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Auto an HPC-Ladesäule
Quelle: Mercedes-Benz AG
HPC-Ladesäulen zum Schnellladen finden immer größere Verbreitung.

Wer lange Strecken mit seinem E-Fahrzeug zurücklegen will, möchte dazwischen keine stundenlangen Pausen einlegen. Entlang von Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen sind Schnellladestationen daher unerlässlich. An ihnen lässt sich die Akkuladezeit auf rund 30 Minuten verkürzen. Doch die Infrastruktur für Elektromobilität in Deutschland ist hier noch ausbaufähig: Nicht alle Ladestationen verfügen über Schnellladesysteme – und auch unter den Schnellladern gibt es Unterschiede.

Was ist eine Schnellladesäule?

Der Hauptunterschied zu den Normalladestationen steckt schon im Namen: An einer Schnellladestation kannst Du Dein E-Auto wesentlich schneller laden als an einer normalen Ladestation. Das liegt unter anderem an der Art des bereitgestellten Stroms: Die Batterien der meisten E-Fahrzeuge können Strom nur in Form von Gleichstrom (DC) speichern. Das deutsche Stromnetz liefert jedoch Wechselstrom (AC), weshalb der Strom für das Laden des Akkus zunächst umgewandelt werden muss.

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Bei normalen Ladestationen erfolgt die Umwandlung über das Bordladegerät des Fahrzeugs. An Schnellladesäulen hingegen wird der Wechselstrom schon vorher durch einen Umrichter umgewandelt: Der Gleichstrom fließt hier also direkt in die Autobatterie, die Umwandlung im Auto wird umgangen. Das trägt dazu bei, dass sich die Ladezeit erheblich verringert.

Für das Laden an Schnellladesäulen werden außerdem bestimmte Steckerarten benötigt:

  • CCS (Combined Charging System zum Schnellladen), auch „Combo 2“ genannt, hat sich in Europa weitgehend durchgesetzt. Diese Stecker ermöglichen Ladeleistungen von 20 bis 350 kW.
  • CHAdeMO (CHArge de MOve) ist der japanische Standard und lädt mit 50 kW. Dieser Steckertyp gilt in Europa als Auslaufmodell und wird nur noch für ältere E-Modelle japanischer Hersteller wie Nissan, Lexus und Mitsubishi benötigt.
  • Supercharger von Tesla sind inzwischen auch für andere E-Modelle nutzbar. Hier sind Ladeleistungen bis zu 250 kW möglich.

Doch nicht alle Elektrofahrzeuge verfügen bereits über die Möglichkeit des Schnell- beziehungsweise DC-Ladens. Vor allem E-Kleinwagen mit entsprechend kleinem Akku, die nicht für weite Strecken ausgelegt sind, eignen sich häufig nicht für das Schnellladen. Dazu zählen etwa der Smart EQ Forfour oder der Renault Twingo Electric. 

So unterscheiden sich Normal- und Schnellladesäulen
Normalladesäulen liefern Wechselstrom (AC). Im E-Fahrzeug muss dieser zunächst in Gleichstrom (DC) umgewandelt werden, um die Batterie zu laden. An Schnellladesäulen fließt Gleichstrom direkt in die Autobatterie. Das verkürzt die Ladezeit.

Wie viel Power haben Schnellladesäulen für Elektroautos?

Auch die Ladeleistung von Schnellladesäulen ist wesentlich höher. Diese zusätzliche Power wirkt sich ebenfalls auf die Ladezeit aus: Während Normalladestationen über eine Ladeleistung von unter 22 kW verfügen, bieten Schnellladestationen mehr als 22 kW. Je nach Station sind sogar Ladeleistungen von 100 kW und mehr drin.

Die Leistung von Schnellladesäulen für Elektroautos variiert je nach Ladesäulen-Typ:

  • Lader mit 22 bis 50 kW gelten bereits als Schnellladesäulen. Allerdings ist das für die meisten Fahrzeuge heute nicht mehr zeitgemäß.
  • 100- bis 150-kW-Lader können die Ladezeit im Vergleich zu 50-kW-Ladern bereits erheblich verkürzen.
  • 150- bis 350-kW-Lader sind sogenannte High-Power-Charging-Säulen (HPC). Mit ihnen ist Ultraschnellladen möglich.

An einer normalen Ladestation dauert es durchschnittlich zwei bis vier Stunden, bis der Akku eines Stromers geladen ist. An einer Schnellladesäule ist der Akku bereits nach 30 bis 60 Minuten bis zu 80 Prozent aufgeladen. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 15 bis 25 Kilowattstunden pro 100 Kilometer kann an einer HPC-Säule in fünf Minuten ausreichend Strom für über 100 Kilometer Reichweite nachgeladen werden.

Normale Ladestationen sind daher eher für das Laden über längere Zeiträume geeignet, zum Beispiel, wenn das Fahrzeug über Nacht geparkt ist. Schnellladesäulen sind hingegen häufig an Autobahnen und Hauptverkehrsrouten zu finden, um Langstreckenreisenden und Vielfahrern schnelle Lademöglichkeiten zu bieten.

Doch nicht jedes E-Fahrzeug kann die hohe Leistung einer Schnellladesäule nutzen. Manche Akkus schaffen bis zu 270 kW, andere nur 50 kW. Für die Spitzenwerte von 350 kW ist derzeit kein Elektroauto auf dem deutschen Markt ausgelegt. Bei passendem Anschluss kannst Du Dein E-Fahrzeug trotzdem an einer HPC-Säule laden: Die Ladesäule drosselt die Leistung automatisch.

Ist Ultraschnellladen möglich?

Die Technologie des ultraschnellen Ladens ist immer mehr im Kommen: High-Power-Charging-Säulen (HPC) oder auch Ultraschnellladesäulen bieten eine Leistung von bis zu 350 kW.

Um das Ultraschnellladen voll nutzen zu können, muss der Akku des E-Fahrzeugs für diese hohe Ladeleistung ausgelegt sein und das Fahrzeug über einen CCS-Anschluss verfügen.

In der Realität können jedoch die wenigsten E-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen von Ultraschnellladesäulen profitieren. Die meisten Akkus sind noch nicht für diese hohe Ladeleistung ausgelegt. Die leistungsstärksten Ladesäulen mit 350 kW kann derzeit tatsächlich kein Elektroauto auf dem deutschen Markt voll ausnutzen.

Doch mittlerweile gibt es eine ganze Reihe neuer Elektromodelle, die ultraschnelles Laden ermöglichen, unter anderem:

ModellMax. Schnellladeleistung DCNach 30 Minuten laden
Porsche Taycan269 kW331 km
Hyundai Ioniq 6236 kW492 km
Mercedes EQS208 kW423 km
BMW i7198 kW377 km
Tesla Model 3175 kW332 km
VW ID.3170 kW347 km
Audi Q8 e-tron170 kW342 km
Polestar 2154 kW347 km
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Ist Schnellladen teurer als normales Laden?

Das Laden an Schnellladesäulen ist in der Regel teurer als an normalen Ladesäulen.

Als Beispiel: Während an einer öffentlichen AC-Ladesäule des Betreibers EnBW – ohne Vertrag – 0,61 Euro pro Kilowattstunde berechnet werden, kostet die Kilowattstunde Strom an einer Schnellladesäule laut dem europäischen Ladenetzwerk Ionity 0,69 Euro (Stand: 01/2024).

Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 15 bis 25 Kilowattstunden pro 100 Kilometer kommt man so an einer Schnellladesäule auf 10,35 bis 17,25 Euro pro 100 Kilometer. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Verbrenner mit einem Verbrauch von 7,7 Liter Benzin kommt bei einem durchschnittlichen Benzinpreis von 1,8 Euro pro Liter (Stand: 02/2024) auf 13,86 Euro pro 100 Kilometer. Das Laden an einer HPC-Schnellladesäule kann also teurer sein als das Tanken eines vergleichbaren Benziners. Für Vielfahrer, die auf öffentliches Laden angewiesen sind, können sich Abo-Tarife mit monatlicher Grundgebühr und niedrigeren Kosten pro Kilowattstunde lohnen.

Generell erschweren die unterschiedlichen Abrechnungsweisen nach Strommenge oder Zeiteinheit den Preisvergleich für Ladetarife. Ein zentrales Verzeichnis für Ladestrompreise gibt es bislang noch nicht.

Nachteile: Kälte wirkt sich negativ aufs Schnellladen aus

Wie lange das Laden an einer Schnellladesäule dauert, hängt nicht nur von der Ladeleistung der Station und des jeweiligen Fahrzeugmodells ab. Auch die Wetterbedingungen spielen eine entscheidende Rolle beim Ladevorgang.

Zum Schnellladen muss der Akku auf Betriebstemperatur sein. 20 bis 30 Grad Außentemperatur gelten als optimal. Ist der Akku kälter, wird die Ladeleistung reduziert, um die Batterie zu schonen – das Schnellladen dauert dann spürbar länger. Auch beim Normalladen hat Kälte einen Einfluss auf die Ladegeschwindigkeit, allerdings ist der Effekt bei langsamerem Laden weniger spürbar.

Im Winter solltest Du das Schnellladen daher besser nach einer Fahrt einplanen, nach der das Fahrzeug aufgewärmt ist. Ist das E-Fahrzeug nach längerer Standzeit ausgekühlt, solltest Du es vorheizen, bevor Du es ans Stromnetz hängst. Je nach Fahrzeugtyp sind circa 15 Minuten ausreichend. Bei manchen Herstellern wird durch eine Kopplung von Akkuheizung und Navigationssystem die Vorkonditionierung automatisch aktiviert, wenn im Navi eine Schnellladestation als Ziel ausgewählt wird. Angekommen bei der Ladesäule, ist der Akku dann auf Betriebstemperatur. Ebenso sollte die Batterie vor dem Schnellladen bei extremer Hitze vorkonditioniert werden.

Schnellladen im Überblick

Hier die wichtigsten Vor- und Nachteile von Schnellladesäulen im Überblick:

Vorteile

  • Deutlich kürzere Ladezeiten
  • Hohe Ladeleistung – bis zu 350 kW

Nachteile

  • Höhere Preise pro kWh
  • Kälte drosselt Schnellladevorgang
  • Weniger öffentliche Ladestationen
Schnellladesäule for einem REWE Markt
Quelle: REWE Group / EnBW
Auch an einigen Supermärkten gibt es inzwischen Schnellladesäulen.

Wie viele Schnellladesäulen gibt es in Deutschland?

Nach Angaben der Bundesnetzagentur waren am 1. September 2023 in Deutschland insgesamt 85.072 Normalladepunkte und 20.507 Schnellladepunkte mit mehr als  22 kW Leistung verschiedener Hersteller gemeldet. Ein Ladepunkt entspricht dabei immer einem Anschluss. Eine Ladestation verfügt meist über mehrere Ladepunkte.

Demnach gibt es in Bayern mit 4.026 derzeit die meisten Schnellladesäulen, gefolgt von Nordrhein-Westfalen (3.483) und Baden-Württemberg (2.884). Insgesamt soll die Ladeinfrastruktur nach Plänen der Bundesregierung bis 2030 auf eine Million Ladepunkte ausgebaut werden. Dafür möchte Verkehrsminister Volker Wissing 6,3 Milliarden Euro in den Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren.

Das passt zu den Plänen der EU: Nach einem neuen Gesetz sollen bis 2026 entlang der Hauptverkehrsstraßen der Europäischen Union mindestens alle 60 Kilometer öffentliche Ladesäulen zur Verfügung stehen. In der vierten Folge unserer Videoreihe „Fahrt ins Grüne“ gibt es mehr Infos zur Ladeinfrastruktur:

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Schnellladestationen: Karte aller Standorte in Deutschland

Die Suche nach einer Ladestation in der Nähe, die mit dem eigenen E-Auto kompatibel ist, kann mitunter mühsam sein. Eine Übersicht über alle öffentlich zugänglichen Ladestationen in Deutschland stellt die Bundesnetzagentur auf einer interaktiven Karte zur Verfügung. Sie kann online eingesehen werden.

Dort werden auch Informationen bereitgestellt über:

  • Betreiber
  • Anzahl der Ladepunkte
  • Verfügbare Steckertypen
  • Ladeleistung (Normal- oder Schnelllader)

Angaben zur aktuellen Auslastung an den Ladestationen oder eine Routen-Navigation bietet die Karte allerdings nicht.

Wie findet man eine Schnellladesäule in der Nähe?

Für unterwegs sind Apps benutzerfreundlicher und hilfreicher als die Karte der Bundesnetzagentur, darunter:

  • „ChargeFinder“
  • „Chargemap“
  • „Nextcharge“
  • „EnBW mobility+“
  • „eCharge+“
  • „Schnellladepark“
  • „PlugShare“
  • „Supercharger für Tesla“ (zeigt auch Schnellladestationen anderer Betreiber an)

Neben dem Standort der E-Ladestation bieten die Apps weitere Informationen an, etwa Typ der Ladestation (Normal- oder Schnelllader), Ladegeschwindigkeit, verfügbare Anzahl und Art der Steckertypen, Preis und Auslastung in Echtzeit. Durch Filtern, zum Beispiel nach Schnellladestationen, lässt sich die Auswahl passend zu den Bedürfnissen eingrenzen.

Die „EnBW mobility+“-App auf einem smartphone in einer Hand.
Quelle: EnBW
Die „EnBW mobility+“-App zeigt mehr als 400.000 Ladestationen in Europa an.

Laut einem Vergleich der Stiftung Warentest vom April 2022 schnitten vor allem die Apps „EnBW mobility+“, „Nextcharge“ und „eCharge+“ im Test gut ab.

Auch Google Maps bietet viele Informationen zu Ladestationen. Wenn Du in der App nach Begriffen wie „Ladestation“ suchst, werden Dir die verfügbaren Stationen in der Nähe angezeigt. Dazu erhältst Du Informationen über Öffnungszeiten, verfügbare Steckertypen, Ladeleistung und aktuelle Auslastung. Zusätzlich kannst Du die Rezensionen anderer Nutzer zur jeweiligen Ladestation nachlesen.

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