Ratgeber: TÜV-Prüfung selbst gemacht

Ratgeber: TÜV-Prüfung selbst gemacht

Das spart Zeit und Geld

Beim TÜV durchzufallen, kostet Zeit und Geld. Besser, man schaut sich sein Auto vorher an und gibt entsprechende Reparaturen in Auftrag. mobile.de zeigt, worauf Sie achten müssen.

Beim Auto-Neukauf hat man drei Jahre Ruhe, danach muss der automobile Liebling alle zwei Jahre „zum TÜV“. Was übrigens ungenau ist, denn auch andere Organisationen wie die Dekra oder die GTÜ können den Wagen untersuchen und abnehmen. Deshalb muss der Wagen im Amtsdeutsch auch zur „Hauptuntersuchung“. Doch, egal wohin man den Wagen bringt, eine leichte Unsicherheit fährt immer mit: Hat das Auto verdeckte Mängel, wird es durchkommen?

Dabei ist es kein Hexenwerk, was der Prüfer kontrolliert. Und man muss auch kein Kfz-Mechaniker sein, um den Zustand seines Autos einschätzen zu können.

 

 
 

Häufigster Mangel: Beleuchtung

Auf Platz 1 der häufigsten Mängel schafft es nach Angaben des TÜV-Süd die Beleuchtung. Dieser Mangel zieht sich durch alle Altersklassen, kann also schon bei der ersten Prüfung unangenehm auffallen. Zur Kontrolle des Bremslichtes muss man rückwärts vor eine Wand fahren und es durch das Heckfenster kontrollieren, den Rest der Beleuchtung checkt man bei einem Rundgang ums Auto.

Und zumindest eine grobe Einschätzung über die korrekte Einstellung der Scheinwerfer bekommt der, der den Wagen im 90-Grad-Winkel vor eine Wand fährt. Sind in der Höhe wie in der Zentrierung Unterschiede zwischen den Scheinwerfern zu erkennen? Dann wird’s nichts mit der bestandenen Prüfung.

Drunterschauen ist Pflicht

Für den nächsten Mangel muss man unter das Auto. Machen Sie es wie in der Prüfstelle: Besorgen Sie sich eine Hebebühne. Das geht bei der Tanke um die Ecke genauso wie bei Selbsthilfewerkstätten. Die Radaufhängungen sind es, die jetzt kontrolliert werden. Das fängt mit Rostbefall an, einfach mit dem Schraubenzieher rostige Stellen überprüfen.

Ferner sollte man einen Blick auf die Gummis werfen. Waren schon während der Fahrt verdächtige Geräusche wie Rumpeln, Klackern oder Quietschen zu hören, sind meistens die Lager am Fahrwerk ausgeschlagen. Diese bestehen aus Kunststoff, häufig wird auch Gummi verwendet. Ist dieses rissig, senkt der Prüfer den Daumen und man darf sich auf den zweiten Besuch vorbereiten. „Extreme Niederquerschnittsreifen belasten das Fahrwerk ebenfalls stärker“, merkt TÜV Süd-Experte Eberhard Lang an.

Langsam wird’s schlechter

Das Tückische an einem zu großen Lenkspiel ist, dass sich dieser Mangel langsam einschleicht. So wird er oft vom Fahrer gar nicht bemerkt. Zum einfachen Do-it-yourself-Check muss man sich in die geöffnete Autotür stellen und bei ausgeschaltetem Motor vorsichtig am Lenkrad drehen.

Eberhard Lang: „Lässt sich das Lenkrad mehr als zwei Fingerbreit bewegen, ohne dass die Räder eine Reaktion zeigen, ist zu viel Spiel vorhanden.“ In diesem Fall ist meist auch ein metallisches Geräusch zu hören. Die Ursache sind ausgeschlagene Gelenke an den Spurstangen oder verschlissene Teile im Lenkgetriebe.

Kurzstrecken schaden dem Auspuff

Fahren Sie öfters Kurzstrecken, könnte ihr Auto auch einen Auspuffschaden haben. Diese gehen durch verbesserte Materialien eigentlich seit Jahren zurück – aber: „Überdurchschnittliche Korrosion beobachten wir bei Fahrzeugen, die häufig im Kurzstreckenverkehr unterwegs sind“, sagt Lang. Dann sammelt sich das Kondenswasser im hinteren Teil der Anlage und dieser rostet durch.

Von innen wohlgemerkt, weshalb Auspuff-Schutzlacke völlig wirkungslos sind. Bemängeln könnte der Prüfer auch die Aufhängungen des Auspuffs. Rütteln Sie ruhig am gesamten Auspuffstrang – schlagen Teile an den Unterboden, ist die Aufhängung hin. Lassen Sie den Auspuff aber vorher erst abkühlen.

Bremsmängel sind schwer zu entdecken

Diffiziler sind Schäden an der Bremsanlage zu enttarnen. Das hängt mit der Vielzahl der möglichen Defekte zusammen. Einfach ist noch der Verschleiß an den Bremsscheiben zu entdecken. Jeder Bremsbelag und jede Bremsscheibe haben Verschleißmarkierungen. In den Bremsbelägen beispielsweise befindet sich eine V-förmige Kerbe. Ist diese nicht mehr zu sehen, ist die Verschleißgrenze überschritten.

Die Scheibe kann man optisch prüfen: Idealerweise sollte der äußerste Rand nicht wesentlich dicker als der Innenteil sein. Ein schlechtes Zeichen ist es auch, wenn die Bremsscheibe rostet. Das tut sie normalerweise erst nach einem Tag – haben Sie das Auto jedoch gerade erst bewegt, darf kein Rost zu entdecken sein, weil sonst die Beläge nicht voll greifen. Auch an die unzureichende Bremswirkung eines Autos kann man sich gewöhnen.

Deshalb erfordert die Probefahrt genaues Hinhören und –fühlen. Die Bremsen dürfen nicht rubbeln, schief ziehen oder quietschen. Nach spätestens einem Drittel des Pedalweges muss die Bremse spürbar greifen. Übersehen wird oft auch die Handbremse: Nach drei Rasten muss sie ziehen, sonst ist Wiederkehr garantiert.

Gute Nachricht: Rost wird selten

Rost an tragenden Teilen der Karosserie, früher nach spätestens acht Jahren ein ernstes Thema, kommt heute wesentlich seltener vor. Und doch: Vor allem an Radläufen und den Schwellern kommt die braune Pest hoch. Kritisch sind die Übergänge zwischen Schweller und Radlauf. Ist hier Rost zu sehen, kann man fest mit einem spitzen Schraubenzieher dagegen klopfen. Seien Sie hier nicht zurückhaltend – das wird der Prüfer auch nicht sein.

Jetzt gilt es noch, die Reifen zu prüfen. Jeder Reifen hat eine Verschleißanzeige. Alternativ kann man eine Ein-Euro-Münze nehmen, um die Profiltiefe zu messen. Der goldene Rand muss vollständig im Profil verschwinden. Der Reifen darf keine Beschädigungen in Form von Profilausbrüchen oder Dellen aufweisen. Diese Schäden könnten schnell zu einem Reifenplatzer führen – und dann ist eine eventuell nicht bestandene Hauptuntersuchung noch das geringste Problem.