E-Autos mit großer Reichweite

Die Elektroautos mit der größten Reichweite

Bei Elektroautos sind Reichweite und Batteriekapazität wichtig. Wie weit fahren E-Autos im Jahr 2021? Lies hier unsere Top 7 der E-Autos mit großer Reichweite.

  • Veröffentlicht am 16.12.2019, 07:45
  • Aktualisiert am 04.10.2021, 11:48
Tesla Model 3 in der Seitenansicht, fahrend
Quelle: Picture Alliance/Tesla Mit dem Model 3 versucht Tesla, die breite Masse zu erreichen

Die Reichweite von Elektroautos steigt ständig. Mit wachsenden Batteriekapazitäten, niedrigeren Verbräuchen und manchmal über Software-Updates, legen E-Autos immer längere Strecken ohne Ladestop zurück.

Kleinwagen schaffen mittlerweile bis zu 400 Kilometer, Limousinen und SUVs über 600 Kilometer. Laut Norm natürlich, denn die Praxis-Reichweite hängt stark vom Fahrstil ab. Und vom Fahrzeug.

Doch große Akkus kosten immer noch viel Geld. Nach aktuellen Vorgaben darf ein Elektroauto in der Basisversion maximal 65.000 Euro netto laut Listenpreis kosten, damit Staat und Hersteller 7.500 Euro beisteuern. Liegt der Basispreis unter 40.000 Euro netto, steigt die Höchstprämie sogar auf 9.000 Euro.

Hier findest du unsere Liste der Top 7 Elektroautos mit hoher Reichweite, die 2021 angeboten werden. Nur der Mercedes EQS in dieser Liste ist nicht förderfähig.

ModellSegmentLeistungBatteriekapazitätReichweitePreis
Mercedes-Benz EQS 450+Limousine285 kW (333 PS)107,8 kWh780 km106.374,10 Euro
Tesla Model 3 Long Range AWD (2021)Limousine324 kW (440 PS)Keine Herstellerangabe614 km49.990 Euro
Ford Mustang Mach-ESUV Mittelklasse216 kW (294 PS)98,7 kWh610 km54.750 Euro
Hyundai Kona ElektroSUV Mini150 kW (204 PS)64 kWh484 km41.850 Euro
Kia e-Soul/ e-NiroSUV Kompakt150 kW (204 Ps)64 kWh455 km42.390 Euro / 42.790 Euro
Renault Zoe Z.E. 50Kleinwagen80 kW (108 PS)52 kWh395 km31.990 Euro
Nissan Leaf e+Kompaktwagen160 kW (218 PS)62 kWh383 km39.990 Euro



Mercedes EQS: Reichweite bis 780 Kilometer

Was macht eine S-Klasse von Mercedes aus? Eine riesige Limousine in edler Optik, ein luxuriöser Innenraum und ordentlich Wumms unter der Haube. Doch lässt sich das Erfolgskonzept mit dem neuen Elektro-Programm kombinieren? Der neue Mercedes-Benz EQS liefert eine Antwort. 

Am EQS springt sofort eins in Auge: Das Design ähnelt dem verbrennenden Vorgänger nicht unbedingt, das soll es auch nicht. Mercedes` funktionale Optik macht den EQS besonders windschnittig und das kommt dem Reichweitenkonto zugute. Zusätzlich sorgt die Coupélinie dafür, das der EQS besonders leise fährt. Zusammen mit einer ausgereiften Fahrwerkstechnik soll der Elektro-Benz damit den Komfort bieten, den der Name “S-Klasse” seit langem vertritt. 

Mercedes-Benz EQS 450 +
Quelle: Daimler AG Der Mercedes EQS 450+ kommt im Moment weiter als jedes andere E-Auto und macht damit besonders Tesla Konkurrenz

Im Innenraum gibt es neue Features wie eine präzise Lade- und Routenplanung sowie einen Hyperscreen, der sich über die gesamte Breite des Autos erstreckt. 

Das spannendste am EQS bleibt die Technik, denn diese verspricht eine revolutionäre Reichweite von bis zu 780 Kilometern (WLTP) beim Modell EQS 450+. Das beinhaltet die große Batterie (107,8 kWh) und einen Motor an der Hinterachse (333 PS). Mit einem Verbrauch von 16,2 - 18,9 kWh auf 100 Kilometern entthront er das Tesla Model S gleich in zwei Kategorien. Wer statt maximaler Reichweite lieber mehr Geschwindigkeit sucht, wird sich am EQS 580 4Matic erfreuen. Dieser kommt mit einem zusätzlichen Motor an der Frontachse und bietet satte 523 PS. 

Allerdings ist die neue Elektro-S-Klasse nicht gerade günstig: die Basisversion des EQS 450+ startet bei 106.374,10 Euro und ist somit nicht förderfähig. In dieser Version ist der teure Hyperscreen nicht serienmäßig enthalten. Das ist nur im Mercedes EQS 580 4Matic (Startpreis: 135.529,10 Euro) der Fall. Verkauft wird der extravagante E-Stern seit Anfang August.



Tesla Model 3 Long Range: Reichweite bis 614 Kilometer 

Es überrascht nicht, dass Tesla in unserer Top 7 der Reichweitengiganten auftaucht. Zwar warten wir weiterhin auf das versprochene günstige Model 3 für um die 30.000 Euro. Doch ein halbwegs bezahlbares Modell mit üppiger Reichweite gibt es schon. Das Tesla Model 3 Long Range schafft laut WLTP-Zyklus mit einer Akkuladung 580 Kilometer. In der Praxis sind mehr als 500 Kilometer drin. Seit April 2021 soll es das Model 3 Long Range AWD sogar bis auf 614 Kilometer schaffen. Und mit bis zu 200 kW Ladeleistung wird die Batterie an Teslas Superchargern auch schnell wieder voll.

Tesla Model 3 in der Seitenansicht, stehend
Quelle: Picture Alliance Bei der Ladeleistung kann hier nur der EQS mithalten: Der Akku des Model 3 kann mit bis zu 200 kW geladen werden

Wie groß der Akku genau ist, verrät Tesla nicht, dafür aber andere Eckwerte: Bis Tempo 100 braucht das Model 3 nur 4,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei stromfressenden 233 km/h. Zwei Motoren treiben alle vier Räder an. Wer auf akkurate Spaltmaße und penible Verarbeitung Wert legt, muss beim Model 3 einiges erdulden. Zwar soll es tadellose Exemplare geben. Die, die wir in den Fingern hatten, gehörten nicht dazu. Die vogelwilden Fugenbreiten zwischen den Karosserieteilen schlagen sich beim Fahren nieder. Das Model 3 knirscht und knarzt oft hörbar, gerade auf unebenem Belag.

Der Preis liegt bei mindestens 49.990 Euro. Schnellere und langsamere Modelle mit weniger Reichweite gibt es ebenfalls. Auf mobile.de finden sich einige wenige Neuwagen mit großer Reichweite ab etwa 56.000 Euro, gebrauchte Exemplare starten bei rund 54.000 Euro.



Ford Mustang Mach-E: Reichweite bis 610 Kilometer 

Den Ford Mustang kennt man. Verbunden wird der Name mit sportlichen Karossen im amerikanischen Format, die durch einen kräftigen V8 mit charismatischen Sound angetrieben werden. Seit Ende 2020 gibt es einen Mustang, der auch nach dem Start nicht zu hören ist: der vollelektrische Mustang Mach-E. 

Optisch erinnert er nur in Einzelheiten an seine Namensgeber. Dreigliedrige Rücklichter, schmal geschnittene Frontscheinwerfer und eine sportliche Karosserieform sind die einzigen Hinweise auf den legendären Bruder. Verfügbar ist Fords erstes E-SUV in mehreren Versionen. Es gibt ihn als Heck- oder Allradantrieb. Bei den Batterien stehen die 75,7 kWh oder die 98,7 kWh-Batterie zur Auswahl. Mit der Größeren (und Heckantrieb) soll der Mach-E ganze 610 Kilometer Reichweite (WLTP) schaffen. Beim Laden verspricht Ford, das der Flüster-Mustang in 10 Minuten 119 Kilometer laden kann (98,7 kWh-Batterie über Hochleistungs-DC-Ladestation). 

Der Ford Mustang Mach-E aus der Seitenperspektive
Quelle: Ford Beim Design war Ford innovativ: Das schwarze Dachsegment am Heck lässt die Form von der Seite coupéartig wirken, während im Inneren der Raumvorteil des SUVs erhalten bleibt

Seit Anfang 2021 kann man den Ford Mustang Mach-E für einen Basispreis von 46.900 Euro (Single Motor, 75,7 kWh-Batterie) bestellen. Wer gerne die maximale Reichweite haben will, muss mit einem Basispreis von 54.750 Euro rechnen. Ein Ausblick: Im 3. Quartal 2021 wird der Mach-E GT auf den Markt kommen, der neben einer sportlicheren Optik auch klassische Ford Performance Features bieten wird.



Hyundai Kona Elektro: Reichweite bis 484 Kilometer 

Der Hyundai Kona Elektro ist ein enger Verwandter des Kia Niro. Entsprechend fährt er mit der gleichen Technik wie das Kia-SUV. Der Akku speichert 64 kWh Energie und kann mit bis zu 100 kW in 54 Minuten von 0 auf 80 Prozent geladen werden. Nach 484 Kilometern Fahrt ist er laut Norm leer. In der Praxis kommt er meist nicht so weit – manchmal aber sogar weiter. In einem Test der „Autobild“ war unter Idealbedingungen erst nach 613 Kilometern Schluss.

Mit 41.850 Euro ist der 150 kW (204 PS) starke Kona Elektro etwas günstiger als der Kia e-Niro, allerdings ist er mit nur 4,18 Metern Länge auch ein gutes Stück kürzer und bietet weniger Platz. Die Straßenpreise sind jedoch zum Teil niedriger und das Angebot ungewöhnlich groß. 1700 Inserate finden wir auf mobile.de (Stand 09/2021). Die Zahl der Inserate für die meisten anderen Modelle in unserer Top 7 der Elektroautos mit der größten Reichweite ist nur zweistellig.

Der Hyundai Kona in der Ansicht von vorne-links, über eine Brücke fahrend
Quelle: Hyundai Mindestens 36.000 Euro verlangt Hyundai für das Elektro-SUV Kona

Schon ab etwa 27.000 Euro bieten Händler den Kona Elektro als Neuwagen auf mobile.de an. Bei sehr moderaten Wartezeiten. Drei Monate muss man ab Bestellung meist einplanen. Gebrauchte Modelle mit geringer Laufleistung gibt es ebenfalls einige. Die sind allerdings nicht günstiger als viele der Neuwagen.



Kia e-Niro (64 kWh)/Kia e-Soul: Reichweite bis 455 Kilometer 

Kia ist ein stiller Champion unter den Anbietern von Elektroautos. Der größere der beiden angebotenen e-Niro schafft mit seinem 64 kWh großen Akku ordentliche 455 Kilometer laut NEFZ (zurückgerechnet von WLTP). Nach unseren Praxiserfahrungen sind Werte von mehr als 400 Kilometern im Alltag drin. Und dabei steht er für gerade mal 42.790 Euro in der Preisliste.

Die aufregenden Fahrleistungen eines Tesla Model 3 darf man von dem kompakten SUV mit 150 kW (204 PS) nicht erwarten, aber flott geht es auf jeden Fall voran. Dabei fährt der e-Niro ruhig, unaufgeregt und komfortabel. Das Infotainment ist auf dem aktuellen Stand, hat aber noch Defizite bei der cleveren Kalkulation über lange Strecken. Hier muss man noch viel selbst planen, wo andere Systeme die kürzeste Route unter Berücksichtigung von Ladestopps errechnen. Außerdem lädt der e-Niro maximal mit 100 kW.

Der Kia e-Niro in der Seitenansicht, stehend
Quelle: Picture Alliance Der elektrische Niro ist technisch verwandt mit Hyundais Kona. In der Praxis fährt der Südkoreaner mehr als 400 Kilometer weit

Neuwagen starten bei mobile.de nah am Neupreis, zum Teil knapp darunter. Gebrauchte kriegt man mit dem großen Motor schon ab 30.000 Euro, niedriger motorisierte Varianten schon ab rund 26.000 Euro.



Der technische Bruder des e-Niro, der Kia e-Soul, kommt wegen seiner kantigen Hülle nicht ganz so weit wie das kleine SUV. Laut Norm sind es 455 Kilometer. Für ihn gilt, was für den e-Niro gilt: Im Alltag sind ähnliche Strecken möglich. Mit 42.390 Euro liegt der Neupreis etwas niedriger. Und: Das Angebot ist größer und die Verfügbarkeit besser. Auf mobile.de sind diverse Autos für weniger als 40.000 Euro gelistet und sofort verfügbar.



Renault Zoe Z.E. 50: Reichweite bis 395 Kilometer 

Renault gehört zu den Pionieren der Elektromobilität. Schon seit Anfang 2013 gibt es den Zoe, im Herbst 2019 stellt Renault die aktuelle Version vor. Der Akku speichert jetzt 41 kWh oder in der größten Variante 52 kWh. Die Normreichweite des ZE50 gibt Renault mit 395 Kilometern laut WLTP-Zyklus an. Unsere erste Testfahrt zeigt: ein in der Praxis erreichbarer Wert.

Für die Top-Reichweite muss man allerdings auf ein bisschen Leistung verzichten. Der Zoe erreicht die 395 Kilometer nur mit dem schwächeren von zwei angebotenen Elektromotoren. 51 kW (69 PS) Dauerleistung und maximal 80 kW (108 PS) stehen im Datenblatt des Zoe R110, der Zoe R135 leistet maximal 100 kW (135 PS) und schafft offiziell 395 Kilometer. Im echten Leben dürfte der Unterschied zu vernachlässigen sein.

Der Renault ZOE in der Frontansicht, fahrend
Quelle: Renault Wie der Nissan Leaf, fährt auch Renaults Zoe schon länger mit Strom. Seit 2013 surrt der kleine Zoe durch die Straßen

Die Preise für den R110 starten bei 31.990 Euro, wenn man die große Batterie kauft. Renault bietet den Zoe jedoch auch mit Batteriemiete an. Dann kostet er mit dem kleineren Motor ab 21.900 Euro. Der Mietpreis ist nach Laufleistung gestaffelt, ab 74 Euro pro Monat bei einer Laufleistung von maximal 7.500 Kilometern geht es los, ohne Kilometerbegrenzung werden rund 120 Euro fällig. Auf mobile.de finden wir aktuell 600 Neuwagen in allen Varianten zu Preisen bis maximal 42.000 Euro.



Nissan Leaf e+ (62 kWh): Reichweite bis 383 Kilometer 

Unsere Top 7 (oder: Top 7,5) wird komplettiert von einem weiteren Klassiker. Der Nissan Leaf stromert seit 2010 auf den Straßen, seit Januar 2018 steht die zweite Generation bei den Händlern. Ab Januar 2019 gesellt sich zur Variante mit 40-kWh-Akku der Nissan Leaf e+ mit 62 kWh Kapazität. Der Elektromotor leistet maximal 160 kW (218 PS) und kommt auf 340 Newtonmeter Drehmoment.

Der Nissan Leaf in der Seitenansicht, stehend
Quelle: Picture Alliance Der Nissan Leaf ist quasi ein alter Hase im E-Auto--Geschäft. Seit 2010 steht der Japaner unter Strom

Nissan verspricht 385 Kilometer Reichweite nach dem WLTP-Zyklus. In der Praxis durchaus machbar. Leider lädt der Leaf nicht besonders schnell. Maximal 50 kW bedeuten eine Ladezeit von rund 90 Minuten, um von 20 auf 80 Prozent zu kommen.



Das Angebot an Leaf e+ ist mit 130 Exemplaren (09/2021) überschaubar. Der Großteil der gelisteten Neuwagen auf mobile.de verfügt nur über die kleinere Batterie. Die Preise für den Leaf e+ beginnen laut Liste bei 39.900 Euro, weil es ihn erst ab der dritten Ausstattungsstufe N-Connecta gibt. Die Angebote auf mobile.de sind eine Spur günstiger, sogar für Modelle mit der Topausstattung Tekna.

Unsere Top 7 in Bildern

  • Der Kia e-Soul in der Ansicht von vorne-rechts, stehend
    Quelle: Picture Alliance Für den e-Soul verlangt Kia wenigstens 37.790 Euro
  • Der Kia e-Niro in der Seitenansicht, stehend
    Quelle: Picture Alliance Der elektrische Niro ist technisch verwandt mit Hyundais Kona. In der Praxis fährt der Südkoreaner mehr als 400 Kilometer weit
  • Mercedes EQC in der Ansicht von vorne-rechts, stehend
    Quelle: Picture Alliance Mit einer Ladeleistung von 110 kW ist der Akku des EQC nach 40 Minuten auf 80 Prozent geladen
  • Mercedes EQC in der Ansicht von vorne-links, fahrend
    Quelle: Picture Alliance Mit einem Preis von 59.900 Euro bleibt der Mercedes EQC ganz knapp unter der Grenze zur Förderfähigkeit
  • Der Hyundai Kona in der Ansicht von vorne-links, über eine Brücke fahrend
    Quelle: Hyundai Mindestens 36.000 Euro verlangt Hyundai für das Elektro-SUV Kona
  • Der Nissan Leaf in der Seitenansicht, stehend
    Quelle: Picture Alliance Der Nissan Leaf ist quasi ein alter Hase im E-Auto--Geschäft. Seit 2010 steht der Japaner unter Strom
  • Der Opel Ampera-e in der Frontansicht, fahrend
    Quelle: Picture Alliance Für den Opel Ampera-e müssen mindestens 42.990 Euro auf den Tisch gelegt werden
  • Der Renault ZOE in der Frontansicht, fahrend
    Quelle: Renault Wie der Nissan Leaf, fährt auch Renaults Zoe schon länger mit Strom. Seit 2013 surrt der kleine Zoe durch die Straßen
  • Tesla Model 3 in der Seitenansicht, stehend
    Quelle: Picture Alliance Bei der Ladeleistung kann hier nur der EQS mithalten: Der Akku des Model 3 kann mit bis zu 200 kW geladen werden