter und stellten die Sportmodelle TT S (2008) mit 272 PS und TT RS (2009) mit einem 340 PS starken Fünfzylinder vor.

Seit 2014 im MQB zu Hause

Die dritte Generation des TT ging 2014 als Coupé und 2015 als Roadster an den Start und ging mit dem Wechsel auf den Modularen Querbaukasten (MQB) des VW-Konzerns einher. Auch diese Auflage folgte vergleichsweise streng dem alten Design, ging aber mit der neuen Architektur technisch einen deutlichen Schritt weiter. Die Plattform ist leichter, sie bietet bei mehr Radstand und kaum veränderter Länge mehr Platz und knackigere Proportionen und sie erlaubt den Einsatz zahlreicher neuer Technologien. So bekommt der Sportwagen auf Wunsch die komplett animierten Instrumente des Virtual Cockpit, macht mit LED-Matrixscheinwerfern die Nacht zum Tage und ändert mit dem Drive Select-System seinen Charakter auf Knopfdruck.

Anders als bei den ersten beiden Generationen fächerte Audi die Modellpalette diesmal schon sehr früh sehr weit auf: Der TT S (310 PS) war bereits gleich zum Start verfügbar, der TT RS (400 PS) folgte Anfang 2017. Das schafft Entwicklungskapazitäten für mögliche Neuzugänge in der Modellfamilie. Denn mit der Studie TT Sportback zeigten die Bayern schon 2014, dass sie sich den TT auch als Shooting Break mit SUV-Anleihen wie robuster Beplankung und erhöhter Bodenfreiheit vorstellen können.