Sparsam, möglichst wenig Emissionen und leise

Umweltfreundliche Autos – worauf es ankommt

Wird der Verbrennungsmotor zum Auslaufmodell? Die Elektromobilität und andere alternative Antriebe sind auf dem Vormarsch. Unsere Top-Modelle.

  • Christoph Bauer
  • Veröffentlicht am 29.04.2022, 15:28
Blick aus der Frontscheibe eines Pkw, der auf einer Straße durch einen Wald fährt
Quelle: UnsplashWenig Kraftstoffverbrauch und kaum oder gar keine Emissionen: Diese Autos sind echte Umwelthelden

Umweltfreundliche Autos sind die Zukunft

Autohersteller achten immer mehr darauf, ihre Modelle umweltverträglicher zu konstruieren. Umweltbelastungen entstehen sowohl in der Herstellungsphase als auch in der Nutzungsphase. Beim Betrieb des Autos geht es vor allem um den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO₂, von Schadstoffen wie Stickstoffoxiden sowie um Lärmentwicklung. CO₂, Kohlendioxid, ist das Treibhausgas, das die Klimaerwärmung vorantreibt. Je mehr Spritverbrauch ein Fahrzeug aufweist, desto höher der CO₂-Ausstoß. Dauerhafte Belastung durch Stickstoffoxide kann die Ursache von Atemwegserkrankungen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Auch Feinstaub, der von Verbrennermotoren abgegeben wird, kann gesundheitsschädlich sein. Darüber hinaus stellt auch der Lärm, der durch Autos verursacht wird, auf Dauer eine Gesundheitsgefährdung dar.

Was sind die umweltfreundlichsten Antriebe?

Neben den klassischen Verbrennermotoren gibt es immer mehr Elektro-, Plug-in-Hybrid- und Gas-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen. Für einen fairen Vergleich betrachtet man die "Well-to-Wheel-Bilanz". Man analysiert den kompletten Prozess der Umweltbelastung von der Quelle des Antriebs bis zum Rad, das über die Straße rollt. Ganz weit vorn bei der Umweltfreundlichkeit sind CNG-Fahrzeuge. CNG steht für „Compressed Natural Gas“. CNG-Fahrzeuge stoßen wenig Schadstoffe aus. Elektro-Autos sind beim Betrieb völlig emissionsfrei, doch werden bereits bei der Stromerzeugung durch Kraftwerke Emissionen ausgestoßen. Der Trend in der Automobilindustrie geht eindeutig in Richtung Elektromobilität. Denn das Tankstellennetz für Erdgas-Autos ist derzeit noch zu lückenhaft.

Kriterien für umweltfreundliche Autos

Eine Greenpeace Auto-Empfehlung lautet. „Je kleiner das Auto und je sauberer der Strom, umso besser die Umweltbilanz.“ Der VCD (Verkehrsclub Deutschland) hat konkrete Bedingungen für die Umweltfreundlichkeit von Autos definiert. Demnach kommen Benzin- oder Diesel-Fahrzeuge in diese VCD Auto-Umweltliste, die nach dem WLTP-Prüfverfahren nicht mehr als 135 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen. Das entspricht einem Verbrauch von 5,1 Litern bei Dieselfahrzeugen und 5,7 Litern bei Benzinfahrzeugen – jeweils auf 100 Kilometer. Auch Plug-in-Hybride sollen den Wert von 135 Gramm CO₂ pro Kilometer nicht übersteigen. Dieselautos müssten die Euro-6d-TEMP-Norm erfüllen und über einen und SCR-Kat zur Reduzierung von Stickoxiden verfügen.

Top 7 umweltfreundliche Autos

Citroën C-Zero: kleiner City-Flitzer

Der Kleinstwagen hat einen 67 PS (49 kW) starken Elektromotor. Seine Lithium-Ionen-Batterie bietet eine Kapazität von 14,5 kWh. Aufgrund der Motorstärke kommt der Franzose von 0 auf 100 km/h erst in gemütlichen 16 Sekunden, die Top-Geschwindigkeit beträgt 130 km/h. Damit bricht man keine Speed-Rekorde, aber man ist in jedem Fall rekordverdächtig umweltfreundlich unterwegs. In den Citroën C-Zero passen vier Personen, das Kofferraum-Volumen beschränkt sich auf 166 Liter. Die Reichweite beträgt an die 120 Kilometer. Damit kann man auch keine großen Sprünge machen. Aber für Alltagsfahrten innerhalb eines überschaubaren Umkreises ist der Citroën C-Zero ein sparsamer und zuverlässiger Gefährte.

Ein weißer Citroën C-Zero steht vor einer weißen Wand
Citroën C-Zero

Mit einer Fahrzeuglänge von 3,48 Metern kommt man mit dem Citroën C-Zero auch in kleinste Parklücken.

Mitsubishi i-MiEV: Elektro-Vorreiter

Der Mitsubishi i-MiEV hat den Weg geebnet für serientaugliche Elektrofahrzeuge in Deutschland. Seit 2009 wird der i-MiEV produziert, seit 2010 ist er bereits auf Deutschlands Straßen unterwegs. Der elektrische Mitsubishi dient als Basis für den Citroën C-Zero und den Peugeot iOn. Die drei Fahrzeuge sind praktisch baugleich mit denselben Leistungsdaten: 67 PS (49 kW), von 0 auf 100 km/h in 16 Sekunden, Höchstgeschwindigkeit 130 km/h. Wie seine französischen „Kollegen“ wurde der Mitsubishi i-MiEV als alltagstaugliches Stadtfahrzeug konzipiert. Mit 3,475 Metern und einem Wendekreis von neun Metern wird die Parkplatzsuche fast zum Kinderspiel.

Ein weißer Mitsubishi i-MiEV steht auf einem Parkplatz vor einem Backsteingebäude
Mitsubishi i-MiEV

Diese Fahrmodi sind für den i-MiEV wählbar: Eco-Modus, B-Modus für Energierückgewinnung und ein leistungsstarker D-Modus.

VW Golf TGI: mit Erdgasantrieb

Der VW Golf TGI ist ein kompakter Golf VIII, den es auch als Diesel, Benziner und Plug-in-Hybrid gibt. Mit der Erdgas-Variante fällt die CO₂-Bilanz des Antriebs besonders günstig aus. Dafür erhielt der VW Golf TGI die Höchstwertung von 5 Sternen beim ADAC Ecotest. Das Platzangebot im Innenraum wird durch den Tank im Unterboden des Fahrzeugs nicht eingeschränkt. Der 1,5 l-Vierzylinder kommt auf 130 PS (96 kW) und 200 Nm Drehmoment. Das große Manko derzeit beim ansonsten ebenso umweltfreundlichen wie alltagstauglichen Golf: Das CNG-Tankstellennetz in Deutschland ist noch zu dürftig für eine wirklich flächendeckende Versorgung.

Ein weißer VW Golf TGI mit CNG-Antrieb steht vor einem weißen Gebäude mit Glasfront
VW Golf TGI

Im reinen Erdgasbetrieb kommt der VW Golf TGI auf eine Reichweite von rund 400 Kilometern nach WLTP.

Hyundai Kona Elektro: der Mini-SUV

Vom Kona Elektro gibt es zwei Versionen: mit 100 kW (136 PS) und einem 39,2 kWh-Akku, mit 150 kW (204 PS) und einem 64 kWh-Akku. Der starke Akku und ein effizienter Antrieb entsprechen der Performance, die man von einem SUV erwartet. Von 0 auf 100 km/h zischt man mit der 150 kW Variante in nur 7,9 Sekunden. Der Hyundai Kona Elektro verbindet den umweltfreundlichen Antrieb mit sportlichem Mini-SUV-Feeling. Und das für eine Reichweite von 484 Kilometern laut Werksangabe. Auch das Platzangebot erweist sich als alltagstauglich. Bei umgeklappter Rückbank kommt man auf über 1.000 Liter Laderaum.

Ein blauer Hyundai Kona Elektro steht vor einer weißen Wand
Hyundai Kona Elektro

An einer 100-kW-Gleichstrom-Schnellladesäule kann man den Kona in 47 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden.

Renault Twingo Electric: der schicke City-Stromer

Der Twingo cruist mit einem 60 kW (82 PS) starken Elektromotor durch die Stadt, seine Batterie leistet 21,4 kWh. Die Reichweite wird mit 150 Kilometern angegeben. Wer also einen pfiffigen Kleinstwagen für überschaubare Kurzstrecken sucht, wird beim französischen Modell fündig. Auffällig auch im Vergleich zum Twingo mit Verbrennungsmotor: Der elektrische Bruder summt angenehm leise durch den Stadtverkehr. Das Kofferraumvolumen bei aufrechter Rückbank beträgt 219 Liter – für kleinere Einkäufe ist das gerade ausreichend. Der Twingo Electric eignet sich definitiv als umweltfreundlicher Stadt- oder Zweitwagen. Längere Urlaubsreisen mit viel Gepäck gehören nicht zu seinem Spezialgebiet.

Ein goldener Renault Twingo Electric steht vor einer weißen Wand
Renault Twingo Electric

Der Twingo Electric beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 12,9 Sekunden, den Sprint von 60 auf 100 km/h schafft er in 7,3 Sekunden.

BMW i3 und MINI Cooper SE: kompakte E-Flitzer

Der BMW i3 bietet dank 170 PS (125 kW) starkem Elektromotor mit wahlweise 22 kWh oder 33 kWh Batterie einen sportlichen Antritt mit 7,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Reichweite beträgt laut BMW Werksangabe bis zu 307 Kilometer. Zusätzlich zum umweltfreundlichen Elektroauto-Antrieb orientiert sich auch die Innenraumgestaltung an einer guten Ökobilanz. Verkleidungen aus Pflanzenfasern und Kunststoffen aus recycelten Materialien sowie nachwachsenden Rohstoffen sind ein Schritt in die richtige Richtung.

Der Motor, den der MINI Cooper SE unter der Haube hat, verfügt über 184 PS (135 kW) und beschleunigt den elektrischen MINI von 0 auf 100 km/h ebenfalls in 7,3 Sekunden. Die Reichweite wird mit 242 Kilometern angegeben. Mit seiner kompakten Länge von 3,85 Metern ist die Parkplatzsuche kein Problem. Der BMW i3 ist mit knapp über 4 Metern ein bisschen großzügiger angelegt. Für welchen der beiden man sich entscheidet, ist weniger eine Frage der Leistungsdaten und Abmessungen. Sondern eher, welches Modell den eigenen Vorstellungen von Design und Lebensstil näher kommt.

Ein grauer BMW MINI Cooper SE steht vor einem grauen Gebäude
MINI Cooper SE

Ein Modell mit Spaßfaktor: Der vollelektrische MINI verbindet Lifestyle, Sportlichkeit und umweltfreundlichen Antrieb.

Umweltfreundliche Autos im Überblick

  • Ein weißer Citroën C-Zero fährt eine Landstraße entlang
    Quelle: CitroënMit einer Reichweite von 120 Kilometern ist der Citroën C-Zero vor allem für kurze Strecken konzipiert
  • Ein weinroter Mitsubishi i-MiEV fährt eine Küstenstraße entlang
    Quelle: MitsubishiNicht vom Namen abschrecken lassen: i-MiEV steht für Mitsubishi innovative Electric Vehicle
  • Ein schwarzer VW Golf TGI mit CNG-Antrieb fährt auf einer Landstraße an einem blühenden Rapsfeld vorbei
    Quelle: Volkswagen NutzfahrzeugeIn der CNG-Variante schneidet der VW Golf TGI, den es auch als Diesel, Benziner und Plug-in-Hybriden gibt, in Sachen CO₂-Bilanz besonders gut ab
  • Ein türkiser Hyundai Kona Elektro fährt eine Landstraße entlang
    Quelle: HyundaiIn gerade einmal 7,9 Sekunden beschleunigt der Hyundai Kona Elektro von 0 auf 100 – und bietet dabei auch noch ein gutes Platzangebot
  • Ein weißer Renault Twingo Electric fährt durch eine urbane Kulisse
    Quelle: RenaultMit seiner Reichweite von 150 Kilometern ist der Renault Twingo Electric perfekt für die Stadt geeignet
  • Ein grauer BMW MINI Cooper SE fährt eine Landstraße entlang
    Quelle: BMW MINIFür den 3,85 Meter kleinen MINI Cooper SE findest Du selbst in der Großstadt noch eine Parklücke