Nissan Note (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Wann ist ein Van ein Van? Diese Frage drängt sich beim Nissan Note und seinem Werdegang auf. Die erste Generation wurde als Minivan gehandelt, wies aber auch Merkmale eines Kombis auf. Die zweite driftete dann optisch weiter in Richtung Kleinwagen. Einen flexiblen Innenraum mit guten Ladefähigkeiten und großem Platzangebot bieten aber beide Auflagen. Hinzu kommt ein gewisser Avantgardismus bei den Assistenzsystemen – als einer der ersten Kleinwagen überhaupt bekam der Note eine 360-Grad-Kamera für mehr Übersichtlichkeit beim Rangieren. Doch bei aller Flexibilität – gegen den ähnlich dimensionierten Micra zog der Note schließlich den Kürzeren: Er wurde zum Jahresanfang 2017 eingestellt.

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Daten

Daten

Wer Glück hat, findet vielleicht beim Nissan-Händler noch einen fabrikneuen Note als Auslaufmodell. Angeboten wurde die Van-Kleinwagen-Mischung zuletzt wahlweise mit einem 80 PS starken 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner, der es an einen Kompressor gekoppelt auch auf 98 PS schaffte sowie einem 1,5-Liter-Vierzylinder-Diesel mit 90 PS. Die Verbrauchswerte lagen bei 4,7 Liter Super bis 3,6 Liter Diesel (CO2: 109 bis 93 g/km) nach Norm. Die Fahrleistungen rangierten von 170 bis 181 km/h Höchsttempo mit dem Kompressor-Benziner sowie Werten von 13,7 bis 11,7 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Das Stauvolumen des 1,1 bis 1,3 Tonnen schweren Autos lag bei 325 bis 1495 Liter, die Zuladung bei 320 bis 450 Kilo.

  • Normverbräuche unter fünf Litern
  • Drei- und Vierzylinder
  • bis zu 1495 Liter Stauraum
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Test

Test

Der Nissan Note wird in Tests vor allem aufgrund seines guten Platzangebots und der variablen Rückbank, aber auch der sicheren Fahreigenschaften, einer umfangreichen Sicherheitsausstattung, guten Bremsleistungen und den vielen möglichen Assistenten gelobt. Weniger begeistert die Fachleute das holprige Fahrwerk mit geringer Dämpferleitung oder das hakelige Getriebe der Handschalter. Bei den Motoren fällt das Urteil für die Benziner aufgrund mangelnder Durchzugskraft nur mittelmäßig aus. Hier – wie auch beim Verbrauch – geben die Diesel ein besseres Bild ab. Die optionale 360-Grad-Perspektive auf dem Navi-Display erleichtert zwar das Rangieren, doch der Wendekreis ist grundsätzlich zu groß für einen Kleinwagen. Als Familienauto leistet sich der Note einen gewichtigeren Patzer: Den Fenstern im Fond fehlt der Einklemmschutz.

  • gutes Platzangebot
  • durchzugsschwache Benziner
  • kein Einklemmschutz für die hinteren Fenster
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Preise

Preise

In der Basisfassung war der Note immer unter 14.000 Euro zu haben. So startete auch der 1.2-Liter-Dreizylinder mit 80 PS zuletzt ab 13.990 Euro. Als 1.2 DIG-S mit 98 PS rief Nissan mindestens 17.495 Euro auf, für den 1.5 dCi als einzigem Diesel (90 PS) wurden 16.370 Euro fällig. Tempomat und sechs Airbags waren immer im Preis enthalten, wer Assistenten wie Spurwechselhilfe oder Rundumsichtkamera haben wollte, musste 150 Euro ins „Technology-Paket“ investieren – ein fairer Aufpreis. Klimaautomatik, Licht- und Regensensor plus Nebelscheinwerfer kosteten im Paket 500 Euro. Die Betriebskosten gelten als durchschnittlich hoch, der Werterhalt als nicht besonders gut. Die Neuwagengarantie lag bei drei Jahren.

  • akzeptabler Grundpreis
  • durchschnittliche Betriebskosten
  • drei Jahre Garantie
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Die Nachfolge in der Kompaktklasse des Modells Almera – ein konventionelles Modell mit Stufen- und Steilheck sowie Kombi-Karosserie – kündigte sich 2004 auf dem Pariser Autosalon mit der Studie Tone auf Basis des Renault Modus an. Aus dem Tone wurde zum Marktstart 2006 dann der Note. Doch behielt die Serienfassung die Talente des Messeautos – und trat gegen Konkurrenten wie den Opel Meriva an.


Vorderansicht - schräg
Die Serienfassung behielt die Talente des Messeautos.“
Seitenansicht

Für möglichst flexibel nutzbare Räume bekam auch der 4,08 Meter lange und 1,55 Meter hohe Note, präsentiert auf der IAA 2005, mit 2,60 Meter Radstand ein Ladevolumen, das sich von 280 auf bis zu 1332 Liter stufenlos erweitern ließ: Je nachdem, ob die Fondpassagiere oder das Gepäck mehr Raum bekommen sollten, ließ sich die Rückbank um 16 Zentimeter verschieben.

Um die Ladelänge zu erweitern, konnte auch der Beifahrersitz nach vorn geklappt werden, womit dann bis zu 2,40 Meter lange Gegenstände transportiert werden konnten. Der Hersteller warb mit vielen Ablagen, einem „Geheimfach“ im Beifahrersitz und einem zweigeteilten Handschuhfach, in dem bis zu 14 Getränkedosen gekühlt werden könnten.

Gute Sicherheitsmerkmale, konventionelle Motoren

Aufgerüstet werden konnte der Note mit Klapptischen an den Rücklehnen der Vordersitze, einem doppelten Boden im Kofferraum, aber auch Lederbezügen für die Sitze, Klimaautomatik, elektrisch anklappbare Außenspiegel sowie Licht- und Regensensoren als Anfang moderner Assistenzsysteme, dessen Angebot Nissan später ausbaute.

Mit vier serienmäßigen Airbags, ABS sowie aufpreispflichtigen Kopfairbags und ESP war die Sicherheitsausstattung des Note für die Wagenklasse gut gerüstet. Unter der Motorhaube gab es dagegen eher konventionelle Kost, die den Rückschluss zuließ, dass Nissan allein die Kernzielgruppe Familie und keine sportlicher ambitionierte Kunden im Blick hatte.

Installiert wurden zunächst ein wirtschaftlicher 1,5-Liter-Dieselmotor mit 68 PS oder 86 PS sowie die im Grundpreis attraktiveren Benziner mit 1,4 Liter Hubraum und 88 PS sowie eine 1,6-Liter-Variante mit 110 PS. Die Kraftübertragung erfolgte je nach Motorisierung optional auch über ein Automatikgetriebe.

Partikelfilter anfangs nur als Nachrüstlösung

Das höchste Maximaltempo ermöglichte mit 184 km/h der stärkere Ottomotor, der niedrigste Normverbrauch lag mit 5,1 Litern (CO2-Ausstoß: 135 g/km) beim schwächeren Diesel. Partikelfilter für die Selbstzünder bot Nissan anfangs nur als Nachrüstlösung an. Der 2008 nachgereichte Dieselmotor 1.5 dCi mit 103 PS hatte das Abgasreinigungssystem dann serienmäßig an Bord.

Die größere der beiden Modellpflegemaßnahmen führte Nissan für das Modelljahr 2009 durch. Wie üblich wurde das äußere Erscheinungsbild mit frischem Design für Kühlergrill, Scheinwerfer und Stoßfänger auf den neuesten Stand gebracht. Innen gab es aufgewertete Materialien und ein neues Stausystem für das Gepäckabteil.

Die Motoren wurden auf sparsameren Verbrauch getrimmt, neue Aggregate kamen dagegen nicht unters Blech. Das Fahrwerk wurde stärker auf Agilität abgestimmt und die serienmäßige Sicherheitsausstattung mit vier Kopfairbags sowie aktiven Kopfstützen vorn und hinten erweitert. Auch modernes Infotainment war mit einem neuen Navigations-Touchscreen inklusive USB-Anschluss als Extra verfügbar.

In der zweiten Generation ein Stadtauto

Doch erst die zweite Modellgeneration profilierte sich in Sachen Assistenzsystemen und Digitalisierung über Klassengrenzen hinweg – vor allem mit einer neuartigen 360-Gad-Kamera. Weltpremiere feierte der neue Note auf dem Genfer Salon 2013 als ein mit 4,10 Meter kaum gewachsenes, dafür aber in seinem Design stark verändertes Fahrzeug.

Es ähnelte nun kaum noch einem Van, dafür einem dynamisch gezeichneten, aufgepumpten Kleinwagen, der nun erklärtermaßen als Stadtauto gegen den Ford Fiesta oder den VW Polo antreten und dabei vieles besser machen sollte. Vergleichen lässt sich Wagen aber nach wie vor mit den Minivans der Konkurrenz wie Citroen C3 Picasso und Ford B-Max.

Als hervorstechendes Charakteristikum blieb es bei dem flexiblen Innenraum mit verschiebbarer (jedoch jetzt aufpreispflichtiger) Rückbank und verstellbarem Ladeboden. Hinzu kam mit dem optionalen „Safety Shield“ die ersten Assistenzsysteme ins Auto. Dazu zählte ein Spurverlassenswarner, eine Rückfahrkamera mit Warnfunktion bei statischen und bewegten Objekten sowie eine 360-Grad-Perspektive aus der Vogelperspektive, dargestellt auf dem zentralen 5,8-Zoll-Touchscreen des ebenso optionalen Infotainmentsystems. Selbst in größeren Autos gab es so etwas noch nicht. Auch ein Totwinkelwarner war verfügbar. Sechs Airbags gehörten zum Werksumfang, ebenso wie ein Tempomat und elektrische Fensterheber vorn.

Normverbrauch der Benziner unter fünf Litern

Als neue Motorisierungen bot Nissen einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 80 PS in der Variante als reiner Saugmotor. Mit Kompressor beatmet kam das Aggregat auf 98 PS. Beide Versionen blieben im Normverbrauch unter 5,0 Litern. Auch ein 1,5-Liter-Diesel war wieder im Programm, allerdings nur in einer Ausbaustufe mit 90 PS, für die 3,6 Liter Normverbrauch (CO2-Ausstoß: 95 g/km) im Datenblatt notiert war. Alle Motoren wurden an eine Start-Stopp-Automatik gekoppelt. Ein CVT-Getriebe war als Sonderausstattung verfügbar.

Doch trotz aller Innovationskraft und dem Wandel von der unpopuläreren Van-Form zum Kleinwagen: als Neuwagen gibt es den Note nicht mehr. Zum Frühjahr 2017 wurde er aus dem Programm genommen. In der Rolle des „Stadtautos, das Konventionen bricht“, bewirbt Nissen nun den ähnlich dimensionierten Kleinwagen Micra.

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