Einen Durchschnittswert lässt sich beim Benzinverbrauch einfach errechnen

Du willst den Benzinverbrauch Deines Autos berechnen? So geht‘s!

Es gibt wenige Dinge, die Autobesitzer so sehr beschäftigen wie die verbrauchten Liter Benzin oder Diesel. Bei Benzinmotoren gibt es heute nicht nur verschiedene Verbrauchswerte, sondern auch viele Möglichkeiten, den Verbrauch des Autos zu senken. Wir sagen Dir, was Du zum Benzinverbrauch wissen musst und wie Du den Spritverbrauch Deines Fahrzeugs berechnen kannst.

    0
  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:06 PM
Die effektivste Methode, den Benzinverbrauch zu senken, ist der Fahrstil.
Quelle: picture alliance Die effektivste Methode, den Benzinverbrauch zu senken, ist der Fahrstil.

Wenn Du heute ein wenig in die Vergangenheit des Autos schaust, dann fallen drei Dinge auf: Autos sind nicht nur teurer, sondern vor allem größer geworden. Ein VW Polo ist heute länger als ein Golf vor 30 Jahren. Außerdem sind Autos erheblich leistungsstärker geworden. Der erste Golf GTI hatte 110 PS, das aktuelle Modell liegt bei 230 PS. Und Autos sind trotz des Gewichts- und Leistungszuwachses sparsamer geworden. Nehmen wir zum Beispiel den ersten Golf GTI, der von 1976 bis 1982 gebaut wurde. Für das 810 Kilogramm leichte Fahrzeug gab Volkswagen (VW) an, dass es 9,4 Liter Superbenzin auf 100 km verbraucht. Der aktuelle Golf GTI, der mit 1.350 Kilogramm deutlich schwerer ist, verbraucht offiziell 6,0 Liter bis 6,4 Liter Benzin auf 100 km.

Auch niedrige Drehzahlen und ein korrekter Reifendruck helfen, den Benzinverbrauch zu senken.

Neue Messmethoden näher an der Praxis

Auch die Messmethoden für den Verbrauch eines Autos haben sich verändert. Die Werksangaben gibt es in drei verschiedenen Versionen: innerorts, außerorts und kombiniert. Letzterer Durchschnittswert kommt dem realen Verbrauch meist am nächsten. Allerdings hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass die Werksangaben, die unter Laborbedingungen gemessen wurden, deutlich unter dem tatsächlichen Verbrauch der Fahrzeuge liegen. Die Europäische Union (EU) hat Ende 2017 ein neues Messverfahren eingeführt. Der neue Prüfzyklus WLTC (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Cycle) basiert im Unterschied zum alten NEFZ-Verfahren (Neuer Europäischer Fahrzyklus) auf realen Fahrdaten. Die Berechnung beschränkt sich auch nicht mehr nur auf Standardmodelle, sondern bezieht verschiedene Modellversionen mit ein.



Wie kannst Du den Benzinverbrauch berechnen?

Die klassische Methode, den Benzinverbrauch eines Autos zu berechnen, ist relativ einfach: Zunächst wird vollgetankt. Nach einer längeren Strecke wird der Tank wieder vollgetankt. Die getankten Liter werden mit den gefahrenen Kilometern verrechnet. Um den durchschnittlichen Verbrauch für 100 Kilometer zu berechnen, gibt es eine einfache Formel: Du multiplizierst die getankten Liter Benzin oder Diesel mit 100. Diese Summe teilst Du dann durch die zurückgelegten Kilometer.

Die Formel zur Berechnung: Menge (in l) x 100 ÷ Distanz (in km)

Moderne Fahrzeuge haben oft eine Verbrauchsanzeige, die die Gesamtfahrleistung des Autos, aber auch einzelne Etappen zur Berechnung des Verbrauchs heranzieht.
Benziner haben den Ruf, dass sie mehr verbrauchen als Diesel. Das liegt zum Teil auch daran, dass sie weniger Drehmoment haben als Diesel. Das heißt: Benziner müssen mit höherer Drehzahl bewegt werden. Dies erhöht den Verbrauch worunter vor allen Dingen Kleinwagen mit schwacher Motorisierung leiden, denn damit verursachen sie meist höhere Spritkosten.

So kannst Du den Benzinverbrauch senken

Die effektivste Methode, den Spritverbrauch zu senken, ist die Anpassung des Fahrstils. Das hat auch der ADAC in einem Langzeittest herausgefunden. Viel Kurzstreckenverkehr mit kaltem Motor, häufiges Bremsen und Beschleunigen treiben den Verbrauch stark nach oben. Besser sind niedrige Drehzahlen, sanftes Bremsen – idealerweise noch mit Motorbremse – und eine vorausschauende Fahrweise. Hohe Geschwindigkeiten sorgen auch für höheren Spritverbrauch. Moderne Automatikgetriebe haben zudem unterschiedliche Fahrprogramme, darunter auch eines für eine sparsame Fahrweise.
Zudem gibt es noch viele weitere Tipps, mit deren Hilfe Du den Spritverbrauch senken kannst. Überflüssiges Gepäck erhöht das Gewicht des Fahrzeugs und damit auch den Verbrauch. Auch falscher Reifendruck kann sich negativ auswirken. Mit Winterreifen solltest Du aufgrund ihres grobstolligen Profils auch nicht in den Sommer hineinfahren, denn das kostet ebenfalls Benzin. Wenn Du im Sommer bei angenehmen Temperaturen die Klimaanlage ausschaltest, wirst Du feststellen, dass Du damit rasch ein bis zwei Liter Benzin sparen kannst. Ganz schlecht: Manche Leute fahren wochen- und monatelang mit Dachträgern oder Dachboxen. Das wirkt fast wie ein Bremsfallschirm und freut allerhöchstens den Tankstellenbetreiber. Auch der Zustand des Motors ist wichtig: Der ADAC empfiehlt, dass der Motor richtig eingestellt ist, Luftfilter und Luftmassenmesser korrekt arbeiten und das Motoröl nicht zu alt ist.

Wenn Du auf überflüssiges Gepäck und Dachboxen beziehungsweise Dachträger verzichtest, kannst Du eine Menge Benzin sparen.

Mit diesen Tipps kannst Du Sprit sparen

  • Entspannte Fahrweise ohne starkes Beschleunigen und Bremsen
  • Überflüssiges Gepäck entladen
  • Klimaanlage nur bei Bedarf einschalten
  • Im Sommer nicht mit Winterreifen fahren
  • Auf korrekten Reifendruck achten
  • Dachboxen und Dachträger nur montieren, wenn Du sie brauchst
  • Auf den Wartungszustand des Motors achten
KostenFahrenVerkehrTreibstoffarten