Peugeot 308 (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Seit 2007 bietet Peugeot den 308 als Nachfolger des 307 gegen den Hauptkonkurrenten VW Golf auf. Das Kompaktmodell aus Frankreich verfolgt dabei eine verblüffend ähnliche Strategie wie der Wolfsburger: Den 308 gibt es als Schrägheck, als Kombi sowie als Cabrio-Version. Letztere wurde jedoch eingestellt, wie inzwischen auch die Frischluftvariante des Golf. Der SW genannte Kombi gilt als einer der größten seiner Art im Segment. Bei den alternativen Antrieben hinkt die Baureihe allerdings hinterher. Gezeigt wurden in dieser Hinsicht bislang nur Hybrid-Studien. Seit 2013 steht die zweite Generation des 308 auf komplett neuer Plattform. Das letzte Facelift ist noch frisch: Es rollte im Herbst 2017 zu den Händlern.

Daten

Daten

Stärkste Motorisierung ist der GTi mit 272 PS aus 1,6 Litern Hubraum, der den 4,25 Meter langen Kompaktwagen in sechs Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt und weiter bis maximal 250 km/h. Mit einem Normverbrauch von 6,9 Litern (CO2: 139 g/km) ist er allerdings auch der durstigste 308. Alle anderen Motoren sind auch für den auf 4,59 Meter gestreckten SW zu haben. Die Benziner fangen bei 110 PS an, die Diesel leisten von 99 PS bis 150 PS, wobei der genügsamste ein 120-PS-Vierzylinder ist, der nur 3,1 Liter Diesel (CO2: 82 g/km) verlangen soll. Die Kraftübertragung erfolgt serienmäßig über Fünf- und Sechsgang-Handschalter, eine Sechsstufen-Automatik kostet Aufpreis (ab 1450 Euro). Beim Kofferraumvolumen punktet vor allem der Kombi mit 620 Litern, aber auch das Schrägheck kann sich mit 420 Litern sehen lassen.

  • keine alternativen Antriebe
  • sehr sparsamer Diesel
  • gutes Raumangebot
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Test

Test

Während das Handling, der Fahrkomfort, das handliche Lenkrad und das gute Platzangebot gute Noten bekommen, gibt es auch Kritik am kompakten Franzosen. Die Bedienung der Instrumente gilt als gewöhnungsbedürftig, der Handschalter als hakelig. Auch die hohe Ladekante ist nicht jedermanns Sache. Dafür aber überzeugen in Sachen Effizienz und Durchzugskraft vor allem die Diesel, als sportlich und durstig schneiden erwartbar die Sportversionen ab. Als leicht träge wird vor allem der schwächere der beiden Dreizylinder-Motoren eingestuft. Auch in den Crashtests schneidet der 308 sehr gut ab.

  • sichere Fahreigenschaften
  • agiles Handling
  • gewöhnungsbedürftige Bedienung
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Preise

Preise

Ab 18.700 Euro ist ein 308 zu haben. Zu diesem Einstiegspreis gibt es den 1.2 Puretech 110, neben dem 1.2 Puretech 130 (ab 22.100 Euro) der einzige Dreizylinder im Programm. Günstigster Diesel ist der 1.6 BlueHDi 100, der mindestens 20.750 Euro kostet. Ganz oben in der Preisliste stehen die Sportmodelle GT und GTi. Letzterer wird mit mindestens 35.350 Euro veranschlagt, der GT mit 30.600 Euro, als Kombi mit 31.750 Euro. Der SW-Aufpreis beträgt je nach Variante zwischen 900 und 1150 Euro. Die Neuwagengarantie liegt bei zwei Jahren. Extras sind vergleichsweise günstig.

  • nur zwei Jahre Garantie
  • Kombiaufpreis ab 900 Euro
  • adäquater Grundpreis

 

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Beschreibung

Serienbeschreibung

Ob sich Peugeot eine Aufwertung des Images davon versprach? Auf jeden Fall hieß Peugeots neuer Kompaktklässler, den die Franzosen 2007 auf der IAA vorstellten, nicht mehr 307, sondern 308. Dabei basierte die Nachfolgegeneration nach wie vor auf der gleichen technischen Plattform – was man von außen freilich nicht sah.


Vorderansicht - schräg
Früh war Peugeot mit Rußpartikelfiltern dran.
Seitenansicht

Der 308 wuchs um sieben Zentimeter auf 4,28 Meter Länge und wurde neun Zentimeter breiter. Dadurch wuchs auch das Innenraumangebot, der Kofferraum fasste nun 348 Liter. Den 308 gab es auch wieder als Drei- und als Fünftürer. Besondere Betonung legte der Hersteller auf das Sicherheitsplus. Nunmehr konnten bis zu neun Airbags, Spurverlassenswarnung oder Bi-Xenonscheinwerfer mit Kurvenlicht geordert werden. Die Serienausstattung umfasste ESP, sieben Airbags und aktive Kopfstützen. 

Obwohl Peugeot damals Gerüchte um eine Hybrid-Variante nährte, gab es unter der Motorhaube übliche Kost, bestehend aus Diesel- und Benzinmotoren, die aber immerhin auf Verbrauchsoptimierung getrimmt waren. So verlangte das sparsamste Aggregat nach nur 4,5 Litern Diesel (CO2-Ausstoß: 120 g/km) – keine schlechten Werte für die Zeit. Früh war Peugeot mit einer anderen Maßnahme dran: Die Selbstzünder bekamen durch die Bank weg Rußpartikelfilter eingebaut. Ein Glaspanoramadach kostete Aufpreis.

 

Der Hybrid, der nie kam

Der ebenfalls auf der IAA angekündigte Kombi, bei den Franzosen SW genannt, trudelte im Handel 2008 ein. Seine Plattform war gegenüber dem Steilheck leicht gestreckt, was für den Innenraum viel Luft und Flexibilität bedeutete. Das 4,50 Meter lange Auto mit der großen Heckklappe bot drei umklapp- und ausbaubare Einzelsitze. Sogar als Siebensitzer mit dritter Sitzreihe konnte der SW geordert werden. Die maximale Ladelänge gab Peugeot mit über drei Metern an – dazu ließ sich die Lehne des Beifahrersitzes nach vorn klappen.

Mit dem SW debütierte auch ein neuer Top-Motor mit 175 PS, ein 1,6-Liter-Benziner mit maximal 240 Nm, einer Maximalgeschwindigkeit von 225 km/h und 7,6 Litern Normverbrauch (CO2: 180 g/km), der später nochmal von den GT- und GTi-Versionen übertroffen wurde.

Ebenfalls 2007 zeigte die Marke mit dem Löwen im Emblem einen Diesel-Hybrid, den 308 Hybrid HDi. Ein Elektromotor mit 22 PS arbeitete darin einem 1,6 Liter großen 109-PS-Diesel zu und sollte den Verbrauch im Konzeptfahrzeug auf 3,4 Liter (CO2-Ausstoß: 90 g/km) senken. Doch bis heute hat es der Mischantrieb nicht in die Serie der Baureihe geschafft – obwohl die Serienreife damals schon für 2010 in Aussicht gestellt wurde. Auch ein 2015 als Studie vorgestellter 500 PS starker Plug-in-Hybrid mit zwei E-Maschinen, ist bis heute nicht imVerkauf.

 

Neuartige Nackenheizung im CC

 Stattdessen gab es auf dem Pariser Salon 2008 Neuigkeiten in Sachen Karosserie. Auf der Messe glitzerte im Rampenlicht der CC, ein Cabrio-Coupé, wie es auch schon vom 307 existiert hatte. Für Frischluftfahrten im Viersitzer konnte sein Stahldach (binnen 20 Sekunden) versenkt werden, was den Kofferraum allerdings von 403 Liter auf 226 Liter schrumpfen ließ. Für Sicherheit sorgte unter anderem ein automatisch ausfahrbarer Überrollbügel, für die Verlängerung der Cabrio-Saison in den Herbst eine neuartige Nackenheizung in den Kopfstützen der Vordersitze. Das Motorenangebot war gegenüber den anderen Varianten eingeschränkt. Der CC kam 2009 in den Handel.

Eine besonders sportliche Episode kündigte sich auf der IAA des gleichen Jahres an, wo das auf Basis des 308 aufgebaute Sportcoupé RCZ vorgestellt wurde. Gedacht war der Zweitürer als Gegner von Autos wie dem Auto TT oder dem Porsche Cayman. Immerhin, von 2010 bis 2015 hielt es der bis zu 270 PS starke Fronttriebler am Markt aus. Dann wurde er ersatzlos gestrichen.

Die GTi-Version des 308 als Konkurrent des gleichnamigen VW Golf GTI kam ebenfalls 2010 in den Handel. Vom RCZ erbte sie den 200-PS-Benziner mit 1,6 Liter Hubraum und Turboaufladung. Auch im CC kam das Aggregat zum Einsatz und sorgte dort für ähnliche Fahrleistungen: 237 km/h maximal und 8,3 Sekunden, die dem Wagen für den Sprint von 0 auf 100 genügten. Dass die Franzosen ihre Autos gern auch mal ein bisschen luxuriöser ausstatten, zeigte der ab 34.900 Euro teure CC par exellence. Er bekam Zwei-Zonen-Klimaautomatik, beheizbare Ledersitze, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit adaptivem Kurvenlicht sowie ein Sportlenkrad.

 

Nummer 2 auf neuer Plattform

 2011 war es zur Halbzeit des Modellzyklus Zeit für eine Modellpflege. Fortan fuhr der Kompakte mit genügsameren Motoren, LED-Tagfahrlicht sowie einem dezent gelifteten Blechkleid, bei dem etwa der Kühlergrill geschrumpft war. Zum Spritsparen trugen bei: eine Start-Stopp-Automatik, die auch mit den Schaltgetrieben funktionierte, überarbeitete Motoren sowie ein reduziertes Fahrzeuggewicht. Den meistverkauften und nun überarbeiteten 1,6-Liter-Diesel mit 112 PS gab Peugeot mit 3,7 Litern Normverbrauch (CO2-Ausstoß: 98 g/km) an – allerdings in Verbindung mit reduzierter Bodenfreiheit und Leichtlaufreifen.

Auf einer gänzlich neuen Fahrzeugplattform fuhr dann die zweite Generation des 308, die ihr Debüt 2013 auf der IAA in Frankfurt feierte. Und es ging weiter mit den Effizienzbemühungen. Der Nachfolger war um bis zu 140 Kilo leichter, der Normverbrauch sank im besten Fall auf bis zu 3,2 Liter Diesel (CO2-Ausstoß: 85 g/km). Auch ein GTi wurde später erneut aufgelegt, und die Sportstudie 308 R leistete 270 PS, verschwand allerdings wieder in der Versenkung. Aus dem Programm gestrichen wurde die Cabrio-Coupé-Version CC. Auch der Dreitürer wurde nicht mehr angeboten.

Eher ungewöhnlich: Der Neue schrumpfte und maß jetzt mit 4,25 Meter drei Zentimeter weniger als zuvor. Dennoch wuchs das Raumangebot, zu sehen am 470 Liter großen Kofferraum. Das Design des 308 wies in die Zukunft, war weit schnittiger als zuvor, festzumachen an markanten Blechfalten an der Seite, den flacheren Scheinwerfern oder den LED-Rückleuchten in angedeuteter Boomerang-Form.

 

Mit dem Facelift kommen neue Assistenten

Auch im Innenraum waren die Modernisierungsmaßnahmen umfangreich. Vom 208 erbte der 308 das tief sitzende Lenkrad und das Layout der Anzeigenlandschaft mit wenigen Schaltern und Knöpfen. Auf Tast-Befehle wartete ein serienmäßiger zehn Zoll großes Farbdisplay. Ebenfalls ohne Extra-Kosten gehörten sechs Airbags, Audioanlage inklusive Bluetooth- und USB-Schnittstelle, Tempomat, LED-Tagfahrlicht, Klimaanlage sowie ein Bordcomputer zum Lieferumfang.

Bevor der GTi mit 272 PS (max. 250 km/h, 6,0 Sekunden) als jetzt stärkstes Serienauto von Peugeot wieder in die Showrooms kam, rollte Peugeot das Sportprogramm 2014 mit zwei GT-Varianten für Schrägheck und Kombi mit tiefergelegtem Sportfahrwerk und -auspuff aus. Zum einen zog ein 1,6 Liter großer Turbobenziner mit 205 PS, zum anderen ein 181 PS starker 2,0-Liter-Diesel unters Blech ein. Kennwerte: 7,5 und 8,4 Sekunden für die Beschleunigung von 0 auf 100 sowie 235 und 220 km/h Höchstgeschwindigkeit.

Sein bis dato letztes Facelift erhielt der Kompaktwagen im Herbst 2017. Optisch kaum verändert, brachte der Hersteller vor allem Assistenten und Konnektivität auf Vordermann. Der Tempomat kann jetzt den Abstand zum Vordermann regeln, der Spurassistent aktiv mitlenken und eine Verkehrsschilderkennung hielt Einzug. Neu ist auch, dass sich das Infotainment mit überarbeiteter Kartenansicht nun besser mit dem Smartphone versteht – wenngleich Apple Carplay und Android Auto wie die meisten Assistenzsysteme einen Aufpreis kosten.

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