VW Caddy (Serie)

Alle Modelle mit Tests, Daten, Preisen und Kosten

Wer an VW und Nutzfahrzeuge denkt, dem kommt zu allererst der Transporter in den Sinn. Schließlich ist dieser „Bulli“ seit sieben Jahrzehnten der Inbegriff des Praktikers für Firmen und Familien. Doch so wichtig der Wagen für die Wolfsburger ist, haben sie sich nicht alleine auf seine breiten Schultern verlassen. Seit 1979 steht ihm als kleiner Bruder der Caddy zur Seite. Während sich der Transporter allerdings immer treu geblieben ist, hat der Caddy sich über die Jahrzehnte gravierend verändert. Immer nur als günstiger Ableger einer anderen Konzernbaureihe entwickelt, hat er seine Laufbahn ursprünglich als Pickup begonnen, wird mittlerweile aber genau wie der VW Bus als Großraumlimousine, Kombi Kastenwagen und sogar als Offroad-Modell mit Abenteuer-Allüren verkauft. Genau wie Opel mit dem Combo, Fiat mit dem Doblo, Renault mit dem Kangoo, Citroën mit dem Berlingo oder Peugeot mit dem Partner bedient VW so mit dem Caddy nicht nur Handel, Handwerk und Gewerbe, sondern auch private Nutzer mit schmalem Budget.

Daten

Daten

VW bietet die zivile Variante des Caddy mit drei Benzinmotoren, vier Dieseln und einer Erdgas-Umrüstung an. Den Einstieg bei den Benzinern markiert ein 1,2-Liter mit 84 PS. Darüber rangieren der Dreizylinder 1.0 TSI mit 102 und ein 1.4 TSI mit 125 PS. Die Diesel haben alle 2,0 Liter Hubraum und decken eine Spanne von 75 bis 150 PS ab, wobei VW die beiden stärksten TDI-Motoren als einziger Hersteller ab Werk auf Wunsch auch mit dem Allradantrieb 4Motion kombiniert. Für das Erdgasmodell 1.4 TGI nennen die Niedersachsen eine Leistung von 110 PS.

Damit erreicht der Caddy Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 194 km/h und Verbrauchswerte, die bei 4,2 Litern für den Caddy TDI BlueMotion mit 102 PS beginnen. Für die Erdgas-Version wirbt VW mit bis zu 50 Prozent weniger Treibstoffkosten und einem CO2-Ausstoß von 112 g/km. Und weil das Versorgungsnetz mit 2 000 Erdgastankstellen in Deutschland noch vergleichsweise dünn ist, hat der Caddy TGI zudem noch einen Tank für 13 Liter Benzin an Bord.

  • drei Benziner und vier Diesel mit 75 bis 150 PS
  • Erdgas-Variante für niedrige Kosten und geringen CO2-Ausstoß
  • Konkurrenzloser Allradantrieb
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Test

Test

Nach dem vermeintlichen Generationswechsel von 2015 waren die Tester vom VW Caddy sehr angetan. Zwar merkt man der Großraumlimousine für Sparfüchse die stärkere Kostenorientierung an und der ebenfalls erneuerte Touran auf Basis des modularen Querbaukastens ist für den Caddy nicht mehr zu erreichen. Doch vor allem im stark überalterten Konkurrenzumfeld steht der kleine Bruder des Bulli wegen seiner Assistenzsysteme und seiner modernen Euro-6-Motoren gut da. Außerdem fährt er sich gut und wirkt zumindest in den gehobenen Ausstattungsvarianten nicht so nüchtern, wie man es womöglich von einem Nutzfahrzeug erwarten würde. Bei der Sicherheit allerdings werden die Unterschiede dann doch deutlicher: Während der VW Touran erwartungsgemäß fünf Sterne im Euro-NCAP-Crashtest erhalten hat, kann sich der Caddy nur mit vier Sternen schmücken.

  • umfangreiche Ausstattung an Assistenzsystemen
  • solides Fahrverhalten und moderne Motoren
  • vier Sterne bei Euro NCAP
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Preise

Preise

Während die gewerblichen Varianten des Caddy bei 17.910 Euro beginnen, müssen Privatkunden mindestens 18.290 Euro einplanen. Dafür gibt es den VW als Fünfsitzer mit einem 84 PS starken Benziner und der mageren Conceptline. Der günstigste Diesel ist der 75 PS-TDI für 19.909 Euro, die Erdgas-Variante steht ab 27.673 Euro in der Liste und nach oben endet die Tabelle erst bei 36.997 Euro für den 150-PS-Diesel mit Allrad, Doppelkupplung und Highline-Ausstattung. Der Allradantrieb schlägt dabei mit knapp 3000 Euro zu Buche, für die um 47 Zentimeter gestreckte Maxi-Version verlangt VW einen Aufschlag von etwa 1700 Euro und der Alltrack ist etwa 1800 Euro teurer als das Grundmodell.

Ähnlich wie bei Golf & Co ist VW auch in dieser Klasse etwas teurer als die Konkurrenz; zumindest, wenn man die Pkw-Versionen vergleicht. So startet der Opel Combo bei 16.833 Euro, der Renault Kangoo kostet mindestens 17.000 Euro, Peugeot stellt beim Partner Tepee mindestens 17.600 Euro in Rechnung, der Citroën Berlingo Multispace hat einen Startpreis von 17.850 Euro und Fiat verlangt für den Doblo 17.990 Euro.

  • Grundpreis 17.910 Euro zum Teil deutlich über Konkurrenzniveau
  • Allrad-Aufschlag 3000 Euro
  • Preisspanne bis über 40.000 Euro
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Beschreibung

Serienbeschreibung

Die Geschichte des VW Caddy beginnt 1979 und ist ein frühes Beispiel für die Globalisierung des Automobilgeschäftes. Denn zunächst ist der Pickup mit dem Werkscode (14D) ausschließlich für den US-Markt geplant.


Vorderansicht - schräg
Für Handel, Handwerk und Gewerbe genauso wie für private Nutzer geeignet.
Seitenansicht

Nicht umsonst nutzt er als Basis den VW Rabbit, der in Pennsylvania als amerikanische Variante des Golf vom Band läuft. 1983 kommt der 4,37 Meter lange Pickup dann mit dem vertrauten Interieur des ersten Golf und den altbekannten Motoren allerdings auch nach Europa. Nicht aus Wolfsburg oder dem Nutzfahrzeugwerk in Hannover, sondern aus einem Joint Venture im damals noch jugoslawischen Sarajewo. Auch auf dem Balkan wird der Caddy allerdings nur als Pickup gebaut, findet aber bei Handel, Handwerk und Gewerbe großen Anklang. Nicht zuletzt, weil VW und viele Zulieferer spezielle Aufbauten anbieten, mit denen die offene Pritsche zu einem geschlossenen Kasten wird. Selbst zum Wohnmobil wird der Caddy in jener Zeit umgebaut. Während die Produktion in Sarajewo mit dem Bosnienkrieg 1992 endet, läuft der Golf mit Pritsche am andren Ende der Welt weiter: In Südafrika werden die Caddy-Bänder deshalb erst 2007 abgestellt.

Comeback im Doppelpack

In Europa macht der Caddy dagegen erst einmal Pause, weil sich VW nach dem ungeplanten Produktionsstopp in Jugoslawien zunächst neu sortieren muss. Dafür feiert er drei Jahre später ein Comeback im Doppelpack. Denn ab 1995 bietet VW unter dem internen Code 9KV erst einen Kastenwagen an, bevor 1996 dann auch mit der Projektbezeichnung 9U auch wieder ein Pickup an den Start geht. Allerdings sind beide Modelle keine eigenen Entwicklungen. Der jetzt nur noch 4,12 Meter lange Pickup mit rund 500 Kilo Nutzlast basiert auf dem Skoda Felicia und der Transporter, der als erster Caddy bis zu fünf Sitzplätze bietet, auf dem Seat Inca – und in beiden Fällen hat VW nicht viel mehr als die Markenlogos ausgetauscht.

Mit der vierten Generation reift der Caddy zum Kleinbus

Als nach dem Ende des Pickups im Jahr 2000 und des Inca-Ablegers im Jahr 2003 im Herbst 2003 die vierte Generation des Caddy an den Start geht, macht der Praktiker den nächsten großen Entwicklungsschritt: War er bislang immer ein umgebauter Kleinwagen, dem man wahlweise das Heck beschnitten oder einen Rucksack aufgesetzt hatte, mausert er sich unter dem Typenkürzel 2K zu einem echten VW Bus en minature und bekommt dafür endliche eine Karosserie aus einem Guss. Allerdings ist auch die keine originäre Entwicklung der Nutzfahrzeugsparte. Sondern auch diesmal bedient sich der Caddy einer anderen Baureihe und wird zum ebenso preiswerten wie praktischen Bruder des VW Touran. Den Unterschied machen dabei neben Ambiente und Ausstattung vor allem zwei technische Änderungen: Für mehr Traglast und mehr Ladevolumen bekommt der Caddy Blattfedern und für den leichteren Zugang zwei Schiebetüren wie sein großer Bruder. Angeboten wird er als Kastenwagen, als Kombi mit zweiter Sitzbank sowie als Großraumlimousine „Caddy Life“ mit bis zu sieben Sitzen. Ab 2007 erweitert der um 47 Zentimeter gestreckte Caddy „Maxi“ die Modellfamilie.

2015: Der neue Caddy ist ganz der alte

Nach einer dezenten Modellpflege im Jahr 2010, bei dem der Caddy das damals aktuelle VW-Gesicht mit dem Wappengrill bekommt, feiert VW 2015 das Debüt des „neuen Caddy“. Allerdings ist auch der nur ein diesmal etwas gründlicheres Facelift der Baureihe 2K, bei dem die Niedersachsen die Ausstattung und die Antriebspalette des im polnischen Posen montierten Nutzfahrzeugs auf Vordermann bringen.

Dafür gibt es vier Diesel-Motoren, drei Benzin- und eine Erdgas-Variante, die nun alle die Euro-6-Norm erfüllen und bis zu 28 Prozent weniger verbrauchen. Die Selbstzünder haben alle 2,0 Litern Hubraum, decken ein Leistungsspektrum von 75 PS bis 150 PS ab, die Benziner schöpfen aus 1,0 bis 1,4 Liter Hubraum 84 bis 125 PS.

Neben der Effizienz hat VW vor allem an der Sicherheit des Caddy gearbeitet und deshalb zahlreiche Assistenzsysteme ins Lieferprogramm aufgenommen. So gibt es - zum Teil allerdings nur gegen Aufpreis – unter anderem eine City-Notbremsfunktion, einen Lichtassistenten, die Multikollisionsbremse sowie einen Müdigkeitswarner und einen Tempomaten mit Abstandsregelung.

Auch das Modellprogramm fächert VW ab 2015 weiter auf: Neben Kasten, Kombi und dem Caddy „Life“ für sparsame Familienväter gibt es nun auch einen Caddy „Alltrack“ mit erhöhter Bodenfreiheit und einem SUV-Styling. Und anders als bei Konkurrenten wie dem Renault Kangoo, dem Citroën Berlingo oder dem Peugeot Partner ist das nicht nur Show. Als einziger in seiner Klasse wird der Caddy ab Werk auch mit Allradantrieb angeboten.