Skoda Fabia (Serie)

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Er ist der tschechische Bruder des VW Polo. Wem das Markenemblem aus Wolfsburg nicht wichtig ist, bekommt mit dem Skoda Fabia das preisgünstigere, aber technisch nahezu identische Auto. Im aktuellen Portfolio des Herstellers ist der Faabia nach dem Octavia die dienstälteste Modellreihe – obwohl sie erst 1999 vorgestellt wurde. Mittlerweile fährt der Fabia in dritter Generation. Bei den Assistenzsystemen ist das Angebot ausbaufähig, und für die Basisversion können Kunden kein Navigatiosnsystem bestellen – hier setzt Skoda wie beim kleineren Citigo auf Smartphone-Anbindung.

Daten

Daten

Beim vielleicht wichtigsten Merkmal angefangen: Schon das 3,99 Meter lange Steilheck bietet einen Kofferraum von 330 Litern (VW Polo: 280 Liter), das auf 1150 Liter durch Umlegen der Rücksitze gesteigert werden kann. Beim 27 Zentimeter längeren Combi sind es 530 bis 1395 Liter. Unter der Motorhaube kommen Benzin- und Dieselmotoren mit drei und vier Zylindern zum Zuge, die zwischen 75 PS und 110 PS bzw. 90 und 105 PS abgeben. Nur im Schrägheckmodell gibt es den 1,0-Liter-Benziner auch mit 60 PS. Die stärkeren Benziner verfügen über 1,2 Liter Hubraum, während die beiden Diesel 1,4 Liter haben. Die besten Fahrleistungen mit maximal 197 km/h (Combi 199 km/h) und einem Sprintwert von 9,4 Sekunden auf Tempo 100 (9,9 Sekunden) bietet der 1.2 TSI mit 110 PS (Verbrauch: 4,7 Liter Super). Ein RS fehlt aktuell. Sparsamster Motor ist der 1.4 TDI, der nach Norm 3,8 Liter Diesel benötigt. Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) gibt es in Verbindung mit dem 1.2 TSI mit 110 PS und den 90-PS-Diesel.

  • sparsame Drei- und Vierzylindermotoren
  • keine alternativen Antriebe
  • Auswahl beim DSG eingeschränkt
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Test

Test

Lob fährt der Skoda Fabia vor allem wegen seiner Fähigkeiten als Praktiker ein: Angesichts des großen Stauraums gilt das vor allem für den Kombi, dem aufgrund seiner größeren Länge gegenüber dem Schrägheck allerdings auch Einbußen bei der Stadttauglichkeit attestiert werden. Für die Motoren gibt es eine klare Empfehlung: der 1.2 TSI mit 110 PS. Er ist die einzige Version, die über einen Handschalter mit sechs, statt fünf Gängen verfügt. Das beschert ihm trotz besseren Fahrleistungen keinen Mehrverbrauch gegenüber der 90-PS-Version. Hervorgehoben wird auch die Sicherheitsausstattung mit City-Notbremse und Multikollisionsbremse, die Fahreigenschaften gelten als sicher. Während die Serienausstattung umfangreich ist, fehlt es allerdings an manchem Assistenten. Auch Xenon- oder gar LED-Licht gibt es nicht.

  • gut abgestimmter 6-Gang-Handschalter
  • großer und praktischer Kofferraum
  • sichere Fahreigenschaften
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Preise

Preise

Ab 12.150 Euro können Kunden einen neuen Skoda Fabia erwerben, zu diesem Preis steht der 1.0 MPI mit 60 PS als Schrägheck in der Preisliste. Wer einen Fabia Combi möchte, muss zur 15 PS kräftigeren Ausbaustufe greifen und zahlt dann mindestens 13 450 Euro. Bei gleicher Motorisierung beträgt der Aufpreis des Kombis je 600 Euro. Teuerster Fabia ist damit der 1.4 TDI mit 105 PS als Lademeister, der ab 19.660 Euro gelistet wird. 1400 Euro Aufpreis kostet das 7-Gang-DSG, das es jedoch nur in Verbindung mit dem 110-PS-Benziner und dem 90-PS-Diesel gibt. Grundsätzlich ist der Fabia damit ein recht günstiges Auto, die Betriebskosten jedoch sind vergleichsweise hoch.

  • geringer Aufpreis für die Kombiversion
  • hohe Betriebskosten
  • niedrige Grundpreise
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Als der Skoda Fabia 1999 erstmals auf der IAA vorgestellt wurde, schob er sich als dritte Baureihe in die Lücke zwischen dem Kompaktmodell Octavia und dem noch bis 2001 gebauten Felicia, den er im Prinzip ablöste.


Vorderansicht - schräg
Im seinem Segment sind Lademeister eine Seltenheit.
Seitenansicht

Auch damals machte er dem Polo Konkurrenz – er bekam sogar früher als das baugleiche VW-Modell die damals neue AO-Plattform als technische Basis. Die Karosserie war vollverzinkt. So bot schon der erste Fabia einen guten Rostschutz.

Vor allem aber punktete der Kleinwagen mit dem Raumangebot des Kombi, der 2001 als zweite Karosserievariante zu den Händlern kam. Im seinem Segment waren Lademeister eine Seltenheit, sie sind es noch heute.

Während das 3,96 Meter lange Schrägheck ein Stauvolumen von 248 Litern bot, wuchs der Fabia Combi auf 4,22 Meter und machte Platz für 418 Liter Gepäck. Das Volumen ließ sich durch Umlegen der Rückbank auf 1225 Liter erweitern. Als dritte Aufbauform kam ein Stufenheck in den Handel, das ebenfalls 4,22 Meter maß.

Der erste RS ist noch ein Diesel

Bei den Motoren setzte Skoda auf Benziner und Diesel. Den Anfang machten zwei Ottomotoren mit 68 PS und 101 PS aus je 1,4 Liter Hubraum sowie ein 1,9-Liter-TDI mit 98 PS, der noch nach dem Pumpe-Düse-Prinzip funktionierte. Im Laufe der Jahre baute Skoda die Motorenpalette aus – es folgte zum Beispiel ein Dreizylinder mit 54 PS und 1,2 Liter Hubraum, der 5,9 Liter nach Norm schluckte.

Auch ein erster RS wurde aufgelegt, anders als heute war das noch ein Diesel. Die erste hauseigene Tuningversion gab es nur vom Schrägheck. Der 1,9-Liter-Motor in der zwischen 2003 und 2006 erhältlichen Sportvariante kam auf 130 PS und beschleunigte das Auto in 9,6 Sekunden auf 100 km/h. Den Verbrauch gab Skoda mit 5,6 Litern an. Äußerlich war der RS mit Spoilern und 16 Zoll großen Leichtmetallfelgen zu erkennen.

Das Facelift von 2004 brachte der Baureihe übliche optische Retuschen, so wurden die Rückleuchten erneuert und die Stoßfänger umgestaltet. Ein Jahr später bekam der Fabia modernere Dieselaggregate unter die Haube.

Das Stufenheck geht, der Dreitürer kommt

Die zweite, auf 3,99 Meter gewachsene Generation des Fabia präsentierte Skoda 2006 auf dem Genfer Autosalon – erneut zunächst als Schrägheck. Neben einem größeren Stauvolumen (300 Liter) machte sich für Kunden erstmals die Digitalisierung im Cockpit stärker bemerkbar. Bestellt werden konnte ein Bluetooth-Schnittstelle für die Anbindung von Telefonen. Auch warb Skoda mit einer Anschlussmöglichkeit für mp3-Player.

Neuigkeiten zudem bei der Karosserie: Anders als beim Vorgänger wurde eine dreitürige Version ins Programm aufgenommen. Der Kombi wurde ebenfalls wieder gebaut, dafür entfiel die Stufenheckvariante. Auch passte sich das Auto äußerlich an die mittlerweile um Baureihen wie den Roomster oder den Superb bereicherte Modellfamilie an und bekam das neue Markengesicht verpasst.

Vor allem beim Combi genannten Kombi unterstrich Skoda den Ruf, besonders geräumige Autos zu bauen: Der Lademeister kam – dank höherer Dachlinie – auf nunmehr 480 Liter Stauvolumen.

Partikelfilter noch nicht Serienausstattung

Unter der Motorhaube herrschte schon anfangs mit sieben Aggregaten ein größere Vielfalt. Im Laufe der Bauzeit der Zweitauflage wurden Benziner mit 60 PS bis 105 PS angeboten – wobei die RS-Version, nunmehr ein Benziner und auch als Kombi gebaut, auf 180 PS kam. Die Diesel, ebenfalls als Drei- und Vierzylinder ausgelegt, bildeten ein Spektrum von 75 PS bis 105 PS ab. Nur in den stärkeren Versionen wurde ein Partikelfilter serienmäßig angeboten.

Bei der Ausstattung gab es neue Komfortextras wie eine Klimaautomatik, Sechstufen-Automatik oder ein großes Glasschiebedach bzw. Sicherheitsdetails wie Kurvenlicht und bis zu sechs Airbags. ESP gehörte damals noch nicht zum Serienumfang.

Die verstärkten Bemühungen der Autohersteller um möglichst niedrige CO2-Werte fanden im Fabia GreenLine Ausdruck mit Start-Stopp-Automatik, rollwiderstandsoptimierten Reifen, aerodynamischem Feinschliff und einem Normverbrauch von 4,1 Litern (CO2-Ausstoß: 109 g/km). Er ging 2008 erstmals in Kundenhand über. Sein 1,4-Liter-TDI brachte es auf 80 PS. Die Version wurde für beide Karosserievarianten angeboten – wobei der Kombi 600 Euro teurer war.

180 PS, getönte Scheiben, Sportfahrwerk

Noch vor der Modellpflege von 2010 ging Skoda einer anderen Mode nach: der Offroad-Optik für normale Autos. Skoda nannte die Version mit Kunstoffbeplankung und Dachreling Scout. Zu haben war der Geländelook allerdings nur für den Kombi, auch das Motorenangebot war eingeschränkt. Das Facelift bescherte dem Kleinwagen erneut Design-Anpassungen. Überarbeitet bzw. durch Neuentwicklungen ersetzt wurden auch die Motoren, die nun sämtlich der Euro-5-Norm genügten. Skoda versprach niedrigere Verbrauchswerte, ESP war nun Standard.

Ebenfalls 2010 rollte die erwähnte RS-Version mit 180 PS, getönten Scheiben, Sportfahrwerk und 17-Zoll-Felgen an die Startlinie. Sie war schneller als die des Vorgängermodells und beschleunigte auf maximal 226 km/h. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelang in 7,3 Sekunden. Der RS war mit 21 890 Euro auch der bislang teuerste Fabia.

Nach acht Jahren Bauzeit des Fabia II brachte Skoda Ende 2014 die dritte Generation des Kleinwagens auf den Markt, die auf dem Pariser Salon Premiere feierte. Der Neue bedeutete innen wie außen eine fundamentale Neuausrichtung: So verwendete Skoda als Basis nun den Modularen Querbaukasten, zudem zeigte das Modell mit klaren Kanten im Blech ein zackiges Design und damit den starken Willen zur Verjüngung. Ein bisschen Langeweile ist trotzdem geblieben.

Angebot an Assistenten ausbaufähig

Etwas in die Breite gegangen stand die dritte Auflage satter auf der Straße, war aber leichter geworden und damit weniger spritdurstig. Der neue Greenline-Diesel kam auf nunmehr 3,1 Liter Normverbrauch (CO2-Ausstoß: 82 g/km). Das Kofferraumvolumen der unverändert 3,99 Meter langen Neuauflage wuchs dagegen auf standardmäßig 330 Liter, was fast Kompaktklasseniveau bedeutet.

Kurz nach dem Jahrewechsel gesellte sich zum traditionellen Schrägheck auch wieder der Kombi, dessen Stauraum bei einer Außenlänge von 4,26 Metern ebenfalls beträchtlich zulegte: auf 530 Liter.

Auch an der aktuellen Auflage des Fabia ist der Trend zu immer mehr Fahrassistenz- und -sicherheitssystemen nicht spurlos vorbei gezogen: Eine Multi-Kollisionsbremse ist serienmäßig, City-Notbremse, Kollisionswarnung, Licht- und Regensensor sowie Müdigkeitserkennung sind verfügbar. Doch andere Systeme fehlen im Angebot. Dazu zählen jegliche Spurassistenten, Fernlichtassistent oder eine Verkehrsschilderkennung. Sie sucht man im Katalog vergebens – ebenso ein Einbau-Navi für die Basisversion.

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