Umweltbewusst und ein paar Cent günstiger

E10-Verträglichkeit – Welche Autos vertragen E10?

Mit dem Biokraftstoff E10 versuchen die Mineralöl- und Automobilwirtschaft seit 2011 die Umwelt zu entlasten. Nicht jedes Auto mit Benzinmotor aber darf statt Super (E5) tatsächlich E10 tanken. Wir sagen Dir, was für ein Kraftstoff E10 eigentlich ist, welche Vor- und Nachteile er hat und wie Du herausfindest, ob Dein Auto E10-tauglich ist. 

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  • Veröffentlicht am 10/24/2019, 12:07 PM
Auch wenn der Kraftstoff flächendeckend an den Tankstellen verfügbar ist – nicht jedes Auto kann E10 tanken
Quelle: picture alliance / imageBROKER Auch wenn der Kraftstoff flächendeckend an den Tankstellen verfügbar ist – nicht jedes Auto kann E10 tanken

Anfang 2011 wurde der Biokraftstoff E10 auf dem deutschen Markt eingeführt. Seitdem ist er flächendeckend an den Tankstellen verfügbar. Um Fehlbetankungen zu vermeiden, müssen die E10-Zapfsäulen mit einem Aufkleber versehen sein, auf dem deutlich „Super E10 schwefelfrei“ zu lesen ist. Darüber hinaus müssen nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) auch folgende Hinweise deutlich lesbar an den Zapfsäulen angebracht sein: „Enthält bis zu 10 % Bioethanol“ sowie „Verträgt Ihr Fahrzeug E10? Herstellerinformation einholen! Im Zweifel Super oder Super Plus tanken!“

E10 – Was für ein Kraftstoff ist das eigentlich?

E10 ist ein Kraftstoff für Benzinmotoren, der sich aus „normalem“ Super und bis zu zehn Prozent beigemischtem Ethanol zusammensetzt. Das „normale“ Super dagegen enthält höchstens fünf Prozent Ethanol. Da das Ethanol aus Zuckerrüben, Zuckerrohr oder Getreide gewonnen wird und durch Vergärung entsteht, gilt E10 als Biokraftstoff. „Bio“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass das Ethanol aus Material biologischen Ursprungs gewonnen wird, also auf Biomasse basiert. 

Welche Vorteile hat E10?

Der augenscheinlichste Vorteil von E10 gegenüber Superbenzin ist der Preisvorteil für den Autofahrer. E10 ist bis zu fünf Cent pro Liter günstiger als Super. Bei einer angenommenen Laufleistung von 30.000 Kilometern pro Jahr und einem Realverbrauch von acht Litern auf 100 Kilometer würde das zum Beispiel bei einem Literpreis von 1,40 Euro für E10 und 1,45 Euro für Super eine jährliche Ersparnis von immerhin rund 120 Euro ausmachen. Exakt so darfst Du allerdings nicht rechnen. Denn E10 weist gegenüber Super einen Mehrverbrauch von ungefähr rund eineinhalb Prozent auf. Dennoch bleibt eine deutliche Kostenersparnis.
Der weitaus bedeutendere Vorteil aber soll in der größeren Umweltverträglichkeit von E10 gegenüber Super liegen. Um das zu belegen, hat der Bundesverband der deutschen Bioethanol-wirtschaft (BDBe) mithilfe des ADAC eine Studie durchgeführt, bei der fünf Autos verschiedener Hersteller abwechselnd mit E10 und Super betankt wurden. Das Ergebnis laut BDBe: Mit der flächendeckenden Nutzung von E10 könnten rund 3,1 Millionen Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr eingespart werden. Das entspreche im Effekt dem Einsatz von einer Million Elektroautos. 

Welche Nachteile gibt es?

Der entscheidende Nachteil von E10 ist, dass nicht jedes Auto den Kraftstoff tanken kann. Denn nicht jeder Motor ist den Eigenschaften von Ethanol angepasst, das zum Beispiel unter hohen Temperaturen und unter hohem Druck korrosiv auf Aluminium wirken kann, wie der ADAC berichtet. Das bedeutet: Bereits nach einer einmaligen Betankung kann es zur Rostbildung und in der Folge zu Leckagen kommen. Außerdem kann austretendes Benzin in Verbindung mit sehr hohen Temperaturen ein Brandrisiko darstellen.
Zudem kann E10, wenn es vom Autohersteller für das jeweilige Modell nicht ausdrücklich freigegeben ist, auch Dichtungen und Schläuche beschädigen. Dazu noch ein Tipp: Der ADAC warnt ausdrücklich vor Additiven aus dem Zubehörhandel, die E10 für jedes Auto verträglich machen sollen. Finger weg also von diesen Produkten!
Kritische Stimmen gibt es auch in Bezug auf die Umweltverträglichkeit von E10. Zwar scheint die oben genannte bessere Klimabilanz von E10 im Vergleich zu Super unstrittig – wenn es um die bloßen Verbrauchswerte auf der Straße geht. Dagegen entstehen um die Produktion von Biokraftstoff und damit um die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen nicht nur für die Produktion von Nahrungsmitteln immer wieder heftige Diskussionen.



Wo kann ich in Erfahrung bringen, ob mein Auto E10 verträgt?

Fast alle modernen Autos mit einer Zulassung ab etwa 2010 sind von ihren Herstellern für E10 freigegeben. „Fast“ heißt aber nun einmal nicht „alle“. Deshalb sollten Autofahrer, die unsicher sind, zunächst Informationen über die E10-Verträglichkeit ihres Fahrzeugs einholen.
Erster Ansprechpartner ist der jeweilige Hersteller. Finden sich in der Bedienungsanleitung keine Angaben zu E10, solltest Du es auf der Webseite des Herstellers probieren. Einige Hersteller, zum Beispiel Audi oder Toyota, bieten nach ADAC-Angaben die Möglichkeit an, die E10-Verträglichkeit über die Fahrzeugidentnummer (FIN) abzurufen. Die findest Du im Fahrzeugschein und auch an verschiedenen Stellen im Fahrzeug selbst, etwa eingestanzt ins Blech des Türrahmens.
Darüber hinaus hat die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) eine Liste aller Kraftfahrzeuge zusammengestellt, die E10 vertragen. Diese Liste kann bei der DAT als Broschüre angefordert, aber auch als PDF heruntergeladen werden. Auch direkt an der Tankstelle kann die E10-Verträglichkeit des eigenen Autos in Erfahrung gebracht werden. 
Zu guter Letzt helfen auch die Automobilclubs, wie der ADAC oder der Auto Club Europa (ACE) weiter. Sollte sich trotz aller Bemühungen die E10-Verträglichkeit des Autos allerdings nicht in Erfahrung bringen lassen, rät der ADAC von einer Betankung mit E10 kategorisch ab.

E10-Grundwissen

  • E10 ist ein Kraftstoff für Benzinmotoren, dem maximal zehn Prozent Ethanol beigemischt sind.
  • Da das beigesetzte Ethanol aus Biomasse gewonnen wird, darf sich E10 Biokraftstoff nennen.
  • Die Vorteile: E10 ist bis zu fünf Cent pro Liter günstiger als Super und deutlich umweltverträglicher.
  • Die Nachteile: E10 weist einen sehr geringen Mehrverbrauch gegenüber Super auf. Um die Nutzung landwirtschaftlicher Flächen für die Produktion von Zuckerrüben etc. zur Herstellung von Ethanol wird kontrovers diskutiert.
  • Autohersteller, DAT, Tankstellen und auch Automobilclubs halten die Informationen über die E10-Verträglichkeit (nahezu) aller Kraftfahrzeuge vor.
TreibstoffartenPreisBenzinDiesel