Design und Positionierung
Der von 2016 bis 2018 in Deutschland angebotene Ford Edge (SBF) gehört zu den größeren SUV der Mittelklasse und tritt gegen Modelle wie Land Rover Discovery Sport oder SEAT Tarraco an. Im Vergleich zum in Nordamerika eingeführten Vorgänger wirkt das Design europäischer, die Technik passt besser zu Dieselmotoren und langen Autobahnstrecken. Die knapp 4.800 mm lange Karosserie mit breiter Front und hohem Heck vermittelt Präsenz, ohne so wuchtig wie ein typischer Fullsize-SUV zu wirken.
Innenraum und Platzangebot
Im Innenraum zeigt der Edge eine seiner größten Stärken. Fahrer und Fondpassagiere profitieren von großzügiger Kniefreiheit und viel Kopffreiheit. Die hohe Sitzposition sorgt für gute Übersicht und ein ausgeprägtes Sicherheitsgefühl.
Die Verarbeitungsqualität wirkt solide, mit weichen Oberflächen in den wichtigen Bereichen und sauber eingepassten Bedienelementen. Problematisch bleibt der nur eingeschränkt einstellbare Beifahrersitz, der für sehr große oder sehr kleine Mitfahrer oft nicht ideal passt. Der Kofferraum fasst 602 Liter bei aufrechter Rückbank und wächst bei umgeklappten Lehnen auf bis zu 1.847 Liter, was den Transport von Urlaubsgepäck oder sperrigen Gegenständen erleichtert.
Motor, Fahrwerk und Fahreindruck
Der Biturbo-Diesel liefert kräftigen Schub aus niedrigen Drehzahlen und harmoniert gut mit dem Doppelkupplungsgetriebe. Beschleunigung und Durchzug ermöglichen zügiges Vorankommen, auch mit voller Beladung oder Anhänger. Das optionale Sportfahrwerk, oft in Verbindung mit großen Rädern montiert, federt straffer, als es zum Komfortanspruch eines Familien-SUV passt.
Querfugen und kurze Wellen gelangen spürbarer in den Innenraum, ohne dass der Edge dadurch besonders agil wirkt. In schnellen Ausweichmanövern macht sich die hohe Masse bemerkbar: Das Fahrverhalten bleibt sicher, reagiert aber weniger präzise als bei manchen europäischen Wettbewerbern. Der Allradantrieb erhöht die Traktion auf rutschigem Untergrund und unterstützt beim Ziehen von Anhängern bis 2.000 kg.
Alltagstauglichkeit, Kosten und Umwelt
Im Alltag erleichtern die einfache Bedienung des Infotainments, zahlreiche Assistenzsysteme und die praxisgerechte Karosserie mit großen Türen und breiter Heckklappe den Umgang mit dem SUV. Der Kaufpreis liegt deutlich über kompakten SUV, bleibt aber in der Regel unter klassischen Premiummodellen. Hohe Versicherungsklassen und ein im realen Betrieb klar über dem Normwert liegender Dieselkonsum treiben die laufenden Kosten nach oben.
In unabhängigen Umwelttests fällt vor allem der hohe NOx-Ausstoß negativ auf, da nur ein NOx-Speicherkatalysator arbeitet. Fazit: Der Ford Edge (SBF) bietet viel Platz, Komfort und Sicherheitsausstattung, spricht damit eher pragmatische Interessenten an und verzichtet auf maximale Effizienz.