Audi A6 (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Er ist das Mittelmaß der Dinge bei Audi und das heimliche Flaggschiff der VW-Tochter. Denn mit dem aus dem Audi 100 hervorgegangene A6 haben sich die Bayern endgültig in der Business-Klasse etabliert und sich auf Augenhöhe mit dem BMW Fünfer und der Mercedes E-Klasse vorgearbeitet. Es gab sogar Jahre, in denen der A6 seine beiden süddeutschen Konkurrenten in der Zulassungsstatistik abhängen konnte – eine Leistung, die bis dato weder der kleine Bruder A4 noch der große Bruder A8 vollbracht hat. Seinen Einstand gab das intern als C-Reihe geführte und als Limousine oder Kombi „Avant“ erhältliche Modell 1968 noch als Audi 100. Doch nach vier Generationen wurde daraus 1994 passend zum Rest der neuen Nomenklatur der Audi A6, der mittlerweile selbst schon in der vierten Generation angeboten wird und erneut kurz vor dem Modellwechsel steht.

Daten

Daten

Die vierte Generation des Audi A6 mit dem internen Code C7 gibt es zum Ende ihrer Laufzeit als Limousine, Avant und Geländekombi Allroad Quattro nur noch mit einem deutlich reduzierten Motorenprogramm: An Benzinern bietet Audi lediglich zwei Vierzylinder mit 1,8 Litern oder 2,0 Litern Hubraum und 190 oder 252 PS, den S6 mit einem 4,0 Liter großen und 450 PS starken V8-Motor oder den ausschließlich als Avant lieferbaren RS6, in dem der gleiche Achtzylinder auf 560 PS in der Standard oder 605 PS in der Performance-Version kommt. Bei den Dieseln ist die Auswahl noch etwas größer und reicht vom 2.0 TDI mit vier Zylindern und 150 PS bis zum 3.0 TDI competition, der als V6 mit maximal 326 PS ins Rennen geht. Der Hybrid-Antrieb ist bereits ebenso aus dem Programm genommen wie die V6-Benziner.

Wie alle Audi-Baureihen gibt es auch den A6 auf Wunsch mit dem Allradantrieb Quattro, der jenseits der Vierzylinder Standard ist. Geschaltet wird von Hand, mit der Doppelkupplung S Tronic oder einer konventionellen Automatik. Die stufenlose Multitronic dagegen hat Audi wieder aus dem Programm genommen.

Mit dieser reduzierten Motorpalette kommt Audi auf Spitzengeschwindigkeiten, die je nach Aufbau und Antriebsvariante zwischen 209 km/h und 305 km/h liegen. Die Verbrauchswerte bewegen sich bei den Dieseln zwischen 4,2 Litern und 6,5 Litern und bei den Benzinern von 5,7 Litern bis 9,6 Litern.

  • Vier-, Sechs- oder Achtzylinder mit 150 PS bis 605 PS
  • Allrad ab sechs Zylindern serienmäßig
  • Keine elektrifizierte Version im Programm
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Test

Test

Der A6 ist bei Kritikern und Testern ausgesprochen gut aufgenommen worden. Zwar haben die Experten beim Design einen Sprung nach vorne vermisst, doch vor allem das Interieur wurde als konkurrenzlos gelobt: Mit Materialauswahl, Verarbeitungsgüte und Liebe zum Detail habe Audi beim A6 die Grenze zur Oberklasse längst durchbrochen, so ihr Urteil. Auch die Auswahl an Assistenz- und Infotainmentsystemen war zur Premiere der aktuellen Generation konkurrenzlos. Um so verstaubter wirkt der A6 allerdings zum Ende seiner Laufzeit. Nachdem Mercedes und BMW die Konkurrenzmodelle bereits in die neue Generation gebracht und dabei ebenfalls große Fortschritte gemacht haben, kann der A6 mittlerweile in keiner Kategorie mehr ernsthaft mit E-Klasse und Fünfer konkurrieren. Außerdem wurde die Motorenauswahl kurz vor dem Generationswechsel bereits arg zusammengestrichen.

  • vorbildliche Innenraumanmutung
  • über die Jahre veraltete Technik
  • reduzierte Motorenauswahl
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Preise

Preise

Die Preise für den Audi A6 beginnen bei 41.150 Euro für die Limousine mit einem 150 PS-Diesel und 42.700 Euro für den 1.8 TFSI-Benziner mit 190 PS. Der Avant startet als Diesel bei 43.650 Euro und kostet als Benziner mindestens 45.200 Euro. Und wer mit dem Allroad ins Abenteuer startet will, ist mit mindestens 61.350 Euro dabei. Für die Sportmodelle muss man noch tiefer in die Tasche greifen. So startet der S6 als Limousine bei 77.650 Euro und als Kombi bei 80.150 Euro und für den RS6 Avant klettert der Grundpreis in der Performance-Variante auf mindestens 118.980 Euro.

Vergleicht man den A6 mit Fünfer und E-Klasse, steht das älteste Modell im Wettbewerbsumfeld gut da: BMW verlangt für seine Business-Limousine mindestens 46.100 Euro und der Mercedes startet als Stufenheck bei 43.019 Euro.

  • Preispanne von 41.150 Euro bis 118.980 Euro
  • Avant-Aufschlag bei 2 500 Euro
  • Deutlicher Preisvorteil gegenüber BMW und Mercedes
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Die erste Premiere war eigentlich gar keine. Denn als Audi im Frühjahr 1994 auf dem Genfer Salon zum ersten Mal das Tuch vom neuen A6 zog, waren Limousine und Avant nicht viel mehr als ein Audi 100 mit retuschiertem Design und neuen Typenkürzeln.


Vorderansicht - schräg
Der Audi A6 ist das Mittelmaß der Dinge.
Seitenansicht

Denn bis auf die Stoßfänger und Scheinwerfer hat sich durch den Namenswechsel nicht viel geändert. Die Karosserie war schon beim intern C4 genannten Vorgänger voll verzinkt, der quattro-Antrieb war längst etabliert und die meisten der Vier-, Fünf-, Sechs- und Achtzylinder-Motoren mit einem Leistungsspektrum von zuletzt 90 bis 326 PS waren ebenfalls alte Bekannte. Einzig bemerkenswerte Neuerung war ein Fünfzylinder-TDI, der mit 140 PS zum damals stärksten Diesel im Audi-Programm avanciert und als erster Selbstzünder im Zeichen der Ringe eine Spitzengeschwindigkeit jenseits von 200 km/h erreicht. Deutlich schneller allerdings sind der mit einem 4,2 Liter großen V8 ausgestattete S6 mit 290 PS und der zum Ende der Laufzeit aufgelegte S6 plus mit 326 PS.

 

Aus zwei mach drei

Nur drei Jahre nach dem Debüt des ersten A6 lässt Audi die zweite Generation der Baureihe vom Stapel. Intern als C5 geführt und diesmal wirklich von Grund auf neu entwickelt, startet die neue Generation 1997 als Limousine und 1998 auch wieder als Avant. Im Jahr 2000 wird die Familie zum Trio und die Bayern bauen als Reaktion auf den Erfolg von Subaru Outback und Volvo CrossCountry den Avant mit erhöhter Bodenfreiheit und rustikalen Anbauteilen zum Allroad quattro um. Das Konzept des Geländekombis kommt so gut an, dass es Jahre später auch für den kleinen Bruder A4 übernommen wird. Auch beim Antrieb setzt die VW-Tochter auf mehr Auswahl: Erstmals bietet sie neben dem manuellen Schaltgetriebe und der konventionellen Automatik auch ein stufenloses Getriebe an, das als „multitronic“ vermarktet wird und vor allem die Effizienz der Motoren steigern soll.

Über die 2001 mit einem Facelift verlängerte Laufzeit gibt es den C5 mit Benzinern vom 1,8 Liter großen Vierzylinder mit 125 PS bis zum V8 mit 4,2 Litern und 300 PS und Diesel mit vier oder fünf Zylindern, 1,9 Litern und 2,5 Litern Hubraum und 110 PS bis 180 PS. Außerdem bieten die Bayern zwei Sportvarianten an: Den S6 mit einer 340 PS starken Variante des V8-Motors und den RS6, der als Achtzylinder mit 450 PS und zuletzt sogar 480 PS an den Start geht.

 

Modellwechsel im Jahr 2004

2004 startet der Wechsel in die Generation C6, der wieder mit der Limousine beginnt und sich mit Avant und Allroad Quattro bis ins Jahr 2005 zieht. Beflügelt von einem wegweisenden Design, einem überdurchschnittlich vornehmen Innenraum und den üppigen Platzverhältnissen im Kombi gelingt diesem A6 ein großer Erfolg: Er bricht in der deutschen Zulassungsstatistik die mehr als drei Jahrzehnte währende Vorherrschaft der Mercedes E-Klasse, weist auch den Fünfer BMW in die Schranken und setzt sich für zwei Jahre an die Spitze seines Segmentes.

Zu den technischen Errungenschaften der Baureihe zählen damals noch seltene Ausstattungsmerkmale wie die Xenon-Scheinwerfer oder Tagfahrlicht und Rückleuchten in LED-Technik, ein Tempomat mit Abstandsregelung, die Luftfederung oder ein Bluetooth-Autotelefon. Auch unter der Haube erlaubt sich Audi eine Besonderheit: Die konventionellen Motoren (Benziner vom 2.0 TFSI mit 170 PS bis zum 4.2 FSI mit 435 PS; Diesel vom 2.0 TDI mit 136 PS bis zum 3.0 TDI mit 240 PS) bergen zwar wenig Überraschungen, doch die Sportmodelle sind dafür umso spektakulärer. Denn sowohl im S6 als auch im RS6 kommt erstmals ein V10-Motor zum Einsatz, der als 5,2 Liter großer Sauger 435 PS und als Turbo mit 5,0 Litern 580 PS leistet.

 

Zum großen A8 ist es nur ein kleiner Sprung

Im Winter 2010 leitet Audi den Wechsel zum C7 ein und zeigt zum ersten Mal den neuen A6, der unter dem Werkscode 4G entwickelt wird. Im Handel startet er im April 2011 als Limousine und im September als Kombi. Technisch eng verwandt mit dem Audi A8 und dank erhöhten Aluminiumanteils 80 Kilo leichter als bisher, bringt die Baureihe viele Errungenschaften aus der Luxusklasse in die gehobene Mittelklasse und wird so zum heimlichen Flaggschiff des Herstellers – vor allem wegen seiner Assistenz- und Infotainmentsysteme: So kann man nicht nur mit Google navigieren oder dank des mobilen Hot-Spots während der Fahrt auf dem iPad surfen. Sondern eine Wärmebildkamera unterstützt auch bei der Nachsicht und markiert gleich noch Fußgänger auf Kollisionskurs, die Elektronik liest Verkehrszeichen, die auf Wunsch komplett mit LED bestückten Scheinwerfer stellen sich mit den Navigationsdaten schon im Voraus auf alle Straßen und Verkehrssituationen ein, und neue Assistenten warnen nicht nur beim Spurwechsel oder der Spurführung, sie greifen im Gefahrenfall auch aktiv ein. Und weil der A6 erstmals eine elektrische Servolenkung hat, zirkelt er sich auf Knopfdruck auch alleine in die Parklücke. Außerdem gibt es für ihn ein Extra, das sogar im A8 noch fehlt: Auf Wunsch projiziert ein Head-Up-Display alle wichtigen Informationen direkt ins Blickfeld des Fahrers.

Unter der Haube setzen die Bayern auf Benziner mit vier, sechs oder acht Zylindern und 190 PS bis 333 PS sowie auf Diesel, die mit vier oder sechs Zylindern eine Bandbreite von 136 PS bis 326 PS abdecken. Dazu gibt es die wieder auf acht Zylinder zurück gerüsteten Sportmodelle S6 mit bis zu 450 PS und den RS6 mit bis zu 605 PS sowie ab 2012 erstmals in der Baureihe einen Hybriden, bei dem ein Vierzylinder-Benziner von einem E-Motor unterstützt wird und so auf einen Normverbrauch von 6,2 Litern kommt.

Nachdem der C7 im Herbst 2014 sein Facelift bekommen hat, fährt er mittlerweile auf der Zielgerade und in Ingolstadt bereiten sie den Generationswechsel vor. Als letzte Baureihe der Bayern soll der A6 dann ab 2018 in die neuen Baukastensysteme des VW-Konzerns integriert werden und wieder viele Technologie-Highlights der 2017 vorgestellten Neuauflage für einen breiten Kundenkreis verfügbar machen.

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