Der VW T6 Multivan, besser bekannt als VW-Bus, kam Mitte 2015 auf den Markt. VW bewarb den Kleinbus mit bis zu neun Sitzen als neue Generation, im Grunde aber handelt es sich lediglich um eine umfassende Modellpflege des seit 2003 verkauften T5 Multivan – also der fünften Generation des einstigen Bulli.
Zu den Konkurrenten des VW T6 Multivan zählt in der Premiumklasse die V-Klasse von Mercedes-Benz, die es vor allem mit dem Multivan aufnehmen soll, der von VW in der Pkw-Sparte vermarktet wird. Von Opel kommt als Multivan-Konkurrent der Vivaro, der baugleich mit dem Renault Trafic ist. Ford bietet den Tourneo Custom als Gegner.
Stärken
hoher Sicherheitsstandard
sehr großzügiger und variabler Innenraum
umfangreiches Angebot an Assistenzsystemen
Schwächen
hoher Anschaffungspreis
Airbags im Fond nur gegen Aufpreis
nur zwei Jahre Garantie
Beta
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VW setzt beim T6 Multivan auf Altbewährtes und betont die Abstammung vom legendären T1, der heute vor allem als Samba-Bus ein begehrtes Sammlerobjekt ist. Wie alte Modelle kann man den aktuellen Multivan in einer Zweifarbenlackierung bestellen.
Zugleich hat der neue "Bulli" viel Pkw-Technik an Bord, und so fährt er sich auch: für so ein schweres Auto recht leichtfüßig. Der Instrumententräger mit dem höher liegenden Schaltknauf könnte auch im Golf oder Passat von VW verbaut sein. Die Auswahl an Assistenzsystemen ist ähnlich groß wie bei dem Pkw. Nicht zuletzt wegen des großen Platzangebots steht der Multivan bei Familien hoch im Kurs. Trotz vergleichweise hoher Preise geht das Konzept auf – das Modell verkauft sich gut.
Das Motorenangebot des VW T6 Multivan erscheint überschaubar, es sind ausschließlich Reihenvierzylinder im Programm. Vor allem bei den Dieselmaschinen ist die Leistungsspanne von 84 bis 204 PS aber weit gespreizt, so dass der Bus in dieser Hinsicht für die meisten Einsatzzwecke gewappnet sein dürfte – zumal es ihn auch mit Allradantrieb gibt. Alternative Antriebe bietet VW anders als bei den Pkw-Modellen, die es mit Plug-in-Hybridantrieb, reinem Elektroantrieb oder als Erdgasversion gibt, nicht an.
Bei Benzinern und Dieseln ausschließlich Vierzylinder
Start-Stopp-Automatik bei allen Motoren serienmäßig
Der Multivan ist schon ab Werk ein sicheres und modernes Auto. ESP, Traktionskontrolle und eine Multikollisionsbremse gehören zu den Selbstverständlichkeiten. Airbags für die Mitfahrenden im Fond sowie die meisten Assistenzsysteme gibt es jedoch nur gegen Aufpreis. Der Euro-NCAP-Crashtest steht noch aus.
Berganfahrhilfe
Multikollisionsbremse
Schon in der Basisversion ist der VW T6 Multivan auf einem recht hohen Sicherheitsniveau. Serienmäßig wird er mit Front-, Seiten- und Kopfairbags für Fahrer und Beifahrer ausgeliefert – hinten kosten sie extra. Der Schleuderschutz ESP, der als Mittel gegen Unter- und Übersteuern bei Kurvenfahrten einzelne Räder abbremst, ist ebenso ab Werk verbaut, wie eine Traktionskontrolle (ASR). Auch das ISOFIX-Befestigungssystem für Kindersitze ist immer an Bord.
Bei den Fahrerassistenzsystemen braucht der Van den Pkw-Vergleich ebenfalls nicht zu scheuen: Gegen Aufpreis verfügbar sind adaptiver Tempomat mit automatischer Abstandsregelung, Parkpiepser vorn und hinten, Rückfahrkamera, Spurwechselassistent (Totwinkelwarner), Müdigkeitserkennung, automatisches Fernlicht, City-Notbremse sowie ein Bergabfahrassistent. Zur Serienausstattung gehören Berganfahrassistent und Multikollisionsbremse, die Folgeunfälle vermeiden soll. Als T6 wurde der VW Bus noch nicht dem Euro-NCAP-Crashtest unterzogen, der T5 erzielte 2013 nur vier von fünf Punkten.
Ausstattung
Trotz vergleichsweise hohem Grundpreis ist der VW T6 Multivan in der Basisausführung nicht gerade üppig ausgestattet. Aus dem Werk rollt er unter anderem mit sechs Airbags für Fahrer und Beifahrer und elektrischen Fensterhebern vorn sowie einer Berganfahrhilfe.
Die Möglichkeiten zur Aufwertung sind umfangreich, nur lässt sich VW das gut bezahlen. So ist die nächsthöhere Ausstattungslinie bereits 4.350 Euro teurer, für Comfortline muss man noch einmal 7.640 Euro addieren. Das Angebot an Fahrerassistenzsystemen ist weit gefächert.
Zur Serienausstattung gehören:
elektrische Fensterheber
Servolenkung
Zentralverriegelung
In der Basisversion Conceptline (nur verfügbar für die beiden schwächsten Diesel) wartet der VW T6 Multivan nur mit Selbstverständlichem auf. So sind serienmäßig immer an Bord: Airbags für Fahrer und Beifahrer, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, beheizbare Außenspiegel, höhen- und weitenverstellbare Lenksäule, elektrische Fensterheber vorn sowie eine Berganfahrhilfe. Es ist eine Dreier-Sitzbank im Fond mit Liegefunktion verbaut und eine Schiebetür rechts. Als Besonderheit gibt es ab Werk eine Multikollisionsbremse.
Wer höhere Ausstattungslinien möchte, muss tief ins Portemonnaie greifen: Der Aufpreis beträgt mindestens 4.350 Euro. Wer ihn zahlt, bekommt den Schriftzug Trendline ans Blech. Die weiteren Ausstattungslinien des Multivan heißen Comfortline und Highline. Zudem ist der Kleinbus je nach Ausführung auch in einer Langversion bestellbar, die die Kosten um knapp 3.000 Euro in die Höhe treibt.
Ein Glasschiebedach kostet 970 Euro extra, für ein Navi müssen mindestens 1.054 Euro draufgelegt werden. Auch ein Offroadfahrwerk sowie eine Differenzialsperre bei Allradantrieb stehen in der Optionsliste. Bei Camping-Freunden ist der teure California mit Ausstelldach sehr beliebt.
Der VW-Bus bleibt auch in sechster Generation als T6 Multivan den traditionellen Werten der Modellreihe treu. Wie bei den Vorgängern ist das Raumangebot enorm, weshalb der VW T6 Multivan als erste Wahl für Familien mit mehreren Kindern gilt. Zugleich bietet der Kleinbus Fahreigenschaften, die denen eines Mittelklasse-Pkw durchaus ähneln – dabei ist er natürlich nicht so wendig wie ein Kleinwagen.
Das Gepäckabteil bietet je nach Konfiguration zwischen 657 und satten 5000 Litern Stauraum.
Modern motorisiert und ausgestattet ist er ohnehin. Vor allem das Sicherheitsniveau und die Auswahl an Assistenzsystemen sind gut. Kein Wunder also, dass der VW-Bus seit Jahrzehnten der meistverkaufte Kleinbus in Deutschland ist. Seinen Konkurrenten gegenüber ist der T6 in dieser Hinsicht wegen der vielen Karosserievarianten im Vorteil – und ein gewisser Kultfaktor kommt hinzu, der die Restwerte vergleichsweise stabil hält.
In Sachen Komfort und Image schließt im Grunde nur die Mercedes V-Klasse auf. Konkurrenten wie Ford Transit, Renault Trafic oder Opel Vivaro bleiben hinter dem Wolfsburger Evergreen zurück.
Bei der Motorenauswahl ist der VW T6 Multivan gegenüber seinem Vorgänger weniger breit aufgestellt. Verfügbar sind nur noch Vierzylinder mit 2,0 Litern Hubraum. Größere Motoren oder mehr Zylinder fehlen im Angebot. Im Zuge des Downsizings bietet VW dennoch ein Leistungsspektrum, das den meisten Kundenansprüchen gerecht werden dürfte. Die beiden Zweiliter-Benziner kommen auf 150 PS und 204 PS. Etwas größer ist die Auswahl bei den Dieselmaschinen (2.0 TDI), für die 84 PS, 102 PS, 150 PS und 204 PS im Datenblatt ausgewiesen sind. Das Geräuschniveau ist unabhängig vom Motor angenehm.
Neben einem Gepäckabteil, das je nach Konfiguration zwischen 657 und satten 5000 Litern Stauraum bietet, können im VW T6 Multivan bis zu acht Personen mitfahren. Zudem ist der Innenraum mit Klapptischen und drehbaren Sitzen recht variabel, hinzu kommt ein innen und außen nutzbarer Campingtisch. Oft kritisiert wird allerdings, dass die schweren Sitze nur umständlich ausgebaut werden können.
Fazit zum VW T6 Multivan
VW bewirbt den T6 Multivan als komplett neue Generation. Dabei handelt es sich im Grunde um ein umfangreiches Facelift des Vorgängers T5. Das ändert aber nichts daran, dass der Kleinbus aus Hannover nach wie vor überzeugende Argumente wie beispielsweise das unschlagbare Platzangebot liefert. Und trotz seiner Größe fährt er sich kinderleicht – mit gutem Handling und sicherem Kurvenverhalten.
Seine Größe prädestiniert den T6 für Familien mit viel Gepäck, die vielleicht auch mal im Bus überachten wollen – nur an Kleingeld sollte es nicht mangeln, denn der "Bulli" ist nur in der mager ausgestatteten Basisversion vergleichsweise erschwinglich.