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Mercedes A-Klasse

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Sandwichboden, Elch-Test und Knallbüchse sind nur ein paar Begriffe, die im Zusammenhang mit der Mercedes A-Klasse fallen. 1997 mit einigen Schwierigkeiten gestartet, entwickelte sich die Einsteigerklasse der Stuttgarter vom „Best-Ager“-Modell zum sportlichen Flitzer mit bis zu 381 PS. Der für dieses Modell neu entwickelte doppelte Boden ermöglichte eine hohe Crash-Sicherheit für kurze Abmessungen und auch die gesamt 20 in dieser Klasse eingeführten Innovationen des Modells waren prägend. In seiner mittlerweile dritten Generation entschied sich Mercedes 2012, das biedere Image für seinen Baby-Benz abzulegen und visierte eine jüngere Zielgruppe an. Das Experiment scheint geglückt und auch die ehemaligen Kunden der A-Klasse fanden mit der später eingeführten B-Klasse ihren Van-artigen Hochsitz wieder in der Produktpalette.

Modelle

Aktuelle Generation

Daten

Daten

Nach dem Facelift von 2015 reicht das Leistungsspektrum vom 90 PS starken Basisdiesel 160 d (das frühere Kürzel CDI entfiel) bis zum 381 PS starken 45 AMG. Insgesamt stehen sechs Benziner und fünf Diesel-Modelle zur Auswahl; dazu neben dem AMG noch fünf weitere Varianten mit Allradantrieb 4MATIC. Der schwächste Benziner (A 160) leistet 102 PS, die Leistung des A 250 Sport wird auf 218 PS, die des stärksten Diesels (A 220 d) auf 177 PS erhöht. LED-Scheinwerfer ersetzen die bis dahin angebotenen Xenon-Lampen, und erstmals bietet Daimler für die A-Klasse auch ein Fahrwerk mit adaptiver Dämpferverstellung an.

  • breite Auswahl von Benzin- und Dieselmotoren zwischen 90 und 381 PS
  • Allradversionen ab Werk mit Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe
  • A 180 d mit 89 g/km CO2; 45 AMG in 4,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h
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Test

Test

Mit dem A 180 (122 PS) ist man als Ottomotor-Kunde schon vernünftig motorisiert; speziell Vielfahrer sind mit dem A 200 d (136 PS) gut bedient. Da schon das Serienfahrwerk straff abgestimmt ist, empfiehlt sich das Sportfahrwerk nur für Hartgesottene. Das rund 2000 Euro teure Doppelkupplungsgetriebe ist serienmäßig in allen Allrad-Modellen und im 220 d installiert – für die anderen Modelle bedeutet es auf jeden Fall einen Komfortgewinn. Der Raumeindruck ist nur vorn hell und luftig, hinten herrscht dagegen Höhlenatmosphäre. Auch die Rundumsicht ist limitiert und der Ausschnitt für den nur 341 bis 1157 Liter großen Kofferraum schmal, dazu die Ladekante hoch. Dafür lässt sich schon eine durchschnittlich motorisierte A-Klasse extrem dynamisch fahren, was gut zum sportlichen Exterieur-Design passt.

  • agiles Handling, gute Sitze und kräftige Bremsen
  • hochwertige Materialien und solide Verarbeitung
  • enges Raumgefühl, unbequemer Fondeinstieg und schlechte Rundumsicht
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Preise

Preise

Neben der Basisversion bietet Daimler die A-Klasse in den Ausstattungsvarianten Style, Urban und AMG Line an. Letztere bietet für 2800 Euro extra unter anderem die Direktlenkung, 18-Zoll-Felgen, Teilledersitze und ein Sportfahrwerk samt Sportoptik. Ein weiteres Highlight sind Versionen mit dem sogenannten Diamantengrill – besonders attraktiv anzuschauen in der AMG Line mit Pins in Chrom und silberner Lamelle mit Chromeinleger. Ab Werk sind alle A-Klassen unter anderem mit sieben Airbags, Kollisionswarner, Lichtsensor, Müdigkeitswarner, geteilter Rückbank und Start-Stopp-System bestückt. Der günstigste Benziner ist für 24.680, der günstigste Diesel für 27.420 Euro zu haben. Die Palette der 4MATIC-Modelle startet mit 184 PS und 33.430 Euro (Benziner) beziehungsweise 136 PS und 34.000 Euro für den A 200 d.

  • hohe Preispositionierung im Vergleich z.B. zum VW Golf oder zur Alfa Giulietta
  • Allrad-Aufpreise zwischen 4.300 und – beim 220 d – 2.200 Euro
  • hoher Individualisierungsgrad dank zahlreicher Design-Pakete
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Der Weltpremiere der ersten A-Klasse im März 1997 auf dem Genfer Salon folgt kurze Zeit später ein technologischer Super-Gau. Beim so genannten „Elch-Test“ einer schwedischen Fachzeitung kippt der intern W168 genannte erste Fronttriebler-Pkw der Marke um. Lange, im Rückblick viel zu lange, versuchen die Schwaben, das Malheur zu verharmlosen, gar abzustreiten. Erst als es sich nicht mehr verbergen lässt, üben sie sich in Krisen-PR und statten das Van-artig geformte Auto ab Werk mit einem Anti-Schleudersystem (ESP) und einem überarbeiteten Fahrwerk aus.


Vorderansicht - schräg
Vom „Elchtest“-Opfer zum gefragten Erfolgstyp.
Seitenansicht

Das Gleiche passiert auch dem ähnlich kippfreudigen Smart – ab da ist das Elch-Test-Trauma überwunden. Mittlerweile ist die A-Klasse 20 Jahre alt und in bereits dritter Generation auf dem Markt. Nun jedoch als modern gestylter, fast coupéartiger Kompakter mit wenig Raum und schlechter Rundumsicht, dafür aber mit viel Dynamik bis hin zu einem 381 PS starken AMG-Modell. Wer heute noch einen A nach alter Schule haben will, muss jetzt B sagen.

Erster A-Klasse-Vorbote auf der IAA von 1993

Einen allerersten Vorgeschmack auf die künftige A-Klasse bringt Daimler auf der IAA von 1993: Die seriennahe Vision A 93 zeigt schon alle Charaktereigenschaften des späteren Serienmodells. Wie Frontantrieb, hoch bauende One-Box-Karosserie, geräumiger, variabel wandelbarer Innenraum und ein doppelter „Sandwich“-Boden. Der doppelte Boden ist dann auch eines der Highlights des Serienmodells, das insgesamt 20 bis dato in dieser Fahrzeugklasse noch nie gesehene Innovationen vorweisen konnte. Neben den schräg eingebauten Vierzylinder-Motoren sticht der erwähnte Hohlraum zwischen Bodenblech und Passagierraum heraus. Er ist Teil eines ausgefeilten Sicherheitskonzepts, das sich Daimler patentieren lässt. Denn bei einem Frontaufprall kann der Motor unter die Fahrgastzelle abgleiten und so die Unfallfolgen für die Insassen beträchtlich mildern. Ferner bietet er auch Platz für Batterien oder Wasserstofftanks. Zugleich zeigt sich die A-Klasse extrem wandelbar: Die innovative Fondsitzanlage und der auf Wunsch demontierbare Beifahrersitz ermöglichen 72 verschiedene Sitzvariationen, das Auto kann sich vom Fünf- zum Vier-, Drei- Zwei- und sogar Einsitzer wandeln. Je nach Position der längs verschiebbaren Rücksitze beträgt das Kofferraumvolumen zwischen 390 und 1340 Liter; bei demontiertem Beifahrersitz sind es sogar 1740 Liter.

Eine Modellpflege zum Modelljahr 2001 bringt unter anderem die um 170 Millimeter verlängerte Version V 168. Erstmals in der S-Klasse eingesetzte „Windowbags“ sind auf Wunsch auch für die A-Klasse lieferbar.

Versionen mit alternativen Antrieben entwickeln sich nur langsam

Von der Baureihe 168 entstehen im extra für den neuen Baby-Benz errichteten Werk Rastatt bis Mai 2004 fast 1,1 Millionen Fahrzeuge - 882.661 in der Normalversion, 204.212 Exemplare mit langem Radstand. Das Wagnis, mit dem neuen Konzept und der Ausweitung der Modellpalette nach unten, hat sich für Mercedes ausgezahlt. Nur statt der anfangs angepeilten jüngeren Klientel zieht das Auto bevorzugt ältere Semester an.

Eher halbherzig bleiben die Versuche mit alternativen Antrieben: Das 1997 vorgestellte Modell mit so genannter Zebra-Batterie geht gar nicht erst in Serie. Die diversen, zwischen 1997 und 2001 vorgestellten, NECAR-Modelle (New Electric Car) mit Methanol oder Wasserstoff/Brennstoffzellen-Antrieb münden 2002 in das Modell NECAR F-Cell auf Basis der langen A-Klasse. Die viersitzigen Autos speichern in 350 bar Drucktanks zwei Kilo Wasserstoff für bis zu 150 km Reichweite. Das erste in kleinen Stückzahlen gebaute Fuel-Cell-Modell gilt als Vorläufer der aktuellen F-Cell-Generation auf B-Klasse-Basis.

Frühjahr 2004: Die zweite A-Klasse-Generation startet

Mit weicher gezeichneten Linien, aber insgesamt nur evolutionär weiter entwickeltem Design, kommt im Herbst 2004 die zweite Generation der A-Klasse auf den Markt. Weiterhin mit einer Van-artigen Architektur, Doppel-Boden und erhöhter Sitzposition, doch diesmal alternativ mit vier (W169) oder nur zwei Türen (C169). Dazu kommen erwachsenere Proportionen – die Länge nimmt von 3,57 auf 3,83 Meter, der Radstand von 2,42 auf 2,57 Meter zu. Los geht es mit den Modellen A 150, A 170, A 200, A 160 CDI, A 180 CDI und A 200 CDI. Zur Modellpflege im Juni 2005 kommt ein A200 turbo hinzu, im Frühling 2008 folgt ein kleines Facelift. 2010 fallen das dreitürige Coupé und der A200 turbo aus dem Programm. Am 19. April läuft der letzte W169 vom Band; insgesamt erreicht die zweite Klasse mit exakt 1.057.862 produzierten Fahrzeuge nahezu das gleiche Ergebnis wie ihr konzeptionell ähnlicher Vorläufer. Aus dem „Elchtest“-Opfer ist ein Erfolgstyp geworden.

2012: Paradigmenwechsel in nunmehr dritter Generation

2012 leitet Daimler mit dem Start der dritten A-Klasse (W176) einen Paradigmenwechsel ein. Die Rolle des Van-artigen und bevorzugt von „Best Agern“ nachgefragten Modells geht nun auf die B-Klasse über; nur diese bietet auch alternative Antriebe wie eine Erdgas- und eine Elektroversion an. Die auf 4,30 Meter gestreckte neue A-Klasse setzt neben 4MATIC-Modellen die 381 PS starke 45 AMG-Knallbüchse dagegen. Zugleich entsteht auf der gleichen modularen Frontantriebsarchitektur (MFA) eine kleine Modellfamilie – mit dem CLA, dem CLA Shooting Brake und dem GLA. Im Vergleich zu den hoch aufbauenden Vorgängern kommt die auf 4,30 Meter gestreckte neue A-Klasse regelrecht geduckt daher und setzt mit einem cw-Wert von 0,26 obendrein einen neuen Aerodynamik-Bestwert für die Klasse. Fazit: Das Design, die Sitzposition und das Fahrwerk der neuen A-Klasse sind dynamisch ausgelegt und animieren schon im Stand zu einer zügigen Gangart. Beim Platzangebot hingegen knausert das Modell in allen relevanten Maßen. Wem das alles zu eng und unübersichtlich ist, muss fortan halt zur B-Klasse wechseln.