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Zwei BMW Limousinen, eine rote und eine blaue, nebeneinander auf einer Bergstraße
Quelle: BMW
BMW i3 (blau) und BMW M350 xDrive (rot) der neuen G50-Generation. Beide Modelle teilen das Exterieur-Design, unterscheiden sich aber grundlegend in Antrieb und Fahrzeugkonzept.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der elektrische BMW i3 50 xDrive bietet 469 PS, bis zu 912 Kilometer Reichweite und kostet 15.000 Euro weniger als der M350.
  • Der M350 ist zwar schwächer, sprintet mit seinem Sechszylinder aber schneller auf 100 km/h und erreicht 250 km/h.
  • Optisch ähneln sich beide Modelle stark, technisch setzen sie jedoch auf völlig unterschiedliche Konzepte.

Seit dem 30. September 2026 ist der neue BMW 3er (Baureihe G50) bestellbar. Den i3 mit Elektroantrieb baut BMW bereits in München. Damit gibt es erstmals dieselbe 3er-Limousine als Elektroauto und als Benziner, aber ohne Diesel.

Wir stellen den i3 50 xDrive dem M350 xDrive gegenüber, weil beide bei der Leistung dicht beieinanderliegen. Die These:

  • Der i3 ist die technisch weiterentwickelte Wahl.
  • Der M350 ist die emotionalere Entscheidung.
Türkisfarbener BMW i3 steht im Verkaufsraum von einem Autohändler
Türkisfarbener BMW i3 steht im Verkaufsraum von einem Autohändler
BMW i3

Das Elektro-3er-Modell bietet 800-Volt-Ladetechnik und bis zu 912 Kilometer WLTP-Reichweite.

Technische Daten

MerkmalBMW i3 50 xDriveBMW M350 xDrive
MotorkonzeptBEV, zwei E-Maschinen (vorn Asynchron-, hinten stromerregte Synchronmaschine)Reihen-Sechszylinder-Benziner mit 48-Volt-Mildhybrid, 8-Gang-Automatik
Systemleistung345 kW (469 PS)326 kW (443 PS)
Systemdrehmoment645 Nm580 Nm
0–100 km/h4,7 s4,1 s
Höchstgeschwindigkeit200 km/h (begrenzt)250 km/h (begrenzt)
AntriebElektrischer AllradantriebAllradantrieb xDrive
Batterie/Tank108,7 kWh netto, Rundzellen, unter dem Boden59 l Tank; 48-Volt-Batterie 19,2 Ah
Systemspannung698,9 V Nennspannung (800-Volt-Ladetechnik)48 V
Reichweite WLTP729–912 km-
Verbrauch WLTP18,0–13,4 kWh/100 km8,2–7,5 l/100 km
DC-Laden (Gleichstrom)bis 400 kWentfällt
AC-Laden (Wechselstrom)11 kW, optional 22 kWentfällt
Ladezeit 10–80 %21 min bei 400 kWentfällt
Leergewicht (EU)2.280 kg1.935 kg
Leergewicht (DIN)2.205 kg1.850 kg
Kofferraum420 l, dazu 31 l unter der Frontklappe450 l
Sitze55
Basispreis Deutschland65.900 Euro (i3 40 xDrive: 59.900 Euro)80.900 Euro (320: 54.900 Euro)
Ein weißer BMW 3er Touring steht vor einer Autowerkstatt.
Ein weißer BMW 3er Touring steht vor einer Autowerkstatt.
BMW 3er

Die Mittelklasse-Baureihe mit Hinterradantrieb liefert reichlich Fahrspaß. Es gibt sie als Limousine und Touring.

BMW 3er: Alltagstauglichkeit und Konzept

BMW i3 50 xDrive

Der i3 hat ein Kofferraumvolumen von 420 Litern. Unter der Frontklappe liegt ein Fach, in welches das Ladekabel passt.

Der Radstand ist mit 2.897 Millimetern 37 Millimeter länger als beim M350, die Karosserie mit 1.480 Millimetern 25 Millimeter höher.

Die Bedienung läuft über Touchscreen, Lenkradtasten und Sprache. Ob das ohne Drehsteller im Alltag überzeugt, werden erst unabhängige Tests zeigen.

Geöffneter vorderer Stauraum des BMW i3 mit aufgerolltem grauem Ladekabel
Quelle: BMW
31 Liter fasst der Frunk des BMW i3. Das Ladekabel liegt hier, der Kofferraum bleibt frei.

BMW M350 xDrive

Der Kofferraum des Benziners fasst 450 Liter. Gegenüber dem Vorgänger G20 sind das 30 Liter weniger. Einen Frunk gibt es nicht.

Der Fond bietet etwas mehr Platz als früher. Die Bedienung gleicht der des i3.

Einschätzung: Beide sind Fünfsitzer mit ähnlichem Raumangebot. Der i3 trennt Kabel und Gepäck, der M350 hat das größere Hauptfach.

Design

Blauer BMW i3 von vorn bei Sonnenuntergang am Meer
Quelle: BMW
Die Leuchtgrafik des BMW i3 stammt aus der Neuen Klasse. Wer vom G20 kommt, muss sich umgewöhnen.

Niere und Scheinwerfer verschmelzen beim neuen BMW 3er zu einem Leuchtband. Das wirkt aufgeräumt, aber glatt: Wer den kantigeren G20 mochte, vermisst vermutlich Ecken.

Der M350 tritt mit schwarzen Rädern und roten Bremssätteln härter auf, der i3 wirkt ruhiger. Dass beide fast identisch aussehen, ist konsequent, nimmt dem Benziner aber Eigenständigkeit.

Der i3 spricht Technikinteressierte an, der M350 Fahrer, die ihre Leistung zeigen wollen.

Rote BMW 3er Limousine von vorn vor einer Berglandschaft
Quelle: BMW
Allrad, M Sportdifferenzial und Adaptives M Fahrwerk sind beim BMW M350 Serie. Beim 320 kosten Teile davon extra.

Motorkonzept und Fahrdynamik

Der i3 nutzt zwei E-Maschinen: eine an jeder Achse. Beide geben ihre Kraft über ein einstufiges Untersetzungsgetriebe an die Räder weiter.

Trotzdem verliert er den Sprint auf 100 km/h knapp und benötigt 0,6 Sekunden mehr: 4,7 Sekunden stehen 4,1 Sekunden gegenüber.

Das Leistungsgewicht beträgt bei Verwendung der DIN-Leergewichte rechnerisch 6,4 kg/kW beim i3 und 5,7 kg/kW beim M350.

Der M350 nutzt den 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit Turbolader. Der Mildhybrid steuert 13 kW und 200 Nm bei. Er unterstützt beim Beschleunigen und gewinnt beim Bremsen mittels Rekuperation Energie zurück, ersetzt aber keinen Elektroantrieb.

Im Laufe des Jahres 2027 soll der M350 per Drift Moment die Antriebskraft vollständig auf die Hinterräder übertragen können.

Motorraum des BMW M350 xDrive mit schwarzer Abdeckung in Carbonoptik und M-Logo
Quelle: BMW
Ein anderer Turbolader bringt dem Sechszylinder 69 PS mehr als im M340i xDrive. Ein Plug-in-Hybrid folgt 2027.

Einordnung: Der i3 ist zeitgemäß, der M350 konservativ, aber ehrlich. BMW hält am Sechszylinder fest, anders als viele Wettbewerber. Ein Plug-in-Hybrid folgt 2027.

Der Diesel 320d machte in Spitzenzeiten 40 bis 50 Prozent des 3er-Absatzes aus. Zuletzt sollen es noch 25 bis 30 Prozent gewesen sein.

Ladetechnik und Reichweite

Der i3 lädt laut BMW mit bis zu 400 Kilowatt. Das setzt eine Schnellladesäule voraus, die diese Leistung liefert.

Zum Vergleich: Mercedes CLA und Porsche Taycan nennen bis zu 320 Kilowatt, der Audi A6 e-tron bis zu 270.

Entscheidend ist die Ladezeit von 10 auf 80 Prozent: Der i3 braucht 21 Minuten, der Taycan 18, der A6 e-tron 21, der CLA 22.

Der Spitzenwert bringt also kaum Zeit. Zuhause lädt der i3 mit 11 Kilowatt. Er kann durch bidirektionales Laden auch Strom abgeben: ans Haus, an Geräte und ins Netz.

Helles Cockpit des BMW i3 mit Anzeigeband unter der Frontscheibe und Touchscreen
Quelle: BMW
Der iDrive-Drehsteller ist gestrichen. Ob sich alles per Touch ohne langen Blick vom Verkehr bedienen lässt, müssen Tests zeigen.

Die WLTP-Reichweite beträgt bis zu 912 Kilometer. Damit gehört der i3 zu den Elektroautos mit der größten Reichweite. Das gilt für die Konfiguration mit 13,4 kWh/100 km. Unabhängige Messungen liegen nicht vor.

BMW gibt für den WLTP-Autobahnzyklus 22,0 bis 16,7 kWh/100 km an, das sind rechnerisch 22 bis 25 Prozent mehr als im Mischwert. Auf der Autobahn sollte man mit rund einem Fünftel weniger Reichweite rechnen.

Blauer BMW i3 im Profil vor dem Meer
Quelle: BMW
Der niedrige Luftwiderstand hilft beim Verbrauch. Gegen 2.280 Kilogramm Leergewicht kann er jedoch nur zum Teil etwas ausrichten.

Verbrauch in Zahlen:

  • Auf 75.000 Kilometer (fünf Jahre, 15.000 Kilometer jährlich) verbraucht der i3 10.050 bis 13.500 Kilowattstunden.
  • Der M350 braucht 5.625 bis 6.150 Liter Benzin für die gleiche Strecke.

Das Mehrgewicht von 345 Kilogramm hebt den Stromverbrauch beim i3, der geringe Luftwiderstand (cw 0,21 gegenüber 0,28) gleicht dies zum Teil aus.

Rote BMW-3er-Limousine im Profil mit schwarzen Felgen und roten Bremssätteln
Quelle: BMW
Ein geringeres Gewicht und die flache Silhouette sprechen für den M350. Der Preis dafür: 7,5 bis 8,2 Liter Benzin je 100 Kilometer.

Batterietechnik

Der i3 nutzt Lithium-Ionen-Rundzellen mit 46 Millimetern Durchmesser und 95 Millimetern Höhe. Sie speichern laut BMW 20 Prozent mehr Energie je Volumen als die prismatischen Zellen der Vorgängergeneration.

Die Zellen sitzen ohne Zwischenmodule direkt im Paket, und das Batteriegehäuse ist ein tragendes Bauteil der Karosserie.

Beides soll Gewicht sparen. Trotzdem wiegt der i3 2.280 Kilogramm. Vor Schnellladestopps kann der Akku automatisch vorkonditioniert werden, wenn die Navigation zur Säule führt.

Zum Kühlkonzept, zur Zellchemie und zur Eignung für die Rennstrecke macht BMW bislang keine Angaben. Ein i3 M60 xDrive folgt 2027.

Ein Mercedes-AMG CLA 45 steht vor einem Gebäude.
Ein Mercedes-AMG CLA 45 steht vor einem Gebäude.
Mercedes-Benz CLA

Im ADAC-Ecotest gilt das Viertürer-Coupé mit 13,4 Kilowattstunden pro 100 Kilometer als das sparsamste getestete Elektroauto.

BMW 3er: Ausstattung und Sicherheit

Bei beiden BMW-3er-Modellen zeigt ein Band unter der Frontscheibe die Fahrdaten, dazu kommt ein 17,9-Zoll-Bildschirm.

Serienmäßig sind laut BMW kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie elektrische Sitze mit Memory-Funktion.

Ein Autobahnassistent für freihändiges Fahren bis 130 km/h kostet extra. Der M350 bringt Adaptives M Fahrwerk, Sportdifferenzial und Sportlenkung ab Werk mit.

Beim i3 sind Bergabfahrhilfe und Anhänger-Stabilisierung Serie. Beide haben Front-, Seiten-, Kopf- und Interaktionsairbag. Die Euro-NCAP-Ergebnisse sind noch ausstehend.

Cockpit des BMW M350 xDrive mit Lenkrad, Anzeigeband unter der Frontscheibe und Touchscreen
Quelle: BMW
Auch im Benziner entfallen die klassischen Rundinstrumente. Der Drehsteller fehlt ebenfalls.

Preisvergleich und Marktposition

Der i3 50 xDrive startet bei 65.900 Euro, der i3 40 xDrive bei 59.900 Euro.

Beim Benziner beginnt es mit dem 318 bei 49.900 Euro und dem 320 bei 54.900 Euro. Der M350 xDrive kostet mindestens 80.900 Euro.

Zur Gesamtkostenrechnung fehlen belastbare Daten: Typklassen stehen noch aus, Strompreise und Restwerte streuen stark.

Steuerlich gilt für Dienstwagen mit reinem Elektroantrieb ein geringerer geldwerter Vorteil (0,25 statt 1 Prozent des Bruttolistenpreises, mit Preisobergrenze). Prüfe die aktuellen Grenzen, bevor du rechnest.

Schwarzer Audi A6 e-Tron steht vor weißer Wand.
Schwarzer Audi A6 e-Tron steht vor weißer Wand.
Audi A6 e-tron

Die Elektro-Variante des A6 gibt es als Sportback und Avant. Mit 800-Volt-Technik lädt sie schneller als viele Konkurrenten.

Technik je Euro: Der i3 50 bietet 19 Kilowatt mehr Leistung, schnelleres Laden und Rückspeisung für 15.000 Euro weniger.

Der M350 bringt Sprint, Höchstgeschwindigkeit und den Sechszylinder. Das rechtfertigt den Aufpreis nur, wenn Käufern genau das wichtig ist.

Pro und Contra

BMW i3 50 xDrive

Stärken

  • 15.000 Euro günstiger, mehr Leistung, 400 kW Spitzenladeleistung, bidirektionales Laden, Fach unter der Frontklappe

Schwächen

  • 2.280 kg, auf 200 km/h begrenzt, Spitzenladeleistung bringt kaum Zeitvorteil, Touchbedienung ungeprüft

Der BMW i3 eignet sich für Pendler und Vielfahrer mit Lademöglichkeit sowie für Dienstwagenfahrer.

BMW M350 xDrive

Stärken

  • Sprint in 4,1 s von 0 auf 100 km/h, 250 km/h Höchstgeschwindigkeit, 345 kg leichter, Sechszylinder, 30 l mehr Kofferraum

Schwächen

  • Teurer, kein Diesel, CO₂-Klasse G, 8,2 l/100 km, Plug-in-Hybrid erst 2027

Der BMW 3er mit Benzinmotor eignet sich für Fahrer, die Klang und Fahrdynamik wollen oder über keine Ladeinfrastruktur verfügen.

Fazit und Kaufempfehlung

Technisch liegt der i3 vorn: mehr Leistung, Rückspeisung, 15.000 Euro weniger Anschaffungspreis.

Der M350 gewinnt dort, wo Zahlen nicht reichen: Sechszylinder-Klang und Gewicht sind ein Gefühl, das ein Elektroauto nicht liefert.

Nimm den i3, wenn du zu Hause oder am Arbeitsplatz lädst, viel pendelst oder einen Dienstwagen suchst. Nimm den M350, wenn du keine Lademöglichkeit hast oder dir der Motor wichtiger ist als die Rechnung. Der 320 ist der günstigere Benziner, aber deutlich schwächer: 7,4 Sekunden auf 100 km/h.

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