Seit Spätsommer 2014 bietet VW die siebte Generation des Kompaktklasse-Bestsellers Golf (AU) auch mit Plug-in-Hybridantrieb an. Direkte Konkurrenten des VW Golf GTE sind neben dem technisch nah verwandten Audi A3 e-tron – der allerdings im Premiumsegment platziert ist – der Toyota Prius Plug-in oder der Hyundai Ioniq. Im Frühjahr 2017 wurde im Rahmen des Facelifts der Golf-VII-Baureihe auch der Golf GTE überarbeitet.
Stärken
sehr gute Kombination aus Verbrennungsmotor und E-Antrieb
Sicherheitsniveau und Alltagstauglichkeit hoch
niedrige Betriebskosten
Schwächen
hohe Anschaffungskosten
deutlich kleinerer Kofferraum als Basismodell
hoher Wertverlust
Beta
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"Mit dem VW Golf GTE erhält der Käufer auf jeden Fall ein ausgereiftes, solides und sicheres Auto. Angesichts der Kosten sollte er aber vorab genau durchrechnen, ob er zumindest einen Teil der Mehrkosten über einen hohen Anteil an rein elektrischen Fahrstrecken wieder hereinholen kann."
Motoren
Der VW Golf GTE versucht, Sportlichkeit und Elektromobilität unter einen Hut zu bringen. Das gelingt auch weitestgehend, denn die Systemleistung von 204 PS lässt den GTE nicht sehr weit hinter den Namensvetter GTI zurückfallen. Allerdings geht ein guter Teil des kräftigen Antriebsmoments verloren, wenn die Akkus leer sind – dann fehlt das kräftige Drehmoment der E-Maschine mit ihren 330 Nm und den 102 PS Leistung.
Auf Kurzstrecken spielt der Golf GTE dafür aber seine volle E-Power aus, denn er kann bis zu 50 Kilometer rein elektrisch zurücklegen. Damit rollt er lokal emissionsfrei und kann überdies günstig aufgeladen werden, was auch an einer normalen Haushaltssteckdose problemlos selbst in einer kurzen Nacht möglich ist. Reichweitenangst muss der Besitzer eines VW Golf GTE nicht haben, auch allein mit dem Verbrenner und seinen 150 PS ist man angemessen unterwegs.
Der VW Golf GTE bietet ein hohes Niveau an passiver und aktiver Sicherheit: Airbagausstattung rundum, serienmäßige LED-Scheinwerfer und ein breites Angebot an (aufpreispflichtigen) Fahrerassistenzsystemen. Mit dem Facelift und dem ab April 2017 angebotenen neuen VW Golf GTE wird sich das Angebot an Assistenzsystemen erweitern.
Front- und Seitenairbags vorn, Kopfairbags durchgehend, Knieairbag Fahrer
LED-Scheinwerfer serienmäßig
Müdigkeitserkennung serienmäßig
Der VW Golf GTE bringt alle Sicherheitsqualitäten mit, die der siebten Generation des Wolfsburger Kompaktwagenklassikers zu eigen sind. Beim Euro-NCAP-Crashtest bedeutet dies: Er gehört zu den Topfahrzeugen seiner Klasse. Der Golf VII erreichte 2012 die Bestnote von fünf Sternen und bestätigte diese auch in den folgenden Jahren. Bei der Insassensicherheit kommt der Golf auf 94 Prozent der möglichen Wertungspunkte.
Der Fußgängerschutz ist mit 65 Prozent zufriedenstellend. Serienmäßig ist der VW Golf GTE mit Fahrer- und Beifahrer-Frontairbags sowie Seitenairbags ausgestattet, dazu kommen ein Knieairbag für den Fahrer sowie Kopfairbags vorn und hinten. Seitenairbags für die hinteren Passagiere (plus Gurtstraffer) lassen sich für 525 Euro als Option bestellen. Ebenfalls serienmäßig sind Müdigkeitserkennung, ESP mit Gegenlenkunterstützung und Gespannerkennung, die Multikollisionsbremse, die nach einem Unfall mit weiterrollendem oder schleuderndem Fahrzeug den Fahrer beim Bremsen unterstützt, und die Reifendruckkontrollanzeige.
Die Liste der Assistenzsysteme, die bis zum Facelift gegen Aufpreis erhältlich waren, umfasst zehn Positionen. Mit 1.950 Euro ist das "Assist-Paket" teuerster Posten auf dieser Liste, bietet aber einige der wichtigsten Assistenzsysteme wie die Automatische Distanz- und Geschwindigkeitsregelung ACC, Front-Assist mit City-Notbremsfunktion, Totwinkelassistent mit Querverkehrswarner/Ausparkassistent, Spurhalteassistent "Lane Assist", automatische Fahrlichtschaltung, Fernlichtregulierung "Light Assist", dynamisches Kurvenfahrlicht, Regensensor und automatisch abblendenden Innenspiegel.
Einzeln waren folgende Assistenzsysteme bestellbar: Ð Automatische Distanz- und Geschwindigkeitsregelung ACC mit City-Notbremsfunktion (575 Euro) Ð Geschwindigkeitsregelanlage/Begrenzer (215 Euro) Ð Parklenkassistent "Park Assist" inklusive Park-Pilot (210 Euro) Ð Proaktives Insassenschutzsystem (155 Euro) Ð Rückfahrkamera "Rear View" (295 Euro) Ð Totwinkelassistent "Blind Spot"-Sensor mit Querverkehrswarner/Ausparkassistent (370 Euro) Ð Totwinkelassistent "Blind Spot"-Sensor mit Querverkehrswarner/Ausparkassistent und Spurhalteassistent "Lane Assist" (895 Euro) Ð Umfeldbeobachtungssystem "Front Assist" mit City-Notbremsfunktion (305 Euro) Ð Verkehrszeichenerkennung (320 Euro) Das Fahrwerk des VW Golf GTE ist komfortabel und ausgewogen abgestimmt.
Mit der Adaptiven Fahrwerksregelung DCC (880 Euro Aufpreis) lässt sich der GTE individuell auf die eigenen Bedürfnisse oder die Tagesform abstimmen – eher sportlich oder eher komfortabel. Die elektromechanische Servolenkung ist leichtgängig und präzise mit guter Rückmeldung.
Ausstattung
Der VW Golf GTE wird ausschließlich als Fünftürer angeboten und kostet 36.900 Euro. Das Kofferraumvolumen schrumpft im Vergleich zum konventionellen Golf um rund 110 Liter auf 270 Liter – und damit auf weniger als den Laderaum des Kleinwagens Polo (280 Liter). Der Gepäckraumboden ist auch nicht wie beim konventionellen Golf höhenverstellbar oder herausnehmbar. Der GTE gilt ausstattungstechnisch als eigene Ausstattungslinie. Mittels Paketen und Sonderausstattungen kann der serienmäßig bereits recht gut ausgestattete GTE an die Wünsche des Käufers angepasst werden.
Serienmäßig an Bord:
Multifunktionslederlenkrad mit Schaltwippen
Klimaautomatik (zwei Zonen)
Radio mit Touchscreen-Display
Sportsitze vorn
Der VW Golf GTE wird ausschließlich als Fünftürer angeboten und kostet 36.900 Euro. Das Kofferraumvolumen schrumpfte im Vergleich zum konventionellen Golf um rund 110 Liter auf 270 Liter – und damit auf weniger als den Laderaum des Kleinwagens Polo (280 Liter). Der Gepäckraumboden ist auch nicht wie beim konventionellen Golf höhenverstellbar oder herausnehmbar.
Vom Kaufpreis abgezogen werden können 3.000 Euro durch die Elektro-Förderprämie, denn als Plug-in-Hybrid fällt der Golf GTE unter dieses Förderprogramm. Preislich bewegt sich der Golf in etwa auf dem Level des Toyota Prius Plug-in-Hybrid. Der GTE gilt ausstattungstechnisch als eigene Ausstattungslinie. Mittels Paketen und Sonderausstattungen kann der serienmäßig bereits recht gut ausgestattete GTE an die Wünsche des Käufers angepasst werden.
Serienausstattung:
16-Zoll-Leichtmetallräder
Airbags: Front- und Seitenairbags vorn, Kopfairbags durchgehend, Knieairbag Fahrer
Außenspiegel elektrisch verstell- und beheizbar
Connectivity-Dienst Car-Net (ein Jahr)
Klimaautomatik (zwei Zonen)
LED-Scheinwerfer für Abblend- und Fernlicht; LED-Heckleuchten
Müdigkeitserkennung
Multifunktionslederlenkrad mit Schaltwippen
Netzladekabel Haushaltssteckdose und Wechselstromladedose
Der VW Golf GTE ist ein sportlicher Kompakter mit mehr als 200 PS, der ansatzweise mit dem sportlichen Bruder Golf GTI mithalten kann. Dazu ein Elektroauto, zumindest auf der Nahdistanz, das mit lokal emissionsfreiem Fahren das Öko-Gewissen beruhigt und mit niedrigem Verbrauch punktet.
Der Akku reicht theoretisch für bis zu 50 Kilometer rein elektrische Reichweite, allerdings darf der Fahrer das Gaspedal dabei nur streicheln.
Die Fahrleistungen des VW Golf GTE geben keinen Grund zur Klage. Im Zusammenspiel von 1.4 TSI und E-Maschine sorgen 204 PS und 350 Nm maximales Drehmoment für reichlich Power an den Vorderrädern. Ist der 8,7 kWh große Akku des Hybridsystems leer, geht es ein wenig gemächlicher zu, doch untermotorisiert ist der 1.600 Kilogramm schwere Golf mit den 150 PS des aufgeladenen Vierzylinder-Direkteinspritzers nicht.
Auf kurze Distanz lässt sich der Golf mit dem Elektromotor und seinen 102 PS bis zu einem Tempo von 130 km/h auch allein bewegen (vergleichbar mit dem Toyota Prius Plug-in-Hybrid). Um die 50 Kilometer elektrische Reichweite zu schaffen, muss der Fahrer aber sehr gefühlvoll agieren, in den meisten Fällen werden es weniger als 40 Kilometer sein.
Kleine Einbußen bei Alltagstauglichkeit und Komfort
Neben dem Mehrpreis erkauft sich der GTE-Fahrer die Kraft der zwei Antriebssysteme auch mit kleinen Zugeständnissen an die Alltagstauglichkeit. Der Kofferraum büßt immerhin stolze 110 Liter Fassungsvermögen ein, das ist schon ein größeres Gepäckstück im Vergleich zum konventionellen Golf (270 zu 380 Liter Volumen). Ebenso wurde in einigen Tests moniert, dass E-Maschine und Verbrenner, die über das Doppelkupplungsgetriebe (DSG) miteinander verbunden sind, nicht immer perfekt harmonieren.
Die Folge: leichte Verluste beim agilen Ansprechen und leichtes Ruckeln im Stadt-Bummeltempo, wenn zwischen elektrischem und Verbrennungsantrieb hin- und hergeschaltet wird.
Ein unkompliziertes und sicheres Auto
Sportliche Ansprüche und viel Leistung, das stellt den Golf GTE allerdings nicht vor Probleme: Er ist mit einem ausgewogenen Fahrwerk ausgestattet, das sehr viel Komfort und sehr sichere Fahreigenschaften bietet. Dazu kommen hohe aktive und passive Sicherheit sowie ein gutes Angebot an (aufpreispflichtigen) Fahrerassistenzsystemen.
Fazit zum VW Golf GTE
Der VW Golf GTE ist ein bisschen das Schweizermesser unter den Autos: Der Elektroantrieb ermöglicht ein emissionsfreies Pendeln zum nicht allzu weit entfernten Arbeitsplatz. Der Verbrenner lässt die Gesamtreichweite so weit wachsen, dass sie einem Diesel Konkurrenz macht. Und die Leistung reicht mit 204 PS fast an das Niveau eines GTI heran. Als Reiseauto taugt der GTE allerdings nur für zwei Personen, denn der Kofferraum ist auf Kleinwagenniveau geschrumpft.