Toyota Yaris (Serie)

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Alleinstellungsmerkmal – oft ist die Rede davon, manchmal unbegründet. Kein Zweifel besteht beim Toyota Yaris: Er ist der einzige Kleinwagen am Markt, der über einen Hybridantrieb verfügt. Dieselmotoren kann der Kunde zwar nicht mehr bestellen, aber angesichts der Krise, in der sich der Selbstzünder befindet, scheint das die richtige Strategie – zumal es immer noch Ottomotoren zu kaufen gibt, die bei den geringeren Laufleistungen von Kleinwagen oft ohnehin die wirtschaftlichere Variante sind. Wer mal nicht VW Polo fahren will, findet im Yaris eine gewagter gezeichnete Alternative. Das Plus an Exotik muss aber mit nicht immer zufriedenstellender Verarbeitungsqualität bezahlt werden. Dafür fährt sich das knapp vier Meter lange Auto agil.

Daten

Daten

Toyotas Kleinwagen, der über dem Mini Aygo rangiert, gibt es nach wie vor als Drei- und als Fünftürer zu kaufen. Bei einer Fahrzeuglänge von 3,95 Meter, fasst der Kofferraum 286 Liter und kann auf 768 Liter erweitert werden, Einbußen beim Hybrid gibt es nicht, weil die Akkus unter der Rückbank installiert sind. Seitdem der Diesel aus dem Programm geworfen wurde, gibt es als konventionelle Motorisierungen nur noch den Dreizylinder-Benziner mit 69 PS, der mit einem Verbrauch von 4,3 Liter Super (CO2-Ausstoß: 99 g/km) angegeben wird, und den 1.5 VVT-iE mit vier Zylindern, der auf 111 PS und 4,8 Liter Super kommt (CO2-Ausstoß: 109 g/km). Der 1,5-Liter kommt im Hybrid mit einem E-Motor zum Einsatz, zusammen leisten die Aggregate 100 PS. Der Verbrauch liegt bei 3,3 Litern Super nach Norm, der CO2-Ausstoß bei 75 g/km. Je nach Antrieb ist der Yaris maximal 155 km/h bis 175 km/h schnell. Die Beschleunigungszeiten von 0 auf 100 km/h liegen zwischen 11,0 und 15,3 Sekunden.

  • einziger Hybridantrieb in der Kleinwagenklasse
  • keine Diesel mehr
  • recht großer Stauraum
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Test

Test

Der Yaris tritt gegen die Modelle VW Polo, Ford Fiesta oder Opel Corsa an - und hat es damit nicht leicht. Im Vergleich gerät er bei der Verarbeitungsqualität trotz insgesamt guten Raumangebots und guter Rundumsicht ins Hintertreffen, teils muten die Materialien recht billig an. Kritisiert werden auch der knappe Platz im Fond, der recht große Wendekreis von 9,6 Metern und der eher rau laufende Vierzylinder. Dafür aber fährt der Wagen sicher und lässt sich agil bewegen, die serienmäßige Sicherheitsausstattung ist mit unter anderem sieben Airbags sowie City-Notbremse gut, die Bremsen sind standfest.

  • agiles und sicheres Fahrverhalten
  • gute Rundumsicht
  • teils billig anmutende Materialien
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Preise

Preise

Bei 13.240 Euro geht es los. Zu diesem Startpreis steht der Dreizylinder mit 69 PS in der Liste. 14.240 Euro muss investieren, wer den Vierzylinder mit 111 PS möchte. Mit Abstand am teuersten ist der Yaris in der 100 PS starken Hybridversion, die ab 17.990 Euro kostet, aber immer an ein stufenloses CVT-Getriebe gekoppelt ist, das zwar auch für den 1.5 VVT-iE verfügbar ist, dort aber 1500 Euro extra kostet. Schon die Basisausstattung ist mit Spurhaltewarner oder Licht-/Regensensor nicht schlecht. Verfügbar sind auch Rückfahrkamera, Tempomat oder schlüsselloser Zugang, die normal viel kosten, teils aber nur in Paketen zu haben sind. Die Neuwagengarantie wird mit drei Jahren immerhin um die Hälfte länger gewährt als zum Beispiel beim VW Polo.

  • recht hoher Basispreis
  • drei Jahre Garantie
  • moderate laufende Kosten
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Kurz vor der Jahrtausendwende im Jahr 1999 fuhr der Yaris erstmals bei den deutschen Händlern vor. Von Elektrifizierung damals noch keine Spur:


Vorderansicht - schräg
Novum in der Klasse war die variable Ventilsteuerung.
Seitenansicht

Der zunächst noch in Japan, ab 2001 aber im Toyota-Werk in Onnaing in Nordfrankreich produzierte Kleinwagen wurde anfangs ausschließlich mit einem Vierzylinder-Benziner ausgeliefert, der aus 1,0 Liter Hubraum 68 PS zog, als Novum in der Klasse zur Steigerung des Wirkungsgrades aber über eine variable Ventilsteuerung verfügte. Die Höchstgeschwindigkeit gab Toyota mit 156 km/h an, den Normverbrauch mit 5,7 Litern, der im Jahr 2000 auch dank der ersten Start-Stopp-Automatik auf 5,0 Liter gedrückt wurde.

Das Auto war der Nachfolger des über 20 Jahre lang produzierten Starlet, von dem er sich neben dem weit moderneren Design vor allem durch eine größere Fahrzeughöhe (die von 1,40 Meter auf 1,50 Meter wuchs) und dadurch mehr Platz im Innenraum unterschied. Mit ABS, Frontairbags und Radio war auch die Serienausstattung besser. Ausgeliefert wurde der 3,62 Meter lange Wagen als Drei- und für 1000 Euro extra auch als Fünftürer, ebenfalls gegen Aufpreis gab es ein automatisiertes Schaltgetriebe, Navi und Klimaanlage.

Die Erstauflage mit verschiebbarer Rückbank bot eine gewisse Innenraumvariabilität, doch als Verso zum 3,86 Meter langen Microvan weiterentwickelt, bot der Yaris noch mehr Platz. Kenndaten waren ein Stauraum von regulär 390 Litern, durch Versenken der zudem im Lehnenwinkel neigbaren hinteren Sitze auf 2000 Liter erweiterbar. Auch bei der Motorisierung legte Toyota mit einem 86 PS leistenden 1,3-Liter-Motor eine Schippe drauf, der auch im normalen Yaris angeboten wurde und bis zu 175 km/h ermöglichte. Eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung gab es im Yaris zu der Zeit bereits – aber auch noch ein Kassettenradio.

Das Cabrio bleibt ein Traum

Unter der Motorhaube kehrte in den Folgejahren eine gewisse Vielfalt ein. 2001 debütierte die Sportversion TS mit 106 PS aus 1,5 Litern. Im Verso verbaut genügte er für maximal 175 km/h, im normalen Yaris ermöglichte er 190 Sachen. Ein Jahr später kam der erste Diesel, ein 1,4-Liter mit 75 PS.

Die Cabrioversion, gezeigt auf dem Genfer Salon 2000, blieb ein Showcar. Dafür gab es 2003 die Modellpflege zur Halbzeit des Modellzyklus. Sie brachte eine neu gestaltete Fahrzeugfront, mehr Ausstattung und überarbeitete Motoren.

Die in der Länge auf 3,79 Meter leicht gewachsene Zweitauflage des Yaris bot einen weit größeren Innenraum, feierte ihre Messepremiere 2005 auf der IAA in Frankfurt und stand im Frühjahr 2006 in den Showrooms. Neu unterm Blech sorgte ein 1,0 Liter großer Dreizylinder mit 69 PS für Vortrieb, ein Vierzylinder kam auf 87 PS, dieselseits kam ein 1,4 Liter großer Common-Rail-Turbo mit 90 PS zum Einsatz.

Knie-Airbag hält Einzug

Von Nummer Zwei wurde kein Verso aufgelegt, dafür legte der Hersteller ein paar Monate später mit der Neuauflage des Sportmodells TS nach, das jetzt auf 133 PS kam, bis zu 194 km/h schnell war und dabei im Schnitt 7,2 Liter Super benötigen sollte (CO2-Ausstoß: 170 g/km). Im Laufe des Modellzyklus folgte ein 1,33-Liter-Benziner mit 99 PS. Auch in Sachen Sicherheit wurde aufgerüstet. Der Yaris fuhr nun mit Front-, Kopf-, Seiten- und erstmals einem Knie-Airbag für den Fahrer sowie einem Schleudertrauma-Schutzsystem.

Auf das Facelift von 2009, das mit Optimierungen im Antriebsstrang vor allem geringeren Verbrauch und niedrigeren Schadstoffausstoß versprach, folgte allerdings schlechte Presse. Weil die Gefahr bestand, dass das Gaspedal klemmt, musste Toyota allein in Europa 1,8 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten rufen, auch der Yaris war betroffen.

Nicht vergessen, aber behoben war das Problem, als Toyota 2011 die dritte Generation auf der IAA zeigte, das technische Neuerungen wie einen großen Touchscreen mit Navigationsfunktion in den nun auf 3,89 Meter gewachsenen Kleinwagen brachte. Der Kofferraum fasste jetzt 286 Liter und konnte auf 768 Liter erweitert werden.

Erster und bislang einziger Hybrid in der Kleinwagenklasse

Die eigentliche Neuerung bestand aber darin, dass Toyota dem Yaris als erstem Serienkleinwagen überhaupt einen Hybridantrieb einbaute, der zum Startpreis von 16.950 Euro auch das günstigste einschlägige Auto war – aber immer noch weit teurer als ein normaler Yaris. Der nach Prius und Auris dritte Vollhybrid des japanischen Herstellers, mit einem neu entwickelten Antriebsstrang kam 2012 in den Verkauf, mit Akkus unter der Rückbank und dem Gespann von 1,5-Liter-Benziner und E-Motor unter der Haube Er leistete 100 PS bei einem Verbrauch von 3,5 Litern (CO2-Ausstoß: 79 g/km).

Die reinen Benziner mit 1,0 und 1,33 Liter Hubraum kamen auf 69 PS und 99 PS (Verbrauch ab 4,8 Liter; CO2-Ausstoß: 110 g/km). Seit Frühjahr 2017 ist auch ein 1,5-Liter mit 111 PS im Programm. Den 1,4-Liter-Diesel mit 90 PS (Verbrauch: 3,9 Liter; CO2-Ausstoß: 103 g/km) nahm Toyota zeitgleich aus dem Programm.

Im Zuge der Modellpflege von 2014, die das für den Hersteller mittlerweile typische Fahrzeuggesicht in X-Form sowie Rückleuchten mit LED-Technik brachte, feilte Toyota in erster Linie an der Effizienz der Motoren. Den 1,0-Liter-Dreizylinder mit 69 PS zum Beispiel verfeinerte Toyota, so dass der Verbrauch um 0,7 Liter auf 4,1 Liter (CO2-Ausstoß: 95 g/km) zurückging. Der Hybrid benötigt seitdem 3,3 Liter (CO2-Ausstoß: 75 g/km). Eine zweite Modellüberarbeitung führte Toyota 2017 durch, seitdem fährt der Kleine leiser, federt besser und ist auch ein bisschen flotter geworden.

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