Der Captur ist Renaults Beitrag zum aktuellen Crossover-Trend in der Kompaktklasse. Seit 2013 gibt es dieses viertürige Modell, das technisch auf dem Clio basiert und das in Sachen Geländegängigkeit lediglich eine erhöhte Bodenfreiheit zu bieten hat. Allradantrieb gibt es beim Captur nicht. Mit Preisen ab 15.490 Euro steht der Captur in direkter Konkurrenz zu Modellen wie dem Fiat 500X, dem Peugeot 2008 oder dem Opel Mokka.
Stärken
günstiger Basispreis
komfortables Fahrwerk
geringer Geräuschpegel
Schwächen
bescheidene Fahrdynamik
lückenhafte Sicherheitsausstattung
schlechte Sicht nach hinten
Beta
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Renault setzt beim Captur konsequent auf die optische Wirkung eines Crossover-Modells mit selbstbewusstem Auftritt. Dabei geht es kaum darum, wie gut oder schlecht sich der Captur im Gelände schlägt, sondern darum, wie er bei der Kundschaft spontan wahrgenommen wird. Allerdings fehlt ihm die fahrerische Leichtfüßigkeit, die sein flottes Äußeres erwarten lässt.
Wegen seiner komfortablen Federung und der weichen Sitze wurde er schon als Damenhandtasche auf Rädern bezeichnet. Vergleichstests gewinnt ein solches Auto nicht, aber vielleicht die Herzen trendbewusster Käuferinnen und Käufer, die einfach einen praktischen Fünftürer mit höherer Sitzposition und einer Prise französischem Chic haben möchten.
Testberichte
ADAC Auto-Test
Testergebnis vom 14. November 2016
RENAULT Captur ENERGY dCi 90 Start&StopFünftüriges SUV in der Kleinwagenklasse (66 kW / 90 PS)
Zwei Benzin- und zwei Dieselmotoren stehen beim Renault Captur zur Wahl. Der kleinste Benzinmotor, der TCe 90 mit drei Zylindern und 90 PS, empfiehlt sich als Antrieb bei überwiegendem Stadteinsatz. Für die beiden Diesel mit 90 und 110 PS ist gegenüber den Benzinern ein Aufschlag von 2.000 Euro fällig, der sich beim Einsatz im Stadtverkehr schwerlich lohnt.
Drei- und Vierzylinder (Benzin), Vierzylinder (Diesel)
Fünf Sterne beim Crashtest können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Captur sicherheitstechnisch nicht auf dem neuesten Stand ist und Renault die Modellpflege in diesem Punkt versäumt hat. Vier Airbags und die weitgehende Abwesenheit von Assistenzsystemen zeugen von keinem gesteigerten Ehrgeiz. Jüngere Konkurrenten wie der Fiat 500X haben da deutlich mehr zu bieten.
vier Airbags
Berganfahrhilfe
Fahrer- und Beifahrerairbags sowie Seitenairbags mit Kopf- und Thorax-Schutz gehören beim Captur zur Serienausstattung. Das sind in der Summe vier und damit zwei weniger, als es dem Klassenstandard entspricht. Da der Captur technisch auf dem Clio basiert, der bereits seit 2012 auf dem Markt ist, hat er in Sachen Assistenzsysteme nicht viel zu bieten. Serienmäßig besitzt er eine Berganfahrhilfe und ein Reifendruck-Kontrollsystem. Mehr gibt es auch gegen Aufpreis nicht. Als Option stehen noch eine Einparkhilfe hinten mit Rückfahrkamera sowie der Licht- und Regensensor zur Wahl.
Beim Euro-NCAP-Crashtest erhielt der Captur die Maximalwertung von fünf Sternen und 88 Prozent für die Insassensicherheit. Dieser Test wurde 2013 durchgeführt, inzwischen wurden die Anforderungen verschärft.
Ausstattung
Groß ist die Auswahl an Ausstattungslinien und Individualisierungsoptionen für den Captur. So kann der Käufer zwischen drei Kontrastfarben für das Dach wählen und daneben zwischen diversen Dachaufklebern. Neben den Ausstattungslinien Life, Experience, Intens und XMOD gibt es noch verschiedene Funktionspakete, die allerdings überwiegend nicht mit der Basisausstattung kombinierbar sind. Insgesamt liegt das Schwergewicht bei den Optionen weniger auf der Funktion als auf der Optik. Die Liste an Assistenzsysteme ist auch im Klassenvergleich kurz.
Zur Serienausstattung gehören:
Bordcomputer
Tempopilot
Fensterheber vorn und hinten
Wie bei Renault üblich, gibt es auch vom Captur ein betont preisgünstiges Einstiegsmodell. Die Version Energy TCe 90 mit der Life-Ausstattung kostet 15.490 Euro und umfasst weder Klimaanlage noch CD-Radio. Beides kann im Paket für 1.290 Euro dazu bestellt werden. Neben der Life-Ausstattung, die nur für die beiden kleineren Benzin- und Dieselmotoren angeboten wird, stehen für den Captur noch drei weitere Ausstattungslinien zur Verfügung: Experience, Intens und XMOD.
Gegen einen Aufpreis von 2.200 Euro bietet etwa Experience das Klang- und Klima-Paket, Leichtmetallräder, Nebelscheinwerfer und diverse optische Aufwertungen. Weitere 1.700 Euro kostet die Linie Intens, die unter anderem ein Multimediasystem, eine Klimaautomatik, 17-Zoll-Leichtmetallräder, Abbiegelicht sowie eine Zweifarblackierung bietet.
Die Version XMOD für zusätzliche 1.500 Euro umfasst eine Einparkhilfe hinten inklusive Rückfahrkamera, Online-Infotainment und ein Style-Paket. Dazu bietet der Captur noch diverse Möglichkeiten der Individualisierung wie etwa die Zweifarblackierungen sowie Außenlook-, Innenlook- und Dach-Pakete.
Der Captur ist ein Spross der aktuellen Crossover-Welle und ein Auto für Menschen, denen ein herkömmlicher Klein- oder Kompaktwagen zu normal und unauffällig ist. Er bietet die gleiche bewährte Technik wie ein Clio, sieht aber größer und teurer aus. Und die Insassen sitzen höher – eines der wichtigsten Argumente beim Kauf eines Crossover.
Der Renault Captur hat alles was von einem kompakten Crossover erwartet wird.
Das Platzangebot im Captur ist weder auf der Rückbank noch im Laderaum besonders üppig. Es profitiert aber davon, dass die Rückbank um 16 Zentimeter verschoben werden kann, so dass sich wahlweise die Beinfreiheit oder das Kofferraumvolumen erweitern lassen. Für letzteres ermittelte der in dieser Beziehung strenge ADAC Werte zwischen 285 und 1055 Liter. Die Armaturen bieten ein hübsches Erscheinungsbild bei unkomplizierter Bedienung, wobei auch hier wie für den ganzen Captur gilt: Es ist nicht ganz so edel, wie es aussieht.
Beim Fahren erweist sich der Captur fast als Franzose vom alten Schlag: Er hat ein komfortables Fahrwerk, das manchem aber zu schon komfortabel ist. So kritisieren Tester die mangelnde Agilität und die Seitenneigung in schnell durchfahrenen Kurven. Motorisch lässt sich beim Captur nicht viel falsch machen. Die beiden Benziner und Diesel liegen alle zwischen 90 und 118 PS, wobei der Sprung zum stärksten Benziner ausstattungsbedingt relativ teuer ausfällt. Wer nur in der Stadt fährt, ist auch mit dem 90 PS starken 0,9-Liter-Dreizylinder gut bedient.
Fazit zum Renault Captur R
Der Renault Captur hat im Grunde alles, was von einem kompakten Crossover erwartet wird. Die Sitzposition ist leicht erhöht, er sieht gut und vor allem repräsentativ aus, bietet Platz und ist nicht allzu teuer, in der Einstiegsversion mit 15.490 Euro sogar ausgesprochen günstig. Fahrdynamisch kann der Renault mit der teureren Konkurrenz nicht mithalten. Stattdessen bietet er mehr Komfort als bei SUVs üblich und erinnert damit an französische Auto-Tugenden der Vergangenheit.