VW up! (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Der VW up! ist seit 2011 der kleinste Volkswagen auf dem Markt. In der VW-Modellreihen-Chronologie wird er stets als Nachfolger des mäßig erfolgreichen VW Fox (2005-2011) genannt, betrachtet man allerdings die Bauform und die technische Positionierung, so steht er vielmehr in der Tradition des Kleinstwagens VW Lupo (1998-2005). Wie bei kaum einem anderen Modell des Konzerns setzt Volkswagen beim VW up! auf die Vielfalt der Derivate. So ergänzte schon zum Start der konventionellen Benziner-Versionen ein Erdgas-up! das Angebot und im Laufe der Modellgeschichte entstanden der Elektro-Winzling e-up! sowie unter den Bezeichnungen load-up! und e-load-up! kleine Kombi-Varianten.

Daten

Daten

Alleiniger Basismotor des VW up! ist der Ein-Liter-Dreizylinder. Der Benziner leistet je nach Ausführung 60 PS, 75 PS oder in der Turbo-Version auch 90 PS. Das EcoFuel Erdgas-Modell kommt auf 68 PS. Die kleineren Motoren finden sich in den Ausstattungsvarianten „take up!“ und „move up!“, mehr Leistung bieten die Linien „high up!“ und „cross up!“, wobei letztere äußerlich an einen Geländewagen erinnern soll. Auf Dieselmotoren verzichtet Volkswagen beim up! komplett. Stattdessen gibt es die Elektro-Variante e-up!, einen emissionsfreien Stadtflitzer mit einer maximalen Reichweite von 160 Kilometern. Sowohl der Benziner als auch das Elektro- und das Erdgas-Modell sind seit 2014 als kleine Nutzfahrzeuge load-up!, e-load-up! und eco-load-up! mit ebener Ladefläche erhältlich. Bei den Modellen mit Verbrennungsmotor kommt durchweg ein 5-Gang-Schaltgetriebe zum Einsatz.

  • Ein Benzin-Motor, drei Leistungsstufen
  • Erprobter E-Motor
  • Erdgas als alternativer Antrieb
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Test

Test

Die Fahreigenschaften des up! überzeugen. Positiv hervorgehoben wurden wiederholt die Fahrstabilität, die präzise Lenkung sowie das Bremssystem. Mit dem neueren durchzugskräftigen 90-PS-Motor hatten viele Autotester ihren Spaß auf der Straße. Im Euro-NCAP-Crashtest erreichte der up! die maximale Punktzahl von fünf Sternen, Abzüge gab es nur beim Fußgängerschutz. Das Raumangebot hinten ist durch die Bauform natürlich begrenzt, ebenso wie das Kofferraumvolumen und dessen Variabilität. An einigen Stellen wurde aus Kostengründen auf Kunststoffverkleidungen verzichtet, weshalb das Innengeräusch insbesondere bei höheren Geschwindigkeiten hoch ausfällt – da macht sich der Drei-Zylinder unüberhörbar bemerkbar. In den wesentlichen Kategorien wie Fahrverhalten und Sicherheit jedoch hat der up! im Vergleich zur Konkurrenz oftmals die Nase vorn.  

  • Gute Fahrstabilität
  • Sicherheitssysteme überzeugen
  • Wenig Platz im Fond
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Preise

Preise

Mit 9975 Euro als Einstiegspreis gibt es ihn also doch, einen neuen VW unter 10.000 Euro. Wobei andere, vergleichbare Kleinstwagen auch nicht teurer sind. Und sich der Preis beim VW-Mini auch schnell hochschrauben lässt, greift man zu einer der vielen schicken Sonderausstattungen. Der Erdgas-up! kostet in der Basisversion knapp 13.000 Euro. In ganz anderen Dimensionen bewegt sich das Elektro-Segment. Der Basispreis für den e-up! liegt im Modelljahr 2018 bei 26.900 Euro. Dafür bekommt man immerhin die „high up!“-Topausstattung plus einiger weiterer Annehmlichkeiten und elektronischer Assistenten. Der hohe Preisunterschied zum up! wird dennoch auch durch günstigere Verbrauchswerte auf lange Sicht nicht aufgefangen – der e-up! ist unterm Strich einfach teurer, nicht zuletzt wegen des größeren Wertverlustes bei den Gebrauchten. Also eher ein Auto für Idealisten als für kühle Rechner. Gleiches gilt für die Nutzfahrzeugvariante e-load-up!.

  • Ein VW für unter 10.000 Euro
  • e-up! bei knapp 27.000 Euro
  • e-up! ein Auto für Idealisten
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Mit Kleinstwagen unterhalb des VW Polo hat sich Volkswagen in der jüngeren Geschichte recht schwer getan. Die Wolfsburger richteten ihr Augenmerk lieber Richtung Oberklasse: Üppig ausgestattete Passat, das Prestigeprojekt Phaeton oder auch der Touareg-SUV standen dabei im Fokus. 


Vorderansicht - schräg
Mit dem up! setzt Volkswagen ein deutliches Ausrufezeichen.
Seitenansicht

Die VW-Modelle wurden immer größer, das hart umkämpfte und dabei wenig lukrative Mini-Segment schien Volkswagen nicht sonderlich zu interessieren. Diese Haltung änderte sich Ende 2011 mit der Markteinführung des VW up!, wobei schnell deutlich wurde: Der Hersteller hatte mit dem up! in seinem Markenverbund viel vor. Mit dem up! setzte Volkswagen nicht nur in der Schreibweise ein deutliches Ausrufezeichen und verband dies mit einer Ansage an die Konkurrenz von Fiat, Smart und Renault. Nur 3,54 Meter lang und 1,64 Meter breit, aber in Verarbeitung und Motorisierung ein echter Volkswagen zum Einstiegspreis von unter 10.000 Euro – die Karten im Werben um die Kunden im Kleinstwagengeschäft wurden neu gemischt. Seitdem findet der VW up! in Deutschland pro Jahr rund 40.000 neue Abnehmer, darunter sind auch die zahlreichen Derivate des Stadtflitzers, wie beispielsweise der 2013 vorgestellte e-up!, die vollelektrifizierte E-Auto-Variante. Dabei hat der VW up! viele Stärken, aber auch einige Schwächen.

„Es kommt nicht auf die Größe an!“, lautet eine immer wieder gern zitierte Formel. Beim Automobilkauf stimmt dies nur bedingt. Der Trend zu immer größeren Fahrzeugen ist stabil, Kleinwagen besetzen lediglich eine Nische, wenn auch eine wichtige. Der VW up! ist solch ein Nischenfahrzeug, konzipiert in erster Linie für eine junge, urbane Kundschaft, aber auch für Menschen, die in der Regel maximal zu zweit unterwegs sind und wenig zu transportieren haben. Der VW up! ist klein und wendig, wird mit Benzin, Gas oder Strom betrieben, ist in höchstem Maße durch die Kunden individualisierbar und dabei noch nicht mal allzu teuer. Letzteres ist natürlich eine Frage der Perspektive, sind 12.000 oder 13.000 Euro für ein Fahrzeug aus dem Kleinstwagensegment natürlich auch nicht eben wenig Geld. Wobei es Volkswagen gelungen ist, das Preisniveau beim konventionellen up! seit seiner Markteinführung 2011 in etwa auf Höhe der Konkurrenten Fiat 500, Renault Twingo oder später dem Opel Adam zu halten.

 

Einstiegspreis unter 10.000 Euro

Sehr bewusst bot Volkswagen 2011 den günstigsten VW up! mit 9850 Euro knapp unter der kritischen 10.000-Euro-Grenze an. Und selbst nach dem ersten Facelift 2016 blieb dieser passable Einstiegspreis erhalten, auch wenn die Kunden dafür lediglich eine karg ausgestattete Version des up! bekamen. Anders als bei den sonstigen Modellen üblich, verzichtet Volkswagen beim up! auf die Ausstattungsbezeichnungen „Trendline“, „Comfortline“ und „Highline“, sie heißen beim Kleinen stattdessen „take up!“, „move up!“ und „high up!“. Die Basisausstattung verzichtete dabei unter anderem auf elektrische Fensterheber und eine Zentralverriegelung. Beides fand sich in den höherwertigen Ausstattungslinien Move und High, die dann allerdings zum Teil deutlich über 10.000 Euro kosteten. Anfangs war der up! lediglich als Dreitürer mit Schaltgetriebe im Angebot, die fünftürige Version sowie das Automatikgetriebe folgten im Mai 2012.

 

Drei-Zylinder mit recht hohem Verbrauch

Der für den europäischen Markt ausschließlich bei Volkswagen Slovakia in Bratislava produzierte VW up! startete mit einem Drei-Zylinder-Reihenmotor, der über einen Liter Hubraum und wahlweise über 60 PS oder 75 PS verfügte. In der Kritik stand seinerzeit wiederholt der recht hohe Verbrauch des Benziners. Der kleine Motor gönnte sich im Stadtverkehr knapp sieben Liter Super, bei der großen Variante wurden im Alltagsbetrieb sogar bis zu neun Liter auf 100 Kilometer gemessen. Favorit der meisten Tester war deshalb der 60-PS-Motor, zumal das Leistungsplus von 15 PS im realen Stadtverkehr kaum zum Tragen kommt. Auf einen Dieselmotor wurde beim VW up! aus Kostengründen verzichtet, außerdem ist der Markt für Selbstzünder im Kleistwagensegment ohnehin sehr begrenzt. Ende 2012 erweiterte Volkswagen die Motorenauswahl beim up! um ein 68 PS starkes EcoFuel-Triebwerk. Das Erdgas-Modell VW Eco-up! lag preislich zwischen 2000 bis 3000 Euro über den Basis-Benzinern, rechnete sich also nur für Vielfahrer, die zudem bei einer im Praxistest ermittelten Reichweite von nur knapp 300 Kilometern die nächste CNG-Tankstelle immer im Blick haben mussten.

 

e-up! – Elektromobil mit schwankender Reichweite

Der VW up! ist Teil des „New Small Family“-Baukastensystems bei Volkswagen. Die nahezu baugleichen Modelle Škoda Citigo und Seat Mii kamen fast zeitgleich mit dem up! auf den Markt. Rechnet man die drei Schwestermodelle zusammen, so hält Volkswagen mit diesem Trio rund ein Viertel des Kleinstwagen-Marktes in Deutschland. Die härtesten Konkurrenten sind Fiat 500 und Smart Fortwo. Der Erfolg des up! hat auch damit zu tun, dass die Modellfamilie immer wieder erweitert und für neue Kunden interessant gemacht wurde. Der größte Technologiesprung kam 2013 mit der Einführung des vollelektrischen VW e-up!. Der kleine Stromer verfügt über eine Reichweite zwischen 80 und 160 Kilometer, ist also stark abhängig von Fahrweise, Beladung und der Außentemperatur. Die maximale Leistung beträgt 82 PS und wird von einem am Boden verbauten 240 Kilogramm schweren Lithium-Ionen-Batterieblock mit einer Kapazität von knapp 19 kWh bereitgestellt. Das Aufladen über das 230-Volt-Hausnetz dauerte im Test rund neun Stunden. Als Höchstgeschwindigkeit nennt Volkswagen 130 km/h, von Null auf 50 beschleunigt der e-up! in 3,5 Sekunden. Trotz seines hohen Grundpreises von 26.900 Euro zählt der VW e-up! zu den beliebtesten Elektrofahrzeugen in Deutschland.

 

2018 kommt der up! GTI

2014 erweiterte Volkswagen die Modellfamilie um die Nutzfahrzeugvarianten load-up! und e-load-up!. Beide Modelle bieten lediglich zwei vordere Sitze, dahinter trennt ein Gitter die Passagiere vom Laderaum. Bei einer maximalen Nutzlast von 285 Kilogramm entsteht so ein Laderaum von 990 Litern. Zum Vergleich: Das Kofferraumvolumen des Viersitzers beträgt 251 Liter und bei umgeklappter Rückbank 959 Liter. Bei e-up! muss man sich wegen des raumgreifenden Unterflur-Akkus mit weniger als 800 Liter begnügen. 2016 verpasste Volkswagen dem up! eine Auffrischung. Die Ausstattung und die Vernetzungsmöglichkeiten wurden verbessert, außen die Optik modernisiert. Außerdem wurden die Individualisierungsoptionen erweitert, den up! gibt es seitdem in zahlreichen neuen Farb- und Designkombinationen. Unter der Motorhaube findet sich seit dem Facelift ein neues Ein-Liter-Triebwerk, ein 90 PS starker Turbo-Dreizylinder. Damit jedoch nicht genug. Für 2018 ist ein up! GTI angekündigt mit 115 PS und knapp 200 km/h schnell. Die nächste Ansage an die Konkurrenz.

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