Diesel und Benziner im Vergleich

Diesel oder Benziner: Was lohnt sich?

Diesel oder Benziner – welche Antriebsart ist umweltfreundlicher? Erfahre hier alles über Vor- und Nachteile und inwiefern sich ein Kauf noch lohnt.

  • Emeli Schmidt
  • Veröffentlicht am 13.06.2022, 09:00
Ein roter Pkw fährt eine Landstraße entlang
Quelle: UnsplashDiesel oder Benziner – beide Antriebsarten haben ihre Vor- und Nachteile. Während Diesel sparsamer auf Langstrecken sind, punkten Benziner vor allem mit der besseren Laufruhe

Diesel und Benziner: Was ist der Unterschied?

Der Abgasskandal und Fahrverbote haben dem Diesel in den vergangenen Jahren einen Imageverlust beschert. Dabei galten Dieselfahrzeuge aufgrund der besseren Effizienz lange Zeit als umweltfreundlichere Alternative zum Benziner. Denn durch die bessere Treibstoffverwertung ist ihr CO₂-Ausstoß grundsätzlich geringer. Dieselfahrzeuge sind allerdings oft schwerer als Benziner. Das liegt an der massiven Bauweise der Motorblöcke, die höhere Verbrennungsdrücke als Ottomotoren aushalten müssen. Zudem stoßen ältere Diesel mehr Stickoxide als Benziner aus. Stickoxide reizen Augen und Atemwege und können Asthma sowie andere Atemwegserkrankungen verursachen. Außerdem bilden sie in Verbindung mit Kohlenwasserstoffen umweltschädliches Ozon.

Ob Diesel oder Benziner: Letztlich fahren beide mit fossilen Brennstoffen, die endlich sind. Zielstellung der Politik ist es daher, sie langfristig durch lokal emissionsfreie Alternativen zu ersetzen. Das ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der Umwelt und ihrem Erhalt für zukünftige Generation. Deshalb ist die Frage relevant, wie umweltfreundlich Diesel oder Benziner im Vergleich zu E-Autos sind.

Wann lohnt sich ein Diesel, wann ein Benziner?

Diesel oder Benziner: Beide haben Vor- und Nachteile. Je nachdem, welche Aspekte man betrachtet, liegt mal der Diesel und mal der Benziner vorn. Grundsätzlich unterscheiden sie sich bei den Anschaffungskosten – insbesondere bei Neuwagen – und bei den Unterhaltskosten. Zu Letzteren zählen die Kfz-Versicherung und -Steuer sowie die Energieeffizienz. Die Effizienz wirkt sich auf den Spritverbrauch und die Höhe der dadurch entstehenden Kraftstoffkosten aus. Außerdem bestehen Unterschiede beim Wirkungsgrad der Motoren und bei der Umweltverträglichkeit. Wie sich Diesel und Benziner genau voneinander unterscheiden, ist jedoch immer vom jeweiligen Modell und von der eigenen Fahrleistung abhängig.

Ein Beispiel: Hast Du einen längeren Arbeitsweg und möchtest dennoch sparsam unterwegs sein? Dann ist es wichtig, dass Dein Fahrzeug auf langen Strecken einen effizienten Kraftstoffverbrauch hat. Diesel liegen hier im Vergleich zu Benzinern meist vorne. Fährst Du hingegen eher wenig und legst meistens nur geringe Distanzen wie beispielsweise zum Einkauf zurück? In diesem Fall sollte Dein Auto vor allem kurze Strecken sparsam meistern. Im Stadtverkehr sind Benziner daher oft die bessere Wahl, da sie weniger Stickoxide ausstoßen. Ebenso lohnt sich der Umstieg auf eine Alternative mit Elektroantrieb.

Fotomontage mit sieben sparsamen Autos verschiedener Hersteller
Sparsame Autos

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Ein Vergleich von Diesel und Benzinern

Ob Diesel oder Benziner besser sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Denn beide Varianten schneiden auf unterschiedlichen Gebieten besser beziehungsweise schlechter ab.

Benziner vs. Diesel – die Vor- und Nachteile:

VergleichDieselBenziner
AnschaffungskostenDie Anschaffungskosten sind in der Regel höherDer Neuwagenpreis ist im Vergleich zum Diesel oft geringer
Kfz-Steuer und VersicherungsprämieDie Kfz-Steuer ist im Vergleich zu Benzinern fast doppelt so hoch und auch die Versicherungsprämien sind höherFür Benziner fallen sowohl die Kfz-Steuer als auch die Versicherungsprämie oft niedriger aus
SpritpreiseDie Energiesteuer auf Dieselkraftstoffe ist geringer und die Spritpreise waren bisher niedriger – die Preisentwicklung ist aber volatiler als die von BenzinIm Vergleich zum Diesel war Benzin bisher teurer – aufgrund von Schwankungen kann der Preis für Diesel aber auch höher sein
VerbrauchGeringerer Verbrauch – im Vergleich zur selben Menge Benzin ist Diesel effizienterBenziner haben einen höheren Verbrauch als Dieselfahrzeuge
WirkungsgradDieselmotoren haben einen höheren Wirkungsgrad und können die Energie im Treibstoff besser nutzbar machenBenzinmotoren haben einen geringeren Wirkungsgrad und können die Energie im Treibstoff etwas schlechter nutzbar machen
InstandhaltungLaut ADAC sind bei vielen gebrauchten Dieselfahrzeugen Inspektionen sowie ein Ölwechsel häufiger notwendigInspektionen und Ölwechsel sind seltener notwendig als bei Dieselfahrzeugen
EmissionenDer CO₂-Ausstoß von Dieselfahrzeugen ist niedriger, aber der Ausstoß von Schadstoffpartikeln wie Stickoxiden höher, da Diesel eine aufwendigere Abgasnachbehandlung brauchenDer CO₂-Ausstoß von Benzinern ist höher, aber der Ausstoß von Schadstoffpartikeln wie Stickoxiden dafür geringer, da Benziner eine weniger aufwendige Abgasnachbehandlung brauchen

Während Dieselfahrzeuge in der Anschaffung meist höhere Kosten verursachen als Benziner, überzeugen sie in der Praxis mit einem geringeren Verbrauch. Aufgrund von Schwankungen lässt sich heutzutage nicht mehr pauschal sagen, welcher Kraftstoff günstiger ist – denn die Diesel- und Benzinpreisentwicklung wird von Faktoren wie der Energiesteuer oder Nachfrage beeinflusst.

Im Vergleich zu Diesel punkten Benziner mit einer geringeren Kfz-Steuer sowie niedrigeren Versicherungsprämien. Die Instandhaltung eines Benziners ist laut ADAC zudem weniger aufwendig. Sowohl Diesel als auch Benziner stoßen umweltschädliche Schadstoffpartikel wie Stickoxide sowie Kohlenstoffdioxid aus. Nur das Ausmaß des Ausstoßes unterscheidet sich.

Jetzt noch Diesel oder Benziner kaufen – wie sinnvoll ist das?

Die Spritpreise steigen sowohl für Diesel als auch für Benziner. Daher kann es sinnvoll sein, auf Autos mit alternativem, umweltfreundlicherem Antrieb umzusteigen. Auch beim Gebrauchtwagenkauf wird der Umweltaspekt zunehmend wichtiger – und die Nachfrage nach E-Fahrzeugen steigt. Sie sind für die Umwelt weitaus besser als Diesel oder Benziner. Laut einer aktuellen Studie der Universität der Bundeswehr München verursachen sie bis zu 89 Prozent weniger Emissionen. Die Studie untersuchte den gesamten Lebenszyklus von der Produktion über die Lieferkette bis zum Recycling von über 790 Fahrzeugen.

Ein weiterer Pluspunkt: Wer sich für den Kauf eines E-Autos oder eines Hybridfahrzeugs entscheidet, bekommt eine Förderung. Dank des sogenannten Umweltbonus erhältst Du beim Kauf eines Elektroautos einen Zuschuss von bis zu 9.000 Euro – für Hybridfahrzeugen gibt es bis zu 6.750 Euro. Hybridfahrzeuge werden allerdings nur gefördert, wenn sie maximal 50 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen. Ganz gleich, ob E-Auto oder Hybrid: Kaufst Du einen jungen Gebrauchten, ist eine Förderung ebenso möglich, wenn der Kauf des Neuwagens noch nicht gefördert wurde.

Ist ein Ablaufdatum für Diesel oder Benziner vorgesehen?

Die Politik verschärft zunehmend die CO₂-Vorgaben. So hat das Europaparlament die Neuzulassung von Verbrennungsmotoren ab 2035 verboten. Doch noch müssen auch die EU-Mitgliedsstaaten, also deren Regierungen, zustimmen. Die Abstimmung soll im Sommer 2022 stattfinden. Die Bundesregierung unterstützt dabei den geplanten Verbrenner-Ausstieg 2035.

Beim Ausstiegsdatum wird es allerdings einen Bestandsschutz für Gebrauchtwagen geben. Das bedeutet: Besitzer eines Diesels oder Benziners haben weiterhin das Recht, ihr bis dahin zugelassenes Fahrzeug zu behalten und zu nutzen. In Spanien gilt der Bestandsschutz beispielsweise bis 2050.

Das Vorgehen bis dahin:

  • Einführung von Maßnahmen wie der CO₂-Steuer
  • Insgesamt gibt es weniger Diesel bei Herstellern im Angebot
  • Spritpreise für Diesel und Benzin steigen

Diesel und Benziner im Vergleich mit E-Autos

Lohnt es sich unter diesen Voraussetzungen noch, einen Gebrauchtwagen mit Diesel- oder Benzinantrieb zu kaufen? Verbrennungsmotoren haben eine weitaus höhere Reichweite als durchschnittliche E-Autos. Zudem sind Ladesysteme bisher nicht flächendeckend ausgebaut und die Ladezeiten lang. Legst Du regelmäßig lange Strecken mit dem Auto zurück oder ist die Ladeinfrastruktur vor Ort noch nicht ausreichend ausgebaut? Dann ist der Kauf eines Fahrzeugs mit Verbrennungsmotor immer noch sinnvoll. Zudem halten moderne Gebrauchtwagen – ob Diesel oder Benziner – die Abgasnormen ein. Daher musst Du beim Kauf eines Fahrzeugs, das Euro-6-konform ist, keine Fahrverbote fürchten.

Weitere relevante Aspekte, die es bei der Entscheidung für oder gegen ein E-Auto zu beachten gilt: Im Winter verlängern sich durch die Kälte die chemischen Prozesse, die dafür sorgen, dass der Akku lädt. Das bedeutet, die Ladezeiten sind im Winter spürbar länger. Hast Du eine eigene Ladestation am Haus und fährst vorrangig kurze Strecken, sind die verlängerten Ladezeiten auch in der kalten Jahreszeit kein Problem. Aber wie sieht es aus, wenn Du auf dem Weg in den Winterurlaub in einen Stau gerätst? Ein Test des ADAC hat ergeben, dass E-Autos im Stand ausdauernd sind – und das auch bei Heizungsbetrieb über viele Stunden.

Detailaufnahme eines Diesel-Fahrverbotsschildes
Diesel kaufen oder verkaufen

Wie sinnvoll es ist, jetzt noch einen Diesel zu kaufen und wie Fahrverbote die Entscheidung beeinflussen können.

Gebrauchtwagen: Lohnt es sich, Diesel oder Benziner zu kaufen?

Ein sparsamer Diesel ist meist teurer in der Anschaffung als ein Benziner. Legst Du aber häufig lange Strecken mit dem Auto zurück, kann sich ein Diesel lohnen. Die Gründe:

  • Verbrauch: Er hat im Vergleich zum Benziner eine effizientere Treibstoffverwertung und ist somit sparsamer im Verbrauch.
  • Sprit: Du tankst seltener, da der Kraftstoffverbrauch von Dieselfahrzeugen effizienter als bei Benzinern ist.
  • Emission: Diesel stoßen weniger CO₂, dafür aber mehr Stickoxide als vergleichbare Benziner aus.

Für Kurzstrecken oder Wenigfahrer ist dagegen ein Benziner eine sinnvolle Investition. Denn in der Anschaffung ist ein Benziner im Vergleich zum Diesel oft günstiger. Auch bei der Kfz-Steuer und -Versicherung kannst Du Geld sparen.

Diesel oder Benziner – was ist umweltfreundlicher?

Neben den Anschaffungs- und Betriebskosten wird auch der Umweltaspekt immer wichtiger. Während Benziner eine etwas geringere Treibstoffverwertung haben und dadurch mehr CO₂ ausstoßen, produzieren Diesel mehr Stickoxide. Dennoch sind sowohl moderne Diesel als auch Benziner sauber. Sie halten die vorgeschriebenen Grenzwerte der Abgasnorm ein. Um drohende Fahrverbote brauchst Du Dich bei modernen Gebrauchten daher nicht zu sorgen. Entscheidend für die Wahl des passenden Fahrzeugs ist hingegen, wie man sein Auto nutzt – vermehrt auf Langstrecken oder eher im Stadtverkehr.

Bei Deiner Entscheidung solltest Du auch zukünftige Entwicklungen hinsichtlich des Umweltschutzes berücksichtigen. Denn ein Autokauf ist eine langfristige Investition. Auch wenn Du aufgrund des Bestandschutzes zunächst keine Fahrverbote fürchten musst, werden Elektro- und Hybridfahrzeuge als umweltfreundlicher bewertet. Sie verursachen in ihrem gesamten Lebenszyklus weniger Emissionen als Diesel oder Benziner. Aufgrund ihrer geringeren Reichweite und der noch nicht flächendeckend ausgebauten Ladeinfrastruktur eignen sich diese Autos eher für Kurzstrecken. Der Umstieg auf ein Elektro- oder Hybridfahrzeug kann sich aber finanziell lohnen. Denn beim Kauf profitierst Du von einer Förderung von bis zu 9.000 Euro bei E-Autos und von bis zu 6.750 Euro bei Hybriden. Trotz Förderung sind E-Autos in der Anschaffung oft insgesamt teurer als Diesel oder Benziner – aber auf lange Sicht umweltfreundlicher.